Radverkehrszählnetz Sensoren ermitteln Daten für die Verkehrsplanung

Ziel des Projektes ist der Aufbau eines Hamburg-weiten, dauerhaften und automatisierten Radverkehrszählnetzes an etwa 40 Standorten (mit insgesamt rund 100 Messquerschnitten). Die Realisierung des Projektes erfolgt durch den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) sowie durch die Hamburg Verkehrsanlagen GmbH (HHVA).

Sensoren ermitteln Daten für die Verkehrsplanung

Die Lage der Zählstellen im Netz soll neuartige Auswertungen ermöglichen: So können beispielsweise Untersuchungen von Einflüssen wie Wetter, Feiertagen, Ferien, Großveranstaltungen, Baustellen sowie Auswirkungen von Umleitungen oder Kommunikationsmaßnahmen auf das Radverkehrsaufkommen erfolgen. Die Erhebungen von Daten über das Verkehrsgeschehen sind in erster Linie die Grundlage für belastbare Straßenverkehrs- und andere Fachplanungen wie Lärmminderung oder Luftreinhaltung sowie für optimierte Netzsteuerung und Unterhaltung – daher sind sie insgesamt für einen wirtschaftlichen Bau und Betrieb der Verkehrsinfrastruktur erforderlich.

Sensoren ermitteln Daten für die Verkehrsplanung

Kriterien für die Standortauswahl

Bei der Standortauswahl spielten verschiedene Kriterien eine Rolle, beispielsweise:

  • Abdeckung eines größtmöglichen Gebietes von innerstädtischen Bereichen bis hin zu Versorgungszentren in den äußeren Stadtteilen
  • Schlüsselstellen an wichtigen Strecken des Radverkehrs mit hoher Bündelungswirkung (Velorouten, Bezirksrouten, Engstellen an Brücken)
  • Abdeckung aller wichtigen Einfahrtsstrecken
  • Erfassung der Elbquerung (die Elbe trennt Hamburg, was an den wenigen Querungsmöglichkeiten zu starken, gebündelten Verkehren führt)
  • Abdeckung aller 14 Hamburger Velorouten als Rückgrat des Radverkehrs
  • Standorte alter Radverkehrspegel, die bislang jährlich manuell erhoben wurden und somit durch die neue Technik abgelöst werden können.

Radverkehrs-Zählsensoren an Beleuchtungsmasten

Es gibt unterschiedliche Techniken, um Radfahrende zu zählen, insbesondere im Boden verbaute Schleifen oder optische Radverkehrs-Zählsensoren. Jede Technik hat verschiedene Vor- und Nachteile. Der Aufbau des flächendeckenden Netzes soll nach derzeitigem Stand durch den Einsatz von Radverkehrs-Zählsensoren an bestehenden Beleuchtungsmasten kostengünstig realisiert werden. Damit soll sowohl auf der Fahrbahn als auch auf Nebenflächen die Anzahl der am Straßenverkehr teilnehmenden Radfahrenden erhoben werden.

Testversuch am Leinpfad: keine Erhebung personenbezogener Daten

Um die spätere Funktion des aufzubauenden Radverkehrszählnetzes und dessen technische Machbarkeit abzusichern, wurde im 1. Quartal 2019 ein Feldtest durchgeführt. Als geeigneter Teststandort dafür wurde der Leinpfad im Stadtteil Winterhude identifiziert. Durch die HHVA wurden dort verschiedene Radverkehrs-Zählsensoren zu Testzwecken installiert. Bei den zu testenden Anlagen wurden keinerlei personenbezogenen Daten erhoben.Der Datenschutz ist gewährleistet.

Testergebnis: Wärmebildkamera findet Anwendung

Als zuverlässigste Technik stellte sich bei den Tests die Wärmebildtechnik dar, deren Zählergebnisse am nächsten an die Ergebnisse von parallelen Handzählungen herankamen. Bei dem Einsatz von Wärmebildkameras ergeben sich vielerlei Synergieeffekte mit dem Projekt „Automatisierte Verkehrsmengenerfassung“, so lässt sich beispielsweise die gleiche Dateninfrastruktur verwenden. Im Projekt Hamburger Radverkehrszählnetz wird daher die Wärmebildkamera zum Einsatz kommen. Aufgrund der Wärmebildtechnik können keinerlei personenbezogene Daten erfasst werden, sodass auch beim regelhaften Einsatz der Wärmebildkameras der Datenschutz gewährleistet ist.

Erfolgreicher Fördermittelantrag

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur aus der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ (Sofortprogramm Saubere Luft 2017 – 2020) mit 690.000 Euro gefördert, weitere 690.000 Euro werden durch die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation zur Verfügung gestellt.