In Erinnerung an unsere Mutter und Tante

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Das furchtbare und zugleich tragische Lebensende unserer lieben Mutter und Großmutter, Ella Callies, geb. Raschke, geb. am 19.8.1893 in Stettin, durch die Große Flutkatastrophe am 17.2.1962 in Hamburg-Wilhelmsburg.

In Erinnerung an unsere Mutter und Tante

Ihr letztes Lebenszeichen war der Schrei „Ulla, was soll ich machen?“ Ulla, die Schwiegertochter und Ehefrage von Manfred Callies, wohnte ca. 25 Meter entfernt in einem kleinen anderen Haus und befand sich dort schon mit ihren zwei Kindern (10 Jahre und ein 3 Monate altes Baby) auf dem Dach. Ulla sagte später, nach ihrer Rettung um ca. 8 Uhr am Vormittag, dass unsere Mutter gegen 2 Uhr in der Nach sich noch an der Dachrinne des Hauses klammerte. Jedoch ohne Erfolg.

Unsere Tante Melida Callies, geb. 25.8.1884, in Briesenitz, erfuhr ihr Ende so, dass sie nicht mehr aus ihrer Küche kam und dort ertrank.

Die Ereignisse davor, die zur Flut führen:
Seit mehreren Tagen herrschte ein starker Sturm über Norddeutschland, so dass die Gezeiten […] nicht als normal zu beurteilen waren. Das heißt, bei Ebbe floss nicht genügend Wasser ab, die Folge war, dass durch die nächste Flut sich immer mehr Wasser im Hafen aufstaute. Daraufhin brach der Spreehafendeich in Wilhelmsburg bei der Flut am 17.2.1962 um ca. ein Uhr in der Nacht gleich an mehreren Stellen.

Ein weiterer bemerkenswerter Schicksalsschlag war, dass der Ehemann von Ulla und ältester Sohn unserer Mutter, Manfred Callies, auf Grund einer Bruchoperation sich seit mehreren Tagen im Krankenhaus befand. Dadurch fehlte eine wesentliche Hilfe der Betroffenen.

Das Besondere, das unsere Mutter erlebte, war, dass sie und Tante Melida sich vor einem Jahr das kleine Haus kauften, das unweit (ca. 25 Meter) vom Haus des Sohns lag. Eine weitere Besonderheit war, dass sich nach kurzer Zeit herausstellte, dass unsere Mutter lieber in Wandsbek wohnen möchte. Sie fand eine 1,5-Zimmer-Wohnung in der Lesserstr., die total verwohnt war. Doch das Schicksal nahm seinen Lauf.

Ich, der zweite Sohn, Otto Callies, habe um etwa 8 Uhr des 17.2.1962 beide, unsere Mutter und Tante Melida, bei einem Wasserstand von ca. 2 Meter aus dem Wasser gezogen. Mit dem Boot, mit dem zuvor ein Mann Ulla und die beiden Kinder vom Dach ihres Hauses geholt hatte, ruderte ich zum Haus der beiden. Tante Melida war noch in der Küche, unsere Mutter lag im Wasser vor dem Haus.

Auf dem Friedhof in Wandsbek-Ost fanden beide die letzte Ruhe.

Otto Callies – Online veröffentlicht am 29.05.2012

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