Senatskanzlei

Austauschprogramme Kooperationen im Bildungssektor

Im Bereich Bildung pflegt die Hansestadt enge Partnerschaften mit Shanghai. Eine Vielzahl von Wissenschaftskooperationen sowie zahlreiche gemeinsame Projekte von Schulen und Hochschulen in den Gebieten Sprache und Kultur, Wirtschaft, Justiz, Informatik, Technik und Medizin sorgen für den interkontinentalen Wissenstransfer. Ob Kinder, Schüler oder Studenten - selbst die Jüngsten sind schon am regen Austausch der Kulturen beteiligt.

Austauschprogramme mit Schulen und Universitäten

Schüleraustausch

Bereits 1987 besuchte erstmals eine Hamburger Schülergruppe aus zwei Hamburger Gymnasien und einer Gesamtschule, an denen Chinesischunterricht erteilt wird, die Partnerstadt Shanghai. vergrößern Shanghaier Schülerinnen und Schüler kommen seit 1987 nach Hamburg, um Deutsch zu lernen. Shanghaier Schülerinnen und Schüler kommen seit 1987 nach Hamburg, um Deutsch zu lernen. (Bild: Pressestelle des Senats) Im Gegenzug kamen Shanghaier Schülerinnen und Schüler, die Deutsch lernten, nach Hamburg. Auf diese Weise fand das erste Schüleraustauschprogramm, das China mit dem Ausland einging, seinen Anfang. Seitdem pflegen drei Hamburger Gymnasien und verschiedene Schulen in Shanghai einen intensiven Schüleraustausch.

Jedes Jahr schicken Hamburger Eltern ihre Sprösslinge für drei Wochen oder drei Monate ins Reich der Mitte, im Gegenzug steht dann der Besuch der chinesischen Schüler in Hamburger Gastfamilien auf dem Programm. Teilnehmen können Schüler, die bereits ein Jahr Chinesisch gelernt haben und sich verpflichten, den Unterricht auch nach ihrem China-Aufenthalt zwei Jahre fortzusetzen. Dies ist mittlerweile an fünf Hamburger Gymnasien möglich. Das Gymnasium Marienthal bietet sogar einen deutsch-chinesischen bilingualen Zweig an. Hier werden deutsche und chinesische Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur zweisprachig unterrichtet - das ist einmalig in Deutschland.

Sonntagsschulen

Auch die Jüngsten sind schon am lebhaften Kulturaustausch mit China in Hamburg beteiligt: Zahlreich pilgern chinesische und deutsche Kinder gemeinsam mit Jugendlichen und Familien an Wochenenden in eine der vier privat geführten Hamburger Sonntagsschulen. Dort lernen sie die chinesische Geschichte, Sprache und Kultur.

Die HANHUA Chinesisch-Schule ist mit 250 Schülerinnen und Schülern und 30 Klassen die größte Einrichtung dieser Art in der Hansestadt. Hier begegnen die Kinder der in Hamburg lebenden Chinesen zum ersten Mal den Traditionen ihrer fernöstlichen Heimat - und das auf spielerische Weise. Neben Sprechübungen und Kalligraphie bietet die Schule ein buntes Programm: chinesische Malerei, Kurse zur Geschichte und Kultur, chinesischer Tanz und Tajiquan. Kurzum - China pur für Anfänger und Fortgeschrittene.

Hochschulkooperationen und Studentenaustausch

Die Hamburger Hochschulen und Fachhochschulen zählten im Wintersemester 2004 / 2005 594 Studierende aus China. Für viele ist das Studium im hohen Norden ein Karrieresprungbrett, denn mit einem Auslandsstudium erhöhen sie die Chancen für die berufliche Karriere in China und international.

Die deutsch-chinesische Partnerschaft in der wissenschaftlichen Lehre und Forschung hat in Hamburg Tradition: Als Wiege der Sinologie in Deutschland gilt die 1909 gegründete Fakultät für Sprache und Kultur Chinas, die heute dem Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg angehört. Seit 1956 befasst sich das Hamburger Institut für Asienkunde (IfA) mit China. Es ist das älteste der unter dem Dach des German Institute of Global and Area Studies (GIGA) zusammengeschlossenen Regionalinstitute.

Logo International Center for Graduate Studies (ICGS) Der akademische Austausch wächst dank langjähriger Netzwerke innerhalb der Städtepartnerschaft und neuer Kooperationen zwischen Hamburger Hochschulen und chinesischen Bildungsinstituten weiter. Erst im Oktober 2005 hat das International Center of Graduate Studies (ICGS) der Universität Hamburg in Zusammenarbeit mit der renommierten Shanghaier Fudan Universität den gemeinsamen Studiengang "Master of International Business and Economics, China Focus" eingeführt. Vorwiegend deutsche und chinesische Studierende werden hier für Führungspositionen in China fit gemacht.
Enge Austauschprogramme bieten auch die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) in Kooperation mit der Tongji-Universität Shanghai, das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) in Zusammenarbeit mit der Tongji-Universität und dem Shanghai Institute for International Studies sowie die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) und die University of Shanghai for Science and Technology (USST).

Trainee-Programm: Young Talent Training

Seit 1995 organisieren die Senatskanzlei Hamburg und das Shanghaier Personalamt ein Traineeaustausch-Programm, das vom Hamburger InWEnt-Büro durchgeführt wird. 

Ziel des Programms "Young Talent Training" ist es, angehenden Führungskräften Einblick in die Struktur von Unternehmen, Institutionen und Verwaltung sowie Kultur des jeweils anderen Landes zu vermitteln. Neben der Qualifizierung der Teilnehmer wird dadurch auch die Vernetzung der beiden Partnerstädte vorangetrieben.

An dem Programm nehmen im jährlichen Turnus für jeweils sechs Monate bis zu sieben Personen von chinesischer sowie von deutscher Seite teil. Gute Englisch- und Chinesischkenntnisse sind Voraussetzung, ebenso wie hohe Leistungsbereitschaft und Motivation. Die Trainees werden vor allem in in den Branchen Hafen, Logistik, Außenhandel, Nano- und optische Technologie, Life Sciences, Informationstechnologien und Luftfahrt eingesetzt, in denen die beiden Städte über gemeinsame Kompetenzen verfügen.