Namens-/Sachregister

Frauenbios

Ausschuss für die Gleichstellung der Frau

( Ausschuss für die Gleichstellung der Frau (Frauenausschuss) Gleichstellungsausschuss )
Ausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft, besetzt mit weiblichen und männlichen Bürgerschaftsabgeordneten, tätig von 1982 bis 1993, dann abgeschafft, wieder tätig unter dem Namen Gleichstellungsausschuss von 1997 bis 2001, dann wieder abgeschafft; wieder tätig von 2011 bis 2015 im Ausschuss für Justiz und Gleichstellung und seit 2015 im Ausschuss für Wissenschaft und Gleichstellung
Hamburger Rathaus, Rathausmarkt
Siehe auch: Leitstelle für die Gleichstellung der Frau
Siehe auch: GAL-Frauenfraktion
Hamburger Rathaus; Quelle: Heidas (Wikipedia account, All of Heidas' pictures) (CC BY-SA 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
„Nach der Bürgerschaftswahl vom Juni 1982 bildete erstmalig die GAL eine Fraktion in der Bürgerschaft, in der mehr Frauen als Männer waren. Die SPD musste als von der GAL tolerierte Minderheitsregierung auf die Wünsche dieser Parlamentsneulinge Rücksicht nehmen. Zu Beginn der Legislaturperiode folgte sie etwas zögerlich der Anregung der GAL, einen Frauenausschuss einzurichten. (PL Pr, 10/2 vom 30.6.82) Bislang waren sogenannte Frauenthemen im Sozialausschuss behandelt worden.“ (Inge Grolle und Rita Bake: "Ich habe Jonglieren mit drei Bällen geübt“. Frauen in der Hamburgischen Bürgerschaft 1946 bis 1993. Hamburg 1995, S. 241. Text: Inge Grolle.)
Der von der GAL favorisierte Name „Frauenausschuss“ wurde von der SPD in „Ausschuss für die Gleichstellung der Frau“ geändert. Die GAL hatte deshalb für den Namen „Frauenausschuss“ plädiert, weil er darauf hinweisen sollte, „dass hier nur Frauen das Sagen hatten, denn ‚wenn Unterdrückte über ihre Forderungen diskutieren, [gehören] Unterdrücker nicht mit an den Tisch (…)‘. So prononcierten die Frauen der GAL ihren feministischen Standpunkt (...).
Die Parlamentarierinnen der CDU hielten den Frauenausschuss für eine Fehlentscheidung. Frauen betreffende Fragen, so erläuterte Eleonore Rudolph, sollten nicht aus ihrem Zusammenhang gerissen und gesondert behandelt, sondern in den Fachausschüssen für Soziales, Jugend und Berufsbildung, im Innen-, Gesundheits-, Wirtschafts- und vor allem im Haushaltsausschuss bearbeitet werden. Wichtig sei, dass Frauen und Männer gemeinsam an der Lösung von Frauenfragen beteiligt würden, denn wie könnte sonst bei Männern ein Problembewusstsein entstehen!
Am 16.9.1982 wurde der ‚Ausschuss für die Gleichstellung der Frau‘ eingesetzt; Vorsitzende war Ursula Jelpke (GAL), Schriftführerin Eleonore Rudolph (CDU), von seinen 15 Mitgliedern waren sieben Männer (Paritätische Besetzung: SPD: vier Frauen, vier Männer; CDU: drei Frauen, drei Männer; GAL; eine Frau). Sogenannte Frauenfragen waren zu einem eigenen Bereich des Parlaments geworden. Neben den nun mehr als bisher diskutierten Problemen von Frauenarbeit und Frauenbildung ergaben sich als neue Felder: Die Situation von Migrantinnen, alleinerziehenden Müttern, Prostituierten, das Thema Gewalt gegen Frauen, Förderung von Frauenprojekten, insbesondere von Frauenhäusern. Im nächsten Jahrzehnt arbeitete der bürgerschaftliche Ausschuss für die Gleichstellung der Frau sehr intensiv. Als er 1993 nach Ablauf der 14. Legislaturperiode, gestrichen wurde, bedauerten dies viele Parlamentarierinnen.“ (Inge Grolle, a. a. O., S. 242.)
Anlass für die Auflösung war, dass bürgerschaftliche Ausschüsse generell reduziert werden sollten. Außerdem sollten so genannte Frauenthemen nicht mehr gesondert behandelt werden, sondern bei den anderen Fachausschüssen einfließen, was jedoch in der Folgezeit nicht geschah. Deshalb beantragte die GAL vier Jahre später bei den Koalitionsverhandlungen mit der SPD im Jahre 1997, den Frauenausschuss neu zu beleben. Man einigte sich schließlich auf einen Gleichstellungsausschuss.
Die Bürgerschaftswahl vom September 2001 führte dann zu einem Regierungswechsel. Die nun regierende Koalition von CDU, Partei Rechtsstaatlicher Offensive und FDP schaffte den Gleichstellungsausschuss ab und integrierte dessen Aufgaben in den Sozialausschuss.
Erst zehn Jahre später, nachdem die SPD wieder an die Regierung gekommen war, wurde wieder ein Ausschuss gebildet, der im Titel wenigstens auch die Gleichstellung mitberücksichtigte: „Ausschuss für Justiz, Datenschutz und Gleichstellung“ (Wahlperiode vom 13.4.2011-19.2.2015). In der folgenden Wahlperiode ab dem 15.4.2015 wurde die Gleichstellung im Ausschuss „Ausschuss für Wissenschaft und Gleichstellung“ integriert.
Text: Inge Grolle/Rita Bake (Stand: März 2018)
Anmerkungen:
siehe: Inge Grolle, Rita Bake: "Ich habe Jonglieren mit drei Bällen geübt“. Frauen in der Hamburgischen Bürgerschaft 1946 bis 1993. Hamburg 1995, S. 241f.
 

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Dezember 2020) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

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Stand Dezember 2020: 1216 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Zuletzt eingetragene Namen

Januar 2020: Ursula Nölle, Christa Hoffmann-Riem, Angelika Mertens, Bertha Keyser

Februar 2020: Audrey Motaung, Semra Ertan, Beate Hasenau, Elfriede Kneiphoff, Johanna Harry, Recha Lübke, Helene Flörsheim, Catharina Goldenstede, Elsa Friede, Julie Gayen

März 2020: Theodore von Axen, Betty Francken, Elisabeth Rosenkranz, Senta Dohme, Gesa Schneider, Vilma Prochownik

April 2020: Hygieia-Brunnen, Mädchenschule der israelitischen Gemeinde, Verein Heim für junge Mädchen, Siechenhaus Salem, Wohnhaus für Frauen, Witwenkommission der Exekutive des Notstandskomitees, Mädchenherberge, Häuslicher Hilfsdienst des Bundes Hamburgischer Hausfrauen, Eva Lessing, Hild Lennartz, Dörte Helm, Gertrud Weiberlen, Paula Gans, Elisabeth Schultz, Bernhardine Romberg, Johanna Christine Henriette Müller, Hökerinnen, Hamburgische Bürgerschaft, Diakonissenheim am St. Anscharplatz, Stadttheater, Gänsemarktoper, Comödienhaus, Pranger, Fronerei

Mai 2020: Dorothea Buck, Allgemeine Armenanstalt, Fürsorge für sittlich gefährdete Frauen und Mädchen, Weibliche Kriminalpolizei, Thalia Theater, Trostbrücke, Altes Rathaus, St. Jakobi Kirche, Evakatrin Sieveking, Wöchnerinnenheim in Hamburg, Toni Engel; Marion Pein, Maria Gleiss, Elke Acimovic, Elke Thomas, Irene Knickrehm, Spinnschule, Zeichenschule für Mädchen, Mädchenfortbildungsschule, Elisabeth Meyer, Mieken Rieck, Gerhild Halfmeier, Miriam Gilles-Carlebach; Grete Albrecht; Lucille Eichengreen

Juni 2020: Grete Albrecht, Charlotte Thiede Eisler-Rodewald, Hannelore Borchers, Eleonara Witonska, Cilly Levisohn, Gerda Freise

Juli 2020: Hannelore-Maria Santl

August 2020: Elisabeth von Dücker, Astrid Kirchherr

September 2020: Hilde Marchwitza, Rena Vahlefeld

Oktober 2020: Eva Maria von Dumreicher, Nina Müller, Elisabeth Polach, Lili Wertheimer, Hella Beer, Jenny Behrens, Henny Hansen, Bertha Katzenstein, Marion Krauthamer, Edith Schloss, Anna Weinstein, Franziska Simon, Gerda Wittkowsky, Toni Neufeld

November 2020: Emilija Mitrović, Gerda Aldermann, Renate Hauschild-Thiessen, Lonny Beese, Andrea Manga Bell, Toni Pergelt, Ida Valeton, Lisette Helene Fürth, Ursula Schneider, Christa Borstelmann, Anneliese Beermann, Chica Schaller

Dezember 2020: Ruth-Erica Dunckelmann, Sabine Tessloff, Marei Obladen, Inka Graeve Ingelmann, Sabine Hahn, Felicitas Barg, Uta Stammer, Margit Otto-Crépin, Helga Wullweber, Andrea Hilgers, Anke Fuchs, Carola Marwitz-Schramm, Louise Grimm, Nicoline Still

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2544 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 440, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

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Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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