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Umstieg auf das Rad Radverkehrsentwicklung und Ausblick 2020

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Hamburgs Radverkehr kann auf ein ereignisreiches Jahr 2019 zurückblicken: 38 Kilometer neue Radwege, 17 neue StadtRAD-Stationen, eine modernere StadtRAD-Flotte inkl. Lastenpedelecs, sieben weitere Fahrradstraßen und ein Radschnellweg. Auch dank neuer Bike+Ride-Angebote an S- und U-Bahn-Haltestellen können immer mehr Hamburgerinnen und Hamburger auf das Rad umsteigen. Die begleitenden Kampagnen „Fahr ein schöneres Hamburg“ und „Hamburg gibt acht“ sind angelaufen und werden nächstes Jahr fortgeführt. Das Engagement der Stadt findet bundesweit Beachtung, so hat sich Hamburg erfolgreich als Gastgeber des 7. Nationalen Radverkehrskongress 2021 beworben.

Fahrrad vor der Elbphilharmonie

Radverkehrsentwicklung und Ausblick 2020

Ausbau des Veloroutennetzes

Der Ausbau des Veloroutennetzes (14 Velorouten) läuft auf Hochtouren. Der Handlungsbedarf wurde in über 280 Einzelmaßnahmen überführt, die schrittweise geplant und realisiert werden. 2019 wurden weitere 15 Kilometer fertiggestellt, der Ausbaustand beträgt damit insgesamt ca. 140 Kilometer. Der überwiegende Rest ist in Bearbeitung und wird Schritt für Schritt abgeschlossen. Beispiele für fertiggestellte Maßnahmen sind die Chemnitzstraße auf der Veloroute 1, die Schanzenstraße und die Weidenallee auf der Veloroute 2, ein Großteil der westlichen Alsterachse sowie Leinpfad, Hudtwalckerstraß0e und Bebelallee auf der Veloroute 4, die neue Wegeverbindung am Pergolenviertel und die Steilshooper Straße auf der Veloroute 5 sowie der Horner Weg auf der Veloroute 8. Im Jahr 2020 werden u.a. folgende interessante Veloroutenabschnitte fertig gestellt: VR 1: Thadenstraße, VR 2: Langenfelder Damm, Högenstraße; VR 3: Rothenbaumchaussee, Schlüterstraße; VR 4: Alsterufer, Langenhorn Markt; VR 5/6: Ballindamm, Mundsburger Damm; VR 6: Eulenkamp, Friedrich-Ebert-Damm, Neusurenland; VR 7: Steindamm, Schimmelmannstraße, Kuehnstraße; VR 8: Billstedter Hauptstraße, Billstedter Bahnstieg; VR 9: Weg am nördlichen Bahngraben, Kurt-A.Körber-Chaussee; VR 10: Bereich Veddel, Cuxhavener Straße; VR 11: Hermann-Blohm-Straße, Ernst-August-Schleusen-Brücke, Hannoversche Straße, Denickestraße; VR 13: Holstenplatz, Loogestraße; VR 14: Gehlengraben.

Lange, zusammenhängende Strecken werden immer sichtbarer, das Netz aus zahlreichen Maßnahmen wird immer dichter, und es entstehen immer mehr zeitgemäße Radverkehrsführungen, die auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Radfahrenden verbessern.

Dazu werden zum einen Radfahrstreifen in bedarfsgerechter Breite ausgeführt, aber auch über das Regelmaß hinaus, insbesondere bei hohem Radverkehrsaufkommen. Am Ballindamm (Veloroute 5/6) beispielsweise wird es bis zu 2,75 m breite Radfahrstreifen geben. Dadurch wird der Fahrkomfort erhöht und der Abstand zwischen Radfahrenden und dem Kfz-Verkehr vergrößert.

Im Rahmen des Ausbaus der Veloroute 10 in der Hannoverschen Straße sind erstmals bauliche Trennelemente zwischen Radfahrstreifen und Fahrbahn auf einem längeren Streckenabschnitt vorgesehen. Bei künftigen Maßnahmen werden bauliche Abtrennungen ebenfalls geprüft und in geeigneten Fällen umgesetzt, so z. B. im Straßenzug St. Pauli Hafenstraße – St- Pauli Fischmarkt – Breite Straße (Veloroute 12). Zu berücksichtigen ist, dass bauliche Trennelemente den ohnehin knappen Platz im Straßenraum weiter beanspruchen und Aspekte wie Kfz-Parken bei der Umsetzung beachtet werden müssen.

Außerdem sind Fahrradstraßen ein hervorragendes Instrument zur Förderung des Radverkehrs. Hamburg hat mit einer besonderen Gestaltung der Fahrradstraßen einen bundesweit beachteten Maßstab gesetzt, indem über die bauliche Gestaltung der Kreuzungen und Einmündungen Vorfahrt für die Fahrradstraßen eingerichtet werden. Beispiele sind der Horner Weg, der Leinpfad und der Straßenzug Uferstraße – Von-Essen-Straße – Lortzingstraße. In Hamburg gibt es zurzeit 27 Fahrradstraßen mit einer Gesamtlänge von 15 km; zahlreiche weitere sind geplant.

50 km Radverkehrsanlagen pro Jahr

Insgesamt ist es das Ziel, Bau, Sanierung und Widmung von Radverkehrsanlagen auf 50 km pro Jahr zu steigern. Hierzu tragen die drei Bauprogramme Erhaltungsmanagement Straßen (EMS-HH), Busoptimierung und Radverkehr bei sowie der Ausbau des Veloroutennetzes und bezirklicher Fahrradrouten. Die Bauleistung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. Anforderungen aus der Baustellenkoordinierung, Ressourcen in den Bezirksämtern, bei Planungsbüros und Baufirmen sowie öffentliche Beteiligungsverfahren.

In den Jahren 2015, 2017 und 2018 wurden jeweils 32 km erreicht, 2016 waren es 43 km und 2019 wurden 38 km gebaut. Maßnahmen mit einem Umfang von über 180 km befinden sich in Planung für die nächsten Jahre. Im Jahr 2020 erfolgen diese u.a. an der Rennbahnstraße, Rothenbaumchaussee, Friedrich-Ebert-Straße, Frohmestraße, Borgweg, Fährhausstraße, Schöne Aussicht, Saseler Chaussee, Höltigbaum, Oldenfelder Stieg, Am Beckerkamp, Habermannstraße sowie an der Bremer Straße.

Radschnellwege

Die Metropolregion Hamburg arbeitet gemeinsam mit der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation intensiv an der Entwicklung eines Radschnellwegenetzes. Radschnellwege sind in besonderem Maße auf Radpendler­verkehr mit längeren Fahrdistanzen ausgerichtet, also insbesondere für das Einpendeln von der Metropolregion hinein in das Hamburger Stadtgebiet und umgekehrt. Im Rahmen eines Leitprojekts der Metropolregion Hamburg werden zurzeit neun Radschnellwegkorridore in der Metropolregion, davon sieben mit Ausriochtung auf Hamburg, in Machbarkeitsstudien untersucht. Ziel ist, die Radschnellwege in der nächsten Legislaturperiode auszuplanen und zu realisieren. Gerade mit Blick auf den boomenden Pedelec-Sektor sind Radschnellwege ein bedeutendes und zukunftsweisendes Netzsegment, um die Verzahnung zwischen Öffentlichen Nahverkehr und Radverkehr weiter zu fördern und auszubauen. Neue Mobilitätsketten entstehen. Rückenwind bekommt der Bau von Radschnellwegen durch den Bund. Dieser beteiligt sich in den nächsten beiden Jahren mit insgesamt 50 Mio. Euro am Bau von Radschnellwegen.

Bike+Ride

Ein wichtiger Bestandteil der Radverkehrsförderung ist die Umsetzung des Anfang 2015 beschlossenen Bike+Ride-Entwicklungskonzepts. Dieses umfasst eine Ausweitung der Bike+Ride-Plätze an Schnellbahnhaltestellen von 16.000 auf insgesamt 28.000 Stück im Jahr 2025 und eine deutliche Verbesserung der Angebotsqualität (z. Bsp. Auflademöglichkeiten für Padelecs) und des Erscheinungsbildes. Hierfür nimmt der Senat über 30 Mio. € in die Hand; die Umsetzung läuft ebenfalls auf Hochtouren. 2019 sind neun Bike+Ride-Anlagen hinzugekommen, die eine sichere und komfortable Abstellmöglichkeit bieten, u. a. Schnelsen und Oldenfelde. Der erreichte Stand liegt zurzeit bei insgesamt ca. 22.500 Plätzen.

2020 werden sieben weitere Bike+Ride-Stationen mit insgesamt 1.000 Plätzen fertiggestellt (z. Bsp. Joachim-Mähl-Straße, Oldenfelde mit Fertigstellung der neuen Erschließungswege zur Haltestelle auf der Südwestseite, Wandsbek-Gartenstadt mit Bau der Platzgestaltung durch das Bezirksamt einschl. StadtRAD, Volksdorf, Neugraben). Am U-Bahnhof Kellinghusenstraße wird das B+R-Angebot auf insgesamt 1000 Abstellplätze ausgebaut. 400 Stellplätze wurden bereits in 2019 in Betrieb genommen, der Spatenstich für das Fahrradparkhaus mit weiteren 600 Stellplätzen, davon 150 gesichert, erfolgte am 09.01.2020.

StadtRAD

Das öffentliche Fahrradverleihsystem StadtRAD Hamburg war und ist vom Start weg das erfolgreichste Fahrradverleihsystem in Deutschland, jährlich werden rund 3 Mio. Fahrten mit dem StadtRAD durchgeführt. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Neuausschreibung des Systems erfolgte im Februar 2019 der Neustart mit einer komplett erneuerten und vergrößerten Fahrradflotte. Das System umfasst nach Eröffnung von 17 neuen Stationen derzeit 232 Stationen und 2.800 Fahrräder sowie seit April über 20 Lastenpedelecs. Neu hinzu kamen beispielsweise die StadtRAD-Stationen in Kirchdorf-Süd, in der Neuen Mitte Altona, an der AKN-Haltestelle Schnelsen, in der City Nord, am Flughafen und am Bahnhof Rahlstedt. Bis 2022 werden ca. 150 weitere Stationen eingerichtet und damit eine Vollabdeckung des Hamburger Stadtgebietes erreicht. Der Zielwert der Fahrradflotte liegt dann bei 4.500 Fahrrädern und 70 Lastenpedelecs. Die nächsten neuen Stationen liegen in Eidelstedt, bei der Lufthansa Basis, in Lohbrügge und in Neugraben-Fischbek.

Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

Investitionen in Infrastruktur und Service sind eine Seite der Medaille. Gleichzeitig müssen die notwendigen Veränderungen den Bürgerinnen und Bürgern vermittelt und erläutert werden. Eine repräsentative Studie ergab, dass vielen Menschen die Angebote rund ums Rad in Hamburg nicht bekannt sind.

Anfang Mai 2019 erfolgte daher der Kick-off für die neue Marketingkampagne „Fahr ein schöneres Hamburg“. Diese soll die Bereitschaft für das Radfahren steigern, das Engagement der Stadt sichtbarer und erlebbarer machen, die Fahrradfreundlichkeit Hamburgs beweisen und das Klima unter den Verkehrsteilnehmern verbessern. Hamburgerinnen und Hamburger sollen nicht nur durch abwechslungsreiche Rad-Aktionen zum Fahren ermuntert werden, es soll gleichzeitig das Gemeinschaftsgefühl aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auf den Straßen verbessert werden. Durchgeführt wird die Kampagne auf mehreren Kanälen. Das Musikvideo „Von Hamburg bis zum Meer“ wurde über eine Million Mal geklickt und kann auch über Streamingplattformen angehört werden. Die Kleinsten werden durch ein PixiBuch, in dem „Fienchen und Fiete“ gemeinsam die Stadt befahren, zum Fahrradfahren animiert. Das tätowierte Fahrrad „Tattoo Fiete“ hatte seinen großen Auftritt in der Millerntor Gallery und „U3-Fiete“ darf als ausrangierter DT3-Zug weiter durch Hamburg cruisen.

Der neue digitale Hub fahrrad.hamburg bündelt alle wichtigen Infos rund ums Thema Radfahren in Hamburg. Damit alle Verkehrsteilnehmenden für gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr sensibilisiert sind, wurden mit der Sicherheitskampagne „Hamburg gibt acht“ aus 2000 eingesendeten Vorschlägen acht Regeln für ein besseres Miteinander ausgewählt.

Digitalisierung für bessere Verkehrsplanung

Um die Datengrundlage für die Radverkehrsplanung zu verbessern, werden verlässliche Daten über das Radverkehrsaufkommen benötigt. 2019 wurde begonnen 100 Radverkehrszählstellen einzurichten, die 2020 als Hamburger Radverkehrszählnetz in Betrieb gehen werden. Damit kann der Radverkehr künftig automatisch, anonym und digital erfasst werden. Und dass unabhängig von Wetter, Ferien oder Tageszeit. Die Zähldaten sind dann öffentlich auf der Urban Data Platform zugänglich und stehen App-Entwicklern, Unis oder Bürgern zur weiteren Verwendung zur Verfügung.

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