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Hochschulen Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie weiter fördern

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Studie liefert neue Erkenntnisse über die Familienfreundlichkeit der Hamburger Hochschulen

Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hat im Auftrag der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke (BWFGB) eine Bestandsaufnahme zum Thema „Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familienaufgaben an Hamburger Hochschulen“ durchgeführt. Familienfreundlichkeit ist demnach für Frauen und Eltern ein zentraler Faktor bei der Einschätzung der Attraktivität der Hochschule, des Wissenschaftsstandorts und in Hinblick auf den eigenen Karriereverlauf. An Hamburger Hochschulen existiert eine breite Vielfalt an Angeboten und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie. Besonders das Angebot der flexiblen Arbeitszeiten und der Option des flexiblen Arbeitsortes werden viel genutzt. An anderen Stellen weisen niedrige Nutzungsquoten aber darauf hin, dass die Angebote sichtbarer und auch räumlich zugänglicher werden müssen.

Große un kleine Hand

Wissenschaft und Familienaufgaben

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Hamburg hat sich vorgenommen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu fördern. Das gilt auch  für den Wissenschaftsbetrieb: An unseren Hochschulen gibt es bereits jetzt eine breite Vielfalt an Angeboten und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familienaufgaben, wie verschiedene Beratungsangebote oder Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Das ist gut und wichtig. Gleichzeitig haben wir nun durch die Studie festgestellt, dass die Mitarbeitenden besonders die Möglichkeit der flexiblen Arbeitszeit und  des flexiblen Arbeitsorts, wie im Home Office, zu schätzen wissen - und diese als besonders wirksam einstufen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf voranzubringen. Daher ist es mir ein Anliegen, solche Modelle weiter zu fördern und zu ermöglichen. Denn das Ziel muss die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein.“

Dr. Angelika Paschke-Kratzin, Sprecherin Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen der Freien und Hansestadt Hamburg (LaKoG Hamburg): „Die Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen sind der BWFGB dankbar, die Studie in Auftrag gegeben zu haben. Dient sie doch als Argumentationshilfe, Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Vereinbarkeit von Studium bzw. Beruf und Familie in den Hochschulen durchzuführen.“

Hintergrund

Im letzten Gleichstellungspolitischem Rahmenprogramm wurde eine Studie zu den Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft vereinbart, die am Wissenschaftsstandort Hamburg und seinen Hochschulen die bestehenden Maßnahmen und Angebote zur Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familienaufgaben sowie deren Bekanntheit, Nutzung und Wirksamkeit untersuchen sollte. Diese Untersuchung wurde im Auftrag der BWFGB vom DZHW im Zeitraum von September 2020 bis September 2021 durchgeführt. Hier wurden die sechs staatliche Hochschulen (UHH, TUHH, HAW, HCU, HFBK, HfMT) und das UKE einbezogen.

Das DZHW hat ein mehrstufiges Forschungsdesign genutzt:

  1. Interviews mit den Gleichstellungsbeauftragten und Familienbüros
  2. Administrative Daten der Hochschulen zu Eltern- und Pflegezeiten

  3. Online-Befragung der hauptberuflich tätigen Wissenschaftler:innen (Professor:innen und Mittelbau) 

Ergebnisse

An den Hochschulen gibt es eine breite Vielfalt an Angeboten und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familienaufgaben, wie z.B. Beratungsangebote zu verschiedenen Themen, Still- und Wickelmöglichkeiten, Unterstützung bei der Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeitgestaltung, Eltern-Kind-Bereiche in Mensen. Diese Angebote sind hochschulbezogen organisiert; darüber hinaus gibt es auch hochschulübergreifende Angebote, Kooperationen und Netzwerke.

Die meisten dieser Angebote sind großen Teilen der Beschäftigten bekannt und werden von den entsprechenden Zielgruppen auch genutzt. Bei einigen Maßnahmen weisen niedrige Nutzungsquoten auf Verbesserungsbedarfe, wie beispielsweise eine (noch) bessere oder zielgenauere Information, hin.

Als besonders wirksam für eine gelingende Vereinbarkeit haben sich zwei Angebote erwiesen: flexible Arbeitszeit und flexibler Arbeitsort (Home-Office oder Tele-Arbeit). In den Rückmeldungen der befragten Wissenschaftler:innen wird der Wunsch nach einer dauerhaften offiziellen Regelung und Verstetigung auch nach der Corona-Pandemie von Home-Office und Tele-Arbeit sehr deutlich.

Um die Elternschaft mit einer Tätigkeit in der Wissenschaft verbinden zu können, ist die Sicherstellung einer adäquaten Betreuung insbesondere der Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren zentral. Die Kinderbetreuung an den Hochschulen bzw. Angebote zur Notfallbetreuung oder auch die Unterstützung bei einer adäquaten Kinderbetreuung während der Arbeitszeit erweisen sich als ausbaufähig. Immerhin 59 Prozent der befragten Wissenschaftler:innen haben Kinder.

Während die Mehrheit der befragten Wissenschaftler:innen (63 Prozent) mit dem direkten Arbeitsumfeld zufrieden ist, bewerten nur noch 22 Prozent die Balance zwischen Berufs- und Privatleben positiv. 70 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass bessere berufliche Perspektiven bestünden, wenn man keine familiären Verpflichtungen habe. Für Frauen und Eltern erweist sich die Familienfreundlichkeit als zentral für ihre Einschätzung der Attraktivität der Hochschule und des Wissenschaftsstandorts und nicht zuletzt in Hinblick auf den eigenen Karriereverlauf. Beim familienfreundlichen Klima an den Hochschulen besteht noch Luft nach oben.

Der Aufbau und die Etablierung familiengerechter Strukturen an den Hochschulen bedürfen einer strategischen Verankerung einer personellen Kontinuität, damit Strukturen nachhaltig sind. Dafür erscheint eine zentrale Institution zielführend, die auf höchster hierarchischer Ebene angesiedelt ist, zum Beispiel in enger Nähe zum Präsidium. Die gute und wichtige Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten und Familienbüros sollte noch sichtbarer gemacht werden.

Bislang fehlen bundesweite Erhebungen zur konkreten Ausgestaltung der Familienfreundlichkeit an den Hochschulen, bei denen die Wirksamkeit von Angeboten und Maßnahmen im Fokus stehen. Hier könnte die nun vorliegende Hamburger Studie als Vorbild dienen.

Als Wissenschaftler:innen mit Familienaufgaben wurden in der DZHW-Studie Eltern und Beschäftigte, die Angehörige pflegen definiert. Letztere machen aber nur einen sehr geringen Anteil unter den Befragten aus, so dass die in diesem Zusammenhang beschriebenen Erkenntnisse nicht verallgemeinert und allenfalls als Hinweise interpretiert werden können. Deshalb bezieht sich diese Zusammenfassung nur auf Eltern.

Die gesamte Studie steht unten zum Download bereit. 

Rückfragen der Medien

Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke | Pressestelle

Jon Mendrala, Pressesprecher

Telefon: 040/42863-2322

E-Mail: jon.mendrala@bwfgb.hamburg.de

Internet: http://www.hamburg.de/bwfgb

Twitter: hh_bwfgb I Instagram: hh_bwfgb

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