Namens-/Sachregister

Frauenbios

Johanna Charlotte Frommann

( Johanna Charlotte Frommann, geb. Wesselhöft )
(17.6.1765 Hamburg – 9.9.1830 Jena) [1]
Miniaturmalerin, Salonnière
Johanna Charlotte Frommann war die Tochter des Mag. Wesselhöft, Conrektor am Hamburger Johanneum und seiner Ehefrau Caroline, geb. Bahn, Tochter eines Buchhändlers.
Seit 1792 war Johanna Charlotte Frommann verheiratet mit dem Verleger und Buchhändler Carl Friedrich Frommann (1765-1837) in Jena, den sie in Hamburg kennengelernt hatte, als er 1792 in Hamburg weilte. Beide teilten das Interesse für Wissenschaft und Poesie.
In Hamburg war Johanna Charlotte befreundet z. B. mit Sophie Reimarus und Christine Reinhard-Reimarus. Durch ihren Vater, der mit Klopstock verkehrte, lernte sie diesen illustren Kreis von gelehrten Persönlichkeiten ebenfalls kennen.
Nach der Heirat zog Johanna Charlotte Frommann zu ihrem Mann nach Züllichau, später zog die Familie nach Jena. Johanna Charlotte Formamman stand als Hausfrau einem großen Haus vor. Dazu ihr Sohn: „Die Tagesordnung in diesem Haus war: früh 7 Uhr Kaffee (mit manchen Surrogaten während der Continentalsperre), worauf alles an seine Arbeit ging. Um 10 Uhr kam der Vater aus dem Comptoir zum zweiten Frühstück, das aus Butterbrot und solange möglich aus Obst bestand. Dann arbeitete er bis 1 Uhr, die Mutter gab uns Unterricht, um 12 Uhr meist Zeichenstunde… Punkt 1 Uhr wurde gegessen. Um 3 Uhr ging der Vater wieder aufs Comptoir. Um 5 Uhr war Theestunde. Wie es meine Mutter möglich machte, uns im Lesen, Schreiben, Rechnen, Zeichnen, später des Französischen und Englischen zu unterrichte, für sich und die ganze Familie fast alle Wäsche, die weiblichen Kleidungstücke und Hauben zu nähen, die Küche und alle anderen häuslichen Geschäfte anzuordnen und zu überwachen, in denen allen sie Meisterin war, das wird sich am besten aus ihrer Beilage abgedruckten Zuschrift an eine junge Frau ergeben.“ [2]
Daneben war Johanna Charlotte Frommann Gastgeberin vieler gelehrter Persönlichkeiten, die zu Besuch kamen. So war das Ehepaar Frommann befreundet mit Goethe, Hegel, Schlegel, Fichte, Johanna Schopenhauer, Thibaut, Hufeland, um nur einige zu nennen. Es kann behauptet werden, dass Johanna Charlotte Frommann einen literarischen Salon führte.
Quellen:
1 vgl.: Frommann, Johanna, Indexeintrag: Deutsche Biographie, www.deutsche-biographie.de/pnd116839392.html [01.02.2020].
2 Ulrich Kaufmann: Auf den Spuren von Carl Friedrich Ernst Frommann in Jena, unter: www.literaturland-thueringen.de/artikel/auf-den-spuren-von-carl-friedrich-ernst-frommann-in-jena/der-alltag-bei-den-frommanns/
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: April 2021) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand April 2021: 1239 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
Rita.Bake@hamburg.de

Zuletzt eingetragene Namen

Januar 2021: Katherina Hanen, Ingeborg Hecht

Februar 2021: Anita Horz

März 2021: Gertrud Bing, Ilse Hirschbiegel, Hilde David, Aenne Bohne-Lucko, Hildegard Stromberger, Angela Bernhardt, Emilie Rücker, Adele Will, Dora und Claudine Staack, Andrea Karsten,
wesentlich aktualisiert: Zwangsarbeiterinnen für Valvo Radioröhrenfabrik und der Hamburger Batterie-Fabrik Otto Gross, Käthe Strutz

April 2021: Adeline Gräfin von Schimmelmann
wesentliche aktualisiert: Anna Andersch-Marcus; Tatiana Ahlers-Hestermann; Marie Anne Lippert; Marienkrankenhaus; Annemarie Marks-Rocke; Katharina Mayberg; Erna Mayer; Ottilie Metzger-Lattermann; Else Mögelin; Molckenbuhr'sche Stiftung für alte weibliche Dienstboten; Erna Mros; Nanny-Jonas Stift; Martha Naujoks; Anna Maria Pyrker; Charlotte Ida Popert; Adele Reiche; Minna Rist; Martha Rauert; Vierländerin Brunnen; Rosemarie Sacke; Sophie Albrecht, Ida Eberhardt

Was erwartet Sie in der Frauenbiografie-Datenbank?

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: 2671 Verkehrsflächen sind nach Männern und Jungen (8) benannt (inklusive Roman-, Märchen- und Sagengestalten (72) sowie nach Familien benannte Straßen (173). Letztere wurden zu den Männerstraßennamen zugezählt, weil hier in erster Linie die männlichen Familienangehörigen gemeint sind, die in vielen Fällen auch mit Namen genannt werden; oder es  werden Berufe aufgezählt (z.B. Rat der Stadt, Pastoren), die die männlichen Familienangehörigen ausgeübt haben).
Nur 440 Straßen sind nach Frauen und Mädchen (8) benannt (inklusive Roman,- Märchen- und Sagengestalten (36) sowie nach Frauen und Männern benannte Srraßen (37). Bei Letzteren handelt es sich in erster Linie um nachträglich nach Frauen mitbenannte Straßen, die ehemals nur nach den Nachnamen von bedeutenden männlichen Familienangehörigen benannt worden waren) (Stand: Mai 2021).

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Diverse Frauenbiografien sind von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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