Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

S-Bahnlinie S4 Erste Kostenschätzung für S4 liegt vor – Vorentwurfsplanung bald abgeschlossen

Kostenschätzung S4

AHRENSBURG. Die Vorentwurfsplanung zur neuen S-Bahnlinie S4 mit der Entflechtung der Güter- und Personenverkehre ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Erstmals liegt eine Kostenschätzung vor. Nach dem heutigen Arbeitsstand der Vorentwurfsplanung schätzen die von Hamburg und Schleswig-Holstein beauftragten Planer die Gesamtkosten auf rund 630 Millionen Euro für das länderverbindende Infrastrukturprojekt. Diese voraussichtlichen Kosten sind nicht nur direkt durch die S-Bahn induziert, sondern auch dem Fern- und Güterverkehr ist ein relevanter Teil der Kosten zuzurechnen. Die gesamte Vorentwurfsplanung wird zurzeit noch durch Hamburg und Schleswig-Holstein geprüft und voraussichtlich im Oktober vorgestellt.

Frank Horch, Senator der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg: „Es ist wichtig, dass wir jetzt die nächsten Planungsschritte angehen. Erst auf der Grundlage der Genehmigungsplanung, die 2016 abgeschlossen sein soll, werden wir eine Entscheidung über die Realisierung des Projekts treffen können. Damit berücksichtigen wir auch das Hamburger Konzept ‚Kostenstabiles Bauen‘. Gemeinsam mit Schleswig-Holstein werden wir das Projekt konsequent voranbringen."

Der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Reinhard Meyer ergänzte: „Jetzt wissen wir, in welche Richtung es geht. Im nächsten Schritt gehen die Planungen noch weiter ins Detail, damit sind auch genauere Kostenberechnungen möglich. Und: mögliche Risiken für den Bau können genauer monetär bewertet und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit besser bestimmt werden." Über die Finanzierung des Vorhabens werden sich die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein mit dem Bund verständigen, sobald die Ergebnisse der Nutzen-Kosten-Analyse vorliegen, die nach Abschluss der Vorentwurfsplanung folgt. Ein Modell zur Aufteilung der Kosten könnte so aussehen, dass der Bund 60% trägt, Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen 40%.

Finanzierung S4-Ost

Der von Schleswig-Holstein und Hamburg zu schulternde Anteil würde sich auf 10 Jahre verteilen und wäre so für beide Länder finanzierbar.

Haushaltsbelastung

Beide Länder gehen davon aus, dass die weitere Präzisierung der Maßnahmen in den nächsten Planungsphasen eine Kostenvarianz mit sich bringen kann. Die zu erwartenden Kosten können sich unter anderem deshalb noch verändern, weil Detailuntersuchungen zum Umwelt- oder Lärmschutz erst in den weiteren Planungsphasen erfolgen. Auch der Baugrund wird noch umfassender untersucht. Im Rahmen der weiteren Planungsschritte reduziert sich die Kostenvarianz, mit der Folge einer größeren Kostensicherheit.

Der Minister und der Senator waren sich einig, dass beide Länder gemeinsam für die höchst mögliche Transparenz bei diesem bedeutenden Verkehrsprojekt sorgen wollen. Horch: „Wir haben bisher sehr offen kommuniziert und auch Planungsdetails öffentlich vorgestellt und diskutiert. Eine solche offene Kommunikation möchten wir auch zukünftig verfolgen." Meyer: „Die fertige Vorentwurfsplanung wollen wir deshalb im Oktober auch online veröffentlichen. Unter www.nah.sh/s4 finden Interessierte alle Informationen zum Projekt und haben die Möglichkeit, konkrete Fragen zu stellen."

Die gute Zusammenarbeit der beiden Länder soll am 10. September in einer gemeinsamen Kabinettsitzung bekräftigt werden. Eine endgültige Entscheidung zur S4 fällt nach der Nutzen-Kosten-Analyse sowie der weiteren Präzisierung von Kosten und tiefergehenden Planungen notwendigen Arbeiten.

Hintergrund:

Die S4 soll den Nahverkehr zwischen Hamburg und dem Kreis Stormarn verbessern: durch einen dichten Fahrplantakt, einen zuverlässigen Betrieb mit hoher Pünktlichkeit und eine direkte Verbindung von Bad Oldesloe bis in die Hamburger Innenstadt. Hamburg und Ahrensburg sollen künftig in der Hauptverkehrszeit im 10-Minuten-Takt verbunden werden. Sie soll darüber hinaus den Hamburger Hauptbahnhof entlasten und zusätzliche Kapazitäten für den Fern- und Güterverkehr zwischen Hamburg und Lübeck schaffen. Die Vorstudien zur S4 haben den Nutzen dieses S-Bahn-Ausbaus aufgezeigt; dieser wurde auch durch Beschlüsse der Hamburgischen Bürgerschaft und des Schleswig-Holsteinischen Landtages zur Realisierung der S4 bestätigt.

Bis Hamburg-Hasselbrook soll die S4 die vorhandenen S-Bahn-Gleise nutzen; zwischen Hasselbrook und Bargteheide ist der Bau einer eigenen S-Bahn-Infrastruktur mit zwei bzw. einem separaten Gleis geplant. Auf dem letzten Abschnitt bis Bad Oldesloe sollen wieder bestehende (Fernbahn-) Gleise befahren werden. Um das Angebot für die Fahrgäste so komfortabel wie möglich zu machen, ist auch der Neubau von vier bis sechs S-Bahn-Stationen geplant.

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