Namens-/Sachregister

Frauenbios

Ottilie Bercht

( Ottilie Bercht, geb. Ottilie Marie Ruppel )
(10.09.1855 Hamburg – 3.5.1913 Dresden)
Pianistin, Sängerin, Pädagogin; Schriftstellerin
Stadtdeich 70 (Hamb. Adressbuch v. 1858, 219 unter „Ruppel, A.M., Kaufm., B.Cto. unt. Hrn. Vogt & Schmidt, Stadtdeich 70, Briefk.: Neß 6; die Herren „Vogt & Schmidt“ sind im Adressbuch von 1858, Bd. II, S. 267 mit der Berufsbezeichnung „Geld- und Wechselgesch., B.Cto. Kl. Johannisstr. 17 verzeichnet)
Amsinckstraße 25 (HH Adressbuch v. 1862, S. 214 unter „Ruppel, A.M., Kaufm.)
Sie kam als Tochter des Dresdner Kaufmanns Anton Maximilian Ruppel in Hamburg zur Welt. In Hamburg arbeitete der Vater vermutlich zunächst mit „Herren Vogt & Schmidt“ zusammen. Ab 1862 lautete die Privat- oder Firmen-Anschrift der Familie Amsinckstraße 25. Als die kleine Marie Ottilie sieben Jahre alt war, verstarb ihr Vater. Daraufhin zog ihre Mutter mit ihr zurück nach Dresden. „Hier besuchte Ottilie das Konservatorium und verließ es mit dem Preis- und Reifezeugnis als Pianistin und Lehrerin“ (Brümmer 1913).
Am 19. Oktober 1878 heiratete sie den Dresdner Pianisten Friedrich Paul Bercht (1.11.1855 oder 1856 – 2.2.1917), der nach 1910 Leiter der Opernschule des Königlichen Konservatoriums wurde, an dem Ottilie ausgebildet worden war. Angeregt durch eine Operette von Jacques Offenbach „studierte sie nun unter Eduard E. Mann Gesang mit so großem Erfolge, daß sie als Konzert- und Oratoriensängerin allgemeine öffentliche Anerkennung fand. Auch als Lehrerin für Klavier und Gesang ward sie gesucht. Leider hemmte ein chronischer Katarrh ihr Wirken als Sängerin“ (Brümmer 1913). Dafür eröffnete ihr die Lektüre der „Sommermärchen“ von Rudolf Baumbach (1840-1905; Lied- und Novellendichter wie „Hoch auf dem gelben Wagen“) ein neues Betätigungsfeld, sie wandte sie sich dem Schreiben zu. Ihre erste Erzählung erschien 1909 unter dem Titel „Der Hungerprotz“. Ottilie Bercht schrieb auch Schwänke und Lustspiele.
Tochter von Ottilie Marie und Friedrich Paul Bercht war die Dresdner Malerin und Illustratorin (Kathinka) Erna Ottilie Bercht (7.7.1881 – nach 1943), die Titel für populäre Kinder- und Jugendbücher gestaltete. Eine zweite Tochter ist Eva Bercht, die mit dem Maler F.K. Robert Scholtz verheiratet war und seit 1912 ein großes Landhaus mit Atelierflügel im Berliner Grunewald bewohnte (stadtwikidd.de/Erna_Bercht).
Werke von Ottilie Bercht (Auswahl): Der Hungerprotz (Erzählung,1909); Chrysaliden (Novelle), Mit eiserner Faust (Roman, beide 1910); Die Äppelkiste (Schwank), Andre Götter (Lustspiel, beide 1911)
Dr. Cornelia Göksu
Benutzte Quellen:
– Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Artikel „Ottilie Bercht“ in: Bd.1., von Aar bis Dennemark, 6., völlig neu bearb. Aufl., Leipzig 1913, S. 139 – zitiert als „Brümmer 1913“
– de.wikipedia.org/wiki/Ottilie_Bercht (abgerufen 10.2.2016)
– Online-Präsenz des Stadtarchiv Dresden unter search-ancestry.de; Lebensdaten von Ottilie und Tochter Erna gefunden sowie Vornamen Daten des Vaters Fr. Paul Bercht
– Erna Bercht in: stadtwiki.dd.de/Erna_Bercht (abgerufen 10.2.2016)
 

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: August 2021) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand August 2021: 1257 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Zuletzt eingetragene Namen

Januar 2021: Katherina Hanen, Ingeborg Hecht

Februar 2021: Anita Horz

März 2021: Gertrud Bing, Ilse Hirschbiegel, Hilde David, Aenne Bohne-Lucko, Hildegard Stromberger, Angela Bernhardt, Emilie Rücker, Adele Will, Dora und Claudine Staack, Andrea Karsten,
wesentlich aktualisiert: Zwangsarbeiterinnen für Valvo Radioröhrenfabrik und der Hamburger Batterie-Fabrik Otto Gross, Käthe Strutz

April 2021: Adeline Gräfin von Schimmelmann
wesentliche aktualisiert: Anna Andersch-Marcus; Tatiana Ahlers-Hestermann; Marie Anne Lippert; Marienkrankenhaus; Annemarie Marks-Rocke; Katharina Mayberg; Erna Mayer; Ottilie Metzger-Lattermann; Else Mögelin; Molckenbuhr'sche Stiftung für alte weibliche Dienstboten; Erna Mros; Nanny-Jonas Stift; Martha Naujoks; Anna Maria Pyrker; Charlotte Ida Popert; Adele Reiche; Minna Rist; Martha Rauert; Vierländerin Brunnen; Rosemarie Sacke; Sophie Albrecht, Ida Eberhardt

Mai 2021: Rosa Zinner

Juni 2021: Barbara Ossenkopp, Helga Schulz, Antonie Brandeis, Helga Mauersberger, Clara Stern

Juli 2021: Hildegard Cohen, Ingeborg Babatz, Ingeborg Danielsen, Inge Wulff, Eleonore Rudolph, Marianne Tidick

August 2021: Esther Bejarano, Gerda Zorn, Sara Susanne Pander, Christa Mulack, Jutta Rall-Niu, Antonia Hilke

Was erwartet Sie in der Frauenbiografie-Datenbank?

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: 2695 Verkehrsflächen sind nach Männern und Jungen (8) benannt (darin enthalten: Roman-, Märchen- und Sagengestalten (72), frei gewählte männliche Vornamen (12) sowie nach Familien benannte Straßen (176). Letztere wurden zu den Männerstraßennamen zugezählt, weil hier in erster Linie die männlichen Familienangehörigen gemeint sind, die in vielen Fällen mit Namen genannt werden bzw. ihre Berufe aufgezählt werden).
Nur 446 Straßen sind nach Frauen und Mädchen (8) benannt (darin enthalten: Roman,- Märchen- und Sagengestalten (36), frei gewählte weibliche Vornamen (18) sowie nach Frauen und Männern benannte Straßen (46). Bei Letzteren handelt es sich in erster Linie um nachträglich nach Frauen mitbenannte Straßen, die ehemals nur nach den Nachnamen von bedeutenden männlichen Familienangehörigen benannt worden waren) (Stand: August 2021).

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

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Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Diverse Frauenbiografien sind von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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