Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Online-Befragung Ergebnisauswertung zur Weiterentwicklung von StadtRAD

Ergebnisauswertung zur Weiterentwicklung von StadtRAD

Einführung

Im Rahmen der EU-weiten Neuausschreibung von Betrieb und Weiterentwicklung des StadtRAD-Systems von 2019 bis 2028 wurde von Mitte Dezember 2017 bis Ende Januar 2018 eine Online-Beteiligung durchgeführt. Das unter hamburg.de/stadtrad erreichbare Verfahren bot die Möglichkeit, auf einer interaktiven Karte Vorschläge für neue StadtRAD-Stationen (für normale Leihräder und Leih-Lastenräder) zu verorten und mit Erläuterungen zu versehen. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit, an einer Umfrage zur Nutzung und zur Zufriedenheit mit dem StadtRAD-System teilzunehmen.

Ergebnisse der Umfrage zur Nutzung und zur Zufriedenheit

An der nicht repräsentativen Umfrage zur Nutzung und zur Zufriedenheit haben sich insgesamt 1.720 Personen beteiligt. Von diesen haben 1.477 Personen (86 %) schon einmal ein StadtRAD genutzt. Diese sind als regelmäßige StadtRAD-Nutzer einzustufen, denn zumindest im Sommer nutzen knapp 80 % ein StadtRAD mehr als einmal pro Monat, davon die Hälfte sogar mehr als einmal pro Woche (im Winter knapp 50 % mehr als einmal im Monat, davon knapp ein Drittel mehr als einmal pro Woche). Die Umfrage ist nicht repräsentativ, da die Verteilung von Alter und Geschlecht bei den Befragten nicht ganz der tatsächlichen Verteilung bei den StadtRAD-Kunden/-innen entspricht.

1.110 StadtRAD-Nutzer/-innen (75 %) gaben an, das StadtRAD „meistens spontan“ zu nutzen, 860 (58 %) kombinieren das StadtRAD aber regelmäßig mit dem ÖPNV. Vielfach wird das StadtRAD aber auch anstelle des ÖPNV genutzt, beispielsweise um Kurzfahrten zu machen oder um Auslastungsspitzen im ÖPNV zu umgehen. 49 Personen (3 %) haben auf Grund von StadtRAD ein HVV-Abonnement erworben, und 75 Personen (5 %) gaben an, auf Grund von StadtRAD einen privaten Pkw abgeschafft zu haben.

Bei den Fragen nach der Zufriedenheit mit dem StadtRAD-System wurden Spitzenwerte erreicht. Mit dem Gesamteindruck des Systems sind über 95 % sehr zufrieden oder eher zufrieden. Ein ähnlicher Wert wurde in den Kategorien „Erstmalige Anmeldung“, Ausleihvorgang“, „Rückgabe“ und „Preis“ erzielt. Immerhin noch eine große Mehrheit der StadtRAD-Nutzer/-innen (80 %) ist mit der Ausstattung und dem Zustand der Stationen sowie der Ausstattung und dem Zustand der Fahrräder sehr zufrieden oder eher zufrieden.

Offene Wünsche bestehen hingegen vor allem bei der Anzahl und Lage von Stationen (42 % sehr zufrieden oder eher zufrieden) sowie der Verfügbarkeit der Fahrräder (60 % sehr zufrieden oder eher zufrieden). Diese Angaben decken sich mit den schon in der Vergangenheit vielfach vorgebrachten Wünschen nach einer Ausdehnung und Vergrößerung des StadtRAD-Systems. Auffällig ist, dass in diesen beiden Kategorien höchstens 5 % explizit „gar nicht zufrieden“ oder „eher unzufrieden“ waren; wer nicht „sehr zufrieden“ oder „eher zufrieden“ war, hat dann auf eine Angabe verzichtet. Siehe Grafik:

vergrößern Ergebnisauswertung der Online-Befragung (Bild: BWVI)

Für 852 StadtRAD-Nutzer/-innen (58 %) ist die geplante Einführung von elektrisch unterstützten Leih-Lastenrädern interessant; die allermeisten würde diese für den Transport von Einkäufen und anderen Gegenständen nutzen, nur 10 % für den Transport von Kindern.

Die Befragten konnten außerdem eigene Hinweise geben. Diese lassen sich in folgende Kategorien einteilen:

  • Lob und Kritik am StadtRAD-System
  • Konkrete Hinweise zum StadtRAD-System
  • Mehr StadtRAD-Stationen
  • Räumliche Ausdehnung des StadtRAD-Systems
  • Verfügbarkeit der Räder
  • Zustand und Komfort der Räder
  • Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur
  • Sonstiges

Ergebnisse der Umfrage zu Standortvorschlägen

Die Möglichkeit zum Vorschlagen neuer StadtRAD-Stationsstandorte wurde in einem enormen Ausmaß genutzt. Mit über 4.100 Klicks wurden insgesamt über 2.100 verschiedene Standortvorschläge gemacht. Viele Standorte sind offensichtlich sehr stark nachgefragt und wurden mehrfach vorgeschlagen. Dazu gehören zahlreiche S- und U-Bahn-Haltestellen, aber auch Stadtteilzentren, große Arbeitgeber und beliebte Freizeitziele. Die 20 am meisten genannten Standorte sind

  • Bahnhof Rahlstedt
  • S Blankenese
  • S Rübenkamp
  • U Wandsbek-Gartenstadt
  • Eidelstedter Platz
  • Ericusspitze
  • U Fuhlsbüttel
  • Liliencronstraße 130
  • S Neugraben
  • U Berne
  • S Elbgaustraße
  • Alsterufer 1
  • Anleger Finkenwerder
  • S Kornweg
  • Bahnhof Tonndorf
  • S Alte Wöhr
  • S Iserbrook
  • S Poppenbüttel
  • U Sierichstraße
  • Im Fischbeker Heidbrook

Wie geht es weiter?

Im 2. Halbjahr 2018 wird auf Basis der Ergebnisse der Online-Befragung das Standortkonzept erarbeitet. Zunächst werden die meistgenannten Standortvorschläge mit den auf Basis von Einwohner- und Arbeitsplatzdichten ermittelten Nachfragepotenzialen abgeglichen. Bereits jetzt ist abzusehen, dass (fast) alle noch fehlenden S- und U-Bahn-Haltestellen sowie Stadtteil- und Ortsteilzentren einbezogen werden sollen. Voraussetzung ist, dass an den geplanten Standorten ausreichende Flächen für die Stationen zur Verfügung stehen. Das Standortkonzept soll gegen Ende 2018 in den politischen Gremien der Bezirke vorgestellt werden. Diese haben dann noch die Möglichkeit, weitere Vorschläge oder Änderungen einzubringen.

Ende Juni 2018 wurde der Zuschlag an die Deutsche Bahn Connect GmbH erteilt, die das StadtRAD-System nun zehn weitere Jahre betreiben und ausbauen wird. Vorgesehen ist, nach einer einmonatigen Umrüstungsphase am 1. Februar 2019 mit einer komplett neuen und vergrößerten Leihradflotte von 2.630 Rädern zu starten. Im Frühjahr 2019 ist die Inbetriebnahme von 20 elektrisch unterstützten Leih-Lastenrädern an 20 bestehenden Stationen vorgesehen, und ab dem 2. Halbjahr 2019 soll das System schrittweise von derzeit 214 auf dann 350 Stationen mit ca. 4.500 Rädern vergrößert werden. Pro Jahr kommen maximal 40 neue Stationen hinzu (2019 auf Grund des Planungs- und Abstimmungsvorlaufs eher 20). Ziel ist eine Vollabdeckung des Hamburger Stadtgebiets in Abhängigkeit von der zu erwartenden Nachfrage vor Ort.

Es versteht sich von selbst, dass von über 2.100 Standortvorschlägen nicht alle berücksichtigt werden können. Insbesondere Unternehmen sind jedoch aufgerufen, die Anzahl der Stationen über eine vollständige oder teilweise Finanzierungsbeteiligung weiter zu erhöhen. Hierfür gibt es bereits heute mehrere Beispiele. An den betreffenden Standorten wird dann der jeweilige Firmenname in der Stationsbezeichnung aufgenommen, so dass das Engagement auch sichtbar wird.