Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Wirtschaftsministerkonferenz Industrie- und Innovationspolitik als starke Triebfeder der norddeutschen Zusammenarbeit

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Wirtschafts- und Verkehrsminister:innen und Senator:innen der Küstenländer tagen in Bremen

In Bremen haben am Freitag, den 12. November 2021 die Wirtschafts- und Verkehrsminister:innen und Senator:innen der norddeutschen Küstenländer (KüWiVerMinKo) getagt, anschließend traf sich die Politik mit Vertreter:innen der IHKs im Norden. Das alljährliche Treffen dient der Vertretung gemeinsamer Interessen von Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gegenüber Bund und EU. Die thematischen Schwerpunkte der diesjährigen Konferenz unter dem Vorsitz Bremens lagen zum einen im Austausch zu den bestehenden Folgen der Corona-Pandemie. Zum anderen wurde der industrie- und innovationspolitische Blick nach vorne gerichtet und beraten, wie mit einer gemeinsamen Norddeutschen Wasserstoffstrategie, dem Schiffbau im Norden und schlussendlich der Sicherung von Fachkräften dafür gesorgt werden kann, die Transformationsprozesse in der Wirtschaft erfolgreich meistern zu können.

Industrie- und Innovationspolitik als starke Triebfeder der norddeutschen Zusammenarbeit

Hierfür haben die norddeutschen Länder auf der Konferenz die Verstärkung ihrer bereits engen Zusammenarbeit in der Industrie- und Innovationspolitik beschlossen. Ob alternative Antriebsformen wie grüner Wasserstoff, erneuerbare Energien, künstliche Intelligenz, neue Produktionstechniken oder nachhaltige Lebensmitteltechnologien – Industrie und Innovationen sind starke Triebfedern der norddeutschen Zusammenarbeit.

Für Bremen standen darüber hinaus die Bedürfnisse und Herausforderungen der Fachkräftegewinnung sowie die Ausbildung und Qualifizierung für eine industrielle Anwendung von Wasserstofftechnologien im Fokus. Digitalisierung, Klimawende und demografischer Wandel führen zu einer Transformation von Wirtschaft und Arbeitswelt. „Wir brauchen kluge Köpfe hier im Norden, wenn wir Wasserstoff großflächig in der Industrie anwenden wollen. Es wird künftig weniger darum gehen, Ausbildungsberufe oder Fachrichtungen neu zu entwickeln. Sondern darum, bestehende Berufsbilder anzupassen und relevante Ausbildungs- oder Studienplätze auszuweiten“, sagt Kristina Vogt, Bremens Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. „Wesentlicher Baustein einer vorausschauenden Fachkräftesicherung ist eine deutlich stärkere Berücksichtigung klimaschutzrelevanter Inhalte in Lehr- und Ausbildungsplänen.“

Mit der norddeutschen Wasserstoffstrategie, die vor zwei Jahren von der KüWiVerMinKo beschlossen wurde, soll auf dieses innovations- und industriepolitische Technologiefeld ein besonderes Augenmerk in Norddeutschland gelegt werden. Um die Umsetzung der Norddeutschen Wasserstoffstrategie zu unterstützen, haben die Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, die Freie und Hansestadt Hamburg und die Freie Hansestadt Bremen die Einrichtung einer Leitstelle und die Sicherstellung der dafür notwendigen Finanzmittel beschlossen. Darüber hinaus soll die Finanzierung der Aktivitäten zur Umsetzung der Norddeutschen Wasserstoffstrategie sichergestellt werden. Auf der Konferenz wurde Einigung erzielt, bis zum Ende des 1. Quartals 2022 ein entsprechendes Konzept vorzulegen.

Hamburgs Senator Michael Westhagemann: „Wir sind entschlossen, die Strategie und den damit verbundenen notwendigen Transformationsprozess konsequent weiter voranzutreiben, um unsere Wirtschaft und Industrie zu revolutionieren, die Energiewende zu realisieren und als eine führende Wasserstoff-Region norddeutsche Erfolgsgeschichte zu schreiben. In diesem Zusammenhang und angesichts des notwendigen Markthochlaufs, in dem die Interessen unserer norddeutschen Unternehmen noch stärker berücksichtigt werden müssen, hat die KüWiVerMinKo die Einführung des neuen Handlungsfeldes Markthochlauf beschlossen, das in seiner wichtigen Querschnittsfunktion alle Handlungsfelder noch besser miteinander vernetzen und damit sinnvolle Synergien ermöglichen soll.“

Aus den wertvollen bisherigen Aktivitäten haben die norddeutschen Akteure konkrete Erkenntnisse über vorhandene Hemmnisse und mangelnde Rahmenbedingungen auf dem Weg zu einer wettbewerbsfähigen Wasserstoffwirtschaft gewonnen und aufgrund dieser im Positionspapier 2021 der Norddeutschen Wasserstoffstrategie Forderungen und Empfehlungen an die künftige Bundesregierung formuliert.

Die IHK Nord begrüßt die Einrichtung der gemeinsamen Wasserstoff-Leitstelle ausdrücklich und sieht darin eine erste Landmarke auf dem Weg zu der von ihr geforderten gemeinsamen Koordinierungsstelle der norddeutschen Bundesländer. „Die Zukunft unseres Standortes und seine Wettbewerbsfähigkeit hängen wesentlich von einer vertieften Zusammenarbeit im Norden ab. Wir brauchen jetzt eine Allianz für Norddeutschland“, betont Prof. Norbert Aust, Vorsitzender der IHK Nord. „Mit dem geschlossenen Vorgehen beim Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft können wir einen frischen norddeutschen Spirit entwickeln und die Region zu neuer Stärke führen.“ Dafür sei die Einrichtung einer norddeutschen Koordinierungsstelle, welche wirtschaftspolitische Themen länderübergreifend bündelt und mit Schlagkraft gegenüber Bund und EU adressiert, auf Ebene der Staats- und Senatskanzleien notwendig, so Aust. Diese könne eine konsequentere Umsetzung von Projekten, die für den Norden als gesamte Wirtschaftsregion von Bedeutung sind, sicherstellen.

Des Weiteren hat die KüWiVerMinKo über das Thema Planungsbeschleunigung beraten. Niedersachsen hat die Ergebnisse des 2019 eingesetzten Interministeriellen Arbeitskreises (IMAK) Planungsbeschleunigung vorgestellt. „Die Beschleunigungsmöglichkeiten wurden intensiv mit rechtlicher und fachlicher Brille betrachtet und 27 konkrete Handlungsoptionen herausgearbeitet“, sagt Dr. Bernd Althusmann, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung in Niedersachsen. Neben einer weitergehenden Digitalisierung in Genehmigungsverfahren sowie der Verbesserung der Verfügbarkeit von Umweltdaten sieht der IMAK einen wichtigen Baustein in der Standardisierung naturschutzfachlicher Methoden und Kriterien in Zulassungsverfahren. Es wird daher angeregt, dass der Bund die bundesnaturschutzrechtlichen Vorgaben über eine Technische Anleitung Artenschutz (TA Artenschutz) konkretisiert.

 

Rückfragen der Medien

Behörde für Wirtschaft und Innovation
Dominic Völz, Pressereferent
Telefon: 040 42841 1326
E-Mail: dominic.voelz@bwi.hamburg.de

Themenübersicht auf hamburg.de

Anzeige
Branchenbuch