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Frauenbios

Amalie Cäcilie Schmilinsky

( Amalie Cäcilie Schmilinsky, geb. Tanner )
(25.10.1833 Hamburg – 6.8.1916 Montreux)
Stifterin
Schmilinskystraße 49 (ehemals)
Frahmstraße (aktuell)
Schmilinskystraße, St. Georg, benannt 1899, nach dem Gründer des an dieser Straße gelegenen Schmilinskystiftes Carl Heinrich Schmilinsky (1818-1891)
Ergänzt 2017 um seine Ehefrau Amalie Cäcilie Schmilinsky, geb. Tanner (1833-1916) (Das Sterbedatum 1915 wurde der Publikation von Gisela Jaacks: Gesichter und Persönlichkeiten, Hamburg 1992, S. 279 entnommen), die gemeinsam mit ihrem Gatten das Stift gründete. Damit wird erstmals nach knapp 120 Jahren ein Fehler korrigiert, der bei der damaligen Straßenbenennung entstanden war, weil damals nur Carl Heinrich S. als alleiniger Gründer des Stiftes gesehen wurde.
Neuer Erläuterungstext: benannt nach Carl-Heinrich Sch. (1818-1891), Kaufmann, Gründer des an dieser Stelle gelegenen Schmilinskystiftes und dessen Ehefrau Amalie Cäcilie Sch. (1833-1916), Mitbegründerin des Schmilinskystiftes
Amalie Cäcilie Schmilinsky, Bildnachweis: Museum für Hamburgische Geschichte: Gisela Jaacks: Gesichter und Persönlichkeiten, Hamburg 1992, S. 279.
Schmilinsky Stift, Bildquelle: Staatsarchiv Hamburg
Im Alter von 20 Jahren heiratete Amalie Cäcilie Tanner den 15 Jahre älteren Großkaufmann Carl Heinrich Schmilinsky. Die Ehe blieb kinderlos. 1866 zog sich Carl Heinrich Schmilinsky aus gesundheitlichen Gründen aus dem Geschäft (Riensch & Schmilinsky) zurück. Da er gezwungen war, sich nach einer schweren Lungenentzündung in wärmeren Gegenden aufzuhalten, wohnte das Ehepaar Schmilinsky im Winter in Montreux und im Sommer in Baden-Baden. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Amalie Cäcilie, geb. Tanner ließ Carl Heinrich Schmilinsky 1889 ein Testament aufsetzen, in dem er sein gesamtes Vermögen, immerhin 5 Mio. Goldmark, der von seiner Ehefrau und ihm begründeten Stiftung vermachte. Das kinderlose Ehepaar wollte mit der Stiftung unversorgten Frauen helfen. Stiftungsanliegen war es, „junge konfirmierte Töchter gebildeter Stände, welche, des natürlichen Ernährers beraubt, mittellos und unversorgt dastehen, wenn sie Hamburgerinnen von Geburt und evangelischer Konfession sind, vor dringender Not zu bewahren und ihnen die Möglichkeit zu verschaffen, sich für einen nützlichen Beruf auszubilden oder sich mildtätigen Zwecken zu widmen“.
Sitzungsraum im Schmilinsky Stift, Bildquelle: Staatsarchiv Hamburg
Das Stift bot den aufgenommenen jungen Mädchen für einige Jahre Wohnung, Unterhalt und die Mittel, sich zu einem „nützlichen Berufe“ auszubilden. Dafür verlangte der Stiftungsvorstand, dass die jungen Mädchen den ihnen von der Verwaltung hinsichtlich „der Wahl des Berufes und ihres Bildungsganges erteilten Ratschlägen willig folgen, die ihnen gebotenen Gelegenheiten zum Lernen fleißig benutzen, durch Wohlverhalten sich der Teilnahme am Stifte würdig erzeigen und sich folgsam und verträglich in die häusliche Gemeinschaft einfügen. Da eine gewissenhafte Ausbildung in der Wirtschaft zu den vornehmsten Erfordernissen einer guten Erziehung gehört, so wird von den Stiftstöchtern Teilnahme und Übung an häuslichen Arbeiten verlangt.“
Stiftsbewohnerinnen im Garten, Bildquelle: Staatsarchiv Hamburg
Stiftsbewohnerinnen beim Lernen, Nähen und Sticken, Bildquelle: Staatsarchiv Hamburg
Ein weiterer Stiftungszweck bestand darin, „alten ausgedienten Lehrerinnen und Gouvernanten, die zur Ausübung ihres Berufes unfähig geworden, wenn sie Hamburgerinnen und evangelischer Konfession sind, ihren Lebensabend zu erleichtern. Die Unterstützung besteht in einer Freiwohnung in einem von der Stiftung erbauten Asyl und in Geldunterstützung. 50 Freiwohnungen sind vorhanden.“
Blick in ein Zimmer einer Stiftsbewohnerin, Bildquelle: Staatsarchiv Hamburg
Zwei Jahre nach dem Aufsetzen des gemeinsamen Testamentes verstarb Carl-Heinrich Schmilinsky. Der 56-jährigen Witwe, die ihren Mann 20 Jahre überleben sollte, blieb von dem Vermögen jährlich 30.000,- Mark, die ihr die Stiftung als Unterhalt zahlte.
1897 waren 47 Wohnungen vergeben und 38 junge Mädchen hatten im Internat Aufnahme gefunden. Für Ferien und Erholung wurde ein Haus in Timmendorf erworben.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude weitgehend zerstört, so dass es 1953 abgebrochen werden musste. Aus dem Erlös des 1953 an die Hansestadt Hamburg verkauften Grundstücks entstand ein Jahr später in der Frahmstraße 22 in Blankenese eine Anlage für Betreutes Wohnen. Heute wird in 70 Wohnungen mit großem Garten preiswerter Wohnraum für ältere Menschen mit kleinem Einkommen geboten.
Die Stiftung gab auch finanzielle Unterstützung für die Ausbildung von Krankenschwestern. Siehe dazu unter: Erika-Schwesternhaus und unter: Schwestern-Verein der Hamburgischen Staatskrankenanstalten.
Text: Dr. Rita Bake/ Dr. Cornelia Göksu
Porträtgemälde von Stifterin und Stifter sowie ausführliche Daten und Informationen, auch zur Historie, unter dem Link: www.schmilinsky-stiftung.de
 

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Februar 2021) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand Februar 2021: 1229 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Rita.Bake@hamburg.de

Zuletzt eingetragene Namen

Oktober 2020: Eva Maria von Dumreicher, Nina Müller, Elisabeth Polach, Lili Wertheimer, Hella Beer, Jenny Behrens, Henny Hansen, Bertha Katzenstein, Marion Krauthamer, Edith Schloss, Anna Weinstein, Franziska Simon, Gerda Wittkowsky, Toni Neufeld

November 2020: Emilija Mitrović, Gerda Aldermann, Renate Hauschild-Thiessen, Lonny Beese, Andrea Manga Bell, Toni Pergelt, Ida Valeton, Lisette Helene Fürth, Ursula Schneider, Christa Borstelmann, Anneliese Beermann, Chica Schaller, Cläre Meyer

Dezember 2020: Ruth-Erica Dunckelmann, Sabine Tessloff, Marei Obladen, Inka Graeve Ingelmann, Sabine Hahn, Felicitas Barg, Uta Stammer, Margit Otto-Crépin, Helga Wullweber, Andrea Hilgers, Anke Fuchs, Carola Marwitz-Schramm, Louise Grimm, Nicoline Still, Harriet Maué, Christa Möbius, Johanna Abendroth, Lygia-Therese Budnik, Cläre Meyer, Emma Biermann

Januar 2021: Katherina Hanen, Ingeborg Hecht

Februar 2021: Anita Horz

Was erwartet Sie in der Frauenbiografie-Datenbank?

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2545 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 441, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Diverse Frauenbiografien sind von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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