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Willi Schulz

( Wilhelm Schulz )
(1887 - 7. Januar 1947 Kreis Lüchow)
Oberschulrat, stellvertretender Landesschulleiter
Adresse: Friedhofstraße 56 (Geesthacht) (1933), Rehagen 4 (ab 1936)
Wirkungsstätte: Nationalsozialistischer Lehrerbund Curiohaus Rothenbaumchaussee 15 / Landesschulamt, Dammtorstraße 25

Schulz war ausgebildeter Volksschullehrer und seit 1908 in Geesthacht als Lehrer tätig. Im August 1932 trat er in die NSDAP und auch in den Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) ein (Geesthacht gehörte damals zu Hamburg) und gehörte nach einiger Zeit zur engeren „Gauclique“ um Gauleiter Karl Kaufmann. Nach der Machtübernahme 1933 wurde Schulz nach dem „Führerprinzip“ als Gauobmann des NSLB in Hamburg eingesetzt, um den dortigen Macht- und Richtungskampf zu beenden. Er sollte den Neuaufbau des NSLB in den Strukturen der Lehrerorganisation „Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens“ (GdF) vorantreiben. Zudem erhielt Schulz als kommissarischer Oberschulrat für das Volksschulwesen eine Stelle in der Schulverwaltung. Am 15. November 1933 wurde er zum Landesschulrat befördert und war für die Durchsetzung neuer Lehrpläne zuständig u.a. für den Erlass „Erblehre und Rassenkunde“ in Schulen einzuführen. Ab dem 1. April 1938 übernahm er eine Leitungsfunktion in der Schulbehörde und leitete mit Macht und der Unterstützung Karl Kaufmanns ausgestattet die Geschicke der Schulverwaltung. Schulz machte im NS-Regime Karriere, einerseits war er NS-Bildungsfunktionär der Partei, andererseits war er in der Staatsverwaltung tätig. Im Oktober 1940 übernahm er die Organisation der erweiterten Kinderlandverschickung, zwei Jahre Später trat Schulz aus Krankheitsgründen von seinem Posten zurück.
Text: Katharina Tenti

 

„Fest steht das Gedankengut des Nationalsozialismus. Unsere Aufgabe ist es, dieses pädagogisch in die Tat umzusetzen."

Die NSDAP verfügte am Tag der Senatsbildung ihrer Herrschaft, am 8.3.1933, im Schulbereich nur über eine dünne Personaldecke. Der Nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB) zählte Anfang 1933 nach Angaben des NSDAP-Bürgerschaftsabgeordneten und Lehrers Albert Mansfeld lediglich 120 Mitglieder. (1)

Die Berufung des deutschnationale Bürgerschaftsabgeordnete Karl Witt zum Schulsenator galt als „Verlegenheitslösung“ (2) und das Amt des Landesschulrates blieb mangels überzeugender Bewerber einige Monate vakant. Der Hamburger Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Gustaf Deuchler, der sich selbst für leitende Funktionen im Schulwesen nachdrücklich ins Spiel brachte (3), war wegen seiner früheren Mitgliedschaft in der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und seines schwierigen Charakters in den Augen der neuen Machthaber nicht der geeignete Mann. Dass die NSDAP dann ausgerechnet Willi Schulz in dieses Amt berief, der eine kurze Zeit als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei Deuchler gearbeitet hatte, muss Deuchler schwer getroffen haben. Es entstand daraus ein tiefes Zerwürfnis, das später mehrfach die Parteigerichte der NSDAP beschäftigen sollte. (4)

Willi Schulz war am 31.3.1933 auf die durch Entlassung von Olga Essig freigewordene Oberschulratsstelle berufen worden. In der Begründung des Senatsbeschlusses wurde die Fragwürdigkeit dieser Entscheidung trotz der versuchten Aufwertung seiner beruflicher Vita deutlich. So hieß es: „Er habe neben seiner Berufstätigkeit in den Jahren 1923- 1930 am Erziehungswissenschaftlichen Seminar pädagogische und psychologische Studien abgelegt und sei vom 1.4.1930 – 31.3.1932 am Erziehungswissenschaftlichen Seminar der Universität als Hilfsassistent beschäftigt gewesen. Da dem neuen OSR die Aufsicht über das Volksschulwesen übertragen werden soll, sei Her Schulz für die Wahrnehmung nach seiner Vorbildung und seiner bisherigen Tätigkeit bestens geeignet.“ (5)

Am 15.11.1933 wurde Schulz dann zum Landesschulrat ernannt. In beiden Funktionen war er Nachfolger der über Hamburg hinaus bekannten Reformpädagogen und Schulreformer Carl Götze und Ludwig Doermer. (6)

Wenn der ehemalige Vorsitzende der „Gesellschaft der Freunde“ und Schulrat Kurt Zeidler in seinen Erinnerungen auch darauf hinweist, dass die neuen Führer in der Schulverwaltung „von so fragwürdiger Qualität waren“, dass die Lehrerschaft auf diese Ämterumbesetzungen nur mit „tiefem Schamgefühl reagieren konnte“ (7), so war die Berufung von Schulz letztlich nicht ungeschickt. Schulz war als Landschullehrer in Geesthacht über Jahre Vertrauensmann der „Gesellschaft der Freunde“ gewesen. Er hatte seine Positionen zur Arbeit im Landschulwesen als Referent einer Arbeitsversammlung der „Gesellschaft“ 1922 zur Diskussion gestellt und im ersten Jahrgang der Hamburger Lehrerzeitung veröffentlicht. (8)

Wie Schulz später in einer Lehrerversammlung selbst ausführte, wurde sein Referat „mit Unruhe begleitet“ und seine „Thesen am Ende der Versammlung nicht angenommen, sondern einem Ausschuss überwiesen“.(9) Als Wortführer in dem Ausschuss habe Gustav Küchler am heftigsten mit Schulz und seinen Formulierungen gerungen, derselbe Küchler, letzter Vorsitzender der „Gesellschaft“ vor 1933, mit dem er sich bei der Gleichschaltung der „Gesellschaft“ durch den NSLB 1933 auseinanderzusetzen hatte.

Mit Unruhe werden die Hamburger Reformpädagogen reagiert haben auf Sätze wie: „Deutschlands Landvolk schickt den Städten nicht nur das Brot, sondern es schickt ihnen auch die Menschen. Es ist der große Vorrat an physischer, geistiger, moralischer und religiöser Jugend und Gesundheit unseres Volkes ohne den es keine Zukunft hat“ (10), oder: „Wir ringen um die Seele des deutschen Volkes. Wo sie ertötet ist, kann es auch keine Kultur geben. Ein Volk ohne Seele kann auch keinen Kulturstaat haben.“ (11)

Schulz charakterisierte seinen Vortrag später als „Gedankengänge, wie sie uns heute durch den Nationalsozialismus geläufig geworden sind“.

Er habe „Kritik an dem undeutschen Geist unserer sogenannten großstädtischen Kultur“ geübt und „eine Neubelebung der grundständigen Volkskräfte in der dörflichen Lebensgemeinschaft durch die Landschule“ angeregt. In derselben Rede in der Lehrerversammlung vom 11.5.1933 machte Willi Schulz unmissverständlich deutlich, worin die Unterschiede des NSLB zur alten „Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesen“ bestünden: „Es gibt keine Synthese zwischen nichtnationalsozialistischen und nationalsozialistischen Gedanken. Was es aber geben kann und was es geben muss und wozu ich Sie, meine Kolleginnen und Kollegen, auffordere, das ist, diese unverrückt wahr feststehenden nationalsozialistischen Grundgedanken nun pädagogisch auszuwerten. Unsere große Aufgabe ist, den Nationalsozialismus in der Erziehung Wirklichkeit werden zu lassen. Und sofern die kritische Haltung der so genannten Nichtnationalsozialisten dazu führen sollte, dieses Gedankengut immer schärfer, immer besser, immer mehr der Wirklichkeit angepasst zu entfalten, kann die Arbeit von großem Segen werden. Ich wiederhole also noch einmal: Fest steht das Gedankengut des Nationalsozialismus. Unsere Aufgabe ist es dieses Gedankengut pädagogisch in die Tat umzusetzen." (12)

Andererseits hatte sich Willi Schulz in seiner Auseinandersetzung mit Gemeinschafts- und Versuchsschulen, mit Aussagen von Heinrich Wolgast, Johannes Gläser und Fritz Jöde 1922 durchaus im damaligen Diskurs innerhalb der „Gesellschaft“ bewegt. (13)

So kandidierte Schulz 1922 auch auf der gemeinsamen Liste der „Gesellschaft“, des Vereins Hamburger Volksschullehrer und des Vereins Hamburger Landschullehrer, deren Listenführer Max Traeger und Ludwig Doermer waren. (14)

In dieser Zeit war er mit führenden Persönlichkeiten der „Gesellschaft“ und des Hamburger Schulwesens bekannt gewesen.

Als er 1924 einen Antrag auf Sonderurlaub stellte, um für ein halbes Jahr im Psychologischen Laboratorium der Universität Hamburg einen Sonderkurs für Pädagogische Psychologie und Jugendkunde zu belegen, schrieb der für seine Schule zuständige sozialdemokratische Schulrat Richard Ballerstaedt in seiner Befürwortung: „Herr Schulz ist ein fleißiger und strebsamer Lehrer, beschäftigt sich schon seit Jahren mit Fragen der Landschule“. Ballerstaedt verwies auf Schulz’ Teilnahme an der Lehrerversammlung des Deutschen Lehrervereins 1925 und seine Veröffentlichungen und bezeichnete es als „sehr zweckmäßig, wenn Schulz als Landschullehrer an der wissenschaftlichen Arbeit teilnehmen könnte“. (15)

Willi Schulz war also in der „Gesellschaft“ zwar kein wortführender Funktionär, aber durchaus kein Unbekannter. Seine kurzzeitige Tätigkeit im Erziehungswissenschaftlichen Seminar, auf die noch eingegangen wird, machte ihn mit anderen für das Hamburger Schulwesen nicht unwichtigen Personen bekannt. Mit seiner Berufung zum Oberschulrat für das Volksschulwesen und zum Landesleiter des NSLB, der maßgeblich mit der Gleichschaltung der „Gesellschaft der Freunde“ 1933 befasst war, hatten die Nazis einen Mann gefunden, der in der Lehrerschaft nicht populär aber auch nicht unbeschrieben war. Mit ihm konnte sich die Illusion in der Lehrerschaft und der Führung der „Gesellschaft“ nähren, es sei alles nicht so schlimm und die alten Werte der „Gesellschaft“ noch zu retten. Schließlich erleichterte die Person Schulz bei den Gleichschaltungs-Verhandlungen die Bildung eines neuen Vorstandes, der aus zwölf Vertretern der neuen Bewegung und neun Männern der alten „Gesellschaft“ bestehen sollte. (16)

Die Berufung von Willi Schulz zum Oberschulrat und einige Monate darauf zum Landesschulrat soll auf folgendermaßen erfolgt sein: Der spätere Reichsstatthalter der NSDAP in Hamburg, Karl Kaufmann (17), hatte vor der Machtergreifung auf einer Parteiversammlung der NSDAP in Geesthacht, 1932, eine propagandistische Rede gehalten. Diese Versammlung war auch von Willi Schulz besucht worden. Schulz machte sich nach der Versammlung mit Kaufmann bekannt und lud ihn zu sich nach Hause zu Kaffee und Kuchen ein. Schulz trat daraufhin am 1.8.1932 in die NSDAP und in den NSLB ein.

Als nach der Machtergreifung die Nazis nicht wussten, wen sie mit der Leitung des Schulwesens beauftragten sollten, erinnerte sich Kaufmann an Schulz, „der ihm außer seinen politischen Ansichten als ‚nordischer’ Typ aufgefallen war“. Kurz darauf sei Schulz berufen worden. (18)

Soweit die in der „Gesellschaft“ kolportierte Geschichtsschreibung.

Dabei verfolgte der NSDAP-Gauleiter Kaufmann durchaus ein handfestes politisches Kalkül: Schulz schien ihm aufgrund seines Alters und seiner Erfahrung der geeignete Mann zu sein, der die Zerstrittenheit und die Machtkämpfe innerhalb des bis 1933 unbedeutenden NSLB beenden sollte. Und diese Funktion nahm Schulz, unterstützt von Albert Mansfeld, erfolgreich wahr. Die bisherige NSLB-Führung, politisch eher orientierungslos und persönlich zerstritten, wurde abgelöst. Und aufgrund seiner „Gesellschafts“-Biographie schien Schulz der geeignete Mann zu sein, die bisherigen Lehrerorganisationen gleichzuschalten. (19)

Schulz, der laut Geburtsurkunde Gustav Willi hieß, wurde am 17.3.1887 in Bergen a. d. Dümme im Kreis Lüchow geboren. (20) Er entstammte aus einer Bauernfamilie. Nach dem Besuch der dreiklassigen Volksschule trat er, vierzehnjährig, in die Präparandenanstalt Lüneburg ein, absolvierte von 1904 bis 1907 das Lehrerseminar in Lüneburg, das er mit einem im ganzen sehr guten Zeugnis am 15.6.1907 verließ. (21)

Nach kurzen Hilfslehrertätigkeiten kam er 1908 an die Gemeindeschule Geesthacht, an der er drei Jahre später eine feste Anstellung erhielt und, bis auf die Unterbrechung durch seine Arbeit am Erziehungswissenschaftlichen Seminar, bis 1933 tätig blieb.

Schulz, offenbar von schwacher körperlicher Konstitution, erkrankte häufig, nahm nur knapp zwei Monate als Soldat am Ersten Weltkrieg teil.

Seit dem 12.4.1918 war er in kinderloser Ehe mit seiner Frau Bertha verheiratet.

Schulz, der, wie erwähnt, 1932 in die NSDAP eintrat, muss schon vorher über überregionale politische Kontakte verfügt haben. 1922 fragte der Leiter der deutschen Kulturarbeit im Grenzgebiet an der neuen dänischen Grenze, Trauchner, bei der Oberschulbehörde um Sonderurlaub für Schulz nach, um „vor den Bauern und Lehrern unseres Grenzgebietes Vorträge zu halten, die zur Stärkung des Deutschtums in diesem Gebiet dienen sollen.“ (22)

Die Oberschulbehörde hatte keine Einwände gegen diese Vortragsreise.

Nachdem Schulz, wie erwähnt, 1924/25 sein Studieninteresse angemeldet hatte, bekam er am 1.4.1930 eine Stelle als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei Prof. Deuchler. Er war dafür beurlaubt worden, nachdem die Einreichung einer Dissertation für das WS 1930/31 in Aussicht gestellt worden war.

Schulz machte im Sommersemester schulpraktische Übungen am Erziehungswissenschaftlichen Seminar, parallel zu Dr. Heinrich Geffert und Dr. Max Fehring, Arbeitszusammenhänge bestanden ebenfalls zu Dr. Sophie Barrelet und Dr. Wilhelm Arp, die alle nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten eine Rolle im NSLB und im Schulwesen spielten.

Trotz verhalten positiver Gutachten der Hochschulbehörde kehrte Schulz im Schuljahr 1932/33 wieder an seine Schule in Geesthacht zurück. Mit seiner Promotion war er nicht zum Abschluss gekommen, ein Praktikumsangebot von Schulz für das Landschulwesen wurde mangels Interesse gestrichen.

Auch in der Oberschulbehörde, in der DNVP- und DVP-Vertreter saßen, wie Karl Witt und Heinrich Witthöft und aus der Lehrerkammer der Sprecher der Rechten Fraktion, Carl Bertheau, hatte Schulz Fürsprecher.

Als 1929 Schulrat Wiese in den Ruhestand trat, wurde u.a. Willi Schulz als Nachfolger vorgeschlagen. In der Begründung wurde darauf verwiesen, dass Schulz mit dem Landschulwesen vertraut wäre. Berufen wurde dann allerdings der langjährige Vorsitzende der Lehrerkammer, Hans Brunckhorst. (23)

Durch seine Doppelfunktion, einerseits Gauwalter des NSLB und andererseits Landesschulrat, hatte Schulz von 1933 bis 1945 eine Schlüsselfunktion im Hamburger Schulwesen.

Der letzte Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde, Gustav Küchler, hatte auf der Gleichschaltungsversammlung, mit Hinweis auf den neuen Vorsitzenden Schulz, den Versuch gemacht, eine gemeinsame Ebene zu beschwören: „ Wenn im Nationalsozialistischen Lehrerbund Nichtnationalsozialisten und Nationalsozialisten als Pole mit gegenseitigem Funkenaustausch sich gegenüber stehen, nicht wie zwei Heerlager, sondern bewusst, zwei lebendige Kraftzentren zu sein, um sich wechselseitig zu befruchten, dann liegt darin ein ungemein förderndes Moment beschlossen, das zu gleichhafter Synthese führen kann, zu geschlossenem deutschen Volkstum.“ (24)

Schon 14 Tage später, auf der ersten Arbeitsversammlung der „Gesellschaft“, gab Schulz als neuer Vorsitzender zu Beginn eine programmatische Erklärung ab. Mit Hinweis auf Küchlers Ausführungen stellte Schulz klar, dass es „keine Synthese zwischen nichtnationalsozialistischen und nationalsozialistischen Gedanken“ gäbe. „Das Gedankengut der Nationalsozialisten stehe unverrückbar“ fest. Es sei Aufgabe der Lehrerschaft, „dieses Gedankengut in die Tat umzusetzen“. (25)

Im Weiteren kündigte Schulz an, dass die „neue autoritäre Staatsführung“ keinen Raum mehr biete für eine „mißverstandene Selbstverwaltung“. Insbesondere die Rolle des Schulleiters müsse sich ändern: „Es werde Schulleiter ein durch innere Kraft berufener Führer und der Lehrkörper seine durch innere Treue geeinte Gefolgschaft.“ (26)

Mit Ansprachen dieser Art trat Schulz jetzt häufiger vor die Lehrerschaft. Zwar nicht mit der Schärfe und Verbissenheit des Oberschulrates für das höhere Schulwesen, Dr. Walter Behne oder seines Nachfolgers als Oberschulrat für das Volksschulwesen, Albert Mansfeld, aber mit Entschiedenheit machte er sich an den Umbau des Hamburger Schulwesens im nationalsozialistischen Sinne.

Nach zwei Jahren nationalsozialistischer Herrschaft stellte Schulz fest, dass „nationalsozialistischer Geist im hamburgischen Schulwesen schrittweise Wirklichkeit“ werde. (27) Schulz wies darauf hin, dass „beim Umbau des Dritten Reiches behutsam vorgegangen werde, das Bestehende nicht „mit einem Schlag“ beseitigt werde. Das habe „die immer noch nicht verschwundenen Hundertprozentigen“ grollen lassen, „weil wir nicht alles Vormärzliche restlos zerschlagen haben“. Kritik gebe es auch aus „liberalistischen Ressentiments“, die aber, nach Schulz, nicht mehr wichtig zu nehmen seien.

Auf einer Kundgebung am 20.10.1933, bei der nach Angaben der HLZ 8.000 bis 9.000 Lehrerinnen und Lehrer gekommen waren, um den NSLB-Reichsleiter und Staatsminister, Hans Schemm, zu hören, hatte Willi Schulz noch darauf hingewiesen, wie schwer „die geistige Durchdringung der Erzieherschaft mit dem Ideengut der Nationalsozialisten“ sich gestalte. Wenngleich Schulz auch einräumte, „die wertvolle Tradition der Hamburger Pädagogik“ nicht gering zu schätzen“, drohte er an, man werde die „offenen und geheimen Gegner unerbittlich weiter bekämpfen“. (28)

Dennoch dürfte Schulz mit seinen häufig plattdeutschen und vielfach hohlen Worten die alte reformpädagogische Lehrerschaft kaum erreicht haben.

Typische Sätze in Schulz-Reden hörten sich so an: „In den vergangenen zwei Jahren unserer Arbeit, standen wir alle unter der gewaltigen Wirkung des großen völkischen Geschehens, das der Nationalsozialismus eingeleitet hatte und trug. Eine hohe leuchtende Idee: daß unser Volk leben soll - gesunde, natürliche und richtige Prinzipien, die in Klarheit und Unverfälschtheit aus dem Leben und Wesen unseres Volkes heraus geschaut waren, trugen uns und erzogen uns selbst, die wir wieder erziehen sollen. Und so entwickelt sich Schritt für Schritt auch unsere Schulreform, von der so viel gesprochen wird, aus dem Mutterboden der nationalsozialistischen Idee, des nationalsozialistischen Lebens und Lebensgutes.“ (29)

Die Inhalte nationalsozialistischer Schulpolitik, die Gleichschaltung von Schule und Erziehung, sind bereits ausführlich thematisiert worden. (30) Hierbei spielte die von Willi Schulz geleitete Landesunterrichtsbehörde eine führende Rolle. Bereits am 4.12.1933 wurden „Grundsätze zu einem Bildungsplan für die hamburgische Volksschule“ verfügt. Reiner Lehberger wies darauf hin, dass diesen Grundsätzen für einzelne Fächer später detaillierte Anordnungen und reichseinheitliche Lehrpläne für die Grundschule 1937 und für die Volksschule erst 1939 folgten. (31)

Hamburg hatte hier also eine Vorreiterrolle.

In den von Schulz allen Schulleitern der Volksschulen zugestellten Grundsätzen wurde als Erziehungsziel formuliert, Menschen zu erziehen „von deutscher Artung und deutscher Volkheit, völkische Menschen, die nicht nur blutmäßig und bodenständig, sondern auch seelisch und geistig in Familie und Heimat festwurzeln, politische Menschen, die als ausgereifte Kämpfer in Führung, Gefolgschaft und Kameradschaft, als lebenstüchtige Arbeiter im Lager, Beruf und Stand das Dritte Reich tatenfroh vorantragen.“ (32)

Kurz darauf hatte Schulz allen Volks-, Hilfs- und Sonderschulen ein rassebiologisches Schulungsprogramm übersandt, das ab Januar 1934 durchgeführt werden sollte.

Das Programm hatte er in einen geschichtlichen und einen lebenskundlichen Lehrgang aufgeteilt. Der historische Lehrgang umfasste die Abschnitte „heimische Vorgeschichte“, „deutsche Rassenkunde“ und „die Judenfrage“. Darin hieß es: „Die Judenfrage ist besonders geeignet, den Willen zur Artreinheit triebsicher zu machen.“ (33)

In seiner Studie „Die Volksschule im Nationalsozialismus“ charakterisierte Ottwilm Ottweiler die Hamburger Verfügung „Erblehre und Rassenkunde“ folgendermaßen: „Mit diesen Anweisungen schloß die Hamburger Landesunterrichtsbehörde als einzige Kultusverwaltung des Reiches die ‚Judenfrage’ ausdrücklich in die unterrichtliche Behandlung ein und erreichte mit dieser Maßnahme im schulischen Geschehen des Jahres 1933 das Höchstmaß an zynischer Menschenverachtung und haßerfüllter Demagogie.“ (34)

In seiner Doppelfunktion als Landesschulrat und NSLB-Führer hatte Schulz in der NS-Zeit mehr Macht als der Schulsenator Karl Witt, der nach der Verkleinerung des Senates ab September 1933 Präsident der Landesunterrichtsbehörde geworden war.

Als Witt Anfang 1942 in den Kriegsdienst eingezogen wurde, leitete Schulz die Schulverwaltung für zwei Monate, bevor er selbst wegen einer schweren Erkrankung aus dem Dienst ausscheiden musste.

Andererseits darf die Bedeutung von Karl Witt nicht marginalisiert werden. Uwe Schmidt nannte einige Beispiele, mit denen er beschreiben will, dass Karl Witt als Verantwortlicher für die Schulverwaltung von seinem Landesschulrat Wilhelm Schulz in „die zweite Reihe" gedrängt worden sei. „Nicht Karl Witt als erster Mann der Schulverwaltung erließ am 28. März 1934 den Aufruf zum zweiten Schuljahr im ‚Dritten Reich‘, sondern der mächtigere, ihm formal unterstellte Landesschulrat Wilhelm Schulz: Die Lehrer, verkündete er, seien durch ihren organisatorischen Anschluss an den NSLB und die Mitarbeit an der nationalsozialistischen Schulreform ‚mit der Weltanschauung und Willensrichtung des Nationalsozialismus so sehr vertraut geworden‘, dass von ihnen nun auch ‚ein inneres Bekenntnis zur nationalsozialistischen Schulführung gefordert werden kann‘. Wer sich nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort als ‚rechter Nationalsozialist‘ erweisen könne, solle freiwillig den Schuldienst verlassen." (35)

Ich halte dies nicht für einen schlüssigen Beleg dafür, dass sich die formale Rangordnung umgekehrt hatte. Schulz war nun einmal in der Doppelfunktion Landesschulrat und NSLB-Gauamtsleiter und insofern gab es eine Art Arbeitsteilung zwischen Karl Witt und ihm. Auch ein anderes von Schmidt angeführtes Beispiel steht aus meiner Sicht in demselben Zusammenhang. Schmidt schrieb: „Auch in der spektakulären Außendarstellung der nationalsozialistischen Schule beanspruchte und erhielt Wilhelm Schulz den Vorrang vor seinem nominellen Vorgesetzten Karl Witt: So eröffnete er am 3. Dezember 1934 im Ausstellungshaus der Schulverwaltung, Spitalerstraße 6, eine Ausstellung über ‚Unsere Saar‘, an deren Zustandekommen die Schulverwaltung, das ihr unterstehende Institut für Lehrerfortbildung und der NSLB mitgewirkt hatten. Karl Witt gehörte zu den Gästen. Als „Hausherr“ präsentierte sich Wilhelm Schulz zwei Monate später bei der Eröffnung der im selben Hause stattfindenden Sonderausstellung der Schulverwaltung zum Thema ‚Erbgut in Familie, Volk und Rasse‘. Anlage (Erbgut) und Umwelt, so Schulz, ‚fügen die Entwicklung‘ eines Menschen, die geistigen Ströme erwüchsen aus ihrer rassischen Bedingtheit." (36) Auch hier handelte es sich um eine gemeinsame Aktivität von Schulverwaltung, NSLB sowie dem Institut für Lehrerfortbildung, das dem Landesschulrat unterstand. Der Hintergrund für die Argumentation von Uwe Schmidt lag meines Erachtens darin, dass er sehr stark eine Kontinuität zwischen den schulpolitischen Vorstellungen der Gesellschaft der Freunde und des Nationalsozialistischen Lehrerbundes konstruierte. Dies beglaubigte er durch die Person Willi Schulz und dessen sozialer und beruflicher Biografie. Wie viele andere Volksschullehrer sei Schulz ein „sozialer Aufsteiger", der über eine sechsjährige Ausbildung auf einer Präparandenanstalt und ein anschließendes Lehrerseminar mit 20 Jahren in den Lehrerberuf gelangte. „Die akademische Ausbildung der Volksschullehrer, von der Bürgerschaft am 15. Dezember 1926 mit großer Mehrheit gesetzlich beschlossen, entsprach ganz und gar seinem berufspolitischen und pädagogischen Selbstverständnis. Den Einzug der ersten Interessenten für diesen Studiengang erlebte Wilhelm Schulz persönlich an der Universität mit, an die er zur Teilnahme an einem Lehrgang über pädagogische Psychologie vom Schuldienst beurlaubt worden war." (37) Schmidt zitierte zum Beleg seiner These die Sonntagsausgabe des nationalsozialistischen „Hamburger Tageblatts“, das bei der Amtseinführung von Schulz feststellte, er werde aus seiner unmittelbaren Verbindung mit der Volksschule „die Kraft gewinnen, mitzuarbeiten an einem neuen Bau aller Schulen, der der völkischen Einheit und ständischen Geltung des Dritten Reiches entsprechen wird und in einem schönen Sinn den stolzen Namen ‚Deutsche Volksschule‘ trägt. Zugleich Leiter des NSLB, sei er geradezu berufen zur Förderung eines einheitlichen Schulwesens und eines einheitlichen Lehrerstandes und werde daher als ehemaliger Volksschullehrer Gefolgschaft in der gesamten hamburgischen Lehrerschaft finden." (38)

Wie wenig Willi Schulz in der Gesellschaft der Freunde verankert und anerkennt war ergibt sich aus dem, was der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde von 1929 bis 1930 und Schulrat im Volksschulbereich, Kurt Zeidler, schrieb, der sich über Willi Schulz und Albert Mansfeld ausließ: „Was nun an Nachfolgern einrückte, war von so fragwürdiger Qualität, daß die Lehrerschaft auf diese Ämterumbesetzungen nur mit tiefem Schamgefühl reagieren konnte.“ Über Willi Schulz urteilte er: „Schulz hatte sich zeitweilig unter Deuchler in der Lehrerbildung betätigt, musste dann aber, da man seine Mitwirkung an dieser Stelle wohl zu unergiebig fand, wieder in den Schuldienst zurückkehren. Da Geesthacht, damals noch zu Hamburg gehörig, in meinem Schulaufsichtsbereich lag, wohnte ich einmal einer Unterrichtsstunde bei, die Schulz gab: Er dozierte trockene Grammatik in einer höheren Klasse. Die Kinder langweilten sich, und ich gewann den Eindruck, daß dieser Mann von einem modernen, die Jugend ansprechenden Unterrichtstil keine Ahnung hatte." (39)

Willi Schulz stand nicht in der reformpädagogischen Tradition der Gesellschaft der Freunde und war nicht „der Reformpädagoge“, als der er von Uwe Schmidt durchweg bezeichnet wird.

Willi Schulz wurde nach der Zerschlagung des Nationalsozialismus am 22.6.1945 entlassen. Mit seiner Frau zog er in sein Heimatdorf im Kreis Lüchow und arbeitete dort in der Landwirtschaft.

Das Entnazifizierungsverfahren von Willi Schulz und seiner Frau Bertha war stark davon beeinflusst, dass Willi Schulz am 7.1.1947 starb und es letztlich vor allem um die Versorgungsbezüge für seine Frau ging.

Am 6.10.1947 formulierten die drei Oberschulräte Johannes Schult, Karl Hoffmann und Emmy Beckmann, die im Entnazifizierungsverfahren als Beratender Ausschuss für Oberbeamte fungieren, in einem kurzen Gutachten ihre Bedenken: „Wilhelm Schulz ist schon 1932 der Nationalsozialistischen Partei beigetreten und wurde 1933 Gauamtsleiter, hat also eines der höchsten Ämter der Partei innegehabt. Er war in Hamburg der oberste Vertrauensmann seiner Partei in Angelegenheiten des Schulwesens und hatte die nationalsozialistische Ausrichtung der Schule und des Lehrerstandes durchzuführen. Dieser Aufgabe hat er sich unterzogen. Er war in Schulangelegenheiten der vertrauteste Mitarbeiter des Gauleiters und Reichsstatthalters. Würde er noch leben, dann würde er etwa in die 3. Kategorie eingereiht werden. Niemals würde er auch nur ein Ruhegehalt bekommen haben. Nach dem Beamtenrecht werden die Ruhegehälter der Witwe aus der Stellung des Mannes abgeleitet. Danach muß das Gesuch der Witwe um Gewährung von Ruhegeldzügen abgelehnt werden. Eine Rente kann nur der Senat im Gnadenwege gewähren." (40)

Johannes Schult und Emmy Beckmann waren als Schulaufsichtsbeamte 1933 von den Nationalsozialisten entlassen worden. Sie werden sich daran erinnert haben, dass Willi Schulz als Gauamtsleiter des NSLB am 28.11.1933 eine große „Kundgebung zu Ehren des Reichsstatthalters Kaufmann" organisiert und in seiner Begrüßungsansprache Kaufmann gehuldigt hatte: „Als mir vor mehreren Wochen über die Landesunterrichtsbehörde mitgeteilt wurde, daß der Herr Reichsstatthalter zur Hamburger Lehrerschaft sprechen wolle, bedeutete das für mich die Erfüllung eines langgehegten Wunsches der Hamburger Lehrerschaft. Und so hat sich die gesamte Erzieherschaft Hamburgs hier heute versammelt, um teilzunehmen an der Kundgebung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, die für diesen einen Höhepunkt in seiner wechselvollen Geschichte darstellen wird. Diese Stunde fordert uns auf, die Blicke rückwärts gleiten zu lassen. In der schweren und opferreichen und vielleicht darum auch so segensreichen Zeit des Ringens und Kämpfens um die Seele des deutschen Volkes hat sich die hamburgische Lehrerschaft, das sei auch heute Abend noch einmal ausgesprochen, der jugendlichen Bewegung unseres Führers anfangs versagt. Nur ein kleines Häuflein kämpfte in unseren Reihen den Kampf für ein neues, besseres Deutschland. Diese Tatsache hat ihre Schatten weit in die Zeit des Umbruches und des Umbaues hineingeworfen. Schule, Lehrerschaft und auch der NSLB haben die Folgen des Versagens der Lehrerschaft bitter verspüren müssen. Wie überall und immer, so hat unser Gauleiter Kaufmann auch diese Kämpfe und Nöte des Lehrerbundes mit seiner Sorge begleitet, und er hat, wo es nötig war, auch mit starker Hand in die Führung des Lehrerbundes eingegriffen, immer in dem Bestreben und Bemühen, zu fördern, zu helfen und aufzubauen. Und wenn heute der NSLB, Gau Hamburg, zu den Gauen gehört, die im Reich als beispielgebend gelten, die in ihrer Arbeit und in ihrem Leben auch von der Reichsleitung anerkannt sind, so verdanken wir das in nicht geringem Maße der Sorge und der Teilnahme unseres Gauleiters und Reichsstatthalters. Dafür ihm heute an dieser Stelle herzlich zu danken, ist mir Pflicht und Freude zugleich. Und so darf ich Sie, Herr Reichsstatthalter, im Namen des NSLB Hamburg aufs herzlichste begrüßen und Ihnen sagen, wie sehr wir uns freuen, Sie heute bei uns in unserer Mitte zu sehen. (…) Die hamburgische Lehrerschaft galt seit langem als besonders den marxistischen und liberalistischen Ideen verfallen. Eines wollen doch auch wir gern anerkennen, daß die hamburgische Lehrerschaft stets ein warmes Herz für die Kinder der Armen unseres Volkes gehabt und daß sie mit ganzer Kraft und mit großem Idealismus sich in den Dienst dieser Kinder der bedrängten Bevölkerungsschichten unserer Stadt gestellt hat. Und von dieser Stelle aus wird die hamburgische Lehrerschaft je mehr und mehr den Zugang finden zu dem Gesamtwollen des Nationalsozialismus. In diesem Punkte auch werden sich, davon bin ich fest überzeugt, unser Reichsstatthalter und Gauleiter und die Lehrerschaft Hamburgs voll verstehen. Diese blickt heute mit allergrößtem Vertrauen auf den Repräsentanten des Reiches in Hamburg. Weiß sie doch, daß Ihre Sorge um die Erziehung der Jugend unseres Volkes seine Sorge ist und daß ihm die Erziehung der Jugend und des Volkes ganz besonders am Herzen liegt, sei es als marschierende braune Kolonnen in den Straßen, sei es als wißbegierige Jungen und Mädchen in den Klassen der Schulen. Und so begrüße ich Sie, Herr Reichsstatthalter, noch einmal auf das herzlichste als den Freund der Jugend des ganzen Volkes, als den Beschützer und Förderer unseres hamburgischen, hanseatischen Schul- und Erziehungswesens!" (41)

Das Entnazifizierungsverfahren zog sich einige Jahre hin. Am 9.1.1950 verwies Kurt Zeidler für den Fachausschuss noch einmal auf die Bedeutung von Willi Schulz in der NS-Zeit: „Schulz war 1933 einfacher Volksschullehrer und hat durch den Nationalsozialismus das höchste Schulaufsichtsamt erhalten, das die Hansestadt Hamburg zu vergeben hat, nämlich das des Landesschulrats. Ein Hamburger Lehrer, der 1932 der NSDAP beigetreten ist und alle die Jahre hindurch Gauamtsleiter war, wäre nach 1945 auch dann ohne jedes Ruhegehalt aus dem Staatsdienst entlassen worden, wenn er einfacher Lehrer geblieben wäre. Dieser Mann hat durch den in seinem hohen Amte ausgeübten Einfluss unzählige Lehrer politisch auf Abwege geführt und im Schulwesen großes Unheil angerichtet. Die Entscheidung des Berufungsausschusses 3 erscheint angesichts der Sachlage ungewöhnlich human. Den Ansprüchen der Witwe des Schulz, die selbst durch ihre frühe Mitgliedschaft von 1933 sich bewußt zum Nationalsozialismus bekannt hat, noch weiter entgegenzukommen, wäre ein Hohn auf die gesamte Entnazifizierungsaktion und würde in der Hamburger Lehrerschaft nicht verstanden werden. Der Fachausschuß hält daher eine Milderung der Entscheidung des Berufungsausschusses 3 für völlig indiskutabel." (42)

Bertha Schulz erhielt zuerst 50 % Hinterbliebenenbezüge vom Volksschullehrergehalt ihres Mannes.

Am 28.1.1950 gestand die Zentralstelle ihr dann die vollen Hinterbliebenenbezüge vom Volksschullehrergehalt zu. Sie wurde in die Kategorie V (Entlastete) eingereiht. Es wird noch einmal festgestellt, dass Willi Schulz in Kategorie IV (Mitläufer) eingestuft worden wäre.

In der Begründung für die Entscheidung des Entnazifizierungsverfahrens wurde angemerkt, dass „Schulz in dieser Stellung (des Landesschulrates, Anmerkung d.L.) die Aufgabe oblag, das Schulwesen nationalsozialistisch auszurichten und daß er sich auch dieser Aufgabe unterzogen hat. Ihm wird jedoch zuerkannt, daß er einwandfreie Haltung gezeigt hat und daß er in manchen Fällen politisch Andersdenkenden gegenüber eine faire Haltung einnahm. Bei dieser Amtsführung konnten Angriffe von Seiten politisch aktiver Nationalsozialisten nicht ausbleiben.“ (43)

In diesem Kontext erscheint es erhellend, sich einmal die Leumundszeugnisse anzusehen, die an Bertha Schulz geschickt und von ihren Rechtsanwälten in das Verfahren eingebracht wurden. An erster Stelle stand ein Schreiben von Fritz Köhne, sicherlich noch unter dem Eindruck des Todes von Willi Schulz ein paar Wochen zuvor verfasst: „Ich kannte ihren Mann, wie Sie wissen, bereits aus der Zeit vor 1933 und habe da erfahren, daß er ein guter, weitherziger Mensch war. Als er mit uns als Delegierter auf der Deutschen Lehrerversammlung in Hannover war, hat er sich in unserem Kreise sehr wohl gefühlt. Das war in den Jahren, als man noch froh sein konnte und eine eigene Meinung haben durfte. Als er dann 1933 in die Schulbehörde eintrat, habe ich ihm in den Aufgaben der Verwaltung redlich geholfen, und er hat mich, gegen manche Widerstände in meinem Amte belassen. Für dieses Vertrauen, um das ich nicht zu bitten brauchte, bin ich ihm immer dankbar gewesen. Mit seinem Weg durch die nationalsozialistische Epoche begann die Tragik seines Lebens. Wohl niemand hat am Anfang gewusst, wie diese Zeit einmal sich entfalten, wie sie enden würde. Sicher hat ihr Mann das Beste für die Schule und Lehrerschaft gewollt; aber ein einzelner bedeutete wenig. Für die nationalsozialistische Politik war er nicht primitiv und skrupellos genug. Alles, was ihn so liebenswert machte – seine anständige, vornehme Gesinnung, sein gütiges Verstehen, seine Duldsamkeit und tiefe Besinnlichkeit – galt unter den Politischen Leitern nicht viel. Ich glaube, er ist unter ihnen ein Einsamer, ein Fremder geblieben. Manchmal kam er mir vor wie ein Wild in der Treibjagd, daß von der Meute zu Tode gehetzt wird. Als 1939 der Krieg begann, trafen wir uns zufällig am Dammtor. Da bedauerte er so sehr den Kriegsausbruch. Er war kein Machtmensch, sondern ein Mann des Friedens und der geistigen Auseinandersetzung. Schade, daß sein persönliches Leben von dem Machtstrom des Nationalsozialismus überspült wurde! Ich glaube, daß sein Herz daran zerbrach." (44)

Fritz Köhne hat nahezu für jeden, mit dem er während der Zeit des Nationalsozialismus zusammengearbeitet hatte, ein Leumundsschreiben abgegeben. In diesem Brief an Bertha Schulz beschrieb er so etwas wie eine Seelenverwandtschaft zu Wilhelm Schulz, „gütiges Verstehen, Duldsamkeit und tiefe Besinnlichkeit" waren auch Eigenschaften und Kennzeichen, die immer auch mit Fritz Köhne in Verbindung gebracht wurden.

Wilhelm Bernhardt, Geschäftsführer im Curio-Haus beschrieb, dass Willi Schulz in der Auseinandersetzung mit den „alten Kämpfern“ des NSLB sich gegen deren Vorwürfe gewehrt hätte, „über dem Curio-Haus wehe die Hakenkreuzfahne und dabei sei es ein Judenhaus". Bernhard stellte fest: „Es war damals die Zeit aufkommender Judenverfolgung. Tatsächlich wohnten im Hause zwei jüdische Ärzte und jüdische Familien. Die Geschäftsführung hatte mit ihren jüdischen Mietern nie Differenzen gehabt und versuchte den Verstorbenen davon zu überzeugen, daß es nicht im Interesse der Hausverwaltung liegen könne, sicheren Mietern zu kündigen mit der Aussicht auf leer stehende teure Wohnungen. Der Verstorbene ergriff sichtbar erleichtert diesen Vorwand, und so konnte die Kündigung etwa ein Jahr hinaus geschoben werden, so daß die Familien in der Lage waren, in Ruhe anderweitig unterzukommen. Das aber entsprach dem Wunsche des Verstorbenen, dessen feinfühlige Natur jegliche Gewaltmaßregel fern lag." (45)

Prof. Heinrich Geffert, ehemaliger Schriftleiter der Hamburger Lehrerzeitung, erinnerte, dass er mit Willi Schulz in den Jahren von 1901 bis 1907 im Lehrerseminar in Lüneburg gewesen war und Schulz „mein Klassenbruder" war. „Er zeichnete sich durch Begabung und Fleiß aus und war uns allen ein guter und stets hilfsbereiter Kamerad. Über das Wirken von Willi Schulz in der NS-Zeit schrieb Geffert: „Als er dann 1932 in die NSDAP eintrat und Ende 1933 Landesschulrat wurde, war es sein Bestreben, die Tradition der Hamburger Schule zu wahren und eine Schulpolitik der mittleren Linie einzuhalten. Er wehrte alle radikalen Elemente ab und sorgte dafür, daß tüchtige Hamburger Schulmänner in ihren Ämtern verblieben, obwohl sie der Partei nicht angehörten (Oberschulrat Köhne, Schulrat Schmidt, Prof. Peter, Prof. Becker u. a.). Er hat sich auch für viele Kollegen eingesetzt, die aus politischen Gründen in Schwierigkeiten gerieten. So verdanke ich ihm, daß ich trotz der Angriffe der NSDAP im Amte blieb. Er setzte sich auch dafür ein, daß der kommunistische Lehrer Müller (Geesthacht) aus der Haft entlassen wurde. Immer, wenn ich für bedrängte Kollegen bei ihm vorsprach, konnte ich mit seinem Wohlwollen und seiner Hilfsbereitschaft rechnen.

Herr Schulz ist in die NSDAP eingetreten, weil er sich etwas von der Schulpolitik der NSDAP versprach. Er wurde aber bald in seinen Hoffnungen getäuscht und von Jahr zu Jahr mehr verbittert, als er erfahren mußte, daß die Schule immer stärker politisiert und die sachliche Arbeit eingeengt wurde. Wie sehr ihm an einer Schulpolitik der mittleren Linie lag, ersieht man vor allem daraus, daß er aus dem eigenen Lager die heftigsten Angriffe erfuhr. Radikale Elemente warfen ihm vor, daß er politisch inaktiv sei, die älteren Parteigenossen bei der Besetzung der Stelle nicht genügend berücksichtige und die Schularbeit nicht energisch genug auf den Nationalsozialismus umstelle. Sie bezeichneten ihn in ihren Denunziationen als ‚Liberalisten‘ und ‚Judenknecht‘ und führten ein Gerichtsverfahren nach dem andern herbei. Seit dem Jahre 1935 war sein Leben ein einziges Martyrium. Von seinen Gegnern sind mir besonders die Namen: G. Höller, Hehn, Teichert, Schrader, Millahn, Schlotfeldt, Henze und Zindler geläufig. Herr Schulz wurde infolge der Aufregungen und Verhandlungen krank und verbittert; aber mit der ihm eigenen Zähigkeit setzte er sich anfangs durch, bis dann 1942 ein stärkerer Angriff erfolgte. Nach sehr erregten Aussprachen mit dem Führer dieser Clique, dem späteren Oberschulrat Henze, erlitt er einen Herzmuskelriss, der 1947 zu seinem frühen Tode führte. Herr Henze wurde 1942 sein Nachfolger." (46)

Es ist schon interessant, daß selbst bei höchsten Repräsentanten der nationalsozialistischen Verwaltung und von NS-Organisationen das Entlastungsmuster, es habe immer noch „Schlimmere oder Üblere“ gegeben, auch hier angewendet wurde. Wobei es sicherlich richtig ist, dass es gerade in den Jahren um 1933 einen massiven Machtkampf im NSLB gab, der zu Parteigerichtsverfahren gegen Willi Schulz führte, der aber dann eindeutig von Gauleiter Karl Kaufmann und der NSLB- Reichsführung zu Gunsten von Willi Schulz geklärt wurde. Dass es im Laufe der Jahre Unzufriedenheit mit der Amtsführung von Willi Schulz gegeben hat und junge, aufstrebende und skrupellose Nationalsozialisten wie Albert Henze bei Karl Kaufmann gegen Schulz intrigierten ist ebenso verbrieft. (47)

Der ehemalige NS-Schulrat Ernst Preuße, der mit Schulz seit 1910 bekannt war und ihn über Jahre aus der näheren Arbeit beobachten konnte, benannte die Ambivalenz, die er mit der Beförderung von Willi Schulz zum Gauamtsleiter des NSLB und Landesschulrat verband: „Die hohe Wertschätzung des Bauerntums und dörflicher Gemeinschaft und Lebensweise war es offenbar, die ihn, den man bis dahin als deutschnational kannte, zum Nationalsozialismus führte. Als es dann eines Tages hieß, dass man ihn zum Gauwalter des NSLB ernannt und an die Spitze des Hamburgischen Schulwesens gestellt hatte, war ich mir klar darüber, dass damit ein hochanständiger, um das Wohl der Schule ehrlich bemühter Mann berufen worden war. Es kann kein Zweifel darüber sein, dass Herr Schulz seinem hohen Amt nicht gewachsen war. Er hatte in Geesthacht ein Menschenalter in der Enge gelebt und nie in größeren Verhältnissen denken und arbeiten gelernt. Das wurde nun von ihm verlangt. Er hatte sich versonnen und versponnen in seine einsame und reiche Gedankenwelt. Nun sollte er sich kämpferisch mit Menschen auseinandersetzen. Dazu fehlte ihm eine wichtige Voraussetzung: es mangelte ihm jede Menschenkenntnis. Außerdem besaß er nicht die dafür erforderliche robuste Kraft. Er hatte von vornherein eine starke Gegnerschaft in den politischen Aktivisten, die, von der Partei gestützt, ihn zu Maßnahmen drängten, die er innerlich ablehnte und ihm besonders die Durchführung einer vernünftigen und sachlichen Personalpolitik unmöglich machten. Die steten Kämpfe haben ihn zermürbt und seine Gesundheit untergraben." (48)

Richard Schlorf, Kassenverwalter des NSLB im Curio-Haus und Oberschulrat für die berufsbildenden Schulen in der Schulverwaltung, ergänzte das Bild von Willi Schulz auf seine Weise: „Herr Schulz war ein ruhiger besinnlicher Mensch, der seine Entschlüsse erst nach langer und reiflicher Überlegung fasste. Er vertrat gegenüber der oftmals hastigen und überstürzten Art vieler Parteifunktionäre gerne die Überzeugung, dass das Gute sich dank der ihm innewohnenden Kraft auf die Dauer schon von selbst durchsetzen werde. Ob diese Ansicht immer richtig war, mag dahingestellt bleiben. Diese Grundeinstellung von Herrn Schulz führte oft zu Gegensätzen und Spannungen mit anderen einflussreichen Parteifunktionären, denen die Methode von Herrn Schulz zu langsam und nicht ‚aktiv‘ genug war. Das Curio-Haus und die Dammtorstraße 25 (die Schulverwaltung) wurden von diesen Gegnern in ironischer Weise als ‚Häuser des guten Willens‘ bezeichnet, womit dieser Vorwurf ausgedrückt werden sollte. Der Behutsamkeit von Herrn Schulz stand aber andererseits eine große Zähigkeit, Überzeugungsstreue und Zuverlässigkeit seines Wesens gegenüber.“ (49)

Auch Peter Jacobsgaard verwendet sich für Willi Schulz in einem Schreiben an dessen Witwe. Er kam als jemand, der mit Willi Schulz im NSLB viele Unterredungen hatte, „die meisten fanden unter 4 Augen statt“, zu dem Ergebnis, „daß Ihr Mann seiner wahren Gesinnung nach alles andere als ein s.g. Erznazist war“. Sein Resumee: „So kann ich abschließend mit gutem Gewissen behaupten, daß Ihr Mann alles andere als ein eifriger Parteigenosse war; aber er konnte seine Bindung zur Partei nicht lösen und wird wohl auch zuweilen als Gauamtsleiter anders hat entscheiden müssen als seine innere Einstellung für richtig hielt.“ (50)

Zum Schluss soll noch das „politische Gutachten" von Gustav Schmidt angeführt werden, der sich im Gegensatz zu Fritz Köhne zumeist differenziert äußerte und bei den Entnazifizierungsverfahren ein wichtiger Zeuge war. Gustav Schmidt war der einzige der hier Zitierten, der selbst nicht NSDAP-Mitglied war. Er beschrieb, dass er mit Willi Schulz seit 1925 bekannt war und sich auf Versammlungen einige Male im Widerspruch zu ihm über Fragen des Deutschunterrichts befunden habe. „In der Aussprache trug er seine abweichende Meinung in offener Weise und gut begründet vor. Er war im Streit der Meinungen ein sachlicher Gegner, von dem ich manche Anregungen bekommen habe." Und weiter: „Umso erstaunter waren wir, als es 1933 hieß, Herr Schulz sei der kommende Mann in der Verwaltung des Schulwesens, er sei für die Verwaltung des Volksschulwesens vorgesehen. Später übertrug man ihm die Leitung des gesamten Hamburger Schulwesens; er wurde Landesschulrat. Außerdem musste er nach nationalsozialistischem Brauch auch gleichzeitig die Leitung des Fachverbandes, des nationalsozialistischen Lehrerbundes, als Gauamtsleiter übernehmen. Schulz hat also während der nationalsozialistischen Zeit Schlüsselstellungen in der Verwaltung und dem Fachverband innegehabt. Diese Zeit und seine Tätigkeit werden besonders zu beurteilen sein. Herr Schulz vertrat wohl die Grundgedanken seiner Partei, allerdings nicht die Tagesmeinungen, sondern versuchte, ins Allgemeine vorzustoßen, die Mängel der Vergangenheit, die er sah, und seine Vorschläge für die Zukunft philosophisch und auf einen weit gespannten Hintergrund zu sehen. Den Tagesphrasen hielt er sich fern; er war ein Mann, dem die wissenschaftliche Arbeit mehr lag als das schnell fertige Handeln der Tagespolitiker. Darum war er den drängenden Forderungen des Tages nicht gewachsen. Er brachte nicht das Maß hetzender Aktivität auf, das die verschiedensten Ansprüche seiner Ämter an ihn täglich stellten. Er vergrübelte sich in seine allgemeinen, reinen Ideen von den Grundlagen einer Erziehungspolitik, die er verfolgen wollte, und die Leitung seiner Ämter ging immer mehr in die Hände seiner Mitarbeiter über, die das gewünschte Ausmaß an Aktivitäten und auch an weitem Gewissen aufbrachten. Herr Schulz konnte auch die sich stets ändernden Kräfteverhältnisse in der Gauleitung nicht für sich einspannen. Darum überspielten ihn Aktivisten; sowohl in der Behörde als im Lehrerbund entglitten ihm die Zügel, und als er nach heftigen Angriffen gegen seine Amtsführung krank wurde, hatte er keinen Einfluss mehr auf den Gang der Geschäfte. Ich sehe die Tragik seines Lebens darin, daß er in Ämter eingesetzt wurde, die er seinem ganzen Wesen nach nicht ausfüllen konnte: er war ein wissenschaftlich ausgerichteter Mensch und kein Mann der leichten und schnellen Tagesarbeit; er war still und besinnlich, konnte sich weder auf der politische Bühne bewegen, noch konnte er in kleinerem Kreise Verhandlungen geschickt leiten; er war ehrlich und offen in seiner Meinung und in seinem Handeln; Ränke lagen ihm nicht; die ‘Erfordernisse der Partei‘ waren nicht die Richtschnur seines Handelns. Leider war er so weich, daß seine aktiven Mitarbeiter manches in seinem Namen tun konnten, was nicht immer zum Besten der Schule gewesen ist; aber er wurde von ihnen einfach ausgeschaltet. Irgend eine gehässige oder gar niederträchtige Handlung ist mir von ihm nicht bekannt geworden. Ich habe es ihm immer hoch angerechnet, daß er von mir auch ein offenes und freies Wort der Kritik an seiner Amtsführung annahm, wie es von mir in unseren Konferenzen gesprochen wurde. Obwohl er wußte, daß ich nicht Mitglied der NSDAP war, hat er mich doch im Amte gegen manche Angriffe gehalten, hat mich auch nie gedrängt, Mitglied zu werden, hat mich sogar nie gefragt, warum ich nicht beitreten wollte." (51)

Aus meiner Sicht ergänzen diese in den Leumundszeugnissen enthaltenen Beschreibungen der Persönlichkeit Willi Schulz’ das Bild, das sich aus der bloßen Wiedergabe seiner Reden, Verlautbarungen und der vorliegenden Dokumente ergibt.

Die Klage der Witwe Bertha Schulz vor dem Oberverwaltungsgericht nach dem Gesetz 131 führte dann am 12.11.1953 zu einem Vergleich. Danach bliebt Schulz’ Ernennung zum Landesschulrat zwar unberücksichtigt, die Hinterbliebenenbezüge orientierten sich aber an dem Oberschulratsgehalt des verstorbenen Mannes und steigerten sich von bis dato 217,20 DM auf 513,13 DM monatlich.

Der Leitende Regierungsdirektor Otto von Zerssen, der gleichzeitig mit Berufsverbotsverfahren gegen sozialistische und kommunistische Lehrer in Hamburg befasst war, hatte für die Verhandlung noch einmal Schulz’ Karriere im Licht seiner nationalsozialistischen Verbundenheit beleuchtet, dabei aber eingeräumt: „Er hat sich zwar nicht als übler, aber doch als überzeugter Nationalsozialist als Landesschulrat betätigt, wurde aber von energischeren Persönlichkeiten allmählich fast völlig beiseite gedrängt, so daß sein Einfluß auch in pädagogischer Hinsicht nur verhältnismäßig gering blieb.“ (52)

Als Zeugen berief von Zerssen die in der Oberschulbehörde nach 1933 verbliebenen Schulräte Fritz Köhne und Gustav Schmidt, die den vorstehenden Text mit inspiriert haben dürften.

Das Personalamt stimmte dem Vergleich zu und von Zerssen hielt dabei fest, dass „Herr Wilhelm Schulz sich neben seiner Tätigkeit als Lehrer nicht nur um seine Weiterbildung bemüht sondern auf diesem Gebiet auch etwas geleistet“ habe. „Außerdem hat er sich als Landesschulrat nicht als engagierter Nationalsozialist betätigt.“ (53)

Text: Hans-Peter de Lorent

Quellen:
Uwe Schmidt, Nationalsozialistische Schulverwaltung in Hamburg. Vier Führungspersonen, Hamburg 2008; Uwe Schmidt: Lehrer im Gleichschritt: Der Nationalsozialistische Lehrerbund Hamburg, Hamburg 2006.

Anmerkungen
1. Albert Mansfeld: Die Gliederung des NSLB, Gau Hamburg, in die politische Organisation der NSDAP, HLZ 25/26 – 1934, S. 394.
2. Kurt Zeidler: Pädagogischer Reisebericht durch acht Jahrzehnte, Hamburg 1975, S. 82.
3. Siehe Biografie Deuchler in diesem Buch.
4. Ebd.
5. Auszug aus dem Protokoll des Senates v. 31.3.1933, in der Personalakte Willi Schulz: StA HH- Hochschulwesen – Dozenten- und Personalakten DPW I_376 Bd. 1
6. Siehe Hans-Peter de Lorent: Schule ohne Vorgesetzte, Hamburg 1992, S. 344
7. Zeidler, a.a.O., S. 82
8. Wilhelm Schulz: Die Kulturaufgaben des deutschen Volksstaates und die Landschule, in HLZ 17/ 1922, S. 261ff und HLZ 18/ 1922, S. 281ff. Siehe auch den Bericht von der 30. Vertreterversammlung des Deutschen Lehrervereins am 4.- 7. Juni 1922 in Hannover, in : HLZ 24/ 1922, S. 361 ff.
9. HLZ 20/ 1933, S. 283.
10. HLZ 17/ 1922, S. 264.
11. HLZ 18/ 1922, S. 284.
12. HLZ 20/ 1933, S. 283.
13. Siehe dazu Reiner Lehberger: Einflüsse der Reformpädagogik auf das Hamburger Regelschulwesen in der Weimarer Republik, in: Hans- Peter de Lorent/ Volker Ullrich: Der Traum von der freien Schule, Schule und Schulpolitik in Hamburg während der Weimarer Republik, Hamburg 1988, S. 118 ff.
14. Siehe HLZ 25/ 1922, S. 386. Schulz wurde nicht gewählt. Siehe dazu auch: Hans-Peter de Lorent: Der Lehrerrat, in de Lorent/ Ullrich 1988, S. 25ff. Schulz kandidierte bei späteren Lehrerkammerwahlen nicht wieder.
15. Anmerkung v. 23.12. 1924 in Personalakte Schulz a.a.O.
16. Siehe dazu: Hans- Peter de Lorent: „Laßt hinter Euch die Welt des Intellekts“, Der Nationalsozialistische Lehrerbund, in: Reiner Lehberger/Hans-Peter de Lorent (Hg.). „Die Fahne hoch“. Schulpolitik und Schulalltag unterm Hakenkreuz, Hamburg1986, S. 119 ff und Hans- Peter de Lorent, Personalpolitik, ebenda, S. 203 ff.
17. Siehe Annemarie Biedermann: Als Sekretärin beim NSLB, in: Lehberger/ de Lorent, S. 125 ff.
18. So der Leitende Regierungsdirektor Otto von Zerssen in einem Schreiben vom 4.3.1952 auf den Einspruch der Witwe Schulz gegen die Höhe der Hinterbliebenenrente, in: Personalakte Schulz a.a.O. Die Darstellung von Zerssens korrespondiert mit der Aussage Kurt Zeidlers in seinen Erinnerungen, Zeidler 1975, S. 83
19. Siehe auch: Uwe Schmidt: Lehrer im Gleichschritt: Der Nationalsozialistische Lehrerbund Hamburg, Hamburg 2006.
20. Angaben nach Personalakte Schulz a.a.O.
21. Lediglich in Turnen und Musik „genügend“.
22. Schreiben in Personalakte Schulz a.a.O.
23. Siehe StA HH OSB I D 2_Bd. XV. Außer Schulz wurden damals auch vorgeschlagen: Dr. Johannes Saß und Wilhelm Grünewald.
24. HLZ 18/ 1933, S. 250. Siehe auch Hans-Peter de Lorent: Rädchen im Getriebe, in: Lehberger/ de Lorent insbesondere S. 189 ff.
25. Die ganze Rede ist abgedruckt in: HLZ 20/ 1933, S. 189 ff. Siehe auch den Versammlungsbericht, ebenda, S. 289 f.
26. HLZ 20/1933, S. 284.
27. Wilhelm Schulz: Lehrerbund und Schule in Hamburg 1934, HLZ 1/ 1935, S.1.
28. HLZ 43/1933, S. 561.
29. HLZ 43/1935, S. 575. Siehe auch die Rede Schulz’ zum 1. Jahrestag des Todes von Hans Schemm in HLZ 10/ 1936, S. 110f.
30. Siehe Lehberger/ de Lorent 1986.
31. Reiner Lehberger: Der „Umbau“ der Hamburger Volksschule, in Lehberger/ de Lorent, S. 24.
32. Abgedruckt sind die Grundsätze in HLZ 49/ 1933, S. 670f sowie in Lehberger/ de Lorent, S. 24ff.
33. Siehe Lehberger/ de Lorent, S. 27ff
34. Ottwilm Ottweiler, Die Volksschule im Nationalsozialismus, Weinheim und Basel 1979, S. 16. Siehe dazu auch Hildegard Milberg: Schulpolitik in der pluralistischen Gesellschaft, Hamburg 1970, S. 382f.
35. Uwe Schmidt: Nationalsozialistische Schulverwaltung in Hamburg, Hamburg 2008, S. 46.
36. Ebd.
37. Schmidt, 2008, S. 37.
38. „Hamburger Tageblatt“ v. 19.11.1933, zitiert nach Schmidt,2008, S. 39.
39. Zeidler, a.a.O., S. 82 f.
40. Entnazifizierungsakte Bertha Schulz, StA HH, 221-11_Ed 657
41. HLZ 48/1933, S. 645 f.
42. Entnazifizierungsakte B. Schulz, a.a.O.
43. Personalakte Willi Schulz, a.a.O.
44. Entnazifizierungsakte B. Schulz, a.a.O.
45. Schreiben vom 5.5.1947, ebd.
46. Schreiben vom 6.6.1947, ebd.
47. Siehe Biografie Albert Henze in diesem Buch.
48. Schreiben vom April 1949, ohne konkretes Datum, ebd.
49. Schreiben vom 2.4.1949, ebd. Siehe auch die Biografie von Richard Schlorf in diesem Buch.
50. Schreiben vom 8.5.1947, Entnazifizierungsakte B. Schulz, a.a.O.
51. Schreiben v. 21.6.1947, Entnazifizierungsakte B. Schulz, a.a.O.
52. Argumente enthalten in Personalakte Schulz, a.a.O.
53. Schreiben vom 30.10.1953, ebd.
 

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Datenbank online Die Dabeigewesenen

Von Hamburger NS-Täter/innen, Profiteuren, Denunziant/innen, Mitläufer/innen und Zuschauer/innen ... Eine Hamburg Topografie.

Die Dabeigewesenen

Aufsätze

Erklärung zur Datenbank

Stand Februar 2019: 716 Kurzprofile und 276 sonstige Einträge.

Diese Datenbank ist ein Projekt in Fortsetzung (work in progress). Eine Vollständigkeit ist niemals zu erreichen. Sie startet online im Februar 2016 mit rund 520 Profilen und mehr als 200 weiteren Einträgen, wird laufend ergänzt und erweitert werden. Wissenschaftliche Institute, Gedenkstätten, Universitäten und zum Thema forschende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können gern ihre erarbeiteten Profile in diese Datenbank stellen lassen.

Quellenangaben, die sich auf Webseiten beziehen, sind die zum Zeitpunkt der Recherche gefundenen. Sollten Sie veraltete Links oder Aktualisierungen bzw. Verschiebungen der Inhalte feststellen, freuen wir uns über Hinweise.

Vor etlichen Jahren hat die Landesszentrale für politische Bildung Hamburg die Stolperstein-Datenbank www.stolpersteine-hamburg.de ermöglicht und gibt seit rund zehn Jahren gemeinsam mit dem Institut für die Geschichte der Deutschen Juden unter der Projektleitung von Dr. Beate Meyer und Dr. Rita Bake von der Landeszentrale für politische Bildung die Publikationsreihe „Stolpersteine in Hamburg, biografische Spurensuche“ heraus. Mit dieser Datenbank „Die Dabeigewesenen“ möchte die Landeszentrale für politische Bildung nun den Blick auf diejenigen lenken, die das NS-System stützten und mitmachten. Denn:

Eine Gesellschaft, die sich eine offene und freie Zukunft wünscht,
muss [...] über eine Kultur verfügen, die nicht auf dem Verdrängen
und Vergessen der Vergangenheit beruht.“ (Mario Erdheim Psychoanalytiker) 1)

Diese aktuell immer noch so wichtige Aussage bildet den inhaltlichen Ausgangspunkt dieser Datenbank. Sie enthält eine Sammlung mit Kurzprofilen über Menschen, die auf unterschiedlichste Weise an den NS-Gewaltverbrechen in Hamburg Anteil hatten, z.B. als Karrierist/innen, Profiteur/innen, Befehlsempfänger/innen, Denunziant/innen, Mitläufer/innen und Täter/innen. Aber auch sogenannte Verstrickte, die z. B. nach durchlittener Gestapo-Folter zum Spitzel wurden. Unter all diesen Dabeigewesenen gab es auch Menschen, die in keiner NS-Organisation Mitglied waren, die aber staatliche Aufträge - zum Beispiel als Künstler oder Architekt - annahmen und so von dem NS-System profitierten, im Gegensatz zu denen, die sich diesem System nicht andienten, deshalb in die Emigration gingen oder in Kauf nahmen, keine Karriere mehr zu machen bzw. kaum noch finanzielle Einnahmen zu haben.
Ebenso wurden solche Personen aufgenommen, die zum Beispiel vor und während der NS-Zeit den Idealen des Heimatschutzes und der Technik-Kritik anhingen und das NS-Regime dadurch unterstützten, indem sie staatliche Aufträge annahmen, die diesen Idealen entsprachen, da das NS-System solche Strömungen für seine Ideologie vereinnahmte.

Für die Datenbank „Die Dabeigewesenen“ wurden alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wie Medizin, Justiz, Bildung und Forschung, Verwaltung, Kirche, Fürsorge und Wohlfahrt, Literatur, Theater und Kunst, Wirtschaft, Sport, Polizei und parteipolitische Organisationen berücksichtigt.

„denn wir können (…) das ganze Phänomen des Mitmachens und des Ermöglichens, das ja in der NS-Zeit eine genauso große Rolle gespielt hat, wie die Bereitschaft, selbst aktiver Täter vor Ort zu sein - das alles können wir nur verstehen, wenn wir die verschiedenen Facetten der Täterschaft noch viel genauer betrachten, als das bisher geschehen ist." 2)

In vielen Profilen wird der weitverbreitete Enthusiasmus vieler Deutscher für den Nationalsozialismus, gegenüber „seiner Wirtschafts- und Sozialpolitik, seine Architektur, seine Weltanschauung" 3) etc. deutlich. Und es zeigt sich, dass Menschen das NS-System stützten, indem sie z. B., ohne darüber nachzudenken und ohne zu hinterfragen, bereitwillig moralische und soziale Normen des NS-Staats übernahmen.

Mit Schaffung der „Ausgrenzungsgesellschaft“ war es für die „Mehrheitsgesellschaft“ möglich, u. a. NS-Rassentheorien praktisch umzusetzen.

Diese Erkenntnis ist angesichts heutiger aktueller gesellschafts-politischer Entwicklungen von Bedeutung. In einem Interview zum Thema Fremdenfeindlichkeit bemerkte der Antisemitismusforscher Prof. Dr. Wolfgang Benz auf die Frage, ob aus der Geschichte zu lernen sei. „Wir könnten schon. Wir könnten zum Beispiel lernen, dass der Fremde nicht schuld ist an dem Hass, der ihm widerfährt. Es scheint tatsächlich schwierig zu vermitteln zu sein, dass das Opfer nicht dafür verantwortlich ist, dass es totgeschlagen oder misshandelt wird. Juden werden nicht verfolgt, weil an ihnen etwas ist, was sie zu Opfern macht, sondern weil die Mehrheitsgesellschaft Opfer braucht, und zwar zur eigenen Identitätsstiftung. Zuwanderer, Fremde, Andersgläubige werden ausgegrenzt. Das stärkt das Selbstgefühl der Mehrheit.“ 4)

Mit der Datenbank soll eine Hamburg Topographie der „Dabeigewesenen“ entstehen, um somit konkrete Orte des NS-Geschehens sichtbar zu machen. Deshalb werden auch nur diejenigen Dabeigewesenen aufgenommen, die zwischen 1933 und 1945 in Hamburg mit seinen Grenzen nach 1937 gelebt/gearbeitet haben. Neben Personenprofilen sind auch Adressen von NSDAP-Organisationen und -Einrichtungen zu finden. Darüber hinaus gibt es für einzelne Stadtteile Einträge, die die NS-Aktivitäten im Stadtteil beschreiben. In der Datenbank kann nach Namen, Straßen, Bezirken und Stadtteilen gesucht werden, damit also auch nach den Wohnadressen und/oder Adressen der Arbeitsstätten (soweit recherchierbar). Durch Hinzuziehen der Stolpersteindatenbank (hier sind die Adressen der NS-Opfer aufgenommen, für die bisher Stolpersteine verlegt wurden) und der virtuellen Hamburg-Stadt-Karte (sie verzeichnet die Zwangsarbeiterlager und Firmen, die Zwangsarbeiter beschäftigt haben) wird eindringlich deutlich, wie dicht benachbart Opfer und Dabeigewesene in Hamburg gelebt und gewirkt haben. Mit diesen Informationen ist es immer schwerer, die altbekannte Entschuldigung aufrecht zu erhalten; wir haben doch nichts davon gewusst.

In den vorgestellten Profilen liegt der Fokus auf Handlungen und Einstellungen zum NS-Regime. Privates wird nur erwähnt, wenn es für die Haltung zum NS-Regime von Relevanz ist. Recherchegrundlage für diese Datenbank waren bereits vorhandene wissenschaftliche Veröffentlichungen (z. B. von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und dem Institut für Zeitgeschichte), Biographien, Sammelbände und Dissertationen zu Hamburg im Nationalsozialismus, aber auch in diversen Fällen Entnazifizierungsakten und andere Akten und Dokumente, die im Staatsarchiv Hamburg zur Verfügung stehen. Für die Adressenrecherchen wurden die digitalisierten Hamburger Adressbücher von 1933 bis 1943 der Staats- und Universitätsbibliothek genutzt. Trotz größter Sorgfalt beim Zusammentragen der Daten, ist es dennoch möglich, dass Schreibweisen von Namen variieren und Lebensdaten fehlerhaft sind. In den Profilen und den Beschreibungen der Funktionen sowie des „Wirkens“ des Dabeigewesenen konnte nicht komplett auf das NS-Vokabular – der Sprache der Täter – verzichtet werden, dennoch wurde versucht, diesen Anteil gering zu halten und neutralere Umschreibungen zu finden.
Die meisten der aufgeführten Personen wurden schnell nach Kriegsende durch die Entnazifizierungsstellen als entlastet eingestuft, sie mussten sich selten vor Gericht verantworten oder sie wurden aufgrund von Verjährung ihrer Taten nicht juristisch verurteilt. So stellt Can Bozyakali in seiner Dissertation z. B. zum Sondergericht am Hanseatischen Oberlandesgericht fest, dass auch in Hamburg bis Anfang der 1950er Jahre 63% aller Justizjuristen, die am Sondergericht tätig gewesen waren, wieder in den Justiz-Dienst eingestellt wurden. „[…] anhand dieser Werte [kann] von einer ‚Renazifizierung‘ gesprochen werden.“ 5)

Dr. Rita Bake, Dr. Brigitta Huhnke, Katharina Tenti (Stand: Anfang 2016)

1) Mario Erdheim: „I hab manchmal furchtbare Träume … Man vergißts Gott sei Dank immer glei...“ (Herr Karl), in: Meinrad Ziegler, Waltraut Kannonier-Finster: Österreichisches Gedächtnis. Über Erinnern und Vergessen der NS-Vergangenheit. Wien 1993.
2) Wolfram Wette: Deutschlandfunk-Interview am 20.11.2014, anlässlich seines neuen Buches: „Ehre, wem Ehre gebührt. Täter, Widerständler und Retter - 1933-1945“, Bremen 2015.
3) Raphael Gross: Anständig geblieben. Frankfurt a. M.  2010, S. 17.
4) Wolfgang Benz: „Ich bin schon froh, wenn es nicht schlimmer wird". Der Historiker Wolfgang Benz über die lange Geschichte der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland – und was neu ist an den Pegida-Märschen. Interview: Markus Flohr und Gunter Hofmann, in ZEIT online vom 21. Dezember 2015. www.zeit.de/zeit-geschichte/2015/04/wolfgang-benz-pegida-antisemitismus-fremdenfeindlichkeit
5) Can Bozyakali: Das Sondergericht am Hanseatischen Oberlandesgericht: Eine Untersuchung der NS-Sondergerichte unter besonderer Berücksichtigung der Anwendung der Verordnung gegen Volksschädlinge, Frankfurt/ Main 2005, S. 235.

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