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Frauenbios

Agathe Lasch

( Prof. Dr. Agathe Lasch )
(4.7.1879 Berlin - gest. nach dem 12.8.1942 an unbekanntem Ort)
Erste Lehrstuhlinhaberin an der Universität Hamburg, als Jüdin von den Nationalsozialisten deportiert und in den Tod getrieben
Garten der Frauen, Ohlsdorfer Friedhof, Fuhlsbüttler Straße 756 (Erinnerungsstein)
Universität Hamburg, Germanisches Seminar, Von-Melle-Park 6
Gustav-Leo-Straße 9 (Wohnadresse) Stolperstein
Namensgeberin für: Agathe-Lasch-Weg
Agathe Lasch, Quelle: Universität Hamburg, Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte
Am 12. August 1942 wurde die 63-jährige Agathe Lasch in Berlin zusammen mit ihren beiden Schwestern von der Polizei abgeholt. Der Transport jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus Berlin ging am 15. August ab, kam aber nie am Bestimmungsort, dem Konzentrationslager Theresienstadt an. Ob sie in einem anderen Vernichtungslager ums Leben kam, ob sie den Transport nicht überstand oder ob sie ihrem alten Lungenleiden erlag, ist unbekannt.
„Ich wurde am 4. Juli 1879 in Berlin geboren und erhielt meine Ausbildung auf dem damals für Mädchen allein üblichen Weg der höheren Mädchenschule und des Lehrerinnenseminars.“ (Akte Agathe Lasch in der Hamburger Bibliothek für Universitätsgeschichte.)
So nüchtern beschrieb Agathe Lasch in ihrem Lebenslauf für die Personalakten der Hamburger Universität den Ausschluss der Frauen von Abitur und akademischer Bildung. Sie war das dritte von fünf Kindern einer jüdischen Berliner Kaufmannsfamilie. Die Familie lebte in wirtschaftlich beschränkten Verhältnissen. Agathe Lasch galt als zartes, nervöses Kind. Sie liebte die schönen Gebäude Berlins und die brandenburgischen Kiefernwälder und Seen.
Im Herbst 1898 bestand die 19-Jährige die Lehrerinnenprüfung, konnte als Jüdin jedoch an keiner staatlichen Schule eine Anstellung finden und musste an Privatschulen unterrichten. Ihre Nachmittage waren mit der Erteilung von Privatunterricht ausgefüllt, da das Gehalt für den Lebensunterhalt nicht ausreichte.
1906 machte sie, nun 27 Jahre alt, ihr Abitur an einem Charlottenburger Gymnasium. Als 1908 in Preußen endlich Frauen zum Studium zugelassen wurden, weigerte sich der Berliner Germanist Roethe weiterhin, Frauen in seine Seminare aufzunehmen. Er lehnte die Zulassung von Agathe Lasch ab und kam damit durch. Sie konnte erst ab ihrem 30. Lebensjahr in Halle und Heidelberg Germanistik studieren. Nach all den Jahren der Entbehrungen und Demütigungen bekam sie durch Vermittlung Prof. Wilhelm Braunes an der Heidelberger Universität ein einjähriges Stipendium: „Ich war so voller Dankbarkeit, dass ich immer das Bedürfnis hatte, etwas zu opfern; da habe ich wenigstens den Winter über ohne Heizung in meinem Zimmer gearbeitet. Nur wenn ich einmal Besuch erwartete, heizte ich ein.“ (Claudine de l’Aigle: Agathe Lasch. Aus ihrem Leben. In: Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung, Jg. 82. 1959.)
1909 schrieb die 30-Jährige bei Prof. Braune ihre Doktorarbeit über die „Berliner Schriftsprache“. Aussichten auf eine wissenschaftliche Karriere bestanden im deutschen Kaiserreich für Agathe Lasch als Frau und Jüdin jedoch nicht. So ging sie 1910 an das führende amerikanische Frauencollege Bryn Mawn in Pennsylvania und unterrichtete dort deutsche Philologie. Trotz der in ihrem Geburtsland erlebten Benachteiligung litt Agathe Lasch unter der antideutschen Stimmung, die in den USA nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges herrschte, und war deshalb nicht gewillt, ihren Lehrvertrag zu verlängern: „Die Stellung, die Amerika im Weltkrieg einnahm, unter der der dort lebende Deutsche seit dem August 1914 litt, und deren schließlich eingetretene Folgen er stets erwartete, veranlassten mich, meinen Vertrag, als er 1916 ablief, nicht zu erneuern“, (Claudine de l’Aigle, a. a. O.) schrieb sie in ihrem Lebenslauf. Sie kehrte nach Deutschland zurück und erhielt 1917 in Hamburg eine Stelle als Wissenschaftliche Hilfsarbeiterin am Deutschen Seminar. Als sie diese Stelle antrat, hatte sie bereits einen überragenden Ruf in der Germanistik, den sie sich 1914 mit ihrem Buch über die Mittelniederdeutsche Grammatik erworben hatte. Das Buch ist bis heute ein Standardwerk. Am Deutschen Seminar erhielt sie Arbeit am Hamburgischen (niederdeutschen) Wörterbuch und überarbeitete das Mittelniederdeutsche Wörterbuch. Sie untersuchte die Entwicklung der Sprache in Abhängigkeit von sozialen Faktoren. Sprachgeschichte sah sie eng verknüpft mit der politischen Geschichte. Für das Hamburger Wörterbuch untersuchte sie die Gegenwartssprache und führte zahllose direkte Befragungen durch: „Ich habe mir früher bei meinen Besuchen immer je nach Notwendigkeit einen Plan gemacht und abgefragt, so z. B. in der Gegend von Allermöhe, wo besonders Gemüseanbau betrieben wird, über die Bereitung des Landes (dort wurde der Boden erst mit Sand gemischt, der von bestimmten Stellen geholt wurde usw.), die Geräte, den Anbau, oder ich sah an zwei aufeinander folgenden Tagen ein vierländisches und ein Finkenwerder Bauernhaus vom Keller bis zum Boden, oder ich kam etwa in Neuengamme zu einer Frau, die ich beim Plätten traf in Gegenwart ihrer alten Mutter, und fragte diese Frauen nun die neueren und älteren häuslichen Verrichtungen ab usw.“ (Jürgen Meier: Gedenken an Agathe Lasch. In: Uni-hh, Nr .5, 1979.)
Nach Eröffnung der Universität Hamburg im Jahre 1919 habilitierte Agathe Lasch und erwarb damit die Lehrberechtigung für die Hochschule. Am 29. Juni 1923 wurde die nun 44-Jährige durch Senatsbeschluss „zum Professor“ ernannt. Als 1926 ein Extra-Lehrstuhl für Niederdeutsche Philologie eingerichtet wurde, stand sie als einzige Kandidatin auf der Berufungsliste. „Die Philosophische Fakultät hat Frl. Professor Dr. Lasch deshalb an einziger Stelle geglaubt, vorschlagen zu müssen, weil die beiden anderen Vertreter der niederdeutschen Philologie, die überhaupt noch für das Extraordinariat in Frage kamen, erst in weitem Abstand hinter Frl. Lasch genannt werden können.“ (Wolfgang Bachofer, Wolfgang Beck: Deutsche und niederdeutsche Philologie. Das Germanische Seminar zwischen 1933 bis 1945. In: Eckart Krause u. a. (Hrsg.): Hochschulalltag im ‚Dritten Reich’. Die Hamburger Universität 1933-1945. Teil II: Philosophische Fakultät. Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät. Berlin, Hamburg 1991.)
Nach der Ernennungsfeierlichkeit zur außerordentlichen Professur, bei der die Erwartung ausgesprochen wurde, dass sie sich weiterhin um die Wörterbücher kümmern werde, klagte Agathe Lasch, die sich durch die zeitintensive Tätigkeit eingeengt fühlte, niedergeschlagen einer Freundin: „Und ich habe geglaubt, dass ich jetzt für meine eigenen Arbeiten leben könnte!“ (Claudine de l’Aigle, a. a. O.)
Wie kompliziert es für Frauen war, sich in der Männerdomäne Universität adäquat zu verhalten, und wie sie es bei allen Versuchen der Anpassung offensichtlich doch nie recht machen konnten, zeigt der aus Wahrheit und männlicher Dichtung bestehende Nachruf des Direktors des Germanischen Seminars, Conrad Borchling: „Fernerstehenden mochte Agathe Lasch wohl als das Urbild einer gelehrten Dame erscheinen, die sich mit fast mönchischer Strenge auf ihre wissenschaftliche Arbeit eingestellt hatte, allen Freuden dieser Welt abhold war und sich scheu vor der allzu engen Berührung mit anderen auf sich selbst und ihre Bücher zurückzog. Es war gewiss nicht leicht, ihr näher zu kommen; aber wenn der Bann erst einmal gebrochen war, merkte man bald, dass bei dieser strengen Wissenschaftlerin doch auch die weicheren, mehr weiblichen Charakterzüge nicht zu kurz gekommen waren (…). Ich will aber auch die Schattenseiten dieses Charakters nicht verschweigen: eine leichte Reizbarkeit und eine starke Empfindlichkeit, die wohl aus ihrer zarten körperlichen Konstitution zu erklären sind. So empfand sie auch in der wissenschaftlichen Kontroverse den Widerspruch viel stärker, als er in Wirklichkeit gemeint war. Dann konnte sie sich wohl hinsetzen und im ersten Zorn einen ihrer fulminanten Briefe schreiben, der ihr vielleicht schon am nächsten Tag leid getan haben mag, denn sie pflegte solche Dinge nie länger nachzutragen.“ (Conrad Borchling: Agathe Lasch zum Gedächtnis. Ansprache auf der Jahresversammlung des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung zu Goslar am 28. September 1946. In: Niederdeutsche Mitteilungen, Jg. 2. 1946.)
Das Portrait wirft wenig Licht auf die Person Agathe Lasch, zeigt dafür aber recht deutlich die Geisteshaltung des Verfassers und seine patriarchal geprägte Erwartungshaltung an die Wissenschaftlerin.
Bei Machtantritt der Nationalsozialisten drohte der jüdischen Professorin auf Grund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ die sofortige Entlassung. Eingaben ihrer Schülerinnen mit der Beteuerung, dass „niemand jemals auch nur den geringsten Grad zersetzenden Geistes verspürt habe, sondern nur wohltuende, unser deutsches Volkstum bereichernde Arbeit“, (Jürgen Meier, a. a. O.) und die Stellungnahme skandinavischer Germanisten verhinderten dies zunächst, aber zum 30. Juni 1934 wurde sie, nun 55 Jahre alt, endgültig in den „Ruhestand“ versetzt. Über die Atmosphäre am Germanischen Seminar im ersten Jahr der NS-Diktatur gibt ein Brief Agathe Laschs an ihren Nachfolger Auskunft: „Im übrigen war sie [die Bibliothekarin Marie Luise Winter] viele Monate hindurch der einzige Mensch, der die Tätigkeit im Seminar für mich überhaupt möglich machte. Es wäre ihr leicht genug gewesen, in den Ton der anderen einzustimmen, sie hat es damals nicht getan.“ (Wolfgang Bachofer, a. a. O.)
Agathe Lasch erhielt zwar ihre volle Pension, durfte aber nicht mehr in Deutschland publizieren. 1937 siedelte sie zu ihren Schwestern nach Berlin über. Als ihr 1938 der Zutritt zur Bibliothek verboten wurde, beschaffte ihr ihre letzte Schülerin Martta Jaatinen einige Bücher aus der Bibliothek. Agathe Lasch, die, wie sie selbst einmal sagte, „niemals einen Menschen leidenschaftlich geliebt“ hat, sondern „die zwei Abstrakta (…) Germanistik und Deutschland“, (Claudine de l’Aigle, a. a. O.) empfand diese Beschränkung ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit als großen Verlust, denn die Wissenschaft war ihr Lebensinhalt. Bemühungen um Lektorenstellen in Lund und Oslo sowie um einen Lehrstuhl an der estnischen Universität in Dorpat scheiterten trotz positiver Beurteilungen von Seiten Conrad Borchlings an Interventionen des Deutschen Auswärtigen Amtes.
1941 bat Agathe Laschs ehemalige Schülerin Claudine de L’Aigle den Leiter der Landesunterrichtsbehörde, Witt, zugunsten der Professorin eine Eingabe bei der Geheimen Staatspolizei Berlin zu machen. Aus den Unterlagen der Staatsverwaltung lässt sich ersehen, wie Schulbehörde, Rektorat der Universität und das Germanische Seminar die Eingabe mit dem Verweis auf die jeweilige Nichtzuständigkeit hin und her schoben. Borchling beendete den Vorgang: „Wie die Dinge einmal liegen, bin ich außerstande, von mir persönlich aus Schritte in der Angelegenheit von Frl. Prof. Lasch zu unternehmen, so sehr ich auch ihre wissenschaftliche Arbeit hochschätze und ihr charakterliches Verhalten anerkennen muss.“ (Wolfgang Bachofer, a. a. O.)
Die Pensionszahlungen wurden eingestellt. Als Claudine de LÀigle ihre ehemalige Lehrerin im Juli 1942 ein letztes Mal besuchte, hatten die Nationalsozialisten deren persönliche Bibliothek beschlagnahmt. Sie ließ sich aber nicht entmutigen. In ihrem letzten Brief freute sie sich noch, dass ihre handschriftlichen Zettel nicht fortgenommen worden waren: „Es ist wie eine kleine handschriftliche Bibliothek, und ich bin nun dabei, sie zu ordnen.“ (Claudine de l’Aigle, a. a. O.)
Die Hansestadt Hamburg ehrt heute das Andenken ihrer ersten Universitätsprofessorin. Im Dezember 1992 wurde der vom Hamburger Senat mit 5.000 DM ausgestattete Agathe-Lasch-Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der norddeutschen Sprachforschung zum ersten Mal vergeben. Um 1970 wurde ein Weg nach ihr benannt.
Aber der erste Eindruck, das Nachkriegsdeutschland gehe vernünftig mit seiner Vergangenheit um, täuscht. Schon 1948 hatte die Bibliothekarin des Germanischen Seminars, Marie Luise Winter, vorgeschlagen, eine Straße in Hamburg nach Agathe Lasch zu benennen. Auf die entsprechende Anfrage der Behörde teilte Agathe Laschs angeblich nur zu seinem Schutz in die NSDAP eingetretene Schüler, inzwischen an ihrer Stelle amtierende Seminardirektor Niekerken mit: „Bei einer Erfragung im Kollegenkreise (…) war man geteilter Meinung. Die Gegner des Gedankens vertraten die Ansicht, dass man Straßennamen nicht zum Gegenstand politischer Zwistigkeiten machen sollte und dass es nicht im Sinne dieser bescheidenen, stillen Frau sei, wenn sie auf diese Weise an die Öffentlichkeit gezerrt würde.“ Weiter wurde gesagt, „die Zahl der um Hamburgs Kulturleben ebenso verdienten Männer und Frauen sei so groß, dass es nicht genug [Straßen] gäbe, sie alle zu ehren“. Die Straßenbenennung nach Agathe Lasch wurde abgelehnt.
Solche Bedenken hatte der Kollegenkreis offensichtlich nicht, als es darum ging, den 1946 verstorbenen Direktor des Germanischen Seminars, Conrad Borchling, zu ehren. Borchling, der schon im Ersten Weltkrieg den flämischen Teil Belgiens als deutsche Provinz reklamiert hatte, hielt es auch 1933 mit den neuen Machthabern. Er wurde bereits im Mai 1933 NSDAP-Mitglied und richtete seine in einer großgermanischen Ideologie wurzelnde Wissenschaft ganz auf das NS-Regime aus. Nach dem Krieg wurde er von der britischen Militärverwaltung seines Amtes enthoben und zu Lebzeiten nicht rehabilitiert.
All dies hinderte die Stadt Hamburg nicht, des Verstorbenen öffentlich zu gedenken. Seit dem 26.7.1950 gibt es in Hamburg einen „ Borchlingweg“, der sich in der Nähe des „ Agathe-Lasch-Weges“, einer an der Autobahn endenden Sackgasse, befindet.
Bis November 1993 trug das Straßenschild neben den Lebensdaten lediglich den Zusatz „Philologin“. Auf Anregung des Historischen Seminars der Universität Hamburg und einer engagierten Bürgerin, Charlotte Rehn, wurde das Schild schließlich ergänzt. Es weist nun ausdrücklich darauf hin, dass Agathe Lasch die erste Professorin auf einem Lehrstuhl an der Hamburger Universität war und als Jüdin Opfer des Nationalsozialismus wurde.
Seit 1971 gibt es im Hamburger Stadtteil Othmarschen den Agathe-Lasch-Weg (1970–1971: Laschweg, vorher Othmarscher Kirchenweg).
Text: Ingo Böhle
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: November 2019) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand November 2019: 1123 Kurzprofile von Frauen und 389 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Ihre Mitarbeit ist gern gesehen

Haben Sie Anregungen, Neuigkeiten, Ergänzungen?
Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
Rita.Bake@hamburg.de

Zuletzt eingetragene Namen

Januar 2019: Erika Woisin, Christine Färber, Aracy Moebius de Carvalho, Charlotte Tauterat, Caroline Umlauff, Elvira Unglaube, Schwestern-Verein der Hamburgischen Staatskrankenanstalten, Clara Goldschmidt, Elsa Hopf,
Dora Wenneker-Iven

Februar 2019: Demoiselle Conradi, Christine Reinhard, Erna Martens

März 2019: Klara Laser, Frieda Cordes, Johanne Günther, Eliza Wille

April 2019: Liselotte Strelow, Ruth Held

Mai 2019: Sozialverband VdK, Mädchentreff Schanzenviertel, Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur, Vera Jürs, Johanna Renate Wöhlke

Juni 2019: pro familia, Celly de Rheidt

Juli 2019: Rosa Bartl

September 2019: Mabel Wulff

Oktober 2019: Annelinde Töpel

November 2019: Betty Heine, geb. Goldschmidt

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 422, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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