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EU erteilt Fördergenehmigung Mehr als eine Viertelmilliarde Euro für Hamburgs große Wasserstoffprojekte

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Die EU-Kommission hat bekannt gegeben, dass zwei Hamburger Wasserstoff-Projekte gefördert werden dürfen. Damit können zwei Maßnahmen umgesetzt werden, die für die künftige Energieversorgung Hamburgs von großer Bedeutung sind: Die städtischen Energiewerke (HEnW) und ihr Industriepartner Luxcara erhalten Fördermittel, um das ehemalige Kraftwerk Moorburg für die Nutzung als Elektrolyseur zur Wasserstoffproduktion umzurüsten, und der Netzbetreiber Gasnetz Hamburg erhält Mittel für den Bau der ersten 40 Kilometer des Wasserstoff-Verteilnetzwerks HH-WIN, mit dem die Industrie künftig mit dem Gas versorgt werden soll. Für beide Projekte ist insgesamt eine Förderung durch Bund und die Freie und Hansestadt Hamburg von über 250 Millionen Euro vorgesehen.

Hamburgs große Wasserstoffprojekte

Hamburg will die Transformation hin zur Klimaneutralität voranbringen. Dafür ist es erforderlich, dass insbesondere die großen Energieverbraucher künftig andere Energiequellen als fossile Energien verwenden können. Die Versorgung vor allem der Hamburger Industrie sowie Mobilitäts- und Logistikanwendungen mit grünem Wasserstoff ist daher ein zentraler Aspekt. Die beiden großen Hamburger Infrastrukturprojekte, die nun mit öffentlichen Mitteln gefördert werden dürfen, bilden künftig den Kern der Hamburger Wasserstoffwirtschaft.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister: „Mit der Entscheidung der EU-Kommission können zwei wichtige Projekte der Hamburger Wasserstoffstrategie starten. Die Abschaltung des Kohlekraftwerkes und die Produktion von Wasserstoff in Moorburg stehen für den Umbau der Energiewirtschaft. Der Aufbau eines Wasserstoff-Netzes ist eine wichtige Voraussetzung für die Speicherung, Verteilung und Nutzung des Energieträgers in der Industrie. Parallel entsteht im Hamburger Hafen eines der ersten Importterminals für Ammoniak. Hamburg bleibt damit an der Spitze der Wasserstoff-Technologieentwicklung und der klimafreundlichen Transformation der Industrie.“

Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft und Innovation: „Klimaschutz und die damit verbundene Gestaltung einer zukunftsfähigen Industrie und Mobilität sind die großen Zukunftsprojekte für den Wirtschaftsstandort Hamburg. Hamburg ist genau der richtige Ort, um zu zeigen, dass Klimaschutz und erfolgreiche Wirtschaftspolitik zusammengehören. Die Genehmigung der EU-Kommission ist ein wichtiges Signal. Mit dem Elektrolyseur in Moorburg und dem Hamburger Wasserstoffnetz entsteht der Kern der Hamburger Wasserstoffwirtschaft. Das stärkt den Wirtschafts- und insbesondere den Industriestandort Hamburg und wird langfristig auch Produktivität und Arbeitsplätze in Hamburg sichern.“

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Ich freue mich, dass die EU-Kommission zwei wichtige Hamburger Wasserstoffprojekte genehmigt hat: Die Realisierung eines zunächst 100-MW-Groß-Elektrolyseurs auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Moorburg durch das HGHH-Konsortium sowie den Ausbau des Hamburger Wasserstoff-Industrienetzes HH-WIN. Beide Projekte zeigen einmal mehr, welch wichtigen und großen Stellenwert die öffentlichen Energieunternehmen in unserer Stadt bei der Energiewende einnehmen. Grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein, damit wir uns so schnell wie möglich aus der Abhängigkeit fossiler Brennstoffe verabschieden, unsere Klimaziele erreichen und unsere Stadt, unser Land zukunftsfähig machen. Bereits im Sommer 2022 hat der Senat die Kofinanzierung aller Hamburger IPCEI-Projekte in Höhe von 223 Millionen Euro beschlossen. Mit der finalen beihilferechtlichen Genehmigung der EU-Kommission kommen wir nun einen weiteren wichtigen Schritt voran. Mit diesen Projekten legen wir den Grundstein für eine zügige Dekarbonisierung der Produktionsprozesse der Industrie und sichern dabei Arbeitsplätze. Gerade für die Industrie, aber auch für Teile des Verkehrsbereichs, ist grüner Wasserstoff ein zentraler Energieträger, um CO2 einzusparen. In vielen Bereichen der industriellen Produktion ist dies sogar die einzige Möglichkeit zur Dekarbonisierung. Nun müssen wir noch auf die Förderbescheide des Bundes warten, dann kann es losgehen.“

Christian Heine, Geschäftsführer HEnW: „Es ist ein sehr guter Tag für das Projekt HGHH und den zukünftigen Wasserstoffstandort Hamburg. Wir freuen uns gemeinsam mit unserem Partner Luxcara über die EU-Notifizierung, mit der die Voraussetzung für den nationalen Förderbescheid geschaffen wurde. Bis uns dieser vorliegt, laufen die vorbereitenden Arbeiten am Standort Moorburg wie geplant weiter. Wichtig ist: Das HGHH-Projekt ist dem Ziel einen 100 MW-Elektrolyseur 2026 in Betrieb zu nehmen, ein großes Stück nähergekommen.“

Michael Dammann, technischer Geschäftsführer Gasnetz Hamburg: „Die Finanzierung dieses großen Infrastrukturprojektes gelingt in dieser frühen Phase nur mit einer entsprechenden Förderung. Die Entscheidung könnte also sprichwörtlich unser ,Startkapital‘ für die Dekarbonisierung der energieintensiven Industrie sein. HH-WIN nimmt nach der positiven Botschaft jetzt deutlich Fahrt auf: Noch im Frühjahr schreibt Gasnetz Hamburg die ersten Abschnitte des Leitungsbaus aus, der Baustart ist für den Sommer 2024 geplant. Die Genehmigung unseres Projektes durch die EU-Kommission unterstreicht die große Bedeutung von HH-WIN für die europäische Wasserstoff-Wertschöpfung. Eine Förderung wird am Wirtschaftsstandort Hamburg einen zügigen Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft sichern. Jährlich soll die Hamburger Industrie nach Fertigstellung der ersten 40 Kilometer des Wasserstoff-Netzes mindestens 650.000 Tonnen CO2 einsparen - ein großes Potenzial für den Klimaschutz.“

Beide Projekte sind Teil des IPCEI Wasserstoff der Europäischen Kommission und müssen damit notifiziert, d. h. ihr Projektstatus und die staatliche Förderung von der EU genehmigt werden. Diese Genehmigung ist nun erfolgt, sodass in Kürze die Förderbescheide ausgestellt werden können. Der Bund fördert zu 70 Prozent, die Freie und Hansestadt Hamburg zu 30 Prozent.

Für den geplanten Wasserstoffhub in Moorburg wird in der ersten Ausbaustufe mit dem Projekt Hamburg Green Hydrogen Hub (HGHH) der Hamburger Energiewerke und Luxcara eine 100-MW-Elektrolyseanlage errichtet, so dass ab 2026 direkt am Standort grüner Wasserstoff für die Hamburger Bedarfe erzeugt werden kann. Für den Betrieb der Elektrolyseanlage werden bestehende Kraftwerkskomponenten in ihrer Nutzung umgewidmet und in das neue Betriebskonzept integriert. Dazu zählen die Wasseraufbereitung, der 380-kV-Anschluss, die Transformatoren und die Verwaltungs- und Werkstattgebäude. Der Rückbau des Kraftwerks hat bereits begonnen. Für die weiteren Ausbaustufen wird weitere Elektrolyseleistung vorgesehen. Voraussichtlich können in Moorburg zusätzliche 700 MW Elektrolyseleistung errichtet werden.

Das Projekt „Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz“ (HH-WIN) der Gasnetz Hamburg hat zum Ziel, bis zum Jahr 2027 eine versorgungssichere Infrastruktur für erste Wasserstoffbedarfe der Industrie in Hamburg als Teil der europäischen Wasserstoffwirtschaft aufzubauen. Hierfür soll südlich der Elbe ein Wasserstoffnetz mit einer Länge von zunächst unter dem IPCEI Wasserstoff geförderten 40 km, später voraussichtlich mindestens 60 km entstehen, welches in Zukunft einen Großteil der dort ansässigen Industrieunternehmen sowie Abnehmer im Mobilitätsbereich mit grünem Wasserstoff versorgen kann.

Am 15. Februar 2024 hat die EU die Förderung der „Infrastrukturwelle“ im IPCEI Wasserstoff genehmigt, zu der auch die Projekte HGHH und HH-WIN gehören. Im nächsten Schritt kann durch den Bund die Förderzusage erfolgen und die Förderbescheide ausgestellt werden.

Weitere Informationen:

IPCEI ist die Abkürzung für „Important Project of Common European Interest“. Dabei handelt es sich um transnationale, wichtige Vorhaben von gemeinsamen europäischem Interesse, die mittels staatlicher Förderung einen wichtigen Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Wirtschaft leistet.

Die beteiligten europäischen Mitgliedstaaten benötigen für die Förderung der IPCEI-Projekte eine beihilferechtliche Genehmigung der KOM. Grundsätzlich sind die Mitgliedstaaten, die beabsichtigen, eine Beihilfe zu gewähren, verpflichtet, die Beihilfe bei der KOM zu notifizieren. Die Beihilfe darf erst gewährt werden, wenn die KOM diese genehmigt hat.

Unter einer gemeinsamen Zielstellung beantragen die Mitgliedstaaten bei der KOM Einzelbeihilfen für jedes am IPCEI teilnehmende Unternehmen/Einrichtung. Die KOM achtet unter anderem darauf, dass die Ergebnisse der Vorhaben möglichst breit in die EU gestreut werden, damit möglichst viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den Mitgliedstaaten davon profitieren und daher keine unverhältnismäßigen Wettbewerbsverzerrungen im Sinne des EU-Beihilferechts stattfinden.

Informationen zu den beiden Wasserstoffprojekten finden Sie auch unter:

Rückfragen der Medien
Behörde für Wirtschaft und Innovation
Pressestelle
Telefon: 040 42841 2239
E-Mail: pressestelle@bwi.hamburg.de 

Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)
Pressestelle
Telefon: 040 42840 8006
E-Mail: pressestelle@bueka.hamburg.de

 

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