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Lisbeth Bruhn

( Maria Catharina Elisabeth Bruhn, geb. Holz )
(26.12.1893 Nesserdeich/Dithmarschen – gehenkt am 14.2.1944 im KZ Neuengamme)
Widerstandskämpferin der Widerstandsgruppe Bästlein-Jacob-Abshagen. Hausfrau
Schellingstraße 16, früher 33 (Wohnadresse) Stolperstein
Bogenstraße 23 (Wohnadresse) Stolperstein
Namensgeberin für: Lisbeth-Bruhn-Straße
Grabstein auf dem Ehrenhain der Widerstandskämpfer: K5 auf dem Ohlsdorfer Friedhof, Fuhlsbüttler Straße 756
Elisabeth Bruhn, geborene Holz (genannt Lisbeth), stammte aus einer Landarbeiterfamilie. Anfang 1913 heiratete sie den 23-jährigen, seit seiner Jugend politisch aktiven Gustav Karl Wilhelm Bruhn aus Angermünde (Uckermark). Während des Ersten Weltkriegs war Elisabeth Bruhn Kolonnenarbeiterin bei der Eisenbahn in Hannover. In dieser Zeit kam sie in Kontakt mit dem Spartakusbund. Gustav Bruhn trat 1920 der KPD bei und war von 1928 bis 1933 Abgeordneter seiner Partei im preußischen Landtag. Elisabeth Bruhn unterstützte die politische Arbeit ihres Mannes und wurde KPD-Mitglied.
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 setzten Elisabeth und Gustav Bruhn die politische Arbeit in der Illegalität fort. Elisabeth Bruhn wurde 1934 zum ersten Mal verhaftet und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, die sie im Gefängnis Lübeck-Lauerhof verbüßte. Im Anschluss befand sie sich vom 14. Oktober 1936 bis 18. Januar 1937 in Hamburg in „Schutzhaft“.
Der Volksgerichtshof Berlin verurteilte Elisabeth Bruhns Ehemann Gustav im März 1935 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu drei Jahren Zuchthaus. Im Anschluss an die Haftstrafe wurde Gustav Bruhn etwa zwei Jahre bis April 1939 im Konzentrationslager Sachsenhausen festgehalten. Nach der Freilassung nahm Gustav Bruhn die Arbeit gegen die Nationalsozialisten sofort wieder auf, seit Frühjahr 1942 als Aktivist in der als Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe bekannten Widerstandsorganisation.
Im Oktober 1942 kam es zu einer Verhaftungswelle gegen den Hamburger Widerstand, in deren Verlauf am 18. Oktober 1942 auch Elisabeth und Gustav Bruhn ergriffen und ins KZ Fuhlsbüttel eingeliefert wurden, wo beide schwer gefoltert wurden. Am 23. März 1943 wurde Elisabeth Bruhn in das Untersuchungsgefängnis Hamburg überstellt. Zu dieser Zeit lautete die Adresse von Elisabeth und Gustav Bruhn Schellingstraße 33 in Hamburg-Eilbek.
Der im Frühjahr 1943 gegen die Widerstandsgruppe vorbereitete Prozess kam infolge der verheerenden Bombenangriffe auf Hamburg im Juli/August 1943 („Operation Gomorrha“) nicht zustande. Viele der einsitzenden politisch Beschuldigten erhielten überraschend am 3. August 1943 für zwei Monate Hafturlaub auf Ehrenwort – auch Elisabeth und Gustav Bruhn. Wie viele der anderen Beurlaubten tauchte das Ehepaar Bruhn sofort unter. Elisabeth Bruhn fand nach diversen Quartierwechseln Ende September 1943 bei der ebenfalls kommunistischen Widerstandskämpferin Klara Dworznick in der Bogenstraße 23 Unterschlupf. Gustav Bruhn versteckte sich kurze Zeit bei Käthe und Richard Tennigkeit in Hamburg-Berne, die ebenfalls der Bästlein-Jacob-Abshaben Widerstandsgruppe angehörten und Opfer der Nationalsozialisten wurden. Auch Gustav Bruhn hielt sich von Zeit zu Zeit in der Bogenstraße 23 auf. Infolge eines Quartierwechsels geriet er in den Blick des Gestapo-Spitzels Alfons Pannek und wurde am 13. Dezember 1943 verhaftet. Am 3. Februar 1944 nahm die Gestapo auch Elisabeth Bruhn fest.
Am 14. Februar 1944 wurden Elisabeth und Gustav Bruhn ins KZ Neuengamme verschleppt und dort ohne Gerichtsurteil zusammen mit den ebenfalls zur Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe gehörenden Widerstandskämpfern Hans Hornberger und Kurt Schill gehenkt.
Für Elisabeth und Gustav Bruhn liegt je ein Stolperstein auch in der Schellingstraße 16 in unmittelbarer Nähe ihrer zeitweisen Wohnadresse Schellingstraße 33 in Hamburg-Eilbek. Auf dem Ehrenhain Hamburger Widerstandskämpfer auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf erinnert ein Gedenkstein an das Ehepaar. Beide Namen finden sich auch in der Gedenkmauer des Sozialistenfriedhofs in Berlin-Friedrichsfelde.
Die in Vorbereitung befindliche Stolperstein-Broschüre über den Stadtteil Hamburg-Eilbek wird eine gemeinsame ausführlichere Biografie über Elisabeth und Gustav Bruhn enthalten.
Text: Ingo Wille
Quellen: Gedenkstätte KZ Neuengamme, Archiv; Gedenkstätte Ernst Thälmann, Archiv; VVN Hamburg, Archiv; Standesamt Groven, Geburtsurkunde Elisabeth Holz; Ursel Hochmuth, Niemand und nichts wird vergessen, S. 47; Hochmuth/Meyer, Streiflichter aus dem Hamburger Widerstand.
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Februar2020) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand Februar 2020: 1129 Kurzprofile von Frauen und 389 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Ihre Mitarbeit ist gern gesehen

Haben Sie Anregungen, Neuigkeiten, Ergänzungen?
Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
Rita.Bake@hamburg.de

Zuletzt eingetragene Namen

Januar 2020: Ursula Nölle, Christa Hoffmann-Riem, Angelika Mertens, Bertha Keyser

Februar 2020: Audrey Motaung, Semra Ertan

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 422, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

Ich wünsche eine Übersetzung in:
Danke für Ihr Interesse!

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Ansprechpartnerin Kontakt

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rita.bake@hamburg.de

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