Namens-/Sachregister

Frauenbios

Miriam Gillis-Carlebach

( Prof. Dr. Dr. h.c. Miriam Gillis-Carlebach )
(1.2.1922 Hamburg – 28.1.2020 Petach Tikwa/Israel)
Leiterin des Haddad-Legasthenie-Instituts, Gründerin des Joseph Carlebach Instituts, an der Bar Ilan Universität, Ehrensenatorin der Universität Hamburg
Palmaille 120 (Wohnadresse 1928)
Behnstraße 39 (Wohnadresse 1933)
Palmaille 57 (Wohnadresse 1934)
Prof. Dr. Dr. h. c. Miriam Gillis-Carlebach, Foto: Gesche-M. Cordes
Miriam Gillis-Carlebach wurde am 01.02.1922 in Hamburg als drittes von neun Kindern von Charlotte, geborene Preuss, und Joseph Carlebach geboren. [1] Ihr Vater war ab 1921 Leiter der Talmud-Tora-Realschule, ab 1925 Oberrabbiner von Altona und schließlich ab 1936 Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde Hamburgs. Schon die Großeltern Esther und Salomon Carlebach aus Lübeck gehörten zu einer angesehenen Rabbinerfamilie. Fünf ihrer Söhne wurden später selbst Rabbiner.
Miriam Gillis-Carlebachs Eltern und die drei jüngsten Geschwister Ruth (geboren 1926), Noemi (geboren 1927) und Sara (geboren 1928) wurden 1941 aus Hamburg deportiert und am 26.03.1942 im Wald von Biķernieki in der Nähe Rigas (Lettland) erschossen. Der ebenfalls mitdeportierte Sohn Salomon (geboren 1925) überlebte, weil er einem Arbeitskommando zugeteilt wurde. Er wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vom Nationalsozialismus Rabbiner in New York.
Miriam Gillis-Carlebach erfuhr erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von der Ermordung ihrer Eltern und Schwestern. „…ich fand die Nachricht unfaßbar, daß ich sie gar nicht begreifen konnte. Obwohl wir schon wußten, daß viel passiert war, war es doch eine schreckliche, unvorbereitete Nachricht. Und immer wieder kommt dieser Gedanke: Du wirst sie jetzt bestimmt nie wiedersehen. Und gleich darauf dieses Gefühl, daß ich mich immer fragen muß, ob etwas, was ich tue, im Sinne meiner Eltern ist, denn ich habe den Kontakt zu ihnen noch nicht verloren.“ [2]
Miriam Gillis-Carlebach entging der Deportation, weil sie schon 1938 mit 16 Jahren nach Palästina ausgewandert war. Sie hatte in Hamburg zunächst den Kindergarten im jüdischen Volksheim Wohlers Allee (Altona) und danach die jüdische Gemeindeschule an der Palmaille (Altona) besucht. Ihr Vater war zu dieser Zeit Oberrabbiner von Altona. Sie kam auf die Real-Mädchenschule der deutsch-israelitischen Gemeinde ( Karolinenstraße) und schließlich auf die Talmud-Tora-Oberrealschule ( Grindelhof).
Miriam Gillis-Carlebach „wußte, daß die Entscheidung [auszuwandern] auf lange, lange Jahre Einfluß auf mein späteres Leben haben würde. Andererseits würde ich beinahe sagen, daß ich überglücklich war, wegfahren zu können, weg von dem Unheimlichen und Erniedrigenden.“ [3] Sie beschrieb die Situation, als sie ihrer Mutter den Beschluss zur Emigration mitteilte: „Ich muss weg von hier, ich will nach Erez ausreisen.“ Jetzt verdeckte sie [die Mutter] ihr tränennasses Gesicht mit den Händen und sagte ganz leise: meine einzige Miriam, und als ich sie trösten wollte: Aber Mutti! Acht Kinder bleiben Dir doch noch zu Hause! Sagte sie nur: Jedes Kind ist mein einziges, ich habe schon jetzt Sehnsucht. Ob sie wohl damals ahnte, daß es ein Abschied für immer werden würde?“ [4] Ein halbes Jahr vor dem Abitur verließ sie Hamburg mit einem Touristenvisum nach Palästina.
Vier ihrer Geschwister konnten ebenfalls vor der systematischen Judenermordung aus Deutschland nach Großbritannien emigrieren: Eva Sulamit (1919¬¬–1966), Esther (1920¬¬–2019) und Judith (1924¬¬–1970). Ihr Bruder Julius (1922¬¬–2001) wurde später Rabbiner in Großbritannien.
In Palästina besuchte Miriam Gillis-Carlebach zunächst eine Landwirtschaftsschule in Haifa, lebte und arbeitete bis 1943 im Kibbuz Alumim. 1944 heiratete sie Mosche Gillis, den Lehrer und Direktor eines Jugenddorfes. Sie bekam vier Kinder und widmete sich zunächst vollständig der Erziehungsarbeit und dem Haushalt. Erst 1968 mit 46 Jahren holte sie das Abitur nach und studierte Pädagogik an der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan.
Ab 1973 unterrichtete sie selbst an dieser Universität, wurde 1984 promoviert und leitete ab 1988 das Haddad-Legasthenie-Institut. Sie veröffentliche zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten über Pädagogik und Sonderpädagogik und engagierte sich im Hebräisch-Unterricht für eingewanderte Erwachsene in Israel.
Erst 1983 kam Miriam Gillis-Carlebach erstmals nach Deutschland zurück. Es fiel ihr schwer, das Land der Mörder ihrer Familienmitglieder aufzusuchen: „Die Rückkehr war auch eine Art Trotzreaktion. Es gab Feiern zum 90. und 100. Geburtstag meines Vaters, und ich wurde nicht eingeladen. Da habe ich gesagt: Dann komme ich gerade.“ [5] Sie nahm dafür den Namen Carlebach wieder an. Sie wollte unbedingt unter diesem Namen einreisen, weil in ihrem letzten deutschen Pass 1938 vermerkt war, dass sie nie wieder nach Deutschland einreisen dürfe. „Als erstes kam die Sprache zurück, und dann habe ich versucht, Leute kennenzulernen, um zu erfahren, ob es unter ihnen welche gibt, die nicht nur bedauern, sondern auch verstehen. Es sind nicht viele, aber doch einige.“ [6]
Miriam Gillis-Carlebach wollte vor allem die Erinnerung an die wissenschaftliche und publizistische Arbeit ihres Vaters bewahren und gab dessen wichtigste Schriften neu heraus. 1992 gründete sie das Joseph Carlebach Institut an der Bar-Ilan-Universität, dessen Aufgabe auf deren Homepage so beschrieben wird: „Das Joseph Carlebach Institut (JCI) an der Bar Ilan Universität ist ein akademisch-erzieherisches Institut in deutscher Sprache mit den Schwerpunkten: Judentum, Schoah und Jüdische Geschichte, Hebraistik, sowie Jüdischer und Israelischer Film. Das JCI möchte zum deutsch-jüdischen und deutsch-israelischen Verständnis beitragen und fördert gemeinsame Seminare und Konferenzen mit deutschsprachigen Universitäten, Instituten und Studentengruppen.“ [7] Diesem Institut stand sie bis 2015 vor und gab erst im Alter von 93 Jahren die Leitung ab.
Die Hamburger Universität schloss Anfang der 1990er Jahre einen Kooperationsvertrag mit dem Joseph Carlebach Institut. Seitdem fanden abwechselnd in Israel und in Hamburg Carlebach-Konferenzen zu historischen, theologischen, erziehungs- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland statt. Die langjährige Organisatorin dieser Tagungen auf Hamburger Seite, Prof. Barbara Vogel, schreibt: „Miriam Gillis-Carlebach war die Meisterin dieser Tagungen, indem sie mit charmanter Bestimmtheit, Scharfsinn und versöhnlichem Humor Entscheidungen herbeizuführen und Meinungsverschiedenheiten zu versöhnen wusste.“ [8]
Neben der wissenschaftlichen Arbeit hat sich Miriam Gillis-Carlebach auch als Zeitzeugin zur Verfügung gestellt. Miriam Gillis-Carlebach schilderte eine Begegnung: „Da stand ein Junge auf und sagte: „Wenn alles wahr ist, was Sie erzählen, warum sind Sie dann wiedergekommen?“ Ihre Antwort: „Sonst hätte Euch niemand etwas darüber erzählt.“ [9]
Die Kindertagesstätte SterniPark schrieb in ihrer Traueranzeige: „Seit 1995 bis ins hohe Alter hat sie immer wieder ihre am alten Standort [des jüdisches Volksheims Wohlers Allee] neu entstandene Kita für Altonaer Kinder besucht. Sie hat den Kindern als Zeitzeugin zur Seite gestanden, ihnen Orientierung gegeben, damit Hass, Ausgrenzung und Gewalt nie wieder Raum greifen können. … Wir sind unendlich dankbar für ihre Großmut und Zuwendung zu den jungen Menschen in Deutschland, ganz besonders zu den Kindern.“ [10]
Ihrer Mutter hat Miriam Gillis-Carlebach in dem Buch „Jedes Kind ist mein Einziges. Lotte Carlebach-Preuss, Antlitz einer Mutter und Rabbinerfrau.“ (Gölling und Dalitz, Hamburg 1992) ein Erinnerungsdenkmal gesetzt.
Miriam Gillis-Carlebach war seit 1995 Ehrensenatorin der Universität Hamburg, erhielt 2008 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse und war seit 2009 Ehrendoktorin der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
Miriam Gillis-Carlebach starb am 28.01.2020 im israelischen Petach Tikwa. Der Präsident der Hamburger Universität, Prof. Dieter Lenzen würdigte sie: „Mit dem Tod von Miriam Gillis-Carlebach hat die Universität nicht nur ihre Ehrensenatorin verloren, sondern eine herausragende Persönlichkeit. Ich erinnere mich gerne an die Begegnungen mit ihr im Rahmen der biennalen Verleihung des Joseph Carlebach-Preises und an ihre von feinsinnigem Humor, intellektueller Weite und Authentizität geprägten Gesprächsbeiträge.“ [11]
Text: Ingo Böhle
Quellen:
1 Alle biographischen Angaben nach Miriam Gillis-Carlebach: Jedes Kind ist mein Einziges. Lotte Carlebach-Preuss, Antlitz einer Mutter und Rabbinerfrau. Hamburg 1992; Ephraim Carlebach Stiftung (Hg.): Die Carlebachs, eine Rabbinerfamilie aus Deutschland, Hamburg 1995; Andreas Brämer; Bewahrerin der Erinnerung, in Jüdische Allgemeine 06.02.2020 https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/bewahrerin-der-erinnerung/; Barbara Vogel: Zum Tod der Ehrensenatorin Prof. Dr. Dr. h. c. Miriam Gillis-Carlebach. www.uni-hamburg.de/newsroom/campus/2020/0203-nachruf-gillis-carlebach.
2 Ephraim Carlebach Stiftung (Hg.): Die Carlebachs, eine Rabbinerfamilie aus Deutschland, Hamburg 1995, S. 107.
3 Ebenda, S. 98.
4 Miriam Gillis-Carlebach: Jedes Kind ist mein Einziges. Lotte Carlebach-Preuss, Antlitz einer Mutter und Rabbinerfrau. Hamburg 1992, S. 198.
5 Kirchenkreis Altona (Hg.): „Aber ich wurde nie aufgefordert, zurückzukommen.“ Texte von und mit Miriam Gillis-Carlebach. Hamburg 2004, S. 20.
6 Ephraim Carlebach Stiftung (Hg.): Die Carlebachs, eine Rabbinerfamilie aus Deutschland. Hamburg 1995, S. 110.
7 www.jci.co.il/index.php.
8 Barbara Vogel: Zum Tod der Ehrensenatorin Prof. Dr. Dr. h. c. Miriam Gillis-Carlebach. www.uni-hamburg.de/newsroom/campus/2020/0203-nachruf-gillis-carlebach.
9 Kirchenkreis Altona (Hg.): „Aber ich wurde nie aufgefordert, zurückzukommen.“ Texte von und mit Miriam Gillis-Carlebach. Hamburg 2004, S. 21 (Nachdruck eines Interviews des Hamburger Abendblatts vom 01./02.11.2003).
10 Hamburger Abendblatt vom 01.02.2020.
11 Barbara Vogel: Zum Tod der Ehrensenatorin Prof. Dr. Dr. h. c. Miriam Gillis-Carlebach. www.uni-hamburg.de/newsroom/campus/2020/0203-nachruf-gillis-carlebach.
 

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Oktober 2020) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

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Stand Oktober 2020: 1194 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Januar 2020: Ursula Nölle, Christa Hoffmann-Riem, Angelika Mertens, Bertha Keyser

Februar 2020: Audrey Motaung, Semra Ertan, Beate Hasenau, Elfriede Kneiphoff, Johanna Harry, Recha Lübke, Helene Flörsheim, Catharina Goldenstede, Elsa Friede, Julie Gayen

März 2020: Theodore von Axen, Betty Francken, Elisabeth Rosenkranz, Senta Dohme, Gesa Schneider, Vilma Prochownik

April 2020: Hygieia-Brunnen, Mädchenschule der israelitischen Gemeinde, Verein Heim für junge Mädchen, Siechenhaus Salem, Wohnhaus für Frauen, Witwenkommission der Exekutive des Notstandskomitees, Mädchenherberge, Häuslicher Hilfsdienst des Bundes Hamburgischer Hausfrauen, Eva Lessing, Hild Lennartz, Dörte Helm, Gertrud Weiberlen, Paula Gans, Elisabeth Schultz, Bernhardine Romberg, Johanna Christine Henriette Müller, Hökerinnen, Hamburgische Bürgerschaft, Diakonissenheim am St. Anscharplatz, Stadttheater, Gänsemarktoper, Comödienhaus, Pranger, Fronerei

Mai 2020: Dorothea Buck, Allgemeine Armenanstalt, Fürsorge für sittlich gefährdete Frauen und Mädchen, Weibliche Kriminalpolizei, Thalia Theater, Trostbrücke, Altes Rathaus, St. Jakobi Kirche, Evakatrin Sieveking, Wöchnerinnenheim in Hamburg, Toni Engel; Marion Pein, Maria Gleiss, Elke Acimovic, Elke Thomas, Irene Knickrehm, Spinnschule, Zeichenschule für Mädchen, Mädchenfortbildungsschule, Elisabeth Meyer, Mieken Rieck, Gerhild Halfmeier, Miriam Gilles-Carlebach; Grete Albrecht; Lucille Eichengreen

Juni 2020: Grete Albrecht, Charlotte Thiede Eisler-Rodewald, Hannelore Borchers, Eleonara Witonska, Cilly Levisohn, Gerda Freise

Juli 2020: Hannelore-Maria Santl

August 2020: Elisabeth von Dücker, Astrid Kirchherr

September 2020: Hilde Marchwitza, Rena Vahlefeld

Oktober 2020: Eva Maria von Dumreicher, Nina Müller, Elisabeth Polach, Lili Wertheimer, Hella Beer, Jenny Behrens, Henny Hansen, Bertha Katzenstein, Marion Krauthamer, Edith Schloss, Anna Weinstein, Franziska Simon, Gerda Wittkowsky, Toni Neufeld

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2544 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 440, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

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Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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