Behörde für Schule und Berufsbildung

Frauenbios

Tatiana Ahlers-Hestermann

(28.3.1919 Hamburg - 30.1.2000 Hamburg)
Textil-, Mosaik- und Glaskünstlerin, Bildstickerin
Hochhausring 4a (Wohnadresse)
Werke zu sehen u. a.: Glasfenster in einer Jugendstilvilla Osterfeldstraße 70
Tapisserie: St., Elisabeth Kinderheim, Grasredder 13
„Tatiana Ahlers-Hestermann war die Tochter des deutsch-russischen Künstlerehepaares Alexandra Povòrina und Friedrich Ahlers-Hesteermann. Ihr Bruder Andreas, der 1916 geboren wurde, lebte nur wenige Wochen. Beide Elternteile waren anerkannte Maler. Tatiana Ahlers-Hestermann entschied sich für eine eigene Ausdrucksform: Zunächst wählte sie die Textilkunst, später entwarf sie auch Mosaike und Glasfenster für Kirchen,“ so steht es in wikipedia über Tatjana Ahlers-Hestermann.
Und Karin von Behr schreibt in ihrem Portrait über die Künstlerin, die mit ihren Eltern 1928 nach Köln zog, wo der Vater eine Professur an den Kölner Werkschulen erhalten hatte: „Die starke Bindung zwischen Vater und Tochter blieb lebenslang bestehen.“ 1)
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Friedrich Ahlers-Hestermann aus dem Dienst entlassen, Tatjana durfte kein Abitur machen, weil sie nicht dem BDM beitrag. Sie trat in der Zeit des Nationalsozialismus in keine NS-Organisation in. (Staatsarchiv Hamburg 221-11 F (P) 4933). Sie wurde nur Zwangsmitglied der Reichskulturkammer.
Zwischen 1936 und 1938 absolvierte Tatiana Ahlers-Hestermann in Köln eine Ausbildung zur Textilkünstlerin. Daran schloss sich ein Jahr textiles Arbeiten an der Hochschule für Angewandte Kunst in München, wo sie Stickkunst studierte.
Eltern, die von den Nationalsozialisten beobachtet wurden, weil sie z. B. keine Hakenkreuzfahren aus ihren Fenstern hängten, waren nach Berlin gezogen, um in der Anonymität der Großstadt untertauchen zu können. Tatiana lebte in Berlin bei ihren Eltern, wo sie zwischen 1939 und 1942 Abendkurse in Malen und Zeichnen an der Reimann Schule besuchte.
Die Künstlerin beschäftigte sich intensiv mit kirchlichen Themen. 1944 konvertierte sue vom russisch-orthodoxen Glauben zum katholischen Glauben.
1945 floh sie mit ihrer Mutter vor den Bombenangriffen nach Worpswede/Fischerhude zu der Bildhauerin Clara Westhoff.
Als Friedrich Ahlers-Hestermann 1946 als Direktor an die Hamburger Landeskunstschule berufen wurde, zog Tatiane zu ihm und wohnte mit ihm im Schulgebäude am Lerchenfeld. Die Mutter hatte in Berlin eine Dozentur an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee erhalten.
Über die weiteren Aktivitäten von Tatiana Ahlers-Hestermann heißt es in wikipedia: In Hamburg kümmerte sich Tatiana Ahlers-Hestermann zunächst um den Haushalt des Vaters, sie selbst bezeichnete sich als „Haustochter“. Beruflich verlief die erste Zeit in Hamburg für sie sehr schwierig. Erst im Laufe der fünfziger Jahre mit dem Wiederaufbau von Wirtschaft und Kultur bekam sie lukrative Aufträge.“ Und Karin von Behr schreibt über das künstlerischen Schaffen von Tatiana Ahlers-Hestermann, die Mitglied der GEDOK war und 1976 als einzige Frau berufenes Mitglied der Kunstkommission des Hamburger Kirchenverbandes wurde: „Neben Tapisserien, Messgewändern, Altar- und Kanzelantepedien, entwarf sie […] Glasfenster und Mosaiken, oft mit religiösen Bildinhalten, für Klöster und Kirchen beider Konfessionen.“ 1)
Viele ihrer Werke sind heute noch erhalten, so z. B. die Tapisserie im St. Elisabeth Kinderheim in Bergedorf, aus dem Jahre 1948 und Glasfenster in den Kirchen St. Franziskus (1979), St. Stephan (1980), St. Martin (1997).
Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Tatiana_Ahlers-Hestermann abgerufen 27.2.2018
1 Karin von Behr: Tatiana Ahlers-Hestermann, in: Hamburgische Biografie: Personenlexikon. Hrsg. von Franklin Kopitzsch und Dirk Brietzke. Bd. 2. Hamburg 2003, S. 24.
 

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