Namens-/Sachregister

Frauenbios

Aracy Moebius de Carvalho

(5.12.1908 Rio Negro - 3.3.2011 (nach einigen Quellen am 28.2.2011) Sao Paulo)
Mitarbeiterin des brasilianischen Konsulats in Hamburg, Retterin verfolgter Jüdinnen und Juden in der NS-Zeit
Glockengießerwall 2 (Konsulatsadresse 1937)
Für Aracy de Carvalho Guimarães Rosa erschien im Dezember 2019 eine Briefmarke in Brasilien.

Der Engel von Hamburg

Kaum jemand weiß, dass im Dritten Reich eine Mitarbeiterin des brasilianischen Konsulats in Hamburg zahlreichen Juden das Leben rettete. Aracy Moebius de Carvalho riskierte bei ihren selbstlosen Einsatz nicht nur ihre Freiheit und möglicherweise ihr Leben. Sie verstieß auch gegen brasilianische Gesetze und Verordnungen, die den Zuzug von Juden beschränken sollten.
Geboren wurde sie am 5. Dezember 1908 in der Stadt Rio Negro im brasilianischen Bundesstaat Paraná als Tochter der deutschstämmigen Sida Moebius und des portugiesischen Kaufmanns Amadeu Anselmo de Carvalho. Woher die deutschen Vorfahren ihrer Mutter kamen, ist nicht klar. Paraná war ein Zentrum der Einwanderung aus verschiedenen Gegenden Deutschlands. Sie hatte aber Verwandte in Hamburg, die Familie Dietrich und Lucy Luttmer. Lucy war eine Schwester von Sida Moebius.
Als kleines Kind zog sie mit ihren Eltern nach São Paulo, wo sie unter den gut abgesicherten Bedingungen einer Familie der oberen Mittelschicht aufwuchs. Eingeschult wurde sie in eine katholische Schwesternschule. Danach besuchte sie das katholische Gymnasium Colégio Batista Brasileiro. Im Elternhaus genoss sie ein wohlbehütetes und sorgenfreies Leben in spürbarem Wohlstand. 1926 reiste sie mit den Eltern das erste Mal nach Europa.
Mit 22 Jahren heiratete sie den Deutschen Johann Eduard Ludwig Tess, von dem sie einen Sohn bekam. Fünf Jahre später trennte sie sich von ihm, da beide zu unterschiedliche Lebensauffassungen hatten. Ein solcher Schritt war im damaligen Brasilien keine einfache Entscheidung. Getrennt lebende Frauen wurden stigmatisiert und diskriminiert. Um solchen Anfeindungen zu entgehen, bestieg sie 1934 kurzentschlossen einen Überseedampfer und fuhr nach Hamburg. Dabei ging es ihr auch um mehr räumliche Distanz zu ihrem Ehemann. Eine Scheidung war damals in Brasilien noch nicht möglich, das entsprechende Gesetz wurde erst 1977 verabschiedet. Stattdessen gab es die einvernehmliche Trennung von Tisch und Bett, die aber nicht die Ehe auflöste. Ihren fünfjährigen Sohn Eduardo Carvalho Tess nahm sie mit. Sie ging davon aus, dass er keine Eingewöhnungsprobleme haben würde, da in der Familie Tess nur Deutsch gesprochen wurde.
Nach Hamburg reiste sie, um bei ihrer Tante unterzukommen. Die Hamburger Verwandten litten aber immer noch unter den Nachwirkungen der Weltwirtschaftskrise, die 1929 ausgebrochen war. Aracy musste zu Beginn ihres Deutschlandaufenthaltes auf viele der Annehmlichkeiten verzichten, die sie aus São Paulo gewöhnt war. Allerdings wurde sie und auch die Familie Luttmer von ihrer inzwischen verwitweten Mutter finanziell unterstützt. Außerdem besuchte Sida Moebius mehrmals ihre Tochter in Hamburg. 1935 kehrte Aracy für einige Monate nach Brasilien zurück, um mit ihrem Mann die endgültigen Bedingungen der Trennungsvereinbarung zu klären. Dabei ging es auch um das Sorgerecht für den Sohn, das eigentlich dem verlassenen Ehemann zugestanden hätte.
Bereits vor ihrer Abreise hatte sie die guten gesellschaftlichen Kontakte ihrer Familie bemüht, um eine Anstellung im brasilianischen Konsulat in Hamburg zu erreichen. 1935 ließ sie den damaligen brasilianischen Außenminister Dr. José Carlos de Macedo Soares durch einen gemeinsamen Bekannten um einen Posten im Konsulat bitten. 1936 wurde dieser Bitte stattgegeben. Schon bald vertraute man ihr neben anderen Aufgaben auch die Leitung der Visa-Abteilung an. Dazu hatten nicht zuletzt ihre hervorragenden Fremdsprachkenntnisse beigetragen. Neben Portugiesisch sprach sie fließend Deutsch, Englisch und Französisch.
Obwohl sie eigentlich die deutsche Kultur bewunderte, verschloss Aracy nicht die Augen vor dem Schicksal der in Deutschland lebenden Juden. Schon kurz nach der Machtübernahme Hitlers begannen die Entlassungen jüdischer Beamter, die Verdrängung von Juden aus den akademischen Berufen und die Boykotts jüdischer Geschäfte durch die SA. 1935 wurden das Reichsbürgergesetz verabschiedet, das den Juden die staatsbürgerlichen Rechte nahm. Die Nürnberger Rassegesetze traten im selben Jahr in Kraft und verschlimmerten ihre Lage noch weiter. Unter dem Eindruck dieser schrecklichen Geschehnisse und unter Missachtung der Einreisebestimmungen der brasilianischen Regierung begann sie, Juden bevorzugt die Ausreise nach Brasilien zu ermöglichen.
Es war aber keinesfalls einfach, die brasilianischen Einreisebeschränkungen für Juden zu umgehen. Grundsätzlich verschwieg Aracys in den Antragsformularen für Visa, dass es sich bei den Antragsstellern um Juden handelte. Der Konsul genehmigte die Anträge in der Regel, ohne weitere Fragen zu stellen. Höhere Einreisequoten gab es für Personen mit Berufen, die in Brasilien benötigt wurden, wie Landwirte und Techniker. Sie hinterging den Konsul in solchen Fällen dadurch, dass sie auf dem Antragsformular einen Kaufmann beispielsweise in einen Bauern verwandelte. Eine andere, aber riskantere Methode war es, Visa-Anträge zwischen Schriftstücken zu verbergen, die Routineangelegenheiten betrafen. Anscheinend vertraute ihr der Konsul so sehr, dass er sich die Dokumente, die sie ihm zur Unterschrift vorlegte, nicht genauer ansah. Im Übrigen sorgte sie generell dafür, dass die Visa in Rekordzeit erteilt wurden.
Als die Vorschriften für die Einwanderung von Juden strikter gehandhabt wurden, setzte sie in das Antragsformular als Zweck der Reise „Tourist“ ein. Nach der Genehmigung durch den Konsul fügte sie ohne sein Wissen den Zusatz hinzu, in Brasilien dieses zeitlich begrenzte Visum in ein permanentes Aufenthaltsvisum umzuwandeln. Gleichzeitig bat sie einen Rechtsanwalt und alten Freund der Familie in São Paulo, sich um die Umsetzung dieser Anweisung zu kümmern. Klappte das mal nicht, half der Anwalt den Betroffenen bei der Ausreise nach Uruguay oder Argentinien. Später kümmerte sich auch ihre jüdische Freundin Maria Margarethe Bertel Levy um einige der Juden, die aufgrund der Intervention Aracys entkommen konnten. Sie selbst war zwar auch erst 1938 auf diesem Weg nach Brasilien gekommen, lebte aber inzwischen in relativ guten Verhältnissen.
Aracys Hilfe beschränkte sich nicht auf die Visaerteilung. Sie unterstützte die Juden mit Ratschlägen und der Vermittlung von Fachleuten bei der Lösung der drängenden finanziellen Probleme, die eine Ausreise erschwerten oder gar unmöglich machten. Die Behörden des Dritten Reiches hatten die Vermögen der jüdischen Bürger größtenteils annektiert oder eingefroren. Jüdischen Bürgern wurde wegen der Lebensmittelrationierung generell eine kleinere Essensration zugestanden, als arischen. Deshalb nutzte sie die zusätzliche Lebensmittelquote des Konsulats, um die Not einiger ihr bekannter Juden zu lindern. Um ein jüdisches Ehepaar vor den Pogromen der „Reichskristallnacht” zu schützen, versteckte sie es in ihrer Wohnung. Einige ihrer Schützlinge brachte sie im offiziellen Dienstfahrzeug des Konsulats, das ein Diplomatenkennzeichen trug, zum Hafen und oft bis zum Kai. In anderen Fällen begleitete sie Personen bis zu ihrer Schiffskabine und schmuggelte in ihrer eigenen Tasche Schmuckstücke an Bord. Manchmal verließ sie das Schiff erst kurz vor dem Einholen der Gangway, um eine Kontrolle durch die Gestapo zu verhindern. Schließlich sorgte sie dafür, dass die jüdischen Flüchtlinge viele ihrer Besitztümer, darunter auch sperrige Möbel, auf das Schiff mitnehmen konnten.
Das alles ging nicht ohne Unterstützung durch Hamburger Bürger, die auf diese Weise ihre Opposition gegen das Hitler-Regime zum Ausdruck brachten. An erster Stelle ist hier Wilhelm Unger von der Schifffahrtslinie Hamburg Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft zu nennen. Er setzte sich dafür ein, das Hab und Gut der jüdischen Auswanderer auf den ohnehin vollen Schiffen der Linie unterzubringen. Außerdem hatte er einen Freund im Einwohnermeldeamt, der Juden aus anderen Teilen Deutschlands, aus Österreich und Polen bescheinigte, dass sie in Hamburg gemeldet seien. Ohne das wäre das Hamburger Konsulat für diese Juden nicht zuständig gewesen. Die Hamburger Familie Plambeck und einige andere, deren Namen unbekannt sind, versteckte auf Aracys Bitte hin Juden.
Der populistische brasilianische Präsident Getúlio Vargas hatte anfänglich Sympathien für die Diktatoren Portugals und Italiens empfunden. Im Jahr 1937 proklamierte er den „Estado Novo“ (Neuen Staat), den er anschließend selbst in diktatorischer Manier führte. Als glühender Nationalist ergriff er Maßnahmen gegen eine „Überfremdung“ der brasilianischen Kultur, die sich vor allem gegen japanische und jüdische Einwanderer richteten. 1938 trat ein geheimes Rundschreiben in Kraft, das die Zuzugsmöglichkeiten für Juden weiter einschränkte. Die Möglichkeit der Asylgewährung für Juden wurde ganz untersagt. Aracy verstieß bewusst gegen diese Anordnungen und erteilte weiterhin Visa an Juden. Als Folge des Kristallnachtpogroms im November 1938 nahm die Zahl der ausreisewilligen Juden sprunghaft zu. In einem Fall ist belegt, dass der Konsul 14 Juden in ihrem Zimmer antraf. Er wies Aracy ausdrücklich darauf hin, dass diese Leute kein Anrecht auf ein Visum hätten. Sie ignorierte auch diesen Hinweis.
1938 kam der brasilianische Schriftsteller João Guimarães Rosa als Vizekonsul nach Hamburg. Im Gegensatz zu seinem Vorgesetzten billigte er die Bemühungen Aracys, möglichst viele Juden zu retten. In der Abwesenheit des Konsuls erteilte er selbst die Visa-Genehmigung durch seine Unterschrift. Die Vorbereitung und Abwicklung der Visa überließ er aber weiterhin ihr.
Guimarães Rosa hatte die Diplomatenprüfung aufgrund seiner umfassenden Kultur und seiner umfangreichen Fremdsprachenkenntnisse als Zweitbester seines Jahrgangs bestanden. Für das Amt des stellvertretenden Konsuls in Hamburg wurde er ernannt, weil dieser Platz von großer Wichtigkeit für Brasilien war. Abgesehen von New York verfügte Hamburg über mehr Konsulate, als jede andere Stadt der Welt. Darüber hinaus war Deutschland 1935 zweitwichtigster Importpartner Brasiliens geworden und nahm 1938 sogar den ersten Platz ein.
Aracy ging mit ihren stetigen Verstößen gegen die Anordnungen der Regierung Getúlio Vargas und ihres direkten Vorgesetzten ein großes Risiko ein. Hätte der Konsul ihre Geheimaktivitäten entdeckt, wäre sie wahrscheinlich entlassen worden. Aus der Sicht der deutschen Behörden wäre nicht die eigentliche Visa-Gewährung ein Delikt gewesen, denn man wollte die Juden ja loswerden. Zum Verhängnis hätten ihr aber die damit verbundenen Gesetzesverstöße werden können. Dazu gehörten die Anstiftung deutscher Staatsbürger und Beamter zur Erstellung gefälschter Meldebescheinigungen, die Erteilung von Visa an Juden aus fremden Städten, das Verstecken von Juden bei sich und bei anderen Hamburger Bürgern, der Missbrauch des Konsulats-Autos zum Transportieren von Juden und der Schmuggel von jüdischem Schmuck und Wertsachen auf die Schiffe.
Aracy setzte ihre Tätigkeit bis Januar 1942 fort, als die brasilianische Regierung auf Druck der USA die diplomatischen Beziehungen zu den Achsenmächten abbrach. Bevor sie nach Brasilien zurückkehren konnte, wurden sie, Guimarães Rosa und andere Mitglieder des Konsulats und der Botschaft Brasiliens in einem Hotel in Baden-Baden interniert. Die Freilassung erfolgte vier Monate später im Austausch gegen deutsche Diplomaten. Damit kamen sie gerade noch glimpflich davon, denn die Spannungen zwischen den beiden Ländern verschärften sich in bedrohlicher Weise immer weiter. Das Dritte Reich hatte nach dem Abbruch der Beziehungen einen gnadenlosen U-Boot-Krieg gegen Brasilien begonnen. Bis Mitte August 1942 versenkten deutsche U-Boote mehr als 20 brasilianische Frachtschiffe. Daraufhin erklärte Brasilien Deutschland den Krieg.
1948 ließen sich Aracy und João Guimarães Rosa an der brasilianischen Botschaft in Mexiko per Stellvertreter trauen. Da beide bereits verheiratet waren, wurde diese Trauung von ihrem Arbeitgeber, dem Auswärtigen Amt Itamaraty, nicht offiziell anerkannt. Eine wirkliche Scheidung war noch nicht möglich und die offiziell vereinbarte gütliche Trennung schloss eine Wiederheirat aus. Da somit ihre Ehe keinen offiziellen Status hatte, sollten sie zu neuen Arbeitseinsätzen in unterschiedliche Länder entsandt werden. Daraufhin kündigte Aracy das Dienstverhältnis, um ihren Mann begleiten zu können. Seine wichtigsten Romane hat Guimarães Rosa alle während der Ehe mit Aracy geschrieben. Sie beflügelte seine Kreativität, las seine Manuskripte und schlug Verbesserungen vor. Deshalb widmete er ihr sein 1956 veröffentlichtes Hauptwerk „Grande Sertão: Veredas“. Wörtlich schrieb er: „Aracy, meiner Frau, Ara, gehört dieses Buch.“
Die brasilianische Journalistin und Schriftstellerin Eliane Brum fasste Aracys Jahre in Deutschland mit folgenden Worten treffend zusammen: „Allein mit einem kleinen Kind, fremd in einem Land am Rande des Wahnsinns und des Krieges, hatte sie den Wagemut, sich gegen die Politik ihres eigenen Landes aufzulehnen und ihren eigenen Chef zu hintergehen. Sie baute zusammen mit Ariern, die gegen die Verfolgung der Juden waren, ein geheimes Netz auf, dem selbst der Besitzer der Fahrschule angehörte, in der sie den Führerschein für ihren Opel Olympia gemacht hatte. Sie passierte sogar die Grenze mit einem Juden im Kofferraum des Autos mit Diplomatenkennzeichen. Und inmitten dieses Wirrwarrs hatte sie auch noch Zeit, eine brennend heiße Romanze mit Guimarães Rosa zu erleben… “
Ihre Biographie als selbstlose Helferin endete aber nicht mit ihrer Funktion im Hamburger Konsulat. Während der brasilianischen Militärdiktatur, die 1964 errichtet wurde, rettete sie auch brasilianische Intellektuelle vor der Verfolgung. Unter anderem versteckte sie den Sänger und Komponisten Geraldo Vandré in ihrer Wohnung in Rio de Janeiro, in der sie seit dem Tod ihres Mannes alleine lebte. Sie hat somit hintereinander gleich drei autoritären Regimen die Stirn geboten, in denen Gewalt vor Recht ging: der Hitler-Diktatur, dem Estado Novo und der brasilianischen Militärdiktatur. Über sich selbst sagte die draufgängerische Frau: „Ich habe niemals Angst gehabt.“
Wer sich stattdessen um ihre Sicherheit sorgte, war Guimarães Rosa. Er befürchtete, dass die Gestapo sie jederzeit festnehmen könnte oder dass sie irgendwann spurlos verschwinden würde, weil sie ein so großes Risiko einging. Da sie nicht heiraten durften, mussten sie in unterschiedlichen Wohnungen leben. In ihrer eigenen Wohnung versteckte sie manchmal Juden. Nachts machte er sich dann endlose Gedanken, ob er sie am nächsten Tag überhaupt wiedersehen würde. Er wies sie auch auf die Tatsache hin, dass sie als bloße Angestellte des Konsulats keine volle Amtsimmunität genieße. Das sei nur bei entsandten Berufsdiplomaten hohen Ranges der Fall, wie zum Beispiel bei Botschaftern, Konsuln oder ihren Vertretern. Trotz der Angst, die er um Aracy empfand und die er ihr gegenüber immer wieder zum Ausdruck brachte, ließ sie sich nicht beirren.
Oft wird die Frage gestellt, was wohl ihr Motiv für die Rettung der Juden gewesen sein mag. Sie selbst war strenggläubige Katholikin. Vor ihre Abreise nach Deutschland hatte sie in São Paulo der konservativen Liga katholischer Frauen angehört. Noch aus den 1960er Jahren ist überliefert, dass sie sonntags am Gottesdienst teilnahm. Sie bezog sich aber bei der Begründung für ihr Handeln nicht auf christliche Wertvorstellungen, selbst wenn diese wohl unbewusst eine Rolle gespielt hatten. Als sie gefragt wurde, warum sie das Risiko eingegangen sei, Juden zu retten, antwortete sie nur: „Weil das richtig war.“ Das Wort „justo“ bedeutet auf Portugiesisch neben richtig auch gerecht, vielleicht wollte sie auch das mit ihrer Antwort ausdrücken. Bei einer anderen Gelegenheit sagte sie, sie habe das nur getan, „weil wir alle Brüder und Schwestern sind.”
Da sie ein klares persönliches Risiko eingegangen war und nie eine Gegenleistung verlangt hatte, verlieh ihr die Gedenkstätte Yad Vashem am 3.6.1982 den Status einer „Gerechten unter den Völkern“. Den Antrag dafür hatten Juden gestellt, die in Brasilien lebten. Aracy de Carvalho Guimarães Rosa ist im Holocaust-Museum von Jerusalem die einzige Frau unter 18 ausländischen Diplomaten, die Juden gerettet haben. Der einzige andere Vertreter Brasiliens ist der Botschafter Souza Dantas, der entgegen der Anweisungen der Regierung Getúlio Vargas französischen Juden Visa ausstellte. Aracy ist im Gegensatz zu den 17 Botschaftern und Konsuln auch die einzige, die nur die Funktion einer Angestellten innehatte, womit sie nicht über den gleichhohen Grad von Immunität verfügte.
Im Jahr 1988 dankten ihr 14 Jüdinnen aus Rio de Janeiro im Haus ihrer Freundin Miriam Bloch für ihre Hilfe beim rechtzeitigen Verlassen Deutschlands. In der jüdischen Gemeinde São Paulos wird sie “Engel von Hamburg” genannt. Bereits 1980 beauftragte diese Gemeinde den Jüdischen Nationalfonds, in Modi'in bei Jerusalem einen Wald von 4.000 Bäumen in Aracys Namen zu pflanzen. Außerdem bezahlte sie ihr 1985 eine Reise von 15 Tagen nach Israel. Geehrt wurde sie auch vom Holocaust-Museum in Washington. Dem brasilianischen Kongress liegt inzwischen ein Antrag vor, Aracy in das stählerne Buch der Helden des Vaterlandes einzutragen. In diesem Buch stehen bisher erst die Namen von 45 Persönlichkeiten, die sich seit der Gründung Brasiliens große Verdienste erworben haben. Unter ihnen befindet sich aber mit Getúlio Vargas auch der Mann, dessen Anweisungen sie zuwiderhandeln musste, um geehrt werden zu können. Eine offizielle Würdigung ihrer uneigennützigen Hilfe durch die Stadt Hamburg steht noch aus.
Unklar ist bis heute, wie viele Personen Aracy gerettet hat. Einige Quellen gehen von etwa hundert aus, andere nennen mehrere hundert und sie selbst erwähnte einmal die Zahl von tausend. Damals entschied sie, von der Erstellung einer Liste abzusehen, denn sie wollte auf keinen Fall Spuren hinterlassen. Das wäre sowohl für sie als auch für die Betroffenen gefährlich gewesen. Sie hatte ja gegen die strikten Anweisungen der brasilianischen Regierung und ihres Vorgesetzten gehandelt. Wäre sie aufgeflogen, wären ernsthafte Sanktionen nicht ausgeblieben. Für die geretteten Juden hätte das aber möglicherweise sogar die Annullierung ihrer Visa zur Folge gehabt. Somit muss man akzeptieren, dass sich die genaue Zahl nicht ermitteln lässt. Namentlich bekannt sind einige Dutzend Gerettete.
Nach dem Tod Guimarães Rosas im Jahr1967 heiratete sie nicht wieder. Mit 80 Jahren zog sie zu ihrem Sohn in São Paulo. Ende der 1990er Jahren erkrankte sie an Alzheimer und am 3.3.2011 (nach einigen Quellen am 28.2.2011) starb sie eines natürlichen Todes. Tage darauf wurde sie neben ihrem zweiten Mann im Mausoleum der Brasilianischen Akademie der Literatur bestattet.
Die brasilianische Historikerin Mônica Raisa Schpun hat entscheidend dazu beigetragen, dass Aracy in ihrem Land nicht in Vergessenheit geriet. Im Jahr 2011 veröffentlichte sie ihre mehr als 500-seitige Dokumentation „Justa. Aracy de Carvalho e o resgate de judeus: trocando a Alemanha nazista pelo Brasil” (Die Gerechte. Aracy de Carvalho und die Rettung von Juden: wie Nazi-Deutschland gegen Brasilien eingetauscht wurde). Das Buch geht weit über den Rahmen einer einfachen Biographie hinaus. Die Autorin verknüpft die Geschichte Aracys mit der einer jungen Jüdin aus Hamburg, die sie gerettet hatte, und bettet ihr Leben in einen breiteren geschichtlichen Kontext ein.
Der Werdegang dieser beiden Persönlichkeiten wird über einen Zeitraum von 50 Jahren begleitet, wobei die Schilderung der sozialen und politischen Bedingungen viel Platz einnimmt. Detailliert beschreibt Mônica Schpun auch die verschiedenen Hindernisse, Herausforderungen und Konflikte, mit denen Aracy und ihre Freundin konfrontiert wurden. Dieses kollektive Portrait vermittelt einen tiefen Einblick in das Leben von zwei außergewöhnlichen Frauen, die ihr Schicksal in die eigene Hand genommen hatten. Zum ersten Mal trafen sie sich 1938 im Konsulat, als Margarethe Ausreisevisa für sich und ihren Mann beantragen wollte. Aus dieser Begegnung wurde eine enge Freundschaft, die bis ans Lebensende hielt.
Maria Margarethe Bertel Levy (links) wurde von Aracy (rechts) liebevoll „Gretel“ genannt. Genau wie ihre Freundin liebte es Margarethe, das Leben zu genießen. Ermöglicht wurde ihr das durch die lukrative Zahnarztpraxis ihres Mannes in Hamburg. Die jüdische Religion spielte für sie keine Rolle, sie bezeichnete sich als „Freigeist“. Allerdings sagte sie auch, dass sie als Jüdin geboren sei und als Jüdin sterben werde. Um die problemlose Ausreise nach Brasilien sicherzustellen, hatte Aracy sie und ihren Mann bis auf das Schiff Cap Ancona begleitet und dort im Bad ihrer Kabine die illegal in der eigenen Tasche mitgebrachten Schmuckstücke ihrer Freundin verborgen. Außerdem erreichte sie, dass die beiden zahlreiche wertvolle Möbel und die komplette Zahnarztausrüstung mitnehmen konnten. Dies und die Wertgegenstände ermöglichten es ihnen, in São Paulo schnell Fuß zu fassen.
Dona Margarida, wie man sie später in Brasilien nannte, wurde nach dem frühen Tod ihres Mannes von der Familie Aracys gewissermaßen adoptiert. Eigene Kinder hatte sie nicht. Als sie zu alt wurde, um sich selbst zu versorgen, und als Aracy wegen ihrer Erkrankung dazu ebenfalls nicht mehr in der Lage war, kümmerte sich ihr Sohn Eduardo um sie. Es gibt außerdem zwei überraschende Daten, die diese Freundinnen verbanden. Beide wurden 1908 geboren und beide starben fast gleichzeitig im Alter von 102 Jahren. Als Dona Margarida am 21.2.2011 entschlief, war sie aber im Gegensatz zu Aracy noch im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte.
In Deutschland beschreibt Mônica Schpun die Details und die verschiedenen Etappen der Judenverfolgung und des Raubes ihrer Besitztümer. Im Mittelpunkt stehen dabei die konkreten Schicksale von Juden, die durch Aracy gerettet wurden. Gleichzeitig geht sie auf die antisemitischen Maßnahmen von Getúlio Vargas und seines „Estado Novo“ in Brasilien ein. In einem späteren Kapitel folgt die Beschreibung des Lebens einiger geretteter Juden im Brasilien der Nachkriegszeit. Unter anderem führt sie auf, welche Wiedergutmachungsforderungen an Deutschland von ihnen gestellt wurden, und in welcher Höhe Deutschland diese Forderungen erfüllte. Sie konzentriert sich dabei auf São Paulo, da sich dort viele der von Aracy geretteten und namentlich bekannten Juden niedergelassen hatten. Nicht jeder von ihnen konnte sich aber erfolgreich einleben.
Die Autorin hat alle öffentlichen und privaten Quellen ausgeschöpft, die ihr zugänglichen waren, ob in Brasilien, Deutschland oder Israel. Außerdem machte sie zahlreiche Interviews. Wenn es trotzdem Lücken in Aracys Lebenslauf gibt, liegt das daran, dass viele Dokumente aus früherer Zeit verlorengegangen sind. Ein weiterer Grund ist das Verhalten der Töchter Guimarães Rosas aus erster Ehe, Vilma und Agnes, die eine Auswertung des umfangreichen Briefverkehrs zwischen Aracy und ihrem Vater bisher untersagt haben. Dabei geht es auch um zwei Tagebücher des Schriftstellers, die Aracy Vilma geliehen hatte. Es ist also möglich, dass in Zukunft zusätzliche Details über Aracys Leben ans Tageslicht kommen.
Unabhängig davon gewährt das Buch Mônica Raisa Schpuns in fesselnder Weise einen tiefen Einblick in ein mutiges Leben und in Aspekte der Geschichte Deutschlands und Brasiliens, die bisher noch nicht in dieser Ausführlichkeit dokumentiert wurden. Eine Übersetzung der Biographie würde auch der deutschen Öffentlichkeit Zugang zu ihrem interessanten Werk und zu einem wenig bekannten Abschnitt der Hamburger Geschichte verschaffen.
Text: Peter Rösler García
 

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: August 2021) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

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Stand August 2021: 1257 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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August 2021: Esther Bejarano, Gerda Zorn, Sara Susanne Pander, Christa Mulack, Jutta Rall-Niu, Antonia Hilke

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Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: 2695 Verkehrsflächen sind nach Männern und Jungen (8) benannt (darin enthalten: Roman-, Märchen- und Sagengestalten (72), frei gewählte männliche Vornamen (12) sowie nach Familien benannte Straßen (176). Letztere wurden zu den Männerstraßennamen zugezählt, weil hier in erster Linie die männlichen Familienangehörigen gemeint sind, die in vielen Fällen mit Namen genannt werden bzw. ihre Berufe aufgezählt werden).
Nur 446 Straßen sind nach Frauen und Mädchen (8) benannt (darin enthalten: Roman,- Märchen- und Sagengestalten (36), frei gewählte weibliche Vornamen (18) sowie nach Frauen und Männern benannte Straßen (46). Bei Letzteren handelt es sich in erster Linie um nachträglich nach Frauen mitbenannte Straßen, die ehemals nur nach den Nachnamen von bedeutenden männlichen Familienangehörigen benannt worden waren) (Stand: August 2021).

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

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Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Diverse Frauenbiografien sind von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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