Behörde für Schule und Berufsbildung

Frauenbios

Lily Abegg

( Dr. Lily (Lilli Elisabeth Hermine) Abegg )
(7.12.1901 Hamburg – 13.7.1974 Samedan, Kanton Graubünden/Schweiz)
Schweizerisch-deutsche Publizistin, Japan-Korrespondentin
Böckmannstraße 47 (Adresse Kaufmann Oscar Voigt, vermutlich Großeltern mütterlicherseits)
Agnesstraße 17 (dort lebte ihre Mutter als Witwe)
Lily Abegg wurde als Tochter des im Seidenhandel tätigen Zürcher Kaufmanns Hans Abegg in Hamburg geboren. Ihre Mutter war Elsa Clara Voigt (25.8.1875 Hamburg – 20.11.1943 Tokio/Japan), Tochter des Hamburger Kaufmanns Oscar Voigt. Gemeinsam mit sechs Geschwistern wuchs sie in Yokohama auf und besuchte dort die Deutsche Schule. Ihre Familie gehörte zu den ersten Schweizern, die sich nach der Öffnung Japans dort beruflich etablierten. Auf den Besuch des Freien Gymnasiums in Zürich folgte ein Studium der Volkswirtschaft und Staatswissenschaften an den Universitäten Genf und Hamburg. 1926 promovierte sie zur Dr. rer. pol. und wurde Assistentin am Institut für Zeitungswissenschaften der Universität Heidelberg.
Deutschsprachig und mit japanischen Sprachkenntnissen ausgerüstet, berichtete die wagemutige junge Journalistin von 1934 bis zum Ausbruch des Pazifischen Krieges 1940 für die Frankfurter Zeitung aus Japan und China. Nach Kriegsende war sie als vermeintliche Kriegsverbrecherin „Tokyo Rose“ unter dem Verdacht antiamerikanischer Propaganda kurzfristig im Sugamo-Gefängnis inhaftiert.
Seit 1946 war Lily Abegg in der Redaktion der „Weltwoche“ tätig, schrieb für die Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ, für Zeitungen der Schweiz und verfasste Sachbücher über ihre Erfahrungen in Asien. Von 1954-1964 war ihr Lebensmittelpunkt als Ostasien-Korrespondentin der FAZ wieder Tokio. Danach kehrte sie endgültig in die Schweiz zurück. 1963 zeichnete sie der „Foreign Correspondents Club of Japan“ als die am längsten in Fernost akkreditierte deutsche Korrespondentin aus.
Auch wenn ihre Reportagen, Analysen und Kommentare später kritisch bewertet wurden, so bewies Lily Abegg als promovierte Politologin, Auslandskorrespondentin und Kriegsberichterstatterin ungewöhnliche Energie, vermutlich gewachsen aus der Förderung und dem Pioniergeist ihrer Familie, die zu einer der ersten gehörte mit wirtschaftlichen Ambitionen nach der Öffnung Japans. Eine Verwandtschaft mit der deutschen Widerstandskämpferin Elisabeth Abegg (Stolperstein und Straße in Berlin) ist nicht nachgewiesen.
Text: Cornelia Göksu
Siehe: de.wikipedia.org/wiki/Lily_Abegg
Quellen:
wikipedia; ausführlich in: http://www.das-japanische-gedaechtnis.de/lebensbilder-a-z/abegg-dr-lily-lilli-1901-1974-auslandskorespondentin.html (abgerufen August 2014), dort auch Liste der von ihr verfassten Sachbücher.
Zum Werdegang ihrer Familie s. www.meiji-portraits.de, Abegg, Hans (1856 – 1916)
 

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