Namens-/Sachregister

Frauenbios

Sophie-Döhner-Hube-Stift

Hinrichsenstraße 35 (ehemals)
Quellenweg 1-4 / Wurmsweg/ Chateauneufstraße (Stiftsgebäude heute)
Döhnerstraße, Hamm-Mitte, benannt 1904 nach August Friedrich Gustav Adolph Döhner (1814-1888), der von 1854 bis 1888 auf dem Gelände ansässig war
2017 ergänzt um seine Ehefrau Sophie Döhner, geb. Hube (1817-1892), die das „Sophie-Döhner-Hube-Stift“ gründete.
Neuer Erläuterungstext: benannt nach August Friedrich Gustav Adolph D. (1814-1888), der auf dem Gelände der Straße ansässig war, und dessen Ehefrau Sophie D., geb. Hube (1817-1892), Gründerin des „Sophie-Döhner-Hube-Stifts“
Sophie-Döhner-Hubes Ehemann, der Kaufmann, Adolph Döhner, verfügte testamentarisch den Betrag von 100.000 Goldmark für eine Stiftung zur Armenpflege anzulegen. Seine Witwe Sophie Döhner geb. Hube stiftete dann 1889 das Sophie Döhner-Hube-Stift. Die Stadt Hamburg stellte das Grundstück für den geplanten Baukomplex von Freiwohnungen an der Baustraße (heute Hinrichsenstraße) in Borgfelde zur Verfügung.
Errichtet wurde der Baukomplex 1889/90 mit 16 Familienwohnungen und 21 Einzelwohnungen. Die Miete betrug damals zwischen M 1.- und M -,50 pro Woche.
1943 wurde das Stift ausgebombt. Das Stift bot preisgünstigen Wohnraum für alte bedürftige evangelische Frauen und arme Familien. In den Wohnungen sollten „nur Leute von unbescholtenem Lebenswandel geduldet“ werden. „Ausgeschlossen sind nicht nur solche Menschen, die in wilder Ehe leben, sondern auch Trunkenbolde und solche, welche sich gelegentlich betrinken. Ein im trunkenen Zustand gesehener Bewohner hat die Wohnung in 14 Tagen zu räumen. Ehepaare haben ihre kirchliche Trauung nachzuweisen, ehe der Einzug gestattet wird.” (Joachim, Hermann: Handbuch der Wohltätigkeit in Hamburg, 1909).
Im Stifts-Reglement von 1890 heißt es: „Die Eltern sind für das Wohlverhalten ihrer bei ihnen lebenden Kinder verantwortlich. Es ist den Eltern nicht erlaubt, die erwachsenen Söhne nach ihrer Lehrzeit, noch die gesunden Mädchen nach der Konfirmation im Hause zu behalten, außer, wenn sie zur Stütze und Pflege der Eltern notwendig sind. Die Eltern sind verpflichtet jeglichen Frevel und Unfug ihrer kleinen Kinder zu steuern, auch besonders darauf zu achten, daß diese in den Wohnungen, dem Lichthofe und Gärtchen nichts zerstören, die Rasenplätze nicht verderben, nicht auf den Candelaber und die Stakette klettern, noch die Bänke beschmutzen oder mit Sand bestreuen, auch keine fremden Kinder mit in den Hof bringen. Lassen die Eltern die Kinder umhertreiben oder sich sonst großer Sorglosigkeit in der Kinderzucht zu Schulden kommen, so ist dies ein Grund ihnen die Wohnung zu kündigen, ebenfalls wenn sie sie aufs Betteln oder mit Bettelbriefen ausschicken. Katzen und Hunde, Kaninchen und Meerschweine, Hühner und Tauben etc. dürfen nicht gehalten werden. Zeug darf nur auf dem Boden, nie im Stifthofe getrocknet werden auch nicht in den kleinen Vorgärten. Blatterkranke und Irre dürfen nicht im Hause bleiben. Beim Gebrauch der Wasserleitung ist möglichst auf Sparsamkeit zu achten. Auch sind die Hähne vorsichtig auf und zuzudrehen. Kein Bewohner darf ohne Erlaubnis in der Wohnung die geringste Veränderung vornehmen. Das äußere Gitter des Stiftes wird Abends um 10 1/2 Uhr vom Vice geschlossen und früh um 5 Uhr wieder geöffnet. Späterkommende müssen vorher dem Vice Anzeige davon machen und haben ihm bis 12 Uhr 10 ch, später 20 ch dafür zu zahlen, daß er öffne.”
Als die Stiftung „eben ihre Arbeit zum Wohle alter und verschämter Armer aufgenommen hatte", verstarb die Stifterin im Alter von 75 Jahren und ihre älteste Tochter übernahm die Stiftungsverwaltung: Fräulein Sophie Cornelia Frederike Döhner (27.8.1844 Hamburg - 12.2.1933 Hamburg). Sie wohnte bis zu ihrem Tode in der Hammer Landstraße 227 und engagierte sich auch im Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger, unverheiratheter Frauenzimmer, war im Vorstand des Mädchenhortes für Borgfelde und im Verband Hamburger Mädchenhorte.
Im Zuge der Inflation ging der Großteil des Kapitals verloren. Die Mieten mussten erhöht werden, die Instandhaltungskosten konnten nicht mehr aus den Erträgen des Vermögens geleistet werden. Die damals 82 jährige Sophie C. Döhner bestimmte deshalb, dass die Stiftungsverwaltung zukünftig aus drei Personen zu bestehen habe, unter ihnen musste mindestens eine Frau sein. Die Ernennung der Verwaltung oblag zukünftig der Kirchengemeinde Borgfelde (heute St. Georg-Borgfelde).
1923 bat Sophie C. Döhner die Stadt Hamburg um Übernahme der Stiftung, da sie, die lebenslang ihre wohltätigen Tätigkeiten ehrenamtlich geleistet hatte, nun selbst verarmt sei und schlug mit der Immobilie und der Stiftung, die sie als Sicherheit der Stadt Hamburg anbot, eine Leibrente für sich vor. Dies wurde jedoch abgelehnt, was zur Folge hatte, dass sich Sophie C. Döhner schließlich als Kleinrentnerin an das Wohlfahrtsamt wenden musste.
Die Tochter aus großbürgerlichem, wohlhabendem Hause wurde von der feministischen Ethnologie als Reiseschriftstellerin entdeckt. Als sprach- und kunsthistorisch Gebildete unternahm sie – überwiegend allein! – Ende des 19. Jahrhunderts ausgedehnte Reisen. Daraus entstanden mehrere Veröffentlichungen.
Nach der Währungsreform 1948 war das Stiftungsvermögen auf 1.226 DM geschmolzen.
Mithilfe großen Engagements und einer Mischfinanzierung wurde die Stiftung 1954 neu errichtet. Der Grundstein für das bis heute als Altenheim genutzte Backstein-Ensemble am Quellenweg/ Wurmsweg/ Chateauneufstraße neben dem Hammer Park wurde am 2.4.1954 gelegt.
Text: Rita Bake/Cornelia Göksu
Literatur: Sophie Döhner-Hube Stiftung. Erbaut im Jahre 1889/90, wiedererrichtet 1954/55.
Hg. von Johannes Kaehler, Hamburg, um 1955.
 

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Februar 2021) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

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Stand Februar 2021: 1229 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Oktober 2020: Eva Maria von Dumreicher, Nina Müller, Elisabeth Polach, Lili Wertheimer, Hella Beer, Jenny Behrens, Henny Hansen, Bertha Katzenstein, Marion Krauthamer, Edith Schloss, Anna Weinstein, Franziska Simon, Gerda Wittkowsky, Toni Neufeld

November 2020: Emilija Mitrović, Gerda Aldermann, Renate Hauschild-Thiessen, Lonny Beese, Andrea Manga Bell, Toni Pergelt, Ida Valeton, Lisette Helene Fürth, Ursula Schneider, Christa Borstelmann, Anneliese Beermann, Chica Schaller, Cläre Meyer

Dezember 2020: Ruth-Erica Dunckelmann, Sabine Tessloff, Marei Obladen, Inka Graeve Ingelmann, Sabine Hahn, Felicitas Barg, Uta Stammer, Margit Otto-Crépin, Helga Wullweber, Andrea Hilgers, Anke Fuchs, Carola Marwitz-Schramm, Louise Grimm, Nicoline Still, Harriet Maué, Christa Möbius, Johanna Abendroth, Lygia-Therese Budnik, Cläre Meyer, Emma Biermann

Januar 2021: Katherina Hanen, Ingeborg Hecht

Februar 2021: Anita Horz

Was erwartet Sie in der Frauenbiografie-Datenbank?

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2545 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 441, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

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Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Diverse Frauenbiografien sind von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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