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Frauenbios

Paula Karpinski

( Paula Karpinski, geb. Thees )
(6.11.1897 Hamburg - 8.3.2005 Hamburg)
Wohlfahrtspflegerin, Hamburgs erste Senatorin, Mitglied (SPD) der Hamburgischen Bürgerschaft von 1931 bis 1933 und in der ersten frei gewählten Bürgerschaft nach dem Ende des Nationalsozialismus. Mitglied der Bürgerschaft und in den Wahlperioden: WP 2, Oktober 1949 bis November 1953, WP 3, November 1953 bis November 1957; WP 4, November 1953 bis November 1961; WP 5, November 1961 bis Ende März 1966. Solange sie Mitglied des Senats war, ruhte ihr Bürgerschaftsmandat
Appener Weg (Wohnadresse)
Hamburger Rathaus, Rathausmarkt (Wirkungsstätte)
Ohlsdorfer Friedhof, Fuhlsbüttler Straße 756, Grab- Nr: Z 8, 313 (Grab)
Namensgeberin für Paula-Karpinski-Platz (seit 2013 in Hamburg-Neustadt, Vorplatz der Jugendherberge am Stintfang, auf Vorschlag von Rita Bake).
Siehe auch unter: Senatorinnen
(Ausschnitt aus dem Szenischen Rundgang: "Von machtvollen Frauen und weiblichen Körpern", (Sprecherin: Herma Koehn))
Paula Karpinski war in der Politik eine Pionierin, was die Besetzung von männerdominierten politischen Ämtern betraf: erste Senatorin in Hamburgs Geschichte und erste Länderministerin der Bundesrepublik.
Bereits im Alter von 14 Jahren trat Paula Karpinski in den „Arbeiterjugendbund“ und mit 16 Jahren in die SPD ein. Ihre Eltern – Vater: Hafenarbeiter, Mutter: vor der Heirat Dienstmädchen – waren Sozialdemokraten. „Meine Mutter las uns aus dem ‚Hamburger Echo‘ die Reichstagsberichte vor. Dadurch erhielt ich Kenntnisse von den damaligen Abgeordneten. Außerdem wurde in unserem Hause viel über Politik gesprochen,“ erzählte sie in einem Interview, welches Rita Bake mit ihr führte, als Paula Karpinksi 96 Jahre alt war.
Paula Karpinski, Rede bei den "Falken", 1946; Quelle: Staatsarchiv Hamburg
Nach dem Besuch der Volksschule und dem Handelsschulabschluss arbeitete Paula Karpinkski von 1913 bis 1925 als Kontoristin, Stenotypistin und Buchhalterin. Von 1925 bis 1927 besuchte sie das Sozialpädagogische Institut, absolvierte ein einjähriges Praktikum in der Berufsberatung beim Arbeitsamt und schloss ihre Ausbildung als staatlich geprüfte Wohlfahrtspflegerin ab. Ein Jahr später begann ihre politische Karriere in der SPD. Paula Karpinski war zu diesem Zeitpunkt schon acht Jahre – seit 1920 - mit dem Architekten Carl Karpinski (1.11.1896- 29.8.1976) verheiratet. Er, ebenfalls Sozialdemokrat, unterstützte seine Frau in ihrem Engagement. 1930 wurde ihr gemeinsamer Sohn Jan geboren.
Zwei Jahre zuvor (1928) war Paula Karpinski Mitglied des Hamburger Parteivorstandes der SPD und des Frauenaktionsausschusses geworden. „Von uns aktiven Frauen wurde selbstverständlich erwartet, dass wir neben der allgemeinen politischen Arbeit auch die Frauenarbeit leisteten. 1928 wurde ich Mitglied des Frauenausschusses, der die Frauenarbeit innerhalb der Partei anleitete. Wir waren fünf Frauen, die in einer Versammlung der Genossinnen der Distriktsfrauenausschüsse gewählt wurden. Erweitert wurde dieser Aktionsausschuss durch die Vorsitzenden der Frauenausschüsse aus den SPD-Distrikten der Stadtteile. Die Frauenarbeit war furchtbar schwer. Man muss sich einmal überlegen, welche geringen Voraussetzungen die Frauen damals mitbrachten. Die meisten hatten keine Ahnung von gesellschaftlichen Zusammenhängen. In den Stadtteilen mussten wir uns häufig darauf beschränken, die Frauen zu sogenannten Handarbeitsabenden zusammen zu holen. Doch gerade wir Jungen legten Wert darauf, dass trotzdem ein politisches oder kulturelles Referat gehalten wurde. Dass die Frauen dabei arbeiteten, war zum Teil eine Notwendigkeit. Sie hatten immer etwas zu stricken oder zu stopfen. Wichtig fand ich, dass sie überhaupt zum Nachdenken angeregt wurden. Wir waren immer der Meinung, dass uns weitaus mehr Frauen verlorengegangen wären, wenn wir die Frauenarbeit nicht geleistet hätten, denn der Mann hat in dieser Beziehung häufig negativ gewirkt. Viele Männer sagten: ‚Es genügt, wenn ich in der Partei bin. Was soll meine Frau noch da? Die hat viel wichtigere Aufgaben im Hause. Die soll sie gut machen.’ So war die Einstellung. Für mich beweist dies, dass der Gleichberechtigungsgedanke auch in unserer Organisation den Männern nicht so bewusst war. Sie erkannten kaum, dass wie Parteifrauen doppelte Arbeit leisten mussten; nämlich die Arbeit im Frauenausschuss und darüber hinaus noch die so genannte normale Parteiarbeit.“
Paula Karpinski war von 1931 bis 1933 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und arbeitete vor allem in der Behörde für Jugend mit. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verlor ihr Mann, Vorsitzender der Technikergewerkschaft Hamburg, seinen Arbeitsplatz.
Paula Karpinski wurde im Juni 1933 zusammen mit dem Parteivorstand und dem Parteiausschuss verhaftet – nach einigen Tagen aber wieder entlassen. Von 1933 bis 1945 stand sie in ständiger Verbindung mit illegalen Gruppen. Nach dem Attentat auf Hitler am 20 Juli 1944 war sie sieben Wochen im KZ Fuhlsbüttel inhaftiert.
Nach Kriegsende beteiligte sich Paula Karpinski am Wiederaufbau der SPD. Sie wurde in den Parteivorstand berufen und später offiziell gewählt (Mitglied des Parteivorstandes bis in die 1960-er Jahre) und wurde Mitglied des Parteiausschusses für die Westzonen. Im April 1946 trat sie als eine der Rednerinnen auf der Gründungsversammlung des Hamburger Frauenrings e.V. auf und baute die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) mit auf, deren Vorsitzende sie von 1946 bis 1949 wurde.
„Adolph Schönfelder forderte mich auf, für die 1946er Bürgerschaft zu kandidieren. Wir hatten allerdings schon eine andere Frau ausgewählt. Als ich ihm ihren Namen nannte, antwortet er: ‚Die wird es nicht. Wenn du es nicht übernimmst, dann kriegt ihr keine Frau.’ Ich sprach daraufhin noch einmal mit den Genossinnen. Insbesondere Frieda Roß unterstützte mich: ‚Paula, dann musst du es auch machen, und musst es werden.’ Ich habe nicht hinterrücks die andere beiseite geschoben, schließlich hatte auch ich sie gewählt. So bin ich auf die Kandidatenliste für die Bürgerschaft gekommen.“
Auch ihr Mann wurde Bürgerschaftsabgeordneter. Die britische Militärregierung hatte ihn bereits für die Ernannte Bürgerschaft bestimmt. Carl Karpinski war bis Februar 1958 SPD-Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft.
Paul Karpinski war in dieser Zeit zwar Abgeordnete, doch weil sie 1946 Senatorin wurde, ruhte in dieser Zeit ihr Bürgerschaftsmandat.
Als Paula Karpinksi 1946 Senatorin wurde, war sie die erste Frau, die in ein solches Amt gewählt wurde – 28 Jahre, nachdem die Frauen in Deutschland das passive und aktive Wahlrecht erlangt hatten.
Besondere Vorkehrungen waren damals für ihren Einzug in den Senat nicht gemacht worden. Nach einer kurzen Begrüßung ging man gleich zur Tagesordnung über. Auch architektonisch deutete nichts darauf hin, dass jemals an eine Frau im Senat gedacht wurde, deshalb gab es keine Damentoiletten. So ging Paula Karpinski eben auch dorthin, wo die Männer ihr kleines und großes Geschäft machten.
Paula Karpinski; Bild: Bürgerschaftskanzlei/Parlamentsdokumentation
Als Paula Karpinski erstmals von 1946 bis 1953 (und dann wieder von 1957-1961) als Jugendsenatorin amtierte, war sie nicht nur die erste, sondern auch die einzige Frau im Senat. Dennoch erntete die Abgeordnete Emmy Beckmann nur Gelächter, als sie anlässlich der Verfassungsdebatte im Jahre 1952 den Antrag stellte, den Passus aufzunehmen: „Dem Senat müssen auch Frauen angehören.“ Wegen ihres Frauseins wurde Paula Karpinski nicht in ihrer politischen Arbeit behindert. Sie hatte immer das Glück, auch von Männern gewählt zu werden. Und Bürgerschaftspräsident Adolph Schönfelder selbst war es, der meinte: „Paula, Du musst Senator werden“.
In der Zeit, in der sie nicht das Amt einer Senatorin bekleidete, war Paula Karpinski Bürgerschaftsabgeordnete, so in der Wahlperiode 3 (WP 3) von 1953 bis 1957. In dieser Zeit fungierte sie als Vorsitzende des bürgerschaftlichen Sportausschusses.
Mit Einsetzen der Wahlperiode 5 (WP 5) im November 1961 wurde Paula Karpinski Mitglied des Vorstandes der SPD Bürgerschaftsfraktion.
Paula Karpinski teilte in einem Interview allerdings mit, dass sie 1961 aus der Bürgerschaft ausschied.
Über ihre Arbeit als Senatorin äußerte sie: „Ich brachte beruflich die allerbesten theoretischen Voraussetzungen mit. Dennoch tastete ich mich zunächst vor, bis ich die Verwaltung kannte und mich nicht mehr von den Beamten einfangen ließ. Ich fand eine funktionierende Behörde vor mit ihrem ganzen Beamtenapparat. Einzelne Leute waren mir zwar bekannt, denen vertraute ich auch, aber ansonsten war alles festgefügt. Man musste schon wissen, was man wollte, um sich durchzusetzen. Das ist eine Frage der Persönlichkeit. Ich arbeitete immer im Team, das erleichterte die Arbeit, ließ auch alle zu Wort kommen, mit denen ich zusammenarbeitete. Bevor ich Angelegenheiten in die Deputation einbrachte, waren sie mit meinen Mitarbeitern besprochen worden.
Während meiner Amtszeit als Jugendsenatorin versuchte ich, neue Kinderbetreuungseinrichtungen zu schaffen. Ein schwieriges Unterfangen, denn viele Gebäude waren damals zerstört. Wir konnten nie sagen, jetzt haben wir genug Kindergartenplatze.
Als ich für mehr Kindertagesheimplätze stritt, waren viele Männer in der Politik dagegen, weil das Geld nicht vorhanden war. Es gab andere Dinge, die genauso gefördert werden mussten. Denken Sie doch nur, Hamburg war eine Trümmerstadt. Jeder kämpfte im Senat für sein Ressort; und ich – wir waren 13 Personen im Senat – war die einzige Frau dort. Mir war manchmal, wenn meine Forderungen mit Nein abgestimmt wurden, zum Heulen zu mute. Ich zweifelte an mir, glaubte, meine Sache nicht gut genug vertreten zu haben. Aber es lag meistens an den knappen Geldmitteln. Ich muss sagen, ich bin im Senat sehr loyal behandelt worden. Es gab eine absolute Gleichberechtigung.
Priorität beim Wiederaufbau Hamburgs hatte die Wirtschaft. Denn wenn alles kaputt ist, müssen daraus zum Wiederaufbau die Mittel erwirtschaftet werden. Und wenn die Wirtschaft daniederliegt, kann ich noch so gut reden, dann kann ich nicht für mich beanspruchen, dass ich als erste bedacht werde. Ich muss sagen, es hat lange gedauert. Kindertagesheime sind ja nur ein Bereich. Wir benötigten auch Vollheime, wir hatten über zehn Jugendwohnheime. All dies musste eingerichtet werden. Nach dem Krieg kamen die 17- und 18- jährigen Jugendlichen wieder zurück. Die Engländer drohten uns; ‚wenn ihr diese Jugendlichen nicht aufnehmt, dann kommen sie in Gefangenschaft.’ Die meisten Jugendlichen waren elternlos. Sie machten bei uns das Abitur oder lebten solange im Wohnheim, bis sie ihre Lehre absolviert hatten. Wir mussten sogar Einrichtungen für bis zu 25-Jährige schaffen.
Mein Arbeitstag war unbegrenzt. Ich agierte ja außerdem noch im Parteivorstand. Manchmal kam ich nachts erst um ein Uhr nach Hause, sehr oft noch mit einem Stapel Akten unter dem Arm. Ich saß dann im Bett und las dort die Akten, weil das ein bisschen bequemer war. Nun, ich war gesund und stabil; und man ist ja mit den Aufgaben so verwachsen. Außerdem lag die Arbeit da; sie musste getan werden. Trotz alledem, mein Privatleben war in Ordnung. Wir waren das erste Ehepaar, welches als Bürgerschaftsabgeordnete tätig war. Mein Mann arbeitete auf dem Gewerkschaftssektor und war erster Vorsitzender beim Bund Deutscher Architekten. Bei uns zu Hause arbeitete eine Hauswirtschafterin, die für alles sorgte. Das geht nicht anders, wenn zwei Menschen voll erwerbstätig sind. Außerdem hatten wir ja auch noch einen Sohn. Unser Privatleben fand nur sonntags oder spätabends statt. In der Zeit, in der ich auch noch die Leitung des Sportamtes übernommen hatte (von 1951 bis 1953), waren selbst die Sonntage nicht immer für die Familie frei. Denn oft musste ich zu Sportveranstaltungen, die nun mal üblicherweise am Sonntag stattfinden. Zur Leitung des Sportamtes kam ich, weil mein Vorgänger schwer erkrankte und das Amt abgeben wollte. Ich interessierte mich sehr dafür, denn ich war schon immer eine aktive Sportlerin gewesen - habe geturnt.
Mein Sohn war während meiner Senatorinnentätigkeit schon Jugendlicher. Ein 17-jähriger Sohn hat viele Interessen, so dass er von der Mutter nicht mehr so intensiv betreut zu werden braucht. Außerdem wurde er ja versorgt. Mittags, wenn er aus der Schule kam, erhielt er sein Essen, und er kam trotzdem zu uns, wenn er irgendetwas auf dem Herzen hatte. Abends waren wir ja zusammen.
Während meiner Amtszeit gab es natürlich auch Niederlagen. Es ist schwer, wenn man von einer Sache überzeugt ist, mit einer Niederlage fertig zu werden. Ich habe oft die Zähne zusammengebissen und gedacht, bloß nicht weinen. Mit der Zeit wird man stärker, wächst immer mehr in alles hinein. Mache Niederlage konnte aber auch in einen Erfolg umgewandelt werden. Ein Beispiel: Wir führten pädagogisch betreute Kinderspielplätze ein. Zuerst waren einige Männer im Senat dagegen, z. B. sagte Paul Nevermann [Bausenator, später Bürgermeister]: ‚Wir sind ja auch nicht betreut worden! Was brauchen Sie einen betreuten Kinderspielplatz?’ Der Finanzsenator Dudek wollte den Platz sehen, auf dem ich eine Betreuung vorsah. Er lag in den Wallanlagen und wurde von einer ehemaligen Olympiasiegerin, einer Hammerwerferin, namens Mollenhauer, geleitet. Nach der Besichtigung war er eher positiv gestimmt. Der Kinderspielplatz in den Wallanlagen wurde unser erster bewilligter betreuter Kinderspielplatz.
Ein schwieriges Unterfangen war die Errichtung der Jugendherberge auf dem Stintfang. Im Senat saßen damals Dudek (Finanzsenator), Schiller (Wirtschaftssenator) und Brauer (Bürgermeister). Sie alle waren gegen diesen Standort. Brauer zum Beispiel, weil er überzeugt war, dass an dieser wichtigen Stelle ein Hotel stehen sollte. Ich rief die Jugendverbände zusammen und bat sie: ‚ Also, Kinder, jetzt müsst ihr mir helfen.’ Dann warb ich Nevermann, und begründete diesen Standort mit den Worten: ‚Die Jugendherberge ist der Ort, zu dem viele junge Menschen aus allen Städten, ja sogar aus allen Ländern kommen. Sie sehen auf den Hafen, erblicken dieses rege Leben dort und sind begeistert. Wenn sie älter werden, erinnern sie sich und kommen wieder und sind dadurch für Hamburg ein Wirtschaftsfaktor.’ Damit konnte ich die Herren überzeugen. [1]
Damals herrschte in der Bürgerschaft ein völlig anderer Ton. Niemals gab es so ein ‚Hauen und Stechen’ wie heute, aber auch in meiner eigenen Partei war es harmonischer. Wir wären früher niemals auf den Gedanken gekommen, etwas nach draußen zu tragen. Die Presse nimmt es auf, schlachtet es aus, halb verstanden nur, und benutzt es gegen uns.
1961 schied ich aus dem Senat aus. Da war ich immerhin schon 64 Jahre alt und dachte, ich müsse für die Jungen Platz machen. Ich übernahm mein Bürgerschaftsmandat bis 1968. [Laut Abgeordnetendatenbank war Paula Karpinski bis zum Ende der Wahlperiode 5 im März 1966 als Abgeordnete tätig.] Dann schied ich auch dort aus und war nun ehrenamtlich tätig. Wir wohnten damals in Hausbruch. Dort gab es ein privates Jugendheim, in dessen Vorstand ich mitarbeitete. Außerdem war ich Vorsitzende bei der Deutschen Hilfsgemeinschaft.“
Als Jugendsenatorin sah Paula Karpinski eine Voraussetzung für eine effektive Familienpolitik in der Vermehrung staatlicher Hilfsangebote für alleinstehende erwerbstätige Frauen sowie Familienmütter, die in einem Arbeitsverhältnis standen. Die Frauen aus der Bevölkerung mussten über die ihnen zu Gebote stehenden Möglichkeiten informiert werden und sie auch akzeptieren. Deshalb beabsichtigte Frau Karpinski, in ihrer Behörde ein eigenes Referat „Frau und Familie“ einzurichten, das auch den Kontakt zu Hamburger Frauenverbänden und zu Gewerkschaften herstellen sollte. 1958 konnte das Referat bei der Jugendbehörde die Arbeit unter Leitung der früheren Bürgerschaftsabgeordneten Marta Damkowski (SPD) aufnehmen.
1967 erhielt Paula Karpinski vom Senat die Bürgermeister-Stolten-Medaille verliehen.
Seit Frühjahr 2001 hängt zum ersten Mal in der Geschichte des Rathauses ein Gemälde einer Senatorin. Johannes Duwe portraitierte Hamburgs erste Senatorin Paula Karpinski (SPD) im Alter von 104 Jahren (geb. 1897, gest. 2005). Damit war sie das erste Senatsmitglied, dessen Portrait bereits zu Lebzeiten einen Platz im Hamburger Rathaus bekam.
Seit 2003 verleiht die SPD-Bürgerschaftsfraktion alle zwei Jahre den Paula Karpinski Preis. Damit fördert die Fraktion beispielhafte Projekte der Jugendhilfe.
Text: Rita Bake
Quelle:
1 Inge Grolle und Rita Bake: „Ich habe Jonglieren mit drei Bällen geübt.“ Frauen in der Hamburgischen Bürgerschaft 1946 bis 1993. Hamburg 1995, S. 65.
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: August 2020) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

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Stand August 2020: 1180 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Januar 2020: Ursula Nölle, Christa Hoffmann-Riem, Angelika Mertens, Bertha Keyser

Februar 2020: Audrey Motaung, Semra Ertan, Beate Hasenau, Elfriede Kneiphoff, Johanna Harry, Recha Lübke, Helene Flörsheim, Catharina Goldenstede, Elsa Friede, Julie Gayen

März 2020: Theodore von Axen, Betty Francken, Elisabeth Rosenkranz, Senta Dohme, Gesa Schneider, Vilma Prochownik

April 2020: Hygieia-Brunnen, Mädchenschule der israelitischen Gemeinde, Verein Heim für junge Mädchen, Siechenhaus Salem, Wohnhaus für Frauen, Witwenkommission der Exekutive des Notstandskomitees, Mädchenherberge, Häuslicher Hilfsdienst des Bundes Hamburgischer Hausfrauen, Eva Lessing, Hild Lennartz, Dörte Helm, Gertrud Weiberlen, Paula Gans, Elisabeth Schultz, Bernhardine Romberg, Johanna Christine Henriette Müller, Hökerinnen, Hamburgische Bürgerschaft, Diakonissenheim am St. Anscharplatz, Stadttheater, Gänsemarktoper, Comödienhaus, Pranger, Fronerei

Mai 2020: Dorothea Buck, Allgemeine Armenanstalt, Fürsorge für sittlich gefährdete Frauen und Mädchen, Weibliche Kriminalpolizei, Thalia Theater, Trostbrücke, Altes Rathaus, St. Jakobi Kirche, Evakatrin Sieveking, Wöchnerinnenheim in Hamburg, Toni Engel; Marion Pein, Maria Gleiss, Elke Acimovic, Elke Thomas, Irene Knickrehm, Spinnschule, Zeichenschule für Mädchen, Mädchenfortbildungsschule, Elisabeth Meyer, Mieken Rieck, Gerhild Halfmeier, Miriam Gilles-Carlebach; Grete Albrecht; Lucille Eichengreen

Juni 2020: Grete Albrecht, Charlotte Thiede Eisler-Rodewald, Hannelore Borchers, Eleonara Witonska, Cilly Levisohn, Gerda Freise

Juli 2020: Hannelore-Maria Santl

August 2020: Elisabeth von Dücker, Astrid Kirchherr

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2543 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 422, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

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Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

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