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Forschung Gemeinsam gegen Infektionskrankheiten

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Forschungszentrum Borstel wird vollwertiger Partner am Hamburger CSSB

Nach fünf Jahren erfolgreicher Kooperation als assoziierter Partner wird das Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum, zum Juli 2021 vollwertiges Mitglied des Zentrums für Strukturelle Systembiologie (CSSB) in Hamburg. Der Vertrag für die zukünftige Zusammenarbeit wurde heute unterzeichnet. Das CSSB ist eine Initiative von insgesamt zehn Forschungspartnern aus Norddeutschland, darunter drei Universitäten und sieben Forschungsinstituten, die sich infektionsbiologischen Fragestellungen widmet. Wissenschaftler:innen aus insgesamt 22 Nationen und 13 Forschungsgruppen forschen auf dem Gelände des DESY-Campus in Bahrenfeld gemeinsam an den komplexen Prozessen und Wechselwirkungen zwischen Krankheitserregern und ihren Wirten. Das Ziel der Forschungsarbeit am Standort ist es, Angriffspunkte für neue Wirk- und Impfstoffe zu finden. 

Vertragsunterzeichnung zur vollwertigen Partnerschaft vom Forschungszentrum Borstel am Hamburger CSSB

Gemeinsam gegen Infektionskrankheiten

Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke: „Ich freue mich sehr, dass mit der vollwertigen Partnerschaft des Forschungszentrums Borstel die Zusammenarbeit mit dem CSSB gestärkt wird. Damit kann die Forschung am CSSB im Bereich der Lungeninfektionen weiter vorangetrieben werden – ein wichtiger Schritt zum Ausbau der Infektionsforschung an unserem Wissenschaftsstandort. Ich bin sehr gespannt auf die künftigen Projekte und wünsche den Forschenden an CSSB und FZB weiterhin viel Erfolg bei ihrer wichtigen Arbeit!“

Prof. Dr. Chris Meier, Wissenschaftlicher Direktor des CSSB: „Nach fünf Jahren als assoziierter Partner freuen wir uns, das Forschungszentrum Borstel als vollwertigen CSSB-Partner zu begrüßen. Das Forschungszentrum Borstel konzentriert sich auf das Verständnis der Ursachen und Mechanismen von Lungeninfektionen und ergänzt und erweitert damit das Forschungsportfolio des CSSB. Diese Partnerschaft wird innovative Forschungsprojekte inspirieren, die zu unserem Verständnis von Infektionskrankheiten beitragen werden.“

Prof. Dr. Ulrich Schaible, Zentrumsdirektor Forschungszentrum Borstel: „Als Vollpartner können wir unsere langjährige Forschungstätigkeit zu bakteriellen Lungeninfektionen besonders der Tuberkulose um die Techniken, die am CSSB zur Verfügung stehen, erweitern. Für uns ist es eine aufregende Perspektive, zum Beispiel die innovativen und hochauflösenden Bildgebungsverfahren am CSSB nutzen zu können, um die Interaktionen zwischen Bakterien, wie dem Tuberkuloseerreger, und Lungenzellen, aber auch mit anderen dort vorkommenden Keimen der natürlich vorkommenden Mikroflora zu studieren.“

Künftige Projekte im Rahmen der Zusammenarbeit von CSSB und FZB

Das Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum, ist bereits seit dem Jahr 2016 als assoziierter Partner in dem Verbund tätig und hat seine wissenschaftliche Expertise auf dem Gebiet der Infektionsbiologie mit dem Schwerpunkt der Tuberkuloseforschung eingebracht. In Zukunft soll diese Zusammenarbeit am CSSB auf drei Ebenen ausgebaut werden:

In einem gemeinsamen finanziellen Vorhaben aller Partner wird zum einen ein Labor der Sicherheitsstufe 3 (BSL-3) aufgebaut, welches ab 2022/2023 allen Gruppen zur Verfügung steht und neben dem Rasterkraftmikroskop auch ein Kryo-Elektronenmikroskop enthalten soll. Das BSL-3-Labor wird vom FZB betrieben. Das Zentrum kann hiermit seine langjährige Erfahrung im Umgang mit luftübertragenen Krankheitserregern wie dem Tuberkuloseerreger einbringen. Unter der Leitung der Borsteler Forschungsgruppe „Biophysik“ wird auf den Laborflächen des CSSB zudem ein neues Rasterkraftmikroskop installiert. Dieses Mikroskop ermöglicht die Visualisierung von Oberflächen im molekularen Bereich und führt zu einem besseren Verständnis der Struktur und der Interaktion von Krankheitserregern.

„Das Mikroskop wird in dem BSL-3 Labor aufgebaut, damit wir in Zukunft wichtige strukturbiologische Forschung auch an hochpathogenen Krankheitserregern vornehmen können“, so Prof. Thomas Gutsmann, Leiter der Forschungsgruppe Biophysik und stellvertretender Direktor des Programmbereichs „Infektionen“ am FZB. „Diese Forschung war bisher noch nicht möglich. Das CSSB ist damit weltweit das erste BSL-3-Labor mit einem Rasterkraftmikroskop; dieses soll sowohl für die Tuberkuloseforschung, aber auch für andere bakterielle und virale Krankheitserreger genutzt werden.“

Zudem soll das CSSB um eine Forschungsgruppe verstärkt werden: Die Gruppe „Interaktom der Dysbiose“ wird sich mit der Strukturforschung von Bakterien und bakteriellen Verbünden beschäftigen. Die Wissenschaftler:innen werden dabei die Interaktion von Bakterien mit Oberflächenstrukturen der Lunge bei chronischen Lungenerkrankungen untersuchen. Für den Aufbau dieser Forschungsgruppe wird eine W2-Professur im Tenure-Track-Verfahren an der Universität Hamburg eingerichtet. Die Professur wird aktuell ausgeschrieben und soll im nächsten Jahr besetzt werden. „Wir freuen uns sehr, dass uns durch die Genehmigung des Sondertatbestandes ,Lungengesundheit‘ die Möglichkeit eröffnet wurde, die Forschungsgruppe am CSSB besetzen können. Diese Gruppe soll die innovativen strukturbiologischen und bildgebenden Infrastrukturen am CSSB nutzen, um Interaktionen zwischen Krankheitserregern, der Mikroflora und Wirtszellen zu untersuchen und so neue Ansatzpunkte für Wirkstoffe zu identifizieren, aber auch das CSSB und das FZB besser vernetzten“, sagt Prof. Dr. Ulrich Schaible.

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