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Frauenbios

Hilde David

(02.05.1926 Hamburg - 30.03.2020 Hamburg)
Gewerkschafterin, Chronistin
Fraenkelstraße 18, 22307 Hamburg
Fuhlsbüttler Straße 756, bestattet im Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Erinnerungen an die Mutter, aufgezeichnet von Dörte David

Mutter und Tochter. Wir hatten viele gemeinsame Jahrzehnte mit vielen gemeinsamen Interessen, Aktivitäten und WeggefährtInnen. Und so schreibe ich von „Hilde“ und von „wir“ und freue mich, auch andere zitieren zu können.
Hilde David, 1997 Lesung „Fräulein Mutter“ zur Eröffnung des MdA, Quelle: aus Videoaufnahme des mpz (Medienpädagogik-Zentrum Hamburg e.V.)
„Was für eine aufrechte und in ihrer Liebenswürdigkeit kämpferische Frau!“[1]
Diese Worte schrieb der Gründungsdirektor des Museums der Arbeit nach Hildes Tod an mich. Und ein anderer Weggefährte aus dem Museum beschrieb Hilde, wie er sie kannte und wie sich für ihn ihr gesellschafts-politisches Engagement in ihrer Wohnung widerspiegelte.
„Diese Frau war Gewerkschafterin, Museumsenthusiastin, alleinerziehende Mutter, bildungshungrig und gescheit, eine politisch engagierte Frau aus der Arbeiterschicht.
Ihr breites Interesse wird durch ihren sehr umfangreichen Bücherbestand belegt: Neben Museumskatalogen, Büchern der Frauenbewegung, Liederbüchern, literaturwissenschaftlichen Heften finden wir Klassiker der Belletristik wie Tucholsky, Lenz, Böll, Brecht, Borchert, Fried, Schiller und Lessing. Auch ihre Liebe zu Musik und Schauspiel wird sichtbar durch eine große Menge an Schallplatten, CDs, Kassetten und eine Sammlung von Programmheften. Offensichtlich nutzte sie dieses Material, um kulturelle Formate zu entwickeln, die sie z.B. im Museum der Arbeit oder in der Geschichtswerkstatt Barmbek realisierte. [...] Hildes Bildungswille zeigt sich auch in den Dokumentationen von Reisen, z.B. nach Schweden und Russland. Immer hat sie ein Auge auf das Leben und Arbeiten der Bewohner gehabt und auf die Darstellung in Museen.“ [2]
Genau hinsehen, langsam durchdenken, manches in neue Zusammenhänge bringen und dann in Worte fassen, das mochte und konnte Hilde gut.
„Ich Mädchen in der Zeit“[3] Die frühen Jahre: 1920er- bis Ende der 1940er-Jahre
Hilde hatte ein fabelhaftes Gedächtnis. In Gesprächen konnte sie oft mit Zitaten aus Gedichten oder anderer Literatur passend zum Thema beitragen. Da ich so ein Gedächtnis nicht habe, bat ich sie vor vielen Jahren ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Daraus entstand mit der Zeit ein umfangreiches Manuskript, das als Buch veröffentlicht werden soll.
Sie beschrieb ihre zwanzig erzählten Jahre anschaulich mit vielen Details aus ihrem Alltagsleben in einer „unordentlichen Familie“ vor dem Hintergrund des Endes der Weimarer Republik, der Etablierung der NS-Herrschaft, dem, was der Krieg an der „Heimatfront“ bedeutete und wie zumeist Frauen damit zurechtkommen mussten, bis zu den Schwierigkeiten der unmittelbaren Nachkriegszeit und dem Beginn ihrer beruflichen Tätigkeit in der ÖTV 1948.
„Am 2. Mai 1926 wird Hilde David in Barmbek geboren. Ihre Eltern, aus der Arbeiterjugend, sind sehr jung und geprägt von der Aufbruchstimmung der frühen Weimarer Republik. Wohn- und Lebenssituationen wechseln häufig. Hilde wächst überwiegend mit alleinstehenden, selbstbewussten Frauen und in Wohnungen mit Untermietern auf. Hildes Mutter ist ausbildungs- und arbeitsbedingt oft abwesend, was die sehr präsente Großmutter auffängt. Beide vermitteln Freude und Interesse an Musik und Literatur.
Hilde besucht eine Reformschule, die Schule Burgstraße, und erlebt, wie pädagogische Modernisierungsansätze durch die NS- Politik zurückgedreht werden, aber auch, wie einige LehrerInnen manches Menschenfreundliche zu retten versuchen. Nach Kriegsbeginn ändert sich der Alltag spürbar. Die Propaganda wird intensiviert und der Rekrutierung in die NS-Jugendorganisationen kann sie sich nur partiell entziehen.
Kurt J. ist 1942 Anleiter einer Theatergruppe in der HJ [Hitler Jugend]. Hilde und er verlieben sich. Später, nach seiner Einberufung in die Armee, wird er bei seinem ersten Einsatz im Baltikum 1944 sterben.
Die schweren Bombardierungen vom Juli 1943 überleben Hilde und ihre Familie, danach folgen Evakuierungen und wechselnde Wohnsituationen. An eine lineare Schullaufbahn ist nicht mehr zu denken, ihre Studienträume werden aufgegeben. Im Frühjahr 1945 beginnt Hilde eine Schwesternausbildung im AK St. Georg. Dann ist der Krieg zu Ende, britische Truppen besetzen Hamburg. Die Versorgungslage ist schlecht. Mit Gleichaltrigen sucht sie in der FDJ [Freie Deutsche Jugend] nach Orientierung und Perspektiven für sich und die neue Gesellschaft. Innerlich betrachtet sie auch diese Organisation kritisch und wird nicht dauerhaft darin heimisch.“ [4]
Während ihrer Ausbildung zur Krankenschwester im AK St. Georg trat Hilde 1946 in den Bund freier Schwestern BfS ein - „Freie“ Schwestern, da nicht kirchlich gebunden. Langsam begann der Wiederaufbau der Gewerkschaften, nach zwölf Jahren Faschismus, unterstützt und kontrolliert durch die Besatzungsmächte.
Hilde erkrankte, wie viele in der damaligen Zeit, an Typhus, mit anschließender Herzschwäche, und konnte deshalb ihre Ausbildung nicht beenden. Diese Ausbildungszeit im Krankenhaus war prägend, auch wenn sie nur von März 1945 bis Juni 1946 dauerte. Hilde half stattdessen in der Familie bei Großmutter, Mutter und Tante, Schwester und Kusine.
Gewerkschaft - Hildes Anfänge und Liebe
1947 bekam Hilde einen Arbeitsplatz im Büro des Bundes freier Schwestern in der Gewerkschaft Gesamtverband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, zu dem auch das Gesundheitswesen gehörte. Für die erste Schwestern-Konferenz, die 1947 in Hamburg stattfand, und an der Schwestern aus ganz Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen teilnahmen, schrieb Hilde ihr erstes Protokoll. Es wurde zwar positiv aufgenommen, aber es wäre notwendig, bei der Begrüßung die Honoratioren einzeln zu erwähnen. Sie merkte sich diesen Hinweis, aber Inhalte blieben ihr immer wichtiger.
Noch im Herbst des Jahres 1947, kurz nach der Schwesternkonferenz, gab sich der Gesamtverband einen neuen Namen: Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr - ÖTV. 1948 begann Hilde bei der ÖTV als Schreibkraft zunächst in der Abteilung Gesundheitswesen, später arbeitete sie auch für andere Abteilungen.
In der ÖTV waren Kollegen beschäftigt „mit Erfahrungen von vor 1933, die sich sofort nach dem Krieg wieder zur Verfügung gestellt hatten. Von ihnen waren die gewerkschaftlichen Grundlagen zu lernen. Unter ihnen befanden sich nur zwei Frauen.“ [5]
Über ihre gewerkschaftlichen Kontakte hatte Hilde das große Glück, an einem Projekt zur Förderung von Toleranz und Demokratie für europäische Jugendliche teilnehmen zu können. Das schwedische Komitee für demokratische Aufbauarbeit hatte über Gewerkschaften und Studentenverbände junge Deutsche zu einem halbjährigen Aufenthalt an einer schwedischen Heimvolkshochschule eingeladen. So verbrachte sie den Winter 1948/49 auf der Insel Tjörn bei Göteborg mit Jugendlichen aus Schweden und anderen skandinavischen Ländern und einigen aus Deutschland und Österreich. Gemeinsam, nicht mehr getrennt durch Krieg, aber mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen. Hilde lernte Schwedisch und dieses Land lieben. Ein Land, das sie oft bereiste. Es wurde das Land ihrer Sehnsucht. Nach Schweden sehnte sie sich immer - nach Frieden und Demokratie auch.
Als Hilde nach Hamburg zurückkehrte, wurde sie vom Vorsitzenden der ÖTV- Hamburg gefragt, was sie machen und in welchen Gewerkschaftsabteilungen sie arbeiten wolle: „Jugend? Frauen? Sie begannen bei diesen beiden Abteilungen schon mal, Frauen in eine Sekretär-Funktion zu bringen. In allen Bezirken wurden Leute gesucht. Ich entschied mich für Gewerkschaftliche Frauenarbeit. Mein jugendlichstes Dasein hatte ich wohl mit dem schönen Schwedenwinter abgeschlossen. Nun fühlte ich mich reif für erwachsenere Aufgaben. Außerdem hatte ich vorher in Hamburg schon mit berufstätigen Frauen zu tun gehabt.“ [6]
Im August 1949, einen Tag nach der ersten Bundestagswahl, wurde Hilde Frauen-Sekretärin im ÖTV-Bezirk NRW II in Bochum. Sie lernte viel: Die Arbeit für und mit Frauen, erste gewerkschaftliche Bildungsarbeit, überhaupt das Führen von gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen und die Unterstützung von Streiks. - Und sie lernte dort ihren Kurt kennen, meinen Vater.
Hilde und Kurt gingen eine Beziehung ein, obwohl er schon Familie hatte. Es wurde eine Fernbeziehung - und dennoch ganz nah. Sie schrieben sich viele Briefe, später telefonierten sie miteinander, er besuchte sie und uns regelmäßig, später war es leider nur noch selten möglich, so überbrückten sie die räumliche Entfernung. Gemeinsam war ihnen ihre politische Haltung „die gemeinsame Sache“, ihr gegenseitiger Respekt, ihr Interesse aneinander und ihre Bereitschaft, von- und miteinander zu lernen. Eine nicht enden wollende Liebe begann.
Dann zog Hilde im Rahmen ihrer Arbeit in der ÖTV 1951 als Frauen-Sekretärin nach Bremen und 1952 als Sachbearbeiterin beim Hauptvorstand (Frauen- und Angestellten-Sekretariat) nach Stuttgart. Dort setzte sie sich u.a. für die Bildung des ersten Betriebsrates innerhalb der Gewerkschaft ÖTV ein.
„Bald darauf, im Januar 1954, befanden einige Leute aus dem Hauptvorstand, ich solle erstmal wieder nach Hamburg an meinen alten Arbeitsplatz (an die Schreibmaschine). Das war eine glatte Degradierung, gegen die ich mich hätte wehren können. Da mir aber Hamburg lieb war und ich wusste, dass nur hier die Erfüllung des großen Wunsches nach einem Kind möglich werden könnte, machte ich keinen Lärm, sondern packte meine Sachen (das waren noch nicht viele) und fuhr zurück.“ [7]
„Fräulein Mutter“
Hilde zog in die Milchstraße, ins vornehme Pöseldorf und lebte dort doch unter sehr beengten Wohnverhältnissen in einer Teilwohnung mit anderen und in wechselnder familiärer Besetzung.
1955 wurde ich geboren. Eine bewusste Entscheidung meiner Eltern zum Kind, zu mir.
Kind und Arbeit. Hamburg bot mit seinen Kindergärten die Möglichkeit für beides. Hilde achtete immer auf ein gutes Verhältnis zu den Erzieherinnen, und ich fühlte mich immer wohl in „meinem“ Kindergarten.
Den Namen meines Vaters hatte Hilde nicht angegeben, deshalb kam zunächst noch eine Fürsorgerin. Als meine Mutter endlich die vollständige Elterliche Gewalt erhielt, freute Hilde sich sehr. Die Fürsorgerin jedoch bedauerte für sich, dass sie so gerade die Frauen und Kinder aus ihrer Betreuung verlöre, die unkompliziert waren und ihr Freude machten.
Hilde hat sich nie als Alleinerziehende bezeichnet, denn sie tauschte sich immer mit ihrem Kurt aus und wurde von ihm gestützt. Vielleicht viel mehr als so manche verheiratete Frau.
Arbeit und Kind, mehr war lange nicht für sie möglich. Ganztags arbeiten. „Anfangs 48 Stunden die Woche, lange 45, dann jeden 2. Sonnabend frei, langsam auf 42, 40 Stunden runter.“ [8]
Das hieß, Kind in den Kindergarten bringen, zur Arbeit fahren, Kind abholen und irgendwie noch einkaufen, den ersten Teil des Abends gemeinsam verbringen, dann blieb noch der Rest des Feierabends für sie, wohl oft Briefe an ihren Kurt schreibend. An den Wochenenden war sie oft erschöpft.
Endlich, um 1960 erhielten wir eine eigene Wohnung. In Barmbek an der Grenze zu Bramfeld. Eine kleine Wohnung, 27 m2 unterm Dach - aber mit „eigenem Wasserhahn“.
Wir hatten nur wenige gemeinsame Stunden am Tag, aber die verbrachten wir intensiv miteinander. Wir erzählten uns vom Tag, soweit wir mochten. Hilde las immer gern vor, jetzt ihrem Kind. Wir spielten und bauten mit Lego-Steinen, die mein Vater empfohlen hatte, und die über viele Jahre ein willkommenes Geburtstagsgeschenk wurden, bastelten für uns und für die Nachbarn, hörten auch viel Radio, Hörspiele und später Kabarett.
Hilde fand sogar Zeit und half einigen Jugendlichen aus dem Haus bei den Schulaufgaben, wurde wegen ihrer fortschrittlichen Haltung für manche zu einer Ratgeberin.
Was ich bei ihr erfuhr, war ihre Konsequenz. Wenn sie nein sagte, dann meinte sie es auch so und blieb dabei. Das war verlässlich - und nicht schlimm, denn sie sagte selten nein. Heute denke ich, sie überlegte sich ihr Handeln gut, denn sie musste die Konsequenzen in jedem Falle alleine tragen.
Die Arbeitszeit wurde reduziert, das Kind wurde älter, anderes wurde langsam wieder möglich.
Ab Ende der 1960er-Jahre traf sich Hilde abends mit engagierten GewerkschafterInnen, ihrem „Klönklub“. Dort traf sie wiedergefundene und neue FreundInnen, die ihre politische Heimat bildeten.
Anfang der 1970er-Jahre zwei Umzüge innerhalb Barmbeks, denn die Wege zur Schule und Arbeit sollten nicht länger werden. Mitte der 1970er-Jahre zog ich aus und in meine erste WG. 1977 zog Hilde in die Fraenkelstraße, immer noch im „richtigen Barmbek“. Dort wohnte sie fast 43 Jahre. Immer gern und bis zu ihrem Lebensende. Sie pflegte und genoss den freundlichen Kontakt zu den NachbarInnen, Buchhändlerinnen, Marktfrauen, dem Blumenhöker, der Griechin an der Ecke. Manche wurden Freundinnen.
Gewerkschaft ÖTV - Arbeitsplatz und Aufgabe
Hilde blieb in der ÖTV-Hamburg bis zu ihrer Rente 1982 beschäftigt. Sie arbeitete in verschiedenen Abteilungen: Frauen-Sekretariat, Mitglieder-Abteilung, Gesundheitswesen, Jugend, Verwaltung, Telefonzentrale, Aufbau des ÖTV-Archivs Hamburg.
Sie schrieb nicht nur, was ihr diktiert wurde, sondern machte vorgesetzten, aber ungeübten Gewerkschafts-Sekretären Vorschläge für andere Formulierungen, manche Kollegen haben sie angenommen.
Anfang der 1960er-Jahre beschloss der bundesweite ÖTV- Gewerkschaftstag: Die Beschäftigten sollen ihre Interessenvertretung wählen dürfen. In Hamburg warteten Hilde und andere KollegInnen gespannt auf die ersten offiziellen schriftlichen Entscheidungen, sofort danach konnte ein Betriebsrat gewählt werden. „Ihr seid die ersten. Und du bist drin.“ schrieb Kurt voll Anerkennung an sie.
Die Arbeit im Jugend- und Bildungssekretariat in den 1970ern gab ihr neuen Schwung. Oft machten sich die jungen Mitglieder, angespornt durch die allgemeine Aufbruchstimmung und ihr gewerkschaftliches Engagement, auf, um über den zweiten Bildungsweg weitere Bildung zu erlangen, und begannen so ihren Marsch durch die Betriebe. Hilde unterstützte manche bei ihren Abschlussarbeiten, tippte sie und achtete auch hilfreich auf die Inhalte.
Es war nicht immer einfach, in der Gewerkschaft zu arbeiten. Zu enge Verflechtungen zu den Arbeitgebern, die in Hamburg, vor allem im Öffentlichen Dienst, meist selbst SPD-GenossInnen waren, bremsten engagierte Mitglieder oft aus. Die ÖTV-Beschäftigten, Gewerkschafts-Sekretäre und Verwaltungskräfte, die ihre gewerkschaftliche Haltung konsequent bewahrten, wurden weniger, immerhin fanden und unterstützten sie sich.
Erst zum Ende ihrer Berufstätigkeit erhielt Hilde wieder anspruchsvolle Arbeit: Ein ÖTV-Archiv Hamburg sollte aufgebaut werden. Eine Archivarin bearbeitete den formalen Aufbau, und Hilde steuerte das Inhaltliche aus ihrer Erfahrung dazu bei. Für Hilde war es eine gute Zeit. Trotzdem musste sie mit 56 Jahren aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Rente gehen.
Über ihre Tätigkeit bei der ÖTV sagte sie einmal: „Ich habe manche geärgert, wurde von manchen geschätzt und hatte immer Rückhalt bei den Ehrenamtlichen.“
2001, als die ÖTV mit anderen Gewerkschaften zu ver.di wurde, durfte Hilde auf einer Feier zur Verabschiedung der ÖTV-Hamburg von ihren langjährigen Erfahrungen berichten. 2016 auf einer Veranstaltung zur Ehrung langjähriger Mitglieder – Hilde war zu der Zeit 70 Jahre Gewerkschaftsmitglied gewesen - hob sie noch einmal hervor, was ihr das Wichtigste bei der Gewerkschaft war: Die Solidarität.
1. Mai
Am 1. Mai, ob „Tag der Arbeit“ oder „internationaler Kampftag der Arbeiterklasse“, Hilde war immer dabei. Schon früh nahm sie mich mit. Und so lernte ich die große Wiese im Stadtpark als die „Maiwiese“ kennen, wo sich all die KollegInnen trafen, die in Sternmärschen aus den verschiedenen Stadtteilen Hamburgs gekommen waren. Die Wiese blieb für mich die „Maiwiese“. Aber der 1. Mai wurde über die Zeit auf lediglich nur eine Veranstaltung reduziert, fand sogar mal nur im Saale statt, bis die Gewerkschaftsjugend Ende der 1960er-Jahre für sich eine Maidemonstration durchsetzte, die auch viele ältere KollegInnen dankbar annahmen. Damit gab es wieder den 1. Mai, der mit seinen Demonstrationen die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen widerspiegelte. Im Zusammenhang mit dem Kampf um die Arbeitsplätze bei Heidenreich & Harbeck 1976 starteten oder endeten die 1. Mai Demonstrationen manchmal in Barmbek, statt wie sonst üblich beim Gewerkschaftshaus. Im hohen Alter, als Hilde nicht mehr gut laufen konnte, freute sie sich, wenn der Demonstrationszug in Barmbek endete. Dann konnte sie an der dortigen Abschlusskundgebung teilnehmen und alle die aktiven GewerkschafterInnen und FreundInnen begrüßen, die sie immer am 1. Mai getroffen hatte.
Frauen und Solidarität - unser gemeinsames Engagement
Ein Schwerpunkt ihrer Gewerkschaftsarbeit bestand in der Frauenarbeit.
In den 1970er-Jahren entstand in der ÖTV der Frauen-Treff. Über viele Jahre die einzige Gruppe in der ÖTV-Hamburg, an der Mitglieder ohne gewerkschaftliche Funktion teilnehmen konnten. Wie viele engagierte Kolleginnen waren auch Hilde und ich dabei. 1979 organisierten wir eine Veranstaltung mit den „Erwitterinnen“. Als ihre Ehemänner im Kampf um ihre Arbeitsplätze 1975 das Zementwerk in Erwitte für ein Jahr besetzt hatten, hatte sich diese Frauengruppe gebildet und war weiterhin aktiv. Ihre Broschüre „Ehefrauen der Zementwerker in Erwitte berichten“ widmeten sie „allen Frauen, die nicht nur die Schürze tragen wollen und deren Dasein bisher nur auf die Kindererziehung und den Haushalt beschränkt war.“ [9]
Hilde schrieb immer gern Texte und Gedichte - manchmal auch passend zu bekannten Melodien. Eines der Lieder sangen wir, ein spontaner Chor von GewerkschafterInnen, Anfang der 1980er-Jahre zum Friedensfest in der Dortmunder Westfalenhalle: „Das Lied von Mr. Reagans Crew“, nach der Melodie von “Kennt Ji all dat nee Leed von Herrn Pastor sien Kauh“.
Bleibt man aktiv und hält die Augen offen, kann man sich finden und wieder zusammenkommen, wenn man gebraucht wird. So auch 1984/85 in der internationalen Solidaritätsarbeit zum „Britischen Bergarbeiterstreik“. Wieder trafen sich engagierte Gewerkschafterinnen. Wieder war Hilde dabei. Wir organisierten Veranstaltungen mit britischen Kolleginnen aus einer dortigen „Women Support Group“, sammelten Geld und Kleidung - und ganz unterschiedliche Erfahrungen mit den britischen und deutschen Gewerkschaften.
Frauen und Arbeit - Hildes Mitarbeit für das Museum der Arbeit
Glücklicherweise besserte sich Hildes Gesundheitszustand im Laufe der ersten Rentenjahre. Und so engagierte sie sich im Museum der Arbeit (MdA) und in der Geschichtswerkstatt Barmbek. Dort wirkte sie viele Jahre.
„Sichtbar machen - Einmischen - Mitgestalten“ [10] Im Nachruf auf Hilde, verfasst von den FreundInnen des Museums der Arbeit, heißt es über ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement auf diesen Gebieten:
„Hilde David lernen wir Mitte der 1980er Jahre in dem [...] Arbeitskreis Frauen im Museum der Arbeit kennen. Hellwach, zugewandt und ja durchaus klassenbewusst. Eine Frau deren Haltung, Fähigkeiten und die Art, wie sie sich für die Interessen der arbeitenden Menschen und insbesondere für die der Frauen einsetzt, lernen wir schätzen.
1983 wird sie Mitglied im Freundeskreis des Museums der Arbeit, setzt sich für die Realisierung dieses Museums ein und begleitet während ihrer 37-jährigen Vereinsmitgliedschaft aktiv die Gründung und Entwicklung des MdA. Im Arbeitskreis Frauen und im DGB-Projekt Geschichte von unten diskutiert sie mit uns über Definitionen von Arbeit, Geschlechterrollen, das Verhältnis von Mensch-Technik-Natur und setzt sich nachdrücklich für das Sichtbarmachen unbezahlter Frauenarbeit ein.“ [11]
Einige wichtige Ausstellungen und Projekte des Museums prägte Hilde wesentlich mit: konzipierend, schreibend, vortragend, durch- und vorführend.
Große Wäsche - Für dieses Projekt inszenierten und präsentierten Hilde und Inge Henker lebendige Vorführungen zum Thema Hausarbeit. Ältere BesucherInnen bestätigten lebhaft, was ihnen auf diese Weise in Erinnerung gerufen wurde, jüngere probierten auch mal selbst etwas aus.
Hamburgs erstes Frauenwandbild wurde 1989 anlässlich des 800. Hafengeburtstages auf Initiative des Arbeitskreises Frauen im Museum der Arbeit an einer Speicherwand in der Nähe des Hamburger Fischmarktes installiert. „Es stellt Szenen aus Arbeitsbereichen dar, in denen Frauen im Hafen arbeiteten und heute noch arbeiten.“ [12] Das Bild entstand in Zusammenarbeit mit drei Künstlerinnen. Aus den vorrausgegangenen Recherchen und vielen Interviews entstand das Lesebuch zum Wandbild unter dem Titel „… nicht nur Galionsfigur“. Hilde gehörte der siebenköpfigen Redaktion an und vermittelte die Inhalte in vielen Gruppenführungen direkt am Wandbild. Als das Gebäude, dessen Hauswand mit dem Wandbild geschmückt worden war, einem Umbau weichen musste, bedauerte dies Hilde sehr.
Fräulein Mutter - Dieses Projekt hatte Hilde angestoßen, denn es war ihr ein besonderes Anliegen. Sie selbst hatte die Schwierigkeiten einer unverheirateten Mutter erlebt und kannte diese aus ihrer eigenen Familie. Hilde und Claudia Bonnen erarbeiteten eine hamburgische Familienchronik der anderen Art. In diesem Album mit Texten und Fotos über drei Generationen unverheirateter Mütter (Großmutter, Tante und Hilde mit mir) zeigten sie, wie sich über die Zeit die rechtlichen Bedingungen zwar besserten, wie Schwierigkeiten dennoch blieben, aber auch welche Stärken Frauen gewinnen können, wenn sie ihren eigenen Weg gehen.
Anlässlich des Antikriegstages 1999 trug „Hilde im Museum der Arbeit ihre persönlichen Erinnerungen an den Kriegsbeginn 1939 und an sein Ende 1945 vor. Mit dem entstandenen eindringlichen Tondokument ‚Als unser Kindsein zerbrach ...‘ sammelt sie Spenden für eine Rot-Kreuz-Station im Kriegsgebiet Jugoslawiens über die Gruppe ‚ Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gegen den Krieg – Dialog von unten statt Bomben von oben‘. [...]
Hilde ist eine große Vermittlerin und Erzählerin, eine kritische Wegbegleiterin.“ [13]
Sie brachte sich ein mit ihrer Haltung, ihrer Erfahrung, ihrem Wissen, nahm auf und gab weiter, was sie im Museum lernen konnte.
Immer älter werdend zog sich Hilde aus der aktiven Mitarbeit im Museum zurück, nahm Einladungen zu Veranstaltungen gern noch an und beteiligte sich weiterhin an den Museumsfahrten, auf die sie sich immer gefreut hatte.
Hilde war froh um die Arbeit, die sie im Museum der Arbeit leisten konnte, und die Anerkennung, die sie dort erfuhr. Das hat sie immer wieder betont. Dafür war sie von Herzen dankbar - und ich bin es weiterhin.
Die späten Jahre im kleineren Kreis
Hilde wurde alt, einige ihrer FreundInnen und GenossInnen starben. Sie schrieb nun auch für sie, Briefe an die Angehörigen und manche Trauerreden.
In den letzten Jahren zog Hilde sich weiter zurück, ging weniger in die Welt hinaus. Die Welt kam zu ihr. Ihre alte Welt, als sie ihre Erinnerungen aufschrieb und sie mit uns teilte, und die aktuelle Welt, wenn wir sie besuchten und diese mit ihr teilten. Wir, die Familie und FreundInnen, die kleine Frauengruppe und die kleine Leserunde ihrer Erinnerungen. Hilde genoss die anregenden Gespräche. Dankbar nahm sie unser Kümmern und unsere Freundschaft und Liebe an.
Hildes Rückblick auf ihr langes Leben
„Wenn ich bedenke, welch schreckliche Zeiten ich erlebt habe,
und wie viel Schönes ich danach erlebt habe,
könnte ich mich glatt beneiden.“
Text: Dörte David, März 2021
Quellen:
1 Gernot Krankenhagen, Gründungsdirektor des Museums der Arbeit: Schreiben an D. David vom 1. Mai 2020.
2 Harald Meier-Weigand: Brief an den Vorsitzenden des Freundeskreises des Museums der Arbeit, Juli 2020.
3 Hilde David: Ich Mädchen in der Zeit 1929-1949 Erinnerungen, (noch) unveröffentlichtes Manuskript, 2020.
4 Berthold Lotz, Exposé zum Buchmanuskript von Hilde David, 2021.
5 Hilde David, private Aufzeichnungen
6 Hilde David: Ich Mädchen in der Zeit 1929-1949 Erinnerungen, (noch) unveröffentlichtes Manuskript, 2020.
7 Hilde David, private Aufzeichnungen
8 ebenda
9 Frauengruppe Erwitte: Ehefrauen der Zementwerker in Erwitte berichten, 1977.
10 Nachruf auf Hilde David, in: Infobrief 3_2020, Mitteilungen für die Freunde des Museums der Arbeit, S. 4.
11 ebenda
12 Rita Bake: Die Ersten und das erste Mal...., Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg, 1999.
13 Nachruf auf Hilde David, in: Infobrief 3_2020, Mitteilungen für die Freunde des Museums der Arbeit, S. 4.
 

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Juli 2021) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand Juli 2021: 1249 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Haben Sie Anregungen, Neuigkeiten, Ergänzungen?
Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
Rita.Bake@hamburg.de

Zuletzt eingetragene Namen

Januar 2021: Katherina Hanen, Ingeborg Hecht

Februar 2021: Anita Horz

März 2021: Gertrud Bing, Ilse Hirschbiegel, Hilde David, Aenne Bohne-Lucko, Hildegard Stromberger, Angela Bernhardt, Emilie Rücker, Adele Will, Dora und Claudine Staack, Andrea Karsten,
wesentlich aktualisiert: Zwangsarbeiterinnen für Valvo Radioröhrenfabrik und der Hamburger Batterie-Fabrik Otto Gross, Käthe Strutz

April 2021: Adeline Gräfin von Schimmelmann
wesentliche aktualisiert: Anna Andersch-Marcus; Tatiana Ahlers-Hestermann; Marie Anne Lippert; Marienkrankenhaus; Annemarie Marks-Rocke; Katharina Mayberg; Erna Mayer; Ottilie Metzger-Lattermann; Else Mögelin; Molckenbuhr'sche Stiftung für alte weibliche Dienstboten; Erna Mros; Nanny-Jonas Stift; Martha Naujoks; Anna Maria Pyrker; Charlotte Ida Popert; Adele Reiche; Minna Rist; Martha Rauert; Vierländerin Brunnen; Rosemarie Sacke; Sophie Albrecht, Ida Eberhardt

Mai 2021: Rosa Zinner

Juni 2021: Barbara Ossenkopp, Helga Schulz, Antonie Brandeis, Helga Mauersberger, Clara Stern

Juli 2021: Hildegard Cohen, Ingeborg Babatz, Ingeborg Danielsen, Inge Wulff

Was erwartet Sie in der Frauenbiografie-Datenbank?

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: 2694 Verkehrsflächen sind nach Männern und Jungen (8) benannt (darin enthalten: Roman-, Märchen- und Sagengestalten (72), frei gewählte männliche Vornamen (12) sowie nach Familien benannte Straßen (176). Letztere wurden zu den Männerstraßennamen zugezählt, weil hier in erster Linie die männlichen Familienangehörigen gemeint sind, die in vielen Fällen mit Namen genannt werden bzw. ihre Berufe aufgezählt werden).
Nur 442 Straßen sind nach Frauen und Mädchen (8) benannt (darin enthalten: Roman,- Märchen- und Sagengestalten (36), frei gewählte weibliche Vornamen (18) sowie nach Frauen und Männern benannte Straßen (46). Bei Letzteren handelt es sich in erster Linie um nachträglich nach Frauen mitbenannte Straßen, die ehemals nur nach den Nachnamen von bedeutenden männlichen Familienangehörigen benannt worden waren) (Stand: Mai 2021).

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

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Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Diverse Frauenbiografien sind von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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