Was Sie noch nicht über den Elbtunnel wussten Die Elbtunnelbetriebszentrale

Elbtunnelbetriebszentrale

Die Elbtunnelbetriebszentrale

Die A7 eine der meist befahrensten Autobahnen Deutschlands. In Hamburg verlaufen knapp 3,5 km der Strecke unter der Erde. Genauer gesagt, unter der Elbe! Der Elbtunnel verbindet nicht nur den Süden und Norden Hamburgs, er wird zugleich auch manchmal als das Nadelöhr Deutschlands bezeichnet. Der 1975 fertiggestellte Tunnel nimmt im internationalen Reise- und Logistikverkehr eine Schlüsselfunktion ein. Über 40 Millionen Fahrzeuge fahren jährlich durch alle vier Elbtunnelröhren. Klar, dass es dort das ein oder andere Mal zu Verkehrsbehinderungen und Staus kommt. Alleine etwa 80 Unfälle gibt es im Jahr, rund 410 Liegenbleiber. Dann noch die ausgelösten Höhenkontrollen im Elbtunnel, die den Verkehr oft genug auch aus dem Takt bringen.

Besonders weil Tunnel im Allgemeinen als Gefahrenstelle bekannt sind und bei Unfällen schnell eingegriffen werden muss, stellt die Verkehrsüberwachung eine wichtige Aufgabe dar. Für den reibungslosen Verkehrsfluss bei der Menge an Fahrzeugen sorgt ein Team aus über 58 Mitarbeitern, darunter Techniker, Installateure sowie Ingenieure. Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer hat höchste Priorität.

Im Nordportal des 3.325m langen Tunnels wird auf über 60 Monitoren der Verkehr rund um die Uhr beobachtet und gesteuert. Die Elbtunnelbetriebszentrale ist dauerhaft vom Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer (kurz: LSBG) besetzt, der dabei federführende Aufgaben übernimmt. Darunter fallen die Steuerung und Überwachung aller technischen Einrichtungen, etwa der Beleuchtungsanlagen, Signale, Lüftungsanlagen und Brand-Not-Programme. Auch die Kommunikation mit den Autobahnmeistereien oder dem Winterdienst läuft über die Zentrale.

Besonders wichtig ist das Koordinieren der Einsätze, beispielsweise nach Unfällen oder bei anderen Verkehrsbehinderungen. Damit dies schnell geht, sind auch Polizei und Feuerwehr mit ausreichend Personal in der Zentrale vertreten. So werden die Einsatzkräfte bei einem Unfall schnell aktiviert und die Unfallstelle innerhalb von Minuten gesichert. Auch die Feuerwehr kann durch die Vor-Ort-Präsenz bei jeglichen Gefahrenlagen Erste Hilfe leisten und die Verkehrsteilnehmer schützen. Tunnelbetriebswarte stellen nach einem Unfall schnellstmöglich die Verkehrssicherheit wieder her. Gerade wenn es um Menschenleben geht, ist eine engmaschige Zusammenarbeit Polizei, Feuerwehr und LSBG besonders wichtig. Dazu gehört gutes Teamwork, hohe Fachkompetenz, Führungsqualität und Flexibilität in der Betriebszentrale aber auch die aufgewendete Unterstützung der Stadt für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden.

Aber warum kommt es eigentlich zu Unfällen oder Verkehrsbehinderungen?

Die bei weitem häufigste Stauursache ist das Ein- und Ausfädeln der Autofahrer. Auch Unfälle, Vollsperrungen oder Unvernunft Einzelner können dazu beitragen. Selbst Unfälle, die in der näheren Umgebung passieren, haben Einfluss auf den gesamten Autobahnabschnitt, da es oft zu Rückstaus kommt. Manchmal prallen auch LKWs gegen die Tunneldecke, wenn sie die maximal zulässige Höhe überschreiten. Hinzu kommt, dass Verkehrsteilnehmende im Tunnel oft ein anderes Fahrverhalten haben. Etwa wenn die Steigung zum Tunnelende beginnt, fahren viele zunächst langsamer. (Fun Fact: Früher gab es dann sogar Durchsagen der Polizei, die einzelne Teilnehmer*innen darauf hinwiesen. Aber heute darf man das nicht mehr. Datenschutz.). Eine zügige Fahrweise (natürlich unter Beachtung des Sicherheitsabstandes) ist wichtig, um gerade vor den Tunnelröhren die Staus zu verhindern, denn oft ist hinter der 4. Röhre gar nichts los.

Was macht die Betriebszentrale vorbeugend gegen Stau?

Um Stau von vornhinein zu vermeiden, ist die Tunnelbetriebszentrale fachlich optimal ausgerichtet. Durch ständiges Monitoring des Verkehrs kann bei hohem Verkehrsaufkommen augenblicklich reagiert werden. Der LSBG steuert die Lichtanlagen und damit die dynamische Geschwindigkeitsanzeige, die sich an der Menge der Fahrzeuge orientiert. Auch die präventiven Maßnahmen haben sich bewährt. Beispielsweise wird die Höhe eines LKW vor der Einfahrt in die Tunnelröhre durch Lichtschranken automatisch erfasst. Werden bei der sogenannten Höhenkontrolle die zwei aufeinanderfolgenden Kontrollpunkte „ausgelöst“ erscheinen rote Signalleuchten. Das bedeutet sofortiger Stillstand für alle, die in den Tunnel wollen. Diese Maßnahme verhindert Schäden im Tunnelinneren, führen dann aber zu Stau.

Jeder hat es in der Fahrschule gelernt: Im Tunnel Radio an! Natürlich werden alle Verkehrsinfos im Radio durchgesagt. Aus der Zentrale heraus ist es sogar möglich, sich ins Radio einzuspeisen, das im Tunnel empfangen wird. Bei ganz schweren Ereignissen werden Sender sogar blockiert und die nötigen Infos für die Röhre direkt eingespeist. Dann heißt es: „Achtung, Achtung, hier spricht die Tunnelbetriebszentrale….“

Wer häufiger durch die dritte Röhre des Elbtunnels fährt, wird sich fragen, warum die äußere Spur immer gesperrt ist. Während sich im Tunnel vier Spuren befinden, sind es davor und danach lediglich drei nebeneinander. Die Sperrung hat zum Hintergrund, das Ein- und Ausfädeln – und dadurch Stau - zu vermeiden.

Tipps, damit auch Sie Stau vermeiden können:

  • Flexibilität zahlt sich aus: Abseits der „typischen“ Zeiten ist nicht so viel Verkehr (also statt 15 Uhr, warum nicht ab 20 Uhr fahren?)
  • Radio an und Ohren für evtl. Tunneldurchsagen aufsperren
  • Sicherheitsabstand wahren!
  • Geschwindigkeit konstant halten!
  • Bei stehenden Autos: Rettungsgasse bilden!
  • Vor der Einfahrt zum Tunnel auf technische Defekte am Fahrzeug achten
  • Seien Sie aufmerksam

Zurzeit finden auf Grund von Baumaßnahmen erst wieder in zwei bis drei Jahren Führungen statt.

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