Namens-/Sachregister

Frauenbios

DenkTräume

( DenkTräume - Frauenbildungszentrum )
Juliusstraße 16 (ehemals von 1983 bis 1985)
Grindelallee 43 (Sauerberghof) (heute)
Grindelallee; Foto:© kulturkarte.de/schirmer
Auf der Homepage von DenkTräume steht über seine Geschichte:
„Am Anfang war der heftige Wunsch einiger unerschrockener Feministinnen – und damals war das noch kein Schimpfwort – nach einer Streitkultur, einer DenkBewegung, einem politischen Treffpunkt. Auf der Suche nach einem Ort, an dem sich über Feminismus produktiv streiten ließe, gründeten sie den Verein „Frauen lernen gemeinsam e.V.“ Das war 1979. Das Frauenbildungszentrum DENKtRÄUME mit den vier Säulen Bibliothek, Archiv, Programm im Bereich politischer und kultureller Bildung und Räume für Erfahrungsaustausch und Kommunikation wurde dann 1983 von 11 Frauen, die in der Erwachsenenbildung tätig waren, gegründet. Unzufrieden mit der mangelnden Präsenz von Frauen hatten sie 1981 die erste Hamburger Frauenwoche veranstaltet, und der große Erfolg beflügelte sie, dieser neuen Erfahrung von politischer und kultureller Bildung von und für Frauen Dauer zu verleihen. (…)
Die 1. Hamburger Frauenwoche im Jahre 1981, das erste Produkt dieses Vereins, zeigte, dass fast 10.000 Frauen einen ähnlichen Wunsch hatten.
Aus dieser überwältigenden Resonanz entstand der Traum, sich nicht nur mit einem all-jährlichen feministischen Sonntagsereignis zu begnügen, sondern ein all-tägliches feministisches Bildungszentrum zu haben.
Folglich wurde in Kneipen diskutiert, bei Kaffee und Kuchen konkretisiert und im Zigarettenqualm konzeptioniert. Nach 2 Jahren Debatte dann der Sprung in die zunächst bescheidene Praxis. 1982 wurde ein Souterrainladen in der Juliusstraße angemietet (der später übrigens das Domizil der „Dollen Deerns“ war). Genau am 16.4.1983 erschien das erste PROGRAMM: Ein bescheidener DIN A4 Zettel kündigte die ersten 7 (!) Kurs- und Veranstaltungsangebote an, bescheidene Bücherspenden bildeten den Grundstock einer zukünftigen Bibliothek, Zeitschriftenpacken stapelten sich schon in den Abstellkammern und trotz stets brodelnder Kaffeemaschine war die Idee eines Frauencafés noch fern. Doch dies war der Beginn einer unaufhaltsamen Entwicklung: Die DENKtRÄUME wurden schnell unter Hamburgs Frauen bekannt, und bald platzten die Räume – und die Träume – aus allen Nähten. Schnell wurden die zunächst in der Juliusstraße angemieteten Räume zu eng.
Euphorisch ob dieses Erfolges, aber voller Herzklopfen ob des Risikos machte das Projekt einen großen Sprung nach vorne und landete mitten in der Grindelallee, zwischen Männern und Motoren, das Frauenbildungszentrum DENKtRÄUME zog um in eine 200-qm-Etage in der Grindelallee 43. In den Hochzeiten arbeiteten bis zu 8 Frauen (Teilzeit) bezahlt im Frauenbildungszentrum, das halbjährlich erscheinende Programmheft umfasste über 60 Seiten. Das Angebot war vielfältig: DENKtRÄUME organisierte die ersten Lesungen in Hamburg mit ‚den Mailänderinnen‘, den Initiatorinnen der ‚affidamento-Debatte‘. Fast alle renommierten Wissenschaftlerinnen und Forscherinnen zu Frauen- und Geschlechterfragen hielten Vorträge, viele Autorinnen stellten ihre Bücher vor. DENKtRÄUME führte die ersten Gebärdensprachkurse für Frauen durch und organisierte das erste ‚Frauennetzwerk zu Gender Mainstreaming‘ in Hamburg. Es gab Sprachkurse, Workshops, Filmvorführungen, Seminare zu einem breit gefächerten Spektrum an Themen, und selbst organisierte Gruppen nutzten Café und Arbeitsräume. Tausende von Frauen zogen mit der Zeit vorbei an zunächst verblüfften später eher gleichmütigen Blaumännern. Liehen Bücher aus, hielten Vorträge, gründeten Projekte und später Frauenunternehmen, feierten Feste, suchten Referentinnen, Rat, Hilfe, Kontakte, Buchtips oder einfach ein offenes Ohr, oder zwei, beschäftigten sich mit ihren Vorurteilen und Aussehen, änderten ihre Meinung und/oder die Frisur, fanden neue Perspektiven, manchmal gar sich selbst, oder auch die Frau fürs Leben, oder das Buch, das sie überall sonst vergeblich gesucht hatten…
Denn von Anfang an gab es sie: die leidenschaftlichen Leserinnen, die wissbegierigen Forscherinnen, die Krimi-Süchtigen … die Freundinnen der Bücher. Geändert haben sich die hingegen die Interessensschwerpunkte: Statt Coming-Out und Frauenwiderstandscamps geht’s jetzt eher ums Älterwerden und Frauenhotels, statt Matriarchat und Virginia Woolf um Bewerbungsratgeber und Frauenkrimis. Viel sog. ‚Frauenliteratur‘ verstaubt jetzt im Regal – selbst auf dem alljährlichen Bücherflohmarkt will keine sie mehr …
Aber es gab und gibt auch die ganz Jungen, die durch ihre frauenbewegte Lehrerin auf Hexen oder Suffragetten aufmerksam gemacht wurde, und nun völlig begeistert sind, dass es darüber mehr als ein Buch gibt. Und auch die, die leicht genervt stöhnen: ‚Ich soll was über die Frauenunterdrückung schreiben. Gibt es da einen kurzen Aufsatz, der das zusammenfasst?‘ Oder die Studentinnen, die sich ein Frauenthema ausgesucht haben, und – nach einer zunächst bescheiden gehaltenen Literaturanfrage – eine möglichst vollständige Literaturliste erwarten sowie nebenbei die Gliederung ihrer Hausarbeit. Aber auch die 60-jährige, die noch ein Studium aufgenommen hat, und Tage um Tage in der Bibliothek sitzt und forscht, weil es hier gemütlicher ist.
Seit 2001 wehte in Hamburg politisch ein anderer Wind. Nach 44 Jahren SPD und später rot-grüner Politik hatte der sog. Bürgerblock (schwarz-schwarz-gelb) die Regierungsmacht übernommen. Mit dem Argument, die Gleichberechtigung sei doch längst erreicht, wurde flugs die Frauenpolitik zur Familienpolitik umdefiniert, viele Fraueneinrichtungen geschlossen, das Senatsamt für die Gleichstellung aufgelöst etc.
Hiervon blieb auch das Frauenbildungszentrum DENKtRÄUME nicht verschont und wurde Opfer der rigiden Kürzungen im Frauen- und Sozialbereich: Seit 20 Jahren beruhte dessen Konzept auf der gegenseitigen Befruchtung von Wissenssammlung (Archiv und Bibliothek), Wissensvermittlung (ein vielfältiges Bildungsprogramm), Kommunikation (Café und offene Angebote) und politischer Aktion. Das gesamte politische Weiterbildungsprogramm mit Vorträgen, Kursen, Wochenendseminaren etc. musste eingestellt werden, das Team von zuletzt 4 auf 1 reduziert werden, und somit wurde ein frauen-bewegtes und –bewegendes Netz zerstört, das sich weit über Hamburgs Grenzen hinaus ein Renommee erworben hatte: Übrig blieben alleine die Bibliothek und die Archive.
2002 wurden die Mittel also zunächst um 40 % gekürzt, 2004 dann wurden sie völlig gestrichen. Dank zahlreicher Proteste auf der einen und vielseitiger Unterstützung auf der anderen Seite wurde zwar nicht das Frauenbildungszentrum, wohl aber Bibliothek (Bestand: ca. 15.000 Bände) und Archiv (Bestand: ca. 120.000 Presseausschnitte, beendet 2005) gerettet. Nachdem schon 2003 der Bibliotheksverbund ‚hamburger frauenbibliothek‘ gegründet worden war (ein Zusammenschluss der Bibliotheken von DENKtRÄUME, des Landesfrauenrats Hamburg e.V. und der Ko-Stelle Frauenstudien-Frauenforschung), übernahm der Landesfrauenrat Hamburg e.V. ab 2005 die Trägerschaft der ‚hamburger frauenbibliothek‘ in Kooperation mit DENKtRÄUME. Das Team DENKtRÄUME organisiert weiterhin ein Programm, das wieder mit zahlreichen Lesungen und Informationsveranstaltungen die Räume füllt, so 2009 die eingangs erwähnte Veranstaltungsreihe: ‚Von der ‚Frauenbefreiung‘ zum „Third-Wave-Feminismus‘, 2010 ging es um die ‚internationale Frauenbewegung‘. 2008 organisierte das Team DENKtRÄUME in der ‚hamburger frauenbibliothek‘ das jährlich in wechselnden Städten stattfindende Netzwerktreffen der deutschsprachigen FrauenLesbenBibliotheken-, -archive und -informationseinrichtungen in Hamburg.“ www.denktraeume.de/denktraeume-2/geschichte/wie-alles-begann/
Über das weitere "Schicksal" des Vereins siehe unter: Frauenbewegung in den Jahren 2000-2010
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: September 2019) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand September 2019: 1123 Kurzprofile von Frauen und 389 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Zuletzt eingetragene Namen
Januar 2019 Erika Woisin, Christine Färber, Aracy Moebius de Carvalho, Charlotte Tauterat, Caroline Umlauff, Elvira Unglaube, Schwestern-Verein der Hamburgischen Staatskrankenanstalten, Clara Goldschmidt, Elsa Hopf, Dora Wenneker-Iven
Februar 2019 Demoiselle Conradi, Christine Reinhard, Erna Martens
März 2019 Klara Laser, Frieda Cordes, Johanne Günther, Eliza Wille
April 2019 Liselotte Strelow, Ruth Held
Mai 2019 Sozialverband VdK, Mädchentreff Schanzenviertel, Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur, Vera Jürs, Johanna Renate Wöhlke
Juni 2019 pro familia, Celly de Rheidt
Juli 2019 Rosa Bartl
September 2019 Mabel Wulff

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 420, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Ihre Mitarbeit ist gern gesehen

Haben Sie Anregungen, Neuigkeiten, Ergänzungen?
Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
Rita.Bake@hamburg.de

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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Dr. Rita Bake
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