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Frauenbios

Yvonne Mewes

(22.02.1900 Karlsruhe - 6.1.1945 Frauenkonzentrationslager Ravensbrück)
Lehrerin, leistete, ohne einer Widerstandsgruppe anzugehören, Widerstand
Garten der Frauen, Ohlsdorfer Friedhof, Fuhlsbüttler Straße 756 (Historischer Grabstein)
Meerweinstraße 1 (Wohnadresse) Stolperstein
Wilhelm-Metzger-Straße, Heilwig Gymnasium (früher: Isestraße, Heilwigschule) (Wirkungsstätte) Stolperstein
Curschmannstraße, Schule Curschmannstraße (Wirkungsstätte)
Namensgeberin für: Yvonne-Mewes-Weg
Yvonne Mewes, Foto aus: Friedhof Ohlsdorf. Auf den Spuren von Naziherrschaft und Widerstand. Herbert Diercks. Hamburg 1992.
Yvonne Mewes stammte aus einer bürgerlichen gebildeten Familie. Sie war die erste von vier Töchtern des Ehepaares Dr. Wilhelm Mewes und Hermine Mewes. Wilhelm Mewes war Zahnarzt, er hatte in Hamburg in der Gelehrtenschule Johanneum das Abitur abgelegt, sein Enkel Harry berichtet, dass er viel las, u. a. Werke in lateinischer Sprache. [1]
Yvonne Mewes wurde in Karlsruhe geboren. Bis 1919 lebte die Familie in Straßburg im Elsass. Im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Versailler Vertrags verließen sie, wie Harry Mewes schrieb, „als patriotische Deutsche“ das Elsass und zogen nach Hamburg. Hier bewohnten sie eine Villa am Grindelberg 42. Wilhelm Mewes praktizierte in der ersten Etage und hatte ein kleines Labor. Seine Ehefrau oder seine Töchter gingen ihm zur Hand.
Yvonne Mewes studierte von 1920 bis 1925 Philologie in Hamburg und München. Sie legte 1925 das Staatsexamen ab und 1927 die Lehramtsprüfung.
Ihre jüngere Schwester Gertrude, geboren 1904, ging in die Lehre bei einer Hutmacherin. Sie verliebte sich in Imre Szanto, einen jungen Ungarn jüdischer Herkunft, Geschäftsmann und Sohn eines Rechtsanwalts. Als Gertrude Mewes schwanger wurde, erlaubten seine Eltern nicht, dass er sie heiratete. Als Gründe gaben sie seine Jugend an und dass die Verbindung „außerhalb seiner Religion“ sei. 1923 wurde Harry als uneheliches Kind geboren. Er wuchs auf im Haus seiner Großeltern und Tanten. Eine enge Beziehung hatte er zu seiner Tante Yvonne.
1928 erhielt Yvonne Mewes eine Stelle als Lehrerin in der Heilwig-Schule, die damals noch privat und evangelisch-lutherisch war. Sie unterrichtete die Fächer Englisch und Französisch.
Bei ihr traf sich regelmäßig das „Italienische Kränzchen“. Es war aus den Italienisch-Vorlesungen des Dr. Meriggi hervorgegangen, der als „antifaschistisch“ galt. Im Laufe der Zeit wurden die Gespräche politisch, die Teilnehmer lasen Hitlers „Mein Kampf“. Eine Teilnehmerin wollte eine Frau jüdischer Herkunft ausschließen, Yvonne Mewes setzte sich dafür ein, dass diese in der Gruppe bleiben konnte, die andere verließ das Kränzchen.
Ab 1933 geriet Yvonne Mewes in der Schule unter Druck. Es wurde von ihr erwartet, dass sie der NSDAP beitrat. Sie weigerte sich und verschleierte keineswegs ihre Abneigung gegenüber dem NS-Regime und seiner Ideologie. Diese Haltung hatte zur Folge, dass sie nicht zur Studienrätin ernannt wurde, sondern Studienassessorin blieb. Ihre ehemalige Schülerin Ursula Randt schreibt, dass sie „eine hervorragende Französisch-Lehrerin“ gewesen sei. Um dem wachsenden Druck etwas entgegenzusetzen, machte Yvonne Mewes Ausflüge und weite Fahrradtouren und bot damit auch ihrem Neffen Erholung von der ihn belastenden Situation als „Mischling 1. Grades“ in der Schule Johanneum. Sie nahm auch Anteil an dem Schicksal der anderen jüdischen und „halbjüdischen“ Kinder in der Schule ihres Neffen, und sie war empört über die Bücherverbrennung 1933 und die „Reichskristallnacht“ 1938.
1938 wurde Yvonne Mewes auf eigenen Wunsch in den Staatsdienst übernommen. Sie unterrichtete an der Schule Curschmannstraße. Sie weigerte sich aber, in den Kriegsjahren an der Kinderlandverschickung teilzunehmen, weil sie dann ihren Unterricht nicht mehr in ihrem Sinne gestalten könne, sondern unter dem Einfluss der Hitler-Jugend stehe. Als Folge dieser Weigerung wurde sie an die Caspar-Voght-Schule versetzt und 1942 wieder zurück an die Heilwig-Schule, die inzwischen staatlich geworden war.
Der Schulleiter der Heilwig-Schule, Dr. Hans Lüthje, schrieb am 4. Juni 1943 in einem Bericht an die Schulbehörde über Yvonne Mewes: „Ein bis zum Fanatismus wahrheitsliebender Mensch, der keine Bindung anerkennt und anerkennen will, sich rücksichtslos gegen alles stemmt, was nach Zwang aussieht, sich mit allen Kräften gegen die notwendigen Anforderungen der Gemeinschaft sträubt. Sie ist alles in allem der Prototyp eines Individualisten, in ihre Ideen verrannt, schwer, wenn überhaupt, belehrbar und anderen Gedanken kaum zugänglich ... Mewes ist in ihrer Sucht, jeglicher Bindung auszuweichen, auch nicht der NSDAP beigetreten.“
Ende Juli 1943 wurde ihre Wohnung in der Meerweinstraße durch Bombenangriffe zerstört, ihre Bibliothek und ihre literarischen Texte, Grundlagen ihrer beruflichen Tätigkeit, verbrannten. Sie verließ Hamburg und fand gemeinsam mit ihren Eltern Aufnahme bei ihrer jüngsten Schwester in Passau. Dort begann Yvonne Mewes wieder zu unterrichten und hoffte, von der Hamburger Schulbehörde die Erlaubnis zu bekommen, in Passau bleiben zu dürfen. Ihr Gesuch sandte sie unter Einhaltung des Dienstweges an den Schulleiter Hans Lüthje, der es mit einem Begleitschreiben vom 4. September 1943 an die Schulbehörde weiterleitete. In diesem Schreiben zitierte er seinen vorangegangenen Brief an Yvonne Mewes: Er habe darauf hingewiesen, dass es Lehrern verboten sei, sich selbst eine Stelle zu suchen, und habe ihr verschiedene Möglichkeiten vorgeschlagen: Sie könne ausscheiden aus dem Schuldienst, zurückkehren nach Hamburg „und zwar sofort“, bleiben in Passau und an der Jungenschule unterrichten oder in Passau Hamburger Schulkinder unterrichten.
Yvonne Mewes hatte in Passau nach dem Verlust ihrer Wohnung wieder eine Wohnmöglichkeit, eine Stelle an einer Jungenschule, und sie lebte in der Nähe ihrer Schwester und deren Familie, sie hoffte, in dieser neuen Existenz bleiben zu können, aber die Schulbehörde lehnte ihr Gesuch ab. Sie erhielt den Befehl, bis zum 20. Januar 1944 wieder nach Hamburg zurückzukehren und zu unterrichten. Sie hatte dort keine Wohnung mehr. Die schriftliche Zusage, dass sie zunächst im Nachtwachenzimmer der Heilwig-Schule unterkommen könne, wurde nicht eingehalten. Harry Mewes Santo: „Die Walddörfer Schule für Mädchen, wo sie sich melden soll, hat keine Verwendung für sie. Verärgert umsonst entwurzelt zu sein, um bei einer Schule, die sie nicht braucht, anzutreten, folgt sie dennoch dem Befehl des Schulamts, beim Kinderlandverschickungsheim der Heilwig-Schule in Wittstock an der Dosse zum Dienst anzutreten.“
Ihre ehemalige Kollegin Anni Kuchel erinnerte sich im Jahr 1985, dass Schulleiter Lüthje bemüht gewesen sei, Yvonne Mewes zu „helfen“, sie werde „von NS unbehelligt bleiben“, wenn sie in Wittstock unterrichte. Er habe ihr eine Wohnmöglichkeit verschafft, wo sie allein leben konnte, und sich eingesetzt, „um die Behörde zu beruhigen“. Yvonne Mewes litt unter den Bedingungen und begab sich in Behandlung bei einem Nervenarzt. Sie ließ sich jedoch kein Attest geben, das ihr Dienstunfähigkeit bescheinigt hätte.
Ursula Randt erinnerte sich, dass ihre Lehrerin den Aufenthalt in Wittstock nur „mit großem Widerstreben“ ertrug. Sie schilderte eine Situation im Frühsommer 1944. Es war in der Französischstunde im HJ-Heim. Die Fenster standen offen, und die Wittstocker HJ war draußen zum Dienst angetreten, laute Kommandos waren zu hören. „Plötzlich wandte sich Yvonne Mewes brüsk um, schlug die Fenster heftig zu und sagte dann zornig, zu uns gewandt: Das ist ja nicht zu ertragen! Bei dem Gebrüll dieser sogenannten Führer kann man unmöglich unterrichten!“
Aus den Quellen ist nicht genau zu erkennen, ob Yvonne Mewes plötzlich abreiste, wie eine ehemalige Schülerin meinte beobachtet zu haben, oder ob sie von einem Aufenthalt in Hamburg nicht wieder nach Wittstock zurückkehrte.
Am 15. Juli 1944 schrieb sie ihre Kündigung aus dem Schuldienst. Ihrer Familie teilte sie mit, dass sie nervlich überfordert sei. Ihr Brief endet mit den Worten, die ihr Neffe Harry Mewes Santo in seiner Autobiographie zitiert: „Ich habe alle Anstrengungen gemacht auf rechtliche Weise aus meinem bisherigen Dienstverhältnis freizukommen. Es ist mir nicht geglückt, und ich habe den Eindruck, dass man von Seiten der Behörde darauf wartet, dass ich mich ins Unrecht setze. Wenn ich dies mit dieser Kündigung tue, so ist es meinerseits ein Schritt der Verzweiflung, denn ich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, da versagen zu müssen, wo ich früher etwas leisten konnte.“ Sie wurde mehrfach in der Schulbehörde verhört. Die Kündigung war keine strafbare Handlung. Da die Schulbehörde ein Exempel statuieren wollte, wurde der Reichsstatthalter Karl Kaufmann eingeschaltet. Erst die Verweigerung eines Arbeitseinsatzes hätte gerichtlich verfolgt werden können. In diese Falle ging Yvonne Mewes nicht, sie kam dem Befehl zum Einsatz in der Flickstube der NS-Frauenschaft nach. Daraufhin übergab die Schulbehörde den „Fall Mewes“ der Gestapo. Wesentliches Gewicht hatte bei diesem Vorgehen der Bericht des Schulleiters vom 4. Juni 1943.
Als Yvonne Mewes am 7. September 1944 von der Behörde nicht zurückkam, erfuhr ihr Neffe Harry auf telefonische Nachfrage, dass seine Tante von der Gestapo „in Schutzhaft“ genommen sei und sich im Polizeigefängnis Fuhlsbüttel befinde. Er brachte jeden zweiten Sonnabend ein Paket für sie zum Gefängnis und gab es dort ab, sehen durfte er sie nicht, und auf seine Fragen erhielt er keine Antwort.
„Drei Monate sind schon seit Yvonnes Verhaftung verstrichen, und wir sehen keinerlei Vorwärtskommen. Ich habe mich mit allen an ihrer Schule, der Behörde und dem Gericht, die irgendeinen Einfluss auf den Fall haben könnten, in Verbindung gesetzt und sie gebeten, sich für sie einzusetzen. Zu meinem Erstaunen teilt Herr Heinz, der Anklagevertreter, mir mit, dass das Gericht schon vor einiger Zeit die Klage gegen Yvonne wegen ungenügendem Grund zur Verurteilung eingestellt hat. Das klingt zwar ermutigend, hat aber bisher noch nicht zu ihrer Entlassung geführt. Im Gegenteil habe ich gehört, dass gewisse Leute am Schulamt empfohlen haben, sie für einen weiteren Monat in ein Erziehungslager zu schicken um ihr Gehorsam beizubringen.“
Bei einem Gespräch in der Schulbehörde eine Woche vor Weihnachten 1944 gab sein Gesprächspartner zu, dass er auch die lange Haftzeit besorgniserregend fände. Von Seiten der Behörde sei vor zwei Monaten beantragt, sie in ein „Erziehungslager des Arbeitsamtes“ zu überführen. Er werde dem Reichsstatthalter nahe legen, sich persönlich der Angelegenheit anzunehmen.
Die Hoffnung auf baldige Entlassung wurde bitter enttäuscht. Am 25. Dezember 1944 erfuhr Harry Mewes Santo, dass Yvonne Mewes nicht mehr in Fuhlsbüttel sei. Auf seine Frage erhielt er nur die Anweisung, sich an die Gestapo zu wenden. Das erschien ihm jedoch zu riskant in seiner Situation als „Mischling 1. Grades“.
Die Ungewissheit hatte ein Ende, als im Januar der Briefträger bei ihren Halbschwestern in Altona die Urne mit der Asche von Yvonne Mewes zustellte. In der beigefügten Todesurkunde des Standesamtes von Ravensbrück wurde als Todesursache „Herzschwäche“ angegeben.
Im Jahr 1950 fand ein Schwurgerichtsprozess gegen Dr. Hasso von Wedel und Prof. Dr. Ernst Schrewe, die früheren Leiter der Schulbehörde Hamburg, statt. Es wurde 11 Tage lang verhandelt, der Schulleiter Lüthje wurde als Zeuge geladen. Das Verfahren endete mit Freispruch. Ernst Schrewe wurde freigesprochen, da gegen ihn kein Tatverdacht gefunden wurde. Hasso von Wedel wurde freigesprochen, da er nach Erkenntnis des Gerichts im „übergesetzlichen Notstand“ gehandelt habe. Er habe gewollt, dass Yvonne Mewes in ein Arbeitserziehungslager gebracht werde, habe jedoch „Konzentrationslager“ geschrieben.
Im Jahr 1953 folgte der Revision des Staatsanwaltes der zweite Prozess gegen Hasso von Wedel. Eine Zeugin, die mit Yvonne Mewes im Gestapogefängnis Fuhlsbüttel war, sagte aus, dass sie „nicht unaufrichtig“ sein konnte. Von Wedel führte an, er fühlte sich durch den „Starrsinn gezwungen, ein Exempel zu statuieren“. Das Urteil lautete 8 Monate Haft für von Wedel.
Text: Stolperstein-Initiative Hamburg-Winterhude
Quellen:
1 Für den gesamten Beitrag Mewes: Harry Mewes-Santo: Vom Dritten Reich zur Neuen Welt. Autobiographie (unveröffentlicht, liegt als CD vor); Harry Mewes-Santo: Bericht aus New York (wahrscheinlich geschrieben 1945/46); Exponate in der Ausstellung „Die Heilwigschule im ‚Dritten Reich‘ und ihr Neuaufbau nach 1945“ vom 21.1.2007 bis 14.2.2007; Aufzeichnungen von Frau Hagedorn, Aufzeichnung von Dr. Ursula Randt; Bericht des Schulleiters Dr. Hans Lüthje vom 4.6.1943; Begleitschreiben des Schulleiters Dr. Hans Lüthje vom 4.9.1943; Ursel Hochmuth, Hans-Peter de Lorent: Schule unterm Hakenkreuz. Hamburg 1985; Reiner Lehberger: Kinderlandverschickung: „Fürsorgliche Aktion“ oder „Formationserziehung“, in: R. Lehberger, H. P. de Lorent (Hrsg.): „Die Fahne hoch“, Schulpolitik und Schulalltag in Hamburg unterm Hakenkreuz. Hamburg 1986, S. 370-381; Rita Bake, Brita Reimers: Stadt der toten Frauen. Hamburg 1997, S. 307f.; Brief von Anni Kuchel vom 4.6.1985; Edith Oppens: „Sich selber treu“, in: „Die Welt“, 29.8.1950; „Hamburger Abendblatt“, Nr. 165, S. 3 vom 18./19. Juli 1998.
 

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Juni 2020) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

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Stand Juni 2020: 1178 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Februar 2020: Audrey Motaung, Semra Ertan, Beate Hasenau, Elfriede Kneiphoff, Johanna Harry, Recha Lübke, Helene Flörsheim, Catharina Goldenstede, Elsa Friede, Julie Gayen

März 2020: Theodore von Axen, Betty Francken, Elisabeth Rosenkranz, Senta Dohme, Gesa Schneider, Vilma Prochownik

April 2020: Hygieia-Brunnen, Mädchenschule der israelitischen Gemeinde, Verein Heim für junge Mädchen, Siechenhaus Salem, Wohnhaus für Frauen, Witwenkommission der Exekutive des Notstandskomitees, Mädchenherberge, Häuslicher Hilfsdienst des Bundes Hamburgischer Hausfrauen, Eva Lessing, Hild Lennartz, Dörte Helm, Gertrud Weiberlen, Paula Gans, Elisabeth Schultz, Bernhardine Romberg, Johanna Christine Henriette Müller, Hökerinnen, Hamburgische Bürgerschaft, Diakonissenheim am St. Anscharplatz, Stadttheater, Gänsemarktoper, Comödienhaus, Pranger, Fronerei

Mai 2020: Dorothea Buck, Allgemeine Armenanstalt, Fürsorge für sittlich gefährdete Frauen und Mädchen, Weibliche Kriminalpolizei, Thalia Theater, Trostbrücke, Altes Rathaus, St. Jakobi Kirche, Evakatrin Sieveking, Wöchnerinnenheim in Hamburg, Toni Engel; Marion Pein, Maria Gleiss, Elke Acimovic, Elke Thomas, Irene Knickrehm, Spinnschule, Zeichenschule für Mädchen, Mädchenfortbildungsschule, Elisabeth Meyer, Mieken Rieck, Gerhild Halfmeier, Miriam Gilles-Carlebach; Grete Albrecht; Lucille Eichengreen

Juni 2020: Grete Albrecht, Charlotte Thiede Eisler-Rodewald, Hannelore Borchers, Eleonara Witonska, Cilly Levisohn, Gerda Freise

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 422, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

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Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

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stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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