Namens-/Sachregister

Frauenbios

Vierländerin Brunnen

Hopfenmarkt
Siehe auch unter: Zippelhaus
Siehe auch unter: Hökerinnen
(Ausschnitt aus dem szenischen Rundgang: "Alles nur Theater mit den Frauen", Sprecherinnen: Rita Bake, Herma Koehn)
„An diesem Marktplatz standen die meisten öffentlichen neustädtischen Gebäude und zwar, (...) an der Ostseite (...)“, [1] schrieb Christian Francisco Gaedechens in seiner historischen Topographie über Hamburg.
Szenenbild mit Herma Koehn aus dem aus dem Szenischen Rundgang "Alles nur Theater mit den Frauen"
Vierländer Blumenmädchen verkauft Rosen auf dem Jungfernstieg. Bild: "Vor dem Alster-Pavillon zu Hamburg" von Hans von Bartels Hamburg 1856-1913. Museum für Hamburgische Geschichte
Auf dem Markt hatten die Schlachter eigene feststehende Schrangen (Verkaufsbuden). In späteren Jahrhunderten entwickelte sich der Platz zu einem Großmarkt für Lebensmittel. „An keiner Stelle in der Welt kann des Gewimmelns von Menschen mehr seyn, als auf diesem Hopfenmarkt, besonders an Markttagen und vorab Sonnabends vor Mittags. Alle Arten von Lebensmitteln sind hier feil. Schwarzes und weisses Brodt, Gewürzwaaren, allerlei Fleisch von vierfüßigem Schlachtvieh und Gevögel, Flußfische, Seefische, Bachfische, allerlei Obstarten nach der Jahreszeit in Menge, Kräuter, Erdgewächse im Überfluß werden hier feil geboten und gekauft“, schrieb der Publizist, Offizier und Politiker Ludwig von Hess 1796 über den Hopfenmarkt, der im 14. Jahrhundert so benannt wurde, weil damals Hopfen zum Hauptverkaufsartikel geworden war. Heute wird auf dem Hopfenmarkt noch ein Wochenmarkt abgehalten.
Seit 1975 steht auf dem Markt der Vierländerin Brunnen mit seinem achteckigen Brunnenbecken, in der Mitte die Figur einer Vierländer-Marktfrau mit Korb. Die Inschrift lautet: „Auf dem Markt lernt man die Leute kennen.“ Der Brunnen hatte ursprünglich auf dem Meßberg und später bei den Markthallen an der Amsinckstraße gestanden. Er wurde 1878 von dem Oberingenieur Franz Andreas Meyer (1837 - 1901) und die Figur der Vierländerin von dem Bildhauer Engelbert Peiffer (1830 - 1896) geschaffen.
Ein Großteil der Frauen aus der Unterschicht war im Kleinhandel tätig. Ihre Hauptdomäne war die Versorgung der Stadtbevölkerung mit Nahrungsmitteln. Sie verkauften ihre Waren in den Straßen und auf Märkten. Doch bevor sie ihren Geschäften nachgehen konnten, hatten sie bereits schwere Arbeit auf dem Lande verrichten müssen. Denn bevor das Suppengrün in den Hamburger Kochtöpfen landete, musste es gepflanzt, geerntet, bearbeitet und mit Ewern über die Elbe zu den Hamburger Märkten transportiert werden.
Viele Hökerinnen blieben oft mehrere Tage in der Stadt und wohnten z. B. während der Saison von Mai bis Oktober in Hamburger Herbergen und Schenkkellern, so auf der Herrlichkeit und in der Deichstraße.
Meist kamen die Hökerinnen aus Kätnerfamilien. Der Verkauf ihrer Waren war zur Sicherung der Existenz dieser Familien lebensnotwendig. Doch er war meist sehr gering und auch unsicher, denn es handelte sich bei den Produkten häufig um leicht verderbliche Ware. Um überhaupt einen kleinen Verdienst zu haben, griffen die Hökerinnen manchmal zu Tricks: Milchhökerinnen verfälschten die Milch, indem sie sie mit Wasser verdünnten. Fischfrauen verkauften manchen alten Fisch als frisch, nachdem sie ihn gewässert und mit Salz bestreut hatten, damit er wieder appetitlich roch.
Eine soziale Stufe unter den ländlichen Hökerinnen standen die städtischen Straßenhändlerinnen. Sie gehörten der untersten Sozialschicht an. Oft konnten sie mit dieser Arbeit noch nicht einmal ihr Existenzminimum sichern.
Text: Rita Bake
Anmerkungen:
1 Christian Francisco Gaedechens: Historische Topograpgie der Freien und Hansestadt Hamburg. Hamburg 1880.
denkmalstiftung.de/index.php?pg=fundraising_vierlaenderin&PHPSESSID=hvecvdwdgn
 

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Januar 2021) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand Januar 2021: 1227 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Dr. Rita Bake,
Rita.Bake@hamburg.de

Zuletzt eingetragene Namen

Oktober 2020: Eva Maria von Dumreicher, Nina Müller, Elisabeth Polach, Lili Wertheimer, Hella Beer, Jenny Behrens, Henny Hansen, Bertha Katzenstein, Marion Krauthamer, Edith Schloss, Anna Weinstein, Franziska Simon, Gerda Wittkowsky, Toni Neufeld

November 2020: Emilija Mitrović, Gerda Aldermann, Renate Hauschild-Thiessen, Lonny Beese, Andrea Manga Bell, Toni Pergelt, Ida Valeton, Lisette Helene Fürth, Ursula Schneider, Christa Borstelmann, Anneliese Beermann, Chica Schaller, Cläre Meyer

Dezember 2020: Ruth-Erica Dunckelmann, Sabine Tessloff, Marei Obladen, Inka Graeve Ingelmann, Sabine Hahn, Felicitas Barg, Uta Stammer, Margit Otto-Crépin, Helga Wullweber, Andrea Hilgers, Anke Fuchs, Carola Marwitz-Schramm, Louise Grimm, Nicoline Still, Harriet Maué, Christa Möbius, Johanna Abendroth, Lygia-Therese Budnik, Cläre Meyer, Emma Biermann

Januar 2021: Katherina Hanen

Was erwartet Sie in der Frauenbiografie-Datenbank?

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2545 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 441, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Diverse Frauenbiografien sind von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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