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Madeleine Lüders

( Madeleine Agnes Elfriede Lüders )
(4.12.1892 Hamburg – 13.2.1966 Hamburg)
Schauspiellehrerin und Theaterleiterin
Jungfernstieg 26–30 (Hamburger Hof) (Wirkungsstätte)
Agnesstraße 28a (Wohnadresse und Wirkungsstätte)
Über seine Tante Madeleine Lüders verfasste Detlev Lüders eine Publikation und beginnt sein Buch mit folgenden Sätzen über die Herkunft seiner Tante: „Madeleine Lüders, (…) war die Tochter des Prokuristen der Dresdner Bank Wilhelm Lüders (1847-1918) und seiner Ehefrau Agnes, geb. von Breymann (1860-1938). (…) ML besuchte die Höheren Mädchenschulen von Anna Müller und Anna Ramme. (…)
Mit 16 Jahren fing ML. An, ein Tagebuch zu führen. Schon auf der zweiten Seite steht: ‚Ich will Schauspielerin werden. Hoffentlich erreiche ich etwas im Leben. …Ich denke, ich werde im Leben noch sehr viel kämpfen müssen …‘ (8. Juli 1909).
Der nächste Eintrag, am 13. Januar 1910, berichtet schon vom ersten Schritt in die schauspielerische Laufbahn. ‚So weit wäre es erreicht. Ich habe dramatischen Unterricht bei Max Montor [einem gefeierten Darsteller am Deutschen Schauspielhaus Hamburg]. Ich wäre meinem Ziel um einen Schritt nähere gekommen! Nach vielen Kämpfen, äußerlich und innerlich. Das Geld geliehen von meinem Onkel, in mir Zweifel.‘“ [1]
Und weiter schreibt Detlev Lüders: „An den Bühnen, denen ML, in ihrer Jugend als Ensemblemitglied angehörte, blieb sie nie länger als eine Spielzeit. An keinem dieser Theater wurde sie glücklich. Die Gründe waren vielfältig. Sie wurde zu wenig beschäftigt, ihr schon zugeteilte Rollen nahm man ihr wieder weg, die Organisation des Theaterbetriebs war chaotisch, die Stücke zu seicht, die Probenarbeit unzureichend; und die soziale Situation des Schauspielers lernte sie als fragwürdig kennen.
Aber manche Probleme waren auch in MLs Natur begründet. Sie war eine ‚überstarke Begabung‘, wie Gustav Lindemann in Düsseldorf zu ihr sagte (…), und sie war so sehr von dieser Begabung durchdrungen, daß sie sich einer fremden Regie kaum zu fügen wußte. Sie selbst wollte ‚führen‘. Sie versteigt sich zu den kaum ganz ernst gemeinten Worten: ‚Warum muß ich nur mit allen Menschen kämpfen auf Erden? … Und sie könnten’s dich alle so gut haben bei mir, wenn sie mir nur die Führung überließen!‘ (5. April 1913 – ML. War 20 Jahre alt.) (…) ML. Fühlte sich im Grunde den Theaterleuten, denen sie begegnete, - mit wenigen Ausnahmen – weit überlegen.“ [2]
Zwischen 1919 und 1926 gehörte Madeleine Lüders dem Vorstand der Volksbühne an. 1920 initiierte sie für die Volksbühne „Sonntagsunterhaltungen“, die an Sonntagsnachmittagen in den Festsälen verschiedener Höherer Schulen in Hamburg stattfanden. „‘Unsere ersten Hamburger Künstler lesen aus den Dichtungen großer Meister vor (…), oder bieten musikalische Vorträge (…).‘‚ Man wollte so den Menschen helfen, ‚ihr Unterhaltungsbedürfnis zu befriedigen und ihren seelischen Hunger zu stillen auf eine reine und edle Art‘.“ [3]
1922 gründete Madeleine Lüders die „ Hamburgische Schauspielschule“. Mit dieser Schule wollte sie „eine Erneuerung des deutschen Theaters, eine neue ‚Theaterkultur‘ des Schauspiels vorbereiten. Sie zielte –ausgehend etwa vom Wirken Max Reinhardts, den sie sehr verehrte (…), durchaus auf eine radikale Reform des Theaters, auf eine Wiederbelebung und neue Erkenntnis seiner künstlerischen und sittlichen Grundlagen und suchte ‚die auch heute noch verworrenen ästhetischen Gesetze des Theaterkunstwerks festzulegen‘ (Richard Schultze). (…) ‚Die Hamburgische Schauspielschule‘, heißt es in einem Faltblatt der zwanziger Jahre, ‚will auf gemeinnütziger sozialer Grundlage, die jedes private Geschäftsinteresse von vornherein ausschließt, eine gründliche praktische und theoretische, geistige und körperliche Berufsausbildung für den Schauspieler, Regisseur und den Rezitator geben.‘ (…)
Die leitende Idee einer umfassenden schauspielerischen Ausbildung führte dazu, daß dem zu gründenden Theater (…) ein Internat für Schauspieler angegliedert werden sollte.“ [4]
Unterstützt wurde sie bei ihrem Vorhaben von drei Männern, dem damaligen Bürgermeister Werner von Melle, Carl Petersen und dem Direktor der Kunsthalle Gustav Pauli.
„Die Vorlesungen fanden im kleinen Hörsaal der Kunstgewerbeschule am Lerchenfeld statt (…). Dem Lehrkörper der Schauspielschule gehörten [u.a.] an: Dr. Walter Berendsohn, Dozent der Hamburgischen Universität; (…) Dr. Hans Harbeck (…), Dr: Paul Theodor Hoffmann, Redakteur des Hamburger Anzeigers; (…) Dr. Gustav Pauli, Direktor der Hamburger Kunsthalle; Dr. Rosa Schapire (…).“ [5]
Detlev Lüders schreibt weiter über die Intention seiner Tante hinsichtlich der Ausrichtung ihrer Schauspielschule: „Aufgrund ihrer Erfahrungen mit dem bestehenden Theater war es eine zentrale Forderung MLs, die ‚Zufälligkeit der künstlerischen Äußerung‘ zu überwinden und ‚prägnante Technik und Form‘ zu gewinnen. (…) Das Ziel der Gesamtausbildung der schauspielerischen Persönlichkeit entsprang auch aus ‚Pflichtgefühl und Verantwortung den Schülern gegenüber.‘ (…)‘Kein anderes Theater und keine andere Schauspielschule kenne ich, die in psychologisch so feinfühliger Weise das Talent selbstlos zu pflegen weiß und zu dienen bereit ist an den jungen heranwachsenden Künstlern,‘“ [6] äußerte ein ehemaliger Schüler.
Im September 1924 gründete Madeleine Lüders die Hamburgische Schauspielbühne. Ihr wurde die Hamburgische Schauspielschule angegliedert. In den ersten beiden Jahren spielte die Schauspielbühne in unterschiedlichen Theatersälen. 1926 zog die Bühne in eigene Räumlichkeiten im „Hamburger Hof“ damals ein Kontorhaus, in dem verschiedene Firmen und Institutionen ihren Sitz hatten. Dort bezog die Bühne Räume im ersten Stock.
1935 verboten die Nationalsozialisten die Bespielung der Saalbühne mit ihren 500 Plätzen. Madeleine Lüders wich mit der Bühne in ihr Privathaus in der Agnesstraße 28a aus (1969 wurde das Haus abgerissen). Die Räume der der Schauspielschule befanden sich dort seit 1934 im Erdgeschoss.
In der NS-Zeit trat Madeleine Lüders keiner NS-Organisation bei. Sie hatte, so schreibt sie in ihrem Entnazifizierungsfragebogen, Repressalien zu erleiden. Auf einem zweiseitigen Extrablatt zu ihrem Entnazifizierungsfragebogen beschreibt sie diese: „Meine Erfahrungen auf dem Gebiet der Theaterkultur unter der Nationalsozialistischen Regierung.
Ich gehörte vor 1933 dem Vorstand verschiedenere Kulturvereinigungen in Hamburg an: der Literarischen Gesellschaft, den Freunden der Kunsthalle, der Volksbühne Gross-Hamburg. Zum Teil habe ich diese Bildungsgesellschaften mit ins Leben gerufen, zum Teil ihre künstlerische und organisatorische Leitung in der Hand gehabt.
1922 wurde unter meiner Leitung die Hamburgische Schauspielschule gegründet, die eine Reform der schauspielerischen Ausbildung durchführen wollte. 1924 erstand unter meiner Leitung die Hamburgische Schauspielbühne, die mit einem auserwählten Spielplan eine Geschliffenheit der künstlerischen Darstellungsform und eine geistige und seelische Vertiefung der Aufführungen verbinden sollte. Zum Protektorat meines Theaters gehörten der damalige Bürgermeister Dr. Carl Petersen, Bürgermeister Dr. von Melle, der Gründer der Hamburgischen Universität, Professor Dr. Pauli, Direktor der Kunsthalle, Geheimrat Cuno, Direktor der Hamburg-Amerika-Linie, und andere.
Die hohen Ansprüche dieses meines Theaters standen bald in einem Gegensatz zu der Nachlässigkeit und der Unzulänglichkeit mancher anderer Theater, und die Aufführungen fanden um ihrer Erfolge willen, die in Urteilen und Kritiken über die Aufführungen bestätigt wurden, manche Neider unter den Schauspielern und Direktoren der damaligen Theater.
1933 bemühte ich mich, bei der neuen Regierung ein Verständnis für meine Reformpläne zu finden, um einen Neubau für mein Theater durchzuführen. Diese Verhandlungen wurden von den Regierungsstellen in Berlin über Jahre hinaus in die Länge gezogen und mir das Arbeiten als Theaterdirektorin dadurch unmöglich gemacht. Eine neidische, unwissende, ungebildete und auch bösartige Schauspielerschaft, die sich in der Reichstheaterkammer zusammengefunden hatte, bediente sich der Schulverwaltung in Hamburg, um diese Behörde im Einverständnis mit den Berliner Stellen zu veranlassen, meine Schauspielschule zu schliessen, da ich die Korruption in der Reichstheaterkammer und den Schlendrian der Theaterführung in Deutschland bekämpfte.
Die Schulverwaltung schloss sich unter den haltlosesten Ausreden, die in jedem Schreiben anders waren, im Jahre 1937 meine Hamburgische Schauspielschule, sodass mir auch dieses Feld meiner Tätigkeit genommen wurde und meine Mitarbeiter und ich ohne jede Einkünfte dastanden. Beschwerden beim Reichspropaganda-Ministerium in Berlin blieben ohne jeden Erfolg, ebenso Beschwerden beim Hamburgischen Gesandten in Berlin und bei der Führerkanzlei. Esd wurden hinter meinem Rücken Verleumdungen aller Art in die Akten geschrieben. Ich verlangte vergeblich, dass mir die Urheber der üblen Nachrede gegenübergestellt wurden. Sie wichen stets feige aus, da sie ihre Verleumdungen sachlich gar nicht aufrecht halten konnten.
Ich hatte mich mit dem Schweizer Konsulat in Verbindung gesetzt, da ich die Absicht hatte, unter diesen Umständen Deutschland zu verlassen und meine Arbeit in der Schweiz neu aufzubauen. Mitglieder der Schweizer Regierung waren bereit, mir in der Schweiz die Wege dafür zu ebnen. Aber ich bekam weder die Erlaubnis, Deutschland zu verlassen, noch konnte ich Mittel für meine Zwecke mitnehmen.
Auf meine Anfrage in Berlin, wovon meine Mitarbeiter und ich – da uns jede Arbeitsmöglichkeit genommen war – in Zukunft leben sollten, bekam ich eine Aufforderung, ins Hamburger Gauhaus zu kommen. Dort wurde mir in einer Unterredung bedeutet, dass ich über meine künstlerischen Pläne zu schweigen hätte, ich würde mir sonst ‚Unannehmlichkeiten‘ zuziehen. Auf mein erneutes Ansuchen in Berlin, meine Angelegenheit zu prüfen, wurde ich von der Hamburger Geheimen Staatspolizei angerufen und auf das hiesige Stadthaus bestellt. Dort wurde mir mitgeteilt, dass man im Auftrage von Berlin mir zu sagen hätte, ich würde mit dem Konzentrationslager bedroht, wenn ich über meine künstlerischen Absichten spräche. Ich erklärte, dass ich, solange ich atmen könnte, mein künstlerisches Lebenswerk verteidigen und seine Verwirklichung fördern würde. Ich wurde dann gezwungen, ein Schriftstück zu unterzeichnen, dass ich gewarnt sei und in Zukunft schweigen sollte.
Da ich aber nicht die Absicht hatte zu schweigen, sondern alles daran setzen wollte, um meine Pläne durchzuführen, wandte ich mich an Frau Winifred Wagner nach Bayreuth, die Theatererfahrungen und hohe künstlerische Ansprüche verband mit einer einflussreichen Stellung. Ich legte ihr schriftlich meine Ideen dar, schilderte ihr mein Lebenswerk und die Behandlung, die ich im Dritten Reich erfahren hatte, und bat sie um ihren Rat. Sie schrieb mir daraufhin, ich möchte sie in Bayreuth besuchen. Ich nahm ihr die ganzen Akten mit, und sie war gleich mir aufs tiefste empört über die Handlungsweise der deutschen Behörden. Zur Orientierung verweise ich auf folgende Gutachten:
Frau Wagner gab sich die grösste Mühe, um die Durchführung meiner Pläne zu fördern. Sie sagte und schrieb mir später: ‚Sie beabsichtigen für das Schauspieltheater durchzuführen, was Richard Wagner für die Oper wollte: die geschlossene Einheit des Theaterkunstwerks in der höchsten Vollendung in allen Einzelheiten. Es freute mich, aus Ihrem letzten Brief zu erfahren, dass Ihre Angelegenheiten eine günstige Wendung genommen haben, und ich wünsche Ihnen von Herzen, dass aus dem Anfang eine grössere Zukunft werden mögen!‘ --- ‚Frau Lüders ist eine erfahrene und ernst zu nehmende Frau.‘ --- ‚Frau Madeleine Lüders, Leiterin der Hamburgischen Schauspielbühne und der Hamburgischen Schauspielschule, Hamburg 39, Agnesstrasse 28a, hat mir mündlich und schriftlich wiederholt ihre Pläne und Ziele zur Reformierung des Schauspiels vorgetragen und soweit ich als Leiterin der Bayreuther Bühnenfestspiele das beurteilen kann, so glaube ich, dass Frau Lüders mit ihren durchgreifenden Forderungen nach einer gründlichen Ausbildung der Schauspieler und Schauspielerinnen auf einer Basis möglichst umfassender Allgemeinbildung und ausgesprochener Spezialbildung und hoher ethischer Haltung (Internatsunterricht) auf dem rechten Wege ist und kraft ihrer ausgesprochenen Begabung für das umfassende Gebiet des Theaters jeder Unterstützung würdig ist. (Winifred Wagner. Haus Wahnfried. Bayreuth.)‘
Auf ein Schreiben der Frau Wagner hin besuchte ich den Präsidenten der Reichstheaterkammer in Berlin. Ich legte ihm meine Absichten dar, die er aber gar nicht verstand. Auch musste er gerade eine Rede von Herrn Hitler am Rundfunkapparat hören. Ein Besuch bei der Hamburger Schulverwaltung hatte ein etwas günstigeres Ergebnis. Herr Schulrat Köhne verfolgte mit Interesse meine Darlegungen, und da jetzt Frau Wagner in Bayreuth sich um die Sache bemühte, wuren durch den damaligen Oberschulrat Herrn Henze meine Akten aufs neue durchgesehen. Herr Henze stellte nach verschiedenen Monaten fest, dass ‚hier ein himmelschreiendes Unrecht geschehen‘ sei, und dass ‚ein hundertprozentiges Recht auf meiner Seite läge und ein hundertprozentiges Unrecht auf Seite der andern.‘
Man übertrug mir, da ich ja die ganzen Jahre ohne Einkommen gwesen war, eine Dozentenschaft am Pädagogischen Institut für Lehrerbildung der Hansestadt Hamburg, die mir eine Einnahme von 200 Reichsmark im halben Jahre verschaffte. Ausserdem übertrug man mir eine Dozentenschaft an der Volksbildungsstätte (Volkshochschule) der Hansestadt Hamburg für theaterwissenschaftliche Vorlesungen und die Führung der Laienspielkurse. Die einnahmen aus diesen Vorlesungen und Kursen beliefen sich auf 300 Reichsmark im halben Jahre.
Meine Schule ist gerade jetzt mit Erlaubnis der Militär-Regierung wieder eröffnet worden, doch mein Theater noch nicht. Auch meine anderen Forderungen sind unerfüllt geblieben. Aber man hatte wohl erkannt, dass es sich um bedeutende künstlerische Pläne handelte und dass neben der eigentlichen künstlerisch-schöpferischen Tätigkeit des Theaterleiters von mir kulturpolitische Forderungen erhoben wurden für die Reinigung des gesamten Theaterlebens im Reich.
30. September 1945 Madeleine Lüders“ [7]
Aber auch mit der Britischen Besatzungsmacht war Madeleine Lüders nicht zufrieden. Auch durch sie sah sie ihre künstlerischen Forderungen nicht erfüllt. Dazu schreibt ihr Neffe Detlev Lüders: „Aber Intrigen und Anfeindungen setzten sich fort. So wurde das Haus Agnesstraße 28a (…) im Sommer 1945 für ein halbes Jahr von der Besatzungsnacht ‚durch eine Intrige‘ beschlagnahmt, ‚obwohl es sich um das Haus und die Existenz einer politisch Geschädigten handelte.‘ (ML.) ; und ein Antrag MLs auf Wiedererteilung ihrer Theaterkonzession wurde 1947 abgelehnt, obwohl sie als Theaterleiterin längst in hervorragender Weise ausgewiesen war.
Ebenso wurde ihr Lehrauftrag an der Volkshochschule 1947 nach neun Semestern nicht verlängert – wie ML. Schrieb, ‚als Ergebnis einer jahrelangen Beeinflussung der Leitung der Volkshochschule durch sozialdemokratische Lehrer.‘ (…)
Die Hamburgische Schauspielschule nahm zwar nah ihrer Wiedereröffnung 1946 einen deutlichen Aufschwung, bis in die 60er Jahre hinein. (…) ‚Man darf [aber] nicht vergessen, daß ich durch jene … Machenschaften um den Ertrag meiner Lebensarbeit gebracht worden bin, wirtschaftlich sowohl wie künstlerisch.‘“ [8]
Die Hamburgische Schauspielbühne bestand bis zum Madeleine Lüders Tod im Jahre 1966.
Text: Rita Bake
Quellen:
1 Madeleine Lüders und das Theaterkunstwerk. Hamburgische Schauspielschule 1932-1969, Hamburgische Schauspielbühne 1924-1935. Hrsg. von Detlev Lüders. Berlin 2007, S. 9.
2 Madeleine Lüders und das Theaterkunstwerk, a. a. O., S. 16f.
3 Madeleine Lüders und das Theaterkunstwerk, a. a. O., S. 23.
4 Madeleine Lüders und das Theaterkunstwerk, a. a. O., S. 29.
5 Madeleine Lüders und das Theaterkunstwerk, a. a. O., S. 31.
6 Madeleine Lüders und das Theaterkunstwerk, a. a. O., S. 32.
7 Staatsarchiv Hamburg 21-11 Ed 7979
8 Madeleine Lüders und das Theaterkunstwerk, a. a. O., S. 35f.
 

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: September 2019) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

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Erklärung zur Datenbank

Stand September 2019: 1123 Kurzprofile von Frauen und 389 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Zuletzt eingetragene Namen
Januar 2019 Erika Woisin, Christine Färber, Aracy Moebius de Carvalho, Charlotte Tauterat, Caroline Umlauff, Elvira Unglaube, Schwestern-Verein der Hamburgischen Staatskrankenanstalten, Clara Goldschmidt, Elsa Hopf, Dora Wenneker-Iven
Februar 2019 Demoiselle Conradi, Christine Reinhard, Erna Martens
März 2019 Klara Laser, Frieda Cordes, Johanne Günther, Eliza Wille
April 2019 Liselotte Strelow, Ruth Held
Mai 2019 Sozialverband VdK, Mädchentreff Schanzenviertel, Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur, Vera Jürs, Johanna Renate Wöhlke
Juni 2019 pro familia, Celly de Rheidt
Juli 2019 Rosa Bartl
September 2019 Mabel Wulff

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 420, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

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Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

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stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

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Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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