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City-Teststrecke Einzigartig in Deutschland: eine 9 Kilometer lange Teststrecke mitten in der Stadt

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Einzigartig in Deutschland: eine 9 Kilometer lange Teststrecke mitten in der Stadt

Ziel der rund 9 km langen Teststrecke in Hamburgs Innenstadt ist die Erprobung des automatisierten und vernetzten Fahrens im öffentlichen Straßenverkehrsraum einer Millionenmetropole. Das herstellerneutrale und nutzeroffene Testfeld wird bis Ende 2020 fertiggestellt und umfasst dann insgesamt 37 Ampeln, die mit Fahrzeugen kommunizieren können. Die Strecke ist Nutzer-offen und Hersteller-unabhängig und führt vom Dammtor-Bahnhof über die Messehallen, die Landungsbrücken, die Elbphilharmonie, den Rödingsmarkt und zurück. Im Projekt sollen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, die Verkehrsinfrastruktur und entsprechende Hintergrundsysteme miteinander vernetzt werden. Dadurch wird der Verkehrsablauf harmonisiert, verkehrsbedingte Luftschadstoffe werden gesenkt und Unfallrisiken minimiert.

Dabei wird für die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und der Infrastruktur die Strecke mit modernster Kommunikationstechnik auf Basis des Standards ITS-G5 ausgerüstet. Mittlerweile sind bereits 18 Ampeln mit der WLAN-basierten Kommunikationseinheit nach dem 802.11p-Standard (ITS G5) ausgestattet worden (Stand: Februar 2020). Sechs der Anlagen ermöglichen darüber hinaus die Prognose des Lichtsignalbildes. Sieben Unternehmen und eine Hochschule haben auf der Teststrecke Anwendungsfälle getestet: Volkswagen, Neusoft Automotives, NXP Semiconductors, Continental, Deutsche Telekom, MobiledgeX, ibeo automotive und die HAW Hochschule für Angewandte Wissenschaft Hamburg. Mehr Informationen zu den Anwendungsfällen

Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: „Das automatisierte und vernetzte Fahren entwickelt sich rasant und wird den Verkehr weltweit verändern. Deshalb wollen wir als Stadt diese Entwicklung früh begleiten und im Realbetrieb mit automatisierten Fahrzeugen Erfahrungen sammeln, was uns bei der Gestaltung der künftigen Mobilität hilft und was nicht. Ziel muss dabei sein, dass der Verkehr sicherer und effizienter wird.“

Konkretisierung der Anforderungen an die Infrastruktur

Das automatisierte und vernetzte Fahren ist ein Lösungsbaustein für die zukünftige Mobilität Hamburgs, weil es die Verkehrssicherheit und auch die Verkehrseffizienz für alle Teilnehmer verbessern kann und somit auch zu einer Reduzierung der Lärm- und Schadstoffemissionen führt. Dafür sind Erfahrungen im Realbetrieb mit automatisierten Fahrzeugen auch im urbanen Raum dringend erforderlich. Gemeinsam mit den Nutzern der Teststrecke werden die Anforderungen an die Infrastruktur für das automatisierte und vernetzte Fahren unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Anforderungen immer weiter konkretisiert und baulich umgesetzt, um eine kontinuierliche Erhöhung des Automatisierungsgrads der Fahrzeuge auf einer Teststrecke zu ermöglichen.

Ob und wann ein Fahrzeug auf der Hamburger Teststrecke im höchsten Automatisierungsgrad, nämlich autonom, also ohne Fahrer, fahren kann, ist derzeit noch offen. Neben der technischen Ausgestaltung sind insbesondere die internationalen als auch nationalen rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen und weiter zu konkretisieren.

Geschäftsstelle vermarktet Strecke

Parallel zum Aufbau der Teststrecke, der vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer gesteuert und der Hamburg Verkehrsanlagen GmbH umgesetzt wird, erfolgt die Vermarktung durch eine Geschäftsstelle. Dafür hat die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation das norddeutsche Mobilitätscluster ITS mobility in Braunschweig beauftragt.

Die ergänzende verkehrs- und informationstechnische Infrastruktur der Teststrecke beinhaltet unter anderem aktuelle Steuergeräte für die Ampeln sowie sogenannte „Road Side Units“ (RSU). Die RSUs sind dabei Grundbestandteil der für die Vernetzung erforderlichen und auf einem dezidierten WLAN-Standard basierten Kommunikation. Diese definiert sich im Detail durch eine räumlich begrenzte Fahrzeug-zu-Infrastruktur (V2I)- sowie eine Infrastruktur-zu-Fahrzeug-(I2V)-Kommunikation, welche den Austausch von Informationen im Sichtbereich der Ampeln ermöglicht. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nur ein Informationsaustausch von der Infrastruktur (Ampel) zum Fahrzeug realisiert (I2V). Um eine unberechtigte Nutzung sowie eine Manipulation der Kommunikation zu verhindern, werden zusätzlich neueste Sicherheitsmechanismen verwendet, welche den Datenaustausch im Rahmen der Teststrecke auf einen ausgewählten Teilnehmerkreis begrenzt.

10,7 Millionen Euro Fördermittel vom Bund

Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ mit insgesamt 10,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Teststrecke zählt zu den Projekten des ITS-Handlungsfeldes „Automatisiertes und Vernetztes Fahren“, zu dem unter anderem auch das Projekt „HEAT“ (Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit autonom fahrenden Kleinbussen in der HafenCity), sowie die Automatisierung der S21 und der neuen U-Bahn-Linie 5 gehören. Die Teststrecke soll auch während des ITS-Weltkongresses 2021 in Hamburg genutzt werden, um neue technologische Entwicklungen zu präsentieren.

Teststrecke Automatisiertes Vernetztes Fahren

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