Behörde für Schule und Berufsbildung

Frauenbios

Zwangsarbeiterinnen

Troplowitzstraße (ehemals)
Siehe auch unter KZ Außenlager
Auf dem ehemaligen Gelände der Valvo-Radioröhrenfabrik, dem heutigen Gelände der Firma Beiersdorf, befand sich während der NS-Zeit ein Barackenlager für 150 sowjetische Zwangsarbeiterinnen.
Gertrud Meyer, damalige Arbeiterin in der Valvo-Radioröhrenfabrik, erinnert sich in ihrem Buch „Die Frau mit den grünen Haaren“, Hamburg 1978 an eine Zwangsarbeiterin: „Im fünften Monat ihrer Schwangerschaft wurde sie, nachdem ihr Dorf angezündet und die männliche Bevölkerung ermordet worden war, von der SS aufgegriffen und nach Deutschland verfrachtet (...). Nun ist Wera im siebten Monat. Essenszulage bekommt sie nicht. Die Mädchen werden nach Feierabend, da man für sie noch keine Wohnbaracken vorbereitet hat, in den Luftschutzkeller gesperrt. (...) Einmal sehe ich Wera weinend über ihre Arbeit gebeugt. Das ist zuviel! Ich kann nicht mehr an mich halten und spreche sie auf russisch an: ‘Wera, kann ich dir helfen?’ Doch sie schüttelt schluchzend den Kopf: ‘Wie kannst du mir helfen? Du weißt, mein Mann ist erschlagen und ich hier im Fremdarbeiterlager - was soll aus meinem Kind werden? Wo soll ich es gebären? Man sagt mir, der Luftschutzkeller sei gut genug dafür.’ Ich bin entsetzt!“
Nachdem sich Gertrud Meyer für die Frau eingesetzt hatte, kam Wera in die Hanseatische Kettenfabrik nach Langenhorn. Dort gab es ein Krankenzimmer und eine Entbindungsabteilung für Ostarbeiterinnen.
Text: Rita Bake
 

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