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Julie Herrmann

( Julie Herrmann (Juliane Caroline Louise Hermann verh. Lutze) )
(19.2.1823 Hamburg – 25.8.1889 Hamburg)
Schauspielerin
Ohlsdorfer Friedhof: Althamburgischer Gedächtnisfriedhof Grabplatte „Thalia“
Alstertor Thalia Theater (Wirkungsstätte)
Als am 9. November 1843 Hamburgs zweite große Bühne, das Thalia-Theater eröffnet wurde, war die junge Schauspielerin Julie Herrmann in umfangreichem Maße an der Eröffnungsvorstellung beteiligt. Zusammen mit Carl Meixner sprach sie den von A. E. Wohlheim gedichteten Prolog „Alt und Neu“, ein humoristisches Zwiegespräch, das die Verbindung von alter und neuer Zeit herstellte und das von solcher Naivität war, dass die junge Schauspielerin den Publikumserfolg für sich verbuchen konnte. Begeisterten Beifall erntete sie auch in einem der sich anschließenden Theaterstücke, in der Vaudeville-Posse „Köck und Guste“, die in den folgenden Jahren mehrfach wiederholt wurde.
Die älteste Tochter des Schriftstellers und Direktors des Hamburger Stadttheaters Anton Herrmann hatte Julie Herrmann am 1. Februar 1840 auf der Bühne ihres Vaters als Gretchen in „Vorsatz“ debütiert.
Bei der Eröffnung des Thalia-Theaters ging sie an das neue Haus, das nur deshalb hatte gegründet werden können, weil die Witwe Handje für das Winkeltheater, das sie in ihrem Gasthof „Hotel de Rome“ am Valentinskamp betrieb, im Jahre 1809 eine reguläre Theaterkonzession erhalten hatte, die bei ihrem Tod auf ihren Direktor, Chéri Maurice, übergegangen war, mit der Auflage, eine neue Spielstätte auf einem freien Platz zu gründen. Im Übrigen blieben theatralische Darbietungen aller Art bis zur Einführung der Gewerbefreiheit im Jahre 1869 innerhalb des Stadtgebietes aus Konkurrenzgründen verboten. Als das neu errichtete Haus am Pferdemarkt (heute Gerhart-Hauptmann-Platz) sich schnell zu einer beliebten Bühne entwickelte, die dem Stadttheater empfindlich Konkurrenz machte, erweiterte der Senat seine ursprüngliche Auflage, nur Lustspiele zur Aufführung zu bringen, dahingehend, dass sie höchstens zwei Akte haben durften., Diese Verordnung wurde 1861 wieder aufgehoben.
Am Erfolg des Thalia-Theaters war Julie Herrmann, die als erste Liebhaberin und Soubrette schnell zum Publikumsliebling avancierte, sicherlich nicht unbeteiligt. 1849 gab sie ihre Bühnenlaufbahn jedoch auf, als sie den Kaufmann H. A. Lutze heiratete. Eine bürgerliche Existenz war damals mit der einer Schauspielerin kaum zu vereinbaren. So suchte Julie Herrmann die Möglichkeit, durch kleine literarische und musikalische Arbeiten mit dem Theater verbunden zu bleiben. Am 22. März 1873 wurde zu Kaiser Wilhelms Geburtstag auf der Bühne des Stadttheaters ein dramatisches Festgedicht von ihr aufgeführt: „Ein Sechsundsiebziger“. Als Chéri Maurice am 29. Mai 1885, zwei Tage vor Übergabe der Bühne an seinen Sohn, seinen 80sten Geburtstag mit einem Festakt im Theater feierte, saß auch Julie Herrmann in einer der Logen „und war ebenso gerührt wie der Jubilar“. [1]
Text: Brita Reimers
Zitat:
1 Erich August Greeven: 110 Jahre Thalia-Theater. Hamburg 1843-1953. Eine kleine Chronik. Hrsg. Von Willy Maertens. Hamburg 1953.
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Juli 2019) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand Juni 2019: 1122 Kurzprofile von Frauen und 389 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Zuletzt eingetragene Namen
Januar 2019 Erika Woisin, Christine Färber, Aracy Moebius de Carvalho, Charlotte Tauterat, Caroline Umlauff, Elvira Unglaube, Schwestern-Verein der Hamburgischen Staatskrankenanstalten, Clara Goldschmidt, Elsa Hopf, Dora Wenneker-Iven
Februar 2019 Demoiselle Conradi, Christine Reinhard, Erna Martens
März 2019 Klara Laser, Frieda Cordes, Johanne Günther, Eliza Wille
April 2019 Liselotte Strelow, Ruth Held
Mai 2019 Sozialverband VdK, Mädchentreff Schanzenviertel, Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur, Vera Jürs, Johanna Renate Wöhlke
Juni 2019 pro familia, Celly de Rheidt
Juli 2019 Rosa Bartl

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 415, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

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Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
Rita.Bake@hamburg.de

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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