Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Antidiskriminierung und LSBTI* Senatsempfang anlässlich der Pride Weeks und des Christopher Street Days 2021 in Hamburg – Keep on Fighting. Together.

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Änderung des Abstammungsrechts zur Gleichstellung von Regenbogenfamilien als Thema des digitalen Empfangs

Der Hamburger Senat veranstaltet heute einen digitalen Senatsempfang, um den Start der Pride Weeks mit dem Christopher Street Day (CSD) zu feiern. Seit der ersten "Stonewall-Demonstration" 1980 steht der CSD in Hamburg seit nunmehr über 40 Jahren für das Engagement für gesellschaftliche Akzeptanz und rechtliche Gleichstellung von LSBTI*. Aufgrund der Corona-Pandemie ist der CSD auch in diesem Jahr als Fahrrad-Demonstration geplant. Die Organisation liegt bei dem gemeinnützigen Verein Hamburg Pride. 

Senatsempfang anlässlich der Pride Weeks und des Christopher Street Days 2021 in Hamburg – Keep on Fighting. Together.

Thema des diesjährigen Senatsempfangs die Gleichstellung und rechtliche Anerkennung von Regenbogenfamilien. Die Festrede hierzu hält die Rechtsanwältin Lucy Chebout. Weitere Rednerinnen sind Dr. Gesa Teichert-Akkermann („#PaulahatzweiMamas“) sowie Julia Seidel, Leiterin der Beratung für queeres Familienleben, Caritas Hamburg. Gemeinsam sprechen sie mit Gleichstellungssenatorin Katharina Fegebank über die Benachteiligungen von Regenbogenfamilien und die Notwendigkeit einer Änderung des Abstammungsrechts. Moderiert wird der Empfang von Markus Tirok.

Gleichstellungssenatorin Katharina Fegebank: „Ich freue mich, dass wir dieses Jahr zumindest einen digitalen Senatsempfang veranstalten können, um unser vielfältiges und buntes Hamburg anlässlich des CSD und der Pride Week zu feiern. Mit großem gemeinsamen Engagement hat unsere Gesellschaft in den vergangenen 40 Jahren bereits viele rechtliche Ungleichheiten beseitigt und bestehende Vorurteile abgebaut. Doch am Ziel sind wir noch lange nicht: Die zunehmenden homo- und trans*phoben Tendenzen in Europa verdeutlichen einmal mehr, wie wichtig der Einsatz für rechtliche Gleichstellung und Selbstbestimmung von LSBTI* für unsere freiheitliche Gesellschaft ist. Für Selbstbestimmung, Vielfalt und Toleranz müssen wir uns alle gemeinsam stark machen – und dieses Ziel verfolgen wir in Hamburg weiterhin mit aller Kraft. Unter anderem haben wir zur Weiterentwicklung des Aktionsplans für Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt gerade ein breites Beteiligungsverfahren für alle Hamburger:innen gestartet. Gleichzeitig haben wir noch einige Aufgaben und Ziele, wie die Änderung des Abstammungsrechts, damit Regenbogenfamilien endlich über die gleichen Rechte und Sicherheiten verfügen und auch vor dem Gesetz eine Einheit bilden. Denn eine offene Gesellschaft ohne Diskriminierung ist die Grundlage einer jeden Demokratie. Diesen Weg zu mehr Diversität, mehr Vielfalt und mehr Selbstverständlichkeit gegenüber geschlechtlicher und sexueller Vielfalt wollen wir weiter gemeinsam gehen und Flagge zeigen!“

Zur rechtlichen Situation von Regenbogenfamilien

Lesben* sowie trans*- und inter*geschlechtliche Menschen werden nach wie vor durch das geltende Abstammungsrecht benachteiligt: Bekommen sie ein Kind, hat dieses rechtlich nur die Geburtsmutter als Elternteil. Der zweite Elternteil muss im Wege einer aufwändigen und langwierigen Stiefkindadoption das Kind adoptieren.

Hamburg setzt sich auf Bundesebene für die Änderung des Abstammungsrechts ein, um dort die Ungleichbehandlung von Regenbogenfamilien aufzuheben.

Dr. Gesa Akkermann-Teichert und ihre Frau Verena Akkermann hatten vor diesem Hintergrund auf die Berichtigung der Geburtsurkunde der Tochter sowie die Feststellung der Co-Mutterschaft geklagt. Das Oberlandesgericht in Celle hatte zuletzt entschieden, dass Verfahren auszusetzen und dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorzulegen.

Für die Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt

Mit dem „Aktionsplan für Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ hat der Hamburger Senat die Weichen dafür gestellt, die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen für die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von homo- und bisexuellen sowie trans*- und inter*geschlechtlichen Menschen zu verbessern. Aktuell läuft eine Beteiligungsaktion zur Weiterentwicklung des Aktionsplans unter  https://zusammen-hamburg.de/. Alle Hamburger:innen sind aufgerufen, ihre Erfahrungen und Vorschläge in Bezug auf die Anerkennung geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in Hamburg bis zum 29. August anonym auf der mehrsprachigen Plattform einzubringen.

Zudem hat der Hamburger Senat jüngst seine bisherigen Grundsätze zur Verwaltungssprache um zusätzliche Möglichkeiten ergänzt. Mit den Hinweisen sollen Anregungen für eine Sprache gegeben werden, die alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht anspricht und damit die Vielfalt unserer Gesellschaft zum Ausdruck bringt.

Außerdem unterstützt der Senat vielfältige Angebote von verschiedenen Institutionen – von Jugend- und Akzeptanzarbeit über Beratungsstellen bis zu Schulprojekten. Hamburg hat sich darüber hinaus dazu verpflichtet, Initiativen im Bundesrat zur Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Identität zu unterstützen. Damit würde verfassungsrechtlich festgeschrieben werden, dass die Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund der sexuellen Identität nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Pride Weeks und CSD 2021 in Hamburg: Keep on Fighting. Together.

Nachdem coronabedingt im vergangenen Jahr viele Veranstaltungen zum 40. Jubiläum des CSD in Hamburg ausfallen mussten, veranstaltet Hamburg Pride e.V. in diesem Jahr erstmals über zwei Wochen (vom 24. Juli bis 8. August) Diskussionsrunden, Lesungen und interaktive Aktionen zum Thema geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Viele Veranstaltungen werden als Hybridformate parallel gestreamt. Einer der Höhepunkte ist der Christopher Street Day am 7. August, der auch dieses Jahr als Fahrraddemonstration starten soll. Zudem findet am 5. und 6. August unter dem Titel „Challenges. Achievements. Future.“ die erste Hamburg Pride-Menschenrechtskonferenz statt. Im Fokus steht hier u.a. ein Austausch mit Vertreter:innen lokaler Pride-Bewegungen und queeren Menschenrechtsgruppen in Hamburgs Partnerstädten sowie die Situation der LSBTI* in Europa, insbesondere in Pole und Ungarn. Das komplette Programm ist unter https://www.hamburg-pride.de/pride-2021 abrufbar.

Im Rahmen der Aktion #HamburgzeigtFlagge sind zudem zahlreiche städtische Gebäude wie das Hamburger Rathaus mit der Regenbogenfahne beflaggt. Weitere Infos gibt es unter https://www.hamburg-pride.de/pride-2021/hamburg-zeigt-flagge.

Die Regenbogenfahne erscheint zudem auf über 4000 öffentlichen Screens und Bildschirmen des Außenwerbers Ströer.

 

 

Themenübersicht auf hamburg.de

Anzeige
Branchenbuch