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Behörde für Schule und Berufsbildung

Frauenbios

Hamburger Frauenwoche

Von-Melle-Park 9, damals: Hochschule für Wirtschaft und Politik
Siehe auch: Neue Frauenbewegung
In den Räumen der Hochschule für Wirtschaft und Politik fand ab 1981 die Hamburger Frauenwoche statt. Die Hamburger Frauenwoche wurde jährlich bis Mitte der 1990-er Jahre durchgeführt. Eine Woche lang konnten Frauen aus einem breitgefächerten feministischen Weiterbildungsangebot Kurse, Vorträge, Veranstaltungen etc. heraussuchen und daran teilnehmen. Ein Projekt der Neuen Frauenbewegung.
Die 1981 erstmals durchgeführte „Hamburger Frauenwoche“ ist ein „schönes“ Beispiel für das gegenseitige Unverständnis zwischen Behörden und der Frauenprojektebewegung. Hier ging es bis zum Schluss ums „liebe Geld“. Die geringen finanziellen staatlichen Zuwendungen waren dann auch Anlass für ein ständiges Ringen zwischen der Frauenprojektebewegung und den Behörden, was nicht gerade zum Abbau der Skepsis der autonomen Frauenbewegung gegenüber staatlicher Macht beitrug. Gleichzeitig förderte die geringe Unterstützung durch die Behörden die Verhärtung der Fronten zu den etablierten Frauenverbänden und zu Frauenprojekten wie dem Internationalen Festival der Frauen „Hammoniale“. Hatten die geringen Geldzuwendungen für die Hamburger Frauenwoche auch etwas damit zu tun, dass die autonome Frauenbewegung nur eine kleine Lobby unter den weiblichen Bürgerschaftsabgeordneten besaß? „Die weiblichen Abgeordneten waren in ihrer Bewertung dieser Frauenprojekte nicht immer gleicher Meinung. (...) Im März 1982 stellte die SPD in der Bürgerschaft einen Zuschussantrag für die zweite ‚Hamburger Frauenwoche‘ (…). Obwohl die Frauenwoche sehr gut angenommen wurde – 7000 Teilnehmerinnen waren zur ersten Frauenwoche erschienen – fand diese Veranstaltung bei einem Teil der Parlamentarierinnen keine Akzeptanz.
Mit großer Schärfe wandte sich z. B. Charlotte Fera (CDU) gegen eine Unterstützung der Frauenwoche aus öffentlichen Mitteln. (Plenar Protokoll, 9/93 vom 3.3.82, S. 5411ff.) Die ‚linkspolitischen, lesbischen, ideologischen und feministischen‘ Veranstaltungen böten ein ‚einseitiges, denaturiertes, mit Komplexen beladenes Bild der Frau‘, das ‚einen Affront gegenüber der Frau allgemein‘ gleichkomme. Wenn sich diese Frauen ‚selbstverwirklichen‘ wollten, könnten sie das tun, indem sie soziale Nöte in der Gesellschaft bekämpften, sich um die Jugend kümmerten – so wie es sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Frauenorganisationen (ahf) zum Ziel machten. Durch sie werde ‚das gültige Bild der Frau vorgestellt‘.
Die konservativen weiblichen Abgeordneten sahen Frauenpolitik und -kultur repräsentiert durch die inzwischen traditionsreichen und bewährten Frauenorganisationen, sie wollten auf gesellschaftliche Veränderungen ‚im Sinne der Frau‘ durch Gleichberechtigung innerhalb der gegebenen Verhältnisse hinwirken. Feministinnen dagegen forderten einen Wandel der bestehenden gesellschaftlich anerkannten Kultur. (…) Nach der heftigen Diskussion in der Bürgerschaft zu schließen, gab es keine Brücke zwischen den beiden Konzepten. Der Zuschuss für die Frauenwoche wurde zwar bewilligt [allerdings war er den Frauenwöchlerinnen stets zu gering angesetzt], es gelang den SPD-Frauen aber nicht, eine Versöhnung der Standpunkte über die parteilichen Lager hinweg herzustellen.“ (Inge Grolle und Rita Bake: „Ich habe Jonglieren mit drei Bällen geübt“. Frauen in der Hamburgischen Bürgerschaft. 1946 bis 1993. Hamburg 1995, S. 271f. Text: Inge Grolle)
Ganz anders gestaltete sich der finanzielle Zuschuss für das Festival der Frauen – „Hammoniale“. „Im Anschluss an die Weltfrauenkonferenz in Nairobi, mit der 1985 die ‚Dekade der Frau‘ zu Ende ging, entstand in Hamburg aus einer bereits seit zehn Jahren erprobten Produktionsgemeinschaft von Künstlerinnen der Plan eines Festivals der Frauen als „künstlerisches Plädoyer“ (So wird die Zielsetzung des Festivals definiert in: Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft Hpl.-Entwurf 1991 Epl. Kulturbehörde in: Drs 13/6941 vom 30.10.90.) für die in Nairobi benannten, nicht erreichten Ziele: ‚für Gleichberechtigung, gegen Hunger und Armut, für Frieden‘. Es sollten Künstlerinnen aus verschiedenen Ländern und Kontinenten eingeladen werden (...). Mit der Vorbereitung und Planung befassten sich Hamburgerinnen, die nach Aussage der Kulturbehörde ‚zu Symbolfiguren für die Frauenbewegung geworden sind‘, u. a. lda Ehre, Donata Höffer und Eva Mattes und SPD-Politikerinnen wie Christa Randzio-Plath und Eva Rühmkorf und Helga Schuchardt (nicht SPD).
Der Senat interessierte sich stark für dieses Vorhaben, denn er entdeckte seine Werbewirksamkeit für Hamburg. Der Auftritt bekannter Künstlerinnen aus aller Frauen Länder garantierte einen Besucherinnen- und Besucherzustrom aus den verschiedensten Teilen der Republik. Deshalb lag es für den Senat nahe, der Bürgerschaft einen großzügigen Finanzierungsplan aus dem Standorttopf vorzulegen.
Warum Steuergelder aus dem Standorttopf nur für das Frauenfestival, fragte sich die GAL, warum nicht auch für die Hamburger Frauenwoche? Die GAL stellte deshalb den Antrag, für die Frauenwoche Zusatzgelder ebenfalls aus dem Standorttopf zu bewilligen. Dadurch forderten die Fraktionsfrauen zu einem Vergleich dieser beiden Veranstaltungen der Frauenkultur heraus. Marion Pein (GAL) bezeichnete das Frauenfestival als ‚Prominentenshow‘, mit welcher der Senat bloß sein ‚in bezug auf Frauenpolitik angeschlagenes Image aufpolieren‘ wolle. Sie bezweifelte, dass hochdotierte Künstlerinnen mit berühmten Namen Hunger und Armut in der Welt bekämpfen, dem Frieden dienen und die Gleichberechtigung vorantreiben könnten. Helga Mack (CDU) rief: ‚Wir arbeiten für die Gleichberechtigung, wir spielen nicht dafür!‘ Einig waren sich CDU und GAL auch darin, dass das Frauenfestival vor allem als Wahlkampfschlager der SPD dienen sollte, das Festival sollte nämlich kurz vor der Bürgerschaftswahl 1986 stattfinden. Man sprach von ‚Wahlkampf der SPD aus Haushaltsmitteln‘ (...). So vereinte zwar die Parlamentarierinnen von GAL und CDU ihre Opposition gegen das Frauenfestival, aber sehr tief ging die Gemeinsamkeit nicht. Diese „hitzig geführte Debatte“ (Inge Grolle a. a. O., S. 272f.) im Parlament wurden formal mit der Information von Sonja Pape (SPD) beendet (...): die Zusatzfinanzierung der Frauenwoche [sei] aus haushaltstechnischen Gründen gar nicht möglich (...), da es sich nicht wie beim Frauenfestival um ein Objekt der Hamburg-Werbung handele, sondern um eine Veranstaltung für Hamburgs Frauen.“ (Inge Grolle a. a. O., S. 273)
Beispiele von Frauenwochen:
1. „Hamburger Frauenwoche“
Sie stand unter dem Motto: „Frauen lernen gemeinsam“ und hatte ihre Themenschwerpunkte bei: Berufstätigkeit, Gewerkschaften, Haus-, Beziehungs- und Gefühlsarbeit, Gewalt – Recht, Politik – Feminismus, (Lebens-) Geschichte (n), Bildung – Wissenschaft – Frauenforschung, Gesundheit – Sexualität – Psychologie, Kultur und Praktisches.
Da wurde diskutiert über: „Werden wir vom helfen krank?“ „Aussteigen oder Weitermachen? Berufserfahrungen von Lehrerinnen.“ Das Seminar „Frauen in Männerberufen“ setzte sich kritisch mit den seit einigen Jahren von den Hamburger Behörden durchgeführten Modellversuchen „Frauen und Mädchen in sogenannten Männerberufen“ auseinander. Hier sprachen einige Frauen aus einem Hamburger „Modellversuch“ über ihre praktischen Erfahrungen: „Die Ausbildung verläuft in einer ständigen Prüfungssituation und besonders die Frauen mit Kindern, die mehr Ausfallzeiten durch Krankheit haben, stehen unter ständigem Druck, ihre Arbeit zu schaffen. Hinzu kommt die unzumutbare finanzielle Situation, die es Frauen mit Kindern kaum möglich macht, die Ausbildung bis zum Schluß durchzustehen.“ (aus: Programm der 1. „Hamburger Frauenwoche“ S. 40.) Weiter ging es mit „Frauen und Prostitution“, ein Thema, welches in den 1980-er Jahren sehr stark unter dem Aspekt „ Prostitution – ein ganz normaler Beruf wie andere Berufe auch?“ diskutiert wurde. Auch den neuen Technologien und deren Auswirkung auf die Büroarbeit wurde sich gewidmet. Ebenso nach Berufsperspektiven für Frauen gefragt und dabei die Teilzeitarbeit kritisch beleuchtet. So heißt es in der Programmvorschau der 1. Frauenwoche: „Untersuchungen im Jahre 1979 zeigten auf, daß 60% der Vollzeitarbeitsplätze sich ohne Schwierigkeiten aufgrund der Anwendung neuer Technologien zergliedern lassen. Für diese neuen Arbeitsplätze werden keine qualifizierten Fachkräfte mehr benötigt, sondern nur noch angelernte. Die Auswirkungen dieser Entwicklung finden wir heute im verstärkten Angebot von Teilzeitarbeitsplätzen wieder, deren ausgeklügeltste Form das Jobsharing ist.“
Raum wurde auch der gewerkschaftlichen Vertretung von Frauen gegeben, und so gab es Diskussionsrunden zu Fragen wie: „Gewerkschaften – Spielwiese für Frauen oder konkrete Möglichkeit?“ „Welche Politik machen Frauen in Gewerkschaften?“ Die 1979 in Hamburg gegründete Frauengruppe der HBV (Gewerkschaft Handel, Banken, Versicherungen) schrieb in ihrer Programmankündigung zur Frauenwoche. Wir „stoßen immer noch auf viele Schwierigkeiten und Unverständnis innerhalb der Gewerkschaft. Obwohl der Anteil organisierter Frauen relativ hoch ist (Ende 79: 53,4%) waren beispielsweise auf dem Gewerkschaftstag 1980 nur 19,7% der Delegierten Frauen. Dennoch begreifen viele Gewerkschafter reine Frauenarbeitskreise als ‘Spaltung der Gewerkschaftsbewegung’, Jugendarbeitskreise dagegen nicht.“ (Siehe auch unter: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB))
Auch die Forderung „Lohn für Hausarbeit“ wurde diskutiert, ebenso über die „neue Mütterlichkeit“ gestritten, die Situation alleinerziehender Mütter analysiert und Frauen Ratschläge bei Trennung und Scheidung gegeben. Wichtig war auch die Frage: Wie kann Frauenemanzipation und heterosexuelle Zweierbeziehung gut gelebt werden? „Adressatinnen sind diejenigen Frauen, die einerseits auf ihre Emanzipation nicht verzichten wollen, andererseits jedoch auch nicht auf eine emotionale und sexuelle Beziehung zu einem Mann.“ Den Themen „Vergewaltigung“ und „alltägliche Gewalt gegen Frauen“ wurde ein breiter Raum gegeben, ebenso den Dauerbrennern: Frauen in die Bundeswehr? Atombewaffnung, Nachrüstung, Widerstandsformen.
Die Hamburger Frauenwoche beschäftigte sich auch mit der „offiziellen“ Frauenpolitik. In der Veranstaltung: „Was können Frauen zu den Hamburger Bürgerschaftswahlen tun?“ diskutierten Frauen über die Erfahrungen der BUNTEN LISTE. Ein anderes Seminar befasste sich mit dem Verhältnis der autonomen Frauenbewegung zur „ Leitstelle für die Gleichstellung der Frau“. Dazu die Veranstalterinnen dieses Seminars: “ Wir, Frauen die seit längerem in autonomen Frauenprojekten arbeiten fragen, mit welchem Interesse die SPD 1979 die ‘Gleichstellungsstelle’ eingerichtet hat; und zwar in den oberen Etagen der bürokratischen Hierarchie: der Senatskanzlei. In welchem Verhältnis steht die Leitstelle zur autonomen Frauenbewegung? Sind die Frauen der Leitstelle unsere Fürsprecherinnen? Funktionärinnen? Delegieren wir unsere Interessen nach und nach an die Leitstellenfrauen? Gewöhnen wir uns dabei an eine ‘Politik der Verhandlungen’ über die Verwaltungsbürokratie und verlernen was unsere Stärke als autonome, politische Bewegung ausmacht?“
Beim Themenkomplex „Gesundheit“ spielte die auf späteren Frauenwochen stark vertretene spirituelle Frauenbewegung noch keine große Rolle. Erst im Laufe der 1980-er Jahre entwickelte sich in der Neuen Frauenbewegung eine frauenbewegte Gruppierung, die sich aus politischen Zusammenhängen zurückzog und spirituellen Dingen zuwandte.
2. „Hamburger Frauenwoche“
Ab der 2. Hamburger Frauenwoche wurden auch Veranstaltungen zur Lesbenpolitik angeboten.
3. „Hamburger Frauenwoche“
Ab 1983 meldeten sich auch Migrantinnen zu Wort, sprachen z. B. über die Geschichte der Frauenbewegung in der Türkei, und das „Komitee der Frauen aus der Türkei im türkisch-kurdisch-deutschen Solidaritätsverein“ diskutierte über „Ausländerpolitik – Ausländerfeindlichkeit“.
4. „Hamburger Frauenwoche“
Das Motto dieser Frauenwoche hieß „Frauen Macht Politik“. Die Veranstalterinnen fragten: „Was soll Frauenpolitik? Was kann es für uns Frauen bedeuten, Macht zu wollen?“
Eine Großveranstaltung widmete sich dem Thema „Frauenpolitik im Weiberrat“. Dazu heißt es im Ankündigungstext: „Wichtige Entscheidungsräume, wie z. B. das Parlament, sind nicht feministisch besetzt. Wie können wir machtvolle Zusammenschlüsse organisieren? Welche Form eines Zusammenschlusses brauchen wir? Frauen der GAL, des Sozialistischen Frauenbundes (SFB), aus autonomen Projekten, der SPD, DFI, DKP sind aufs Podium eingeladen.“
5. „Hamburger Frauenwoche“
Ab 1985 nahmen die spirituellen und kunsthandwerklichen Angebote größeren Raum ein. So kamen die Themen „Astrologie“, „Reinkarnation“, „Magie und Alltag“, Weben, Spinnen, Pflanzenfärben hinzu.
7. „Hamburger Frauenwoche“
1987 war das Thema der Frauenwoche: „Gewalt und Widerstand“. „Wie kann es angehen, daß auf der einen Seite die Gewalt gegen Frauen nicht abnimmt, jedoch auf der anderen Seite die Frauenbewegung langsam aber sicher ‘abbröckelt’? Liegt es vielleicht daran, daß die Frauenbewegung einen Großteil ihrer Energien in die Hilfe für Opfer des Patriarchats steckt, wie z. B. Frauennotruf, Frauenhäuser und den anderen Teil dafür verwendet, das patriarchale System zu umgehen, indem männerfreie Lebensräume geschaffen werden?“
Ab 1994 gab es keine Frauenwochen mehr, sondern nur noch Frauentage. Die Ursache für die Beschränkung der Frauen auf einige Frauentage: die starken finanziellen Zuwendungskürzungen durch das Amt für Berufs- und Weiterbildung der Schulbehörde. Das Motto der Frauentage hieß „Was heißt denn hier normal?“
Diese „Frauentage“ gab es dann noch einige Jahre, bis auch diese nicht mehr weitergeführt wurden.
Text: Rita Bake
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Juli 2019) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand Juni 2019: 1122 Kurzprofile von Frauen und 389 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Zuletzt eingetragene Namen
Januar 2019 Erika Woisin, Christine Färber, Aracy Moebius de Carvalho, Charlotte Tauterat, Caroline Umlauff, Elvira Unglaube, Schwestern-Verein der Hamburgischen Staatskrankenanstalten, Clara Goldschmidt, Elsa Hopf, Dora Wenneker-Iven
Februar 2019 Demoiselle Conradi, Christine Reinhard, Erna Martens
März 2019 Klara Laser, Frieda Cordes, Johanne Günther, Eliza Wille
April 2019 Liselotte Strelow, Ruth Held
Mai 2019 Sozialverband VdK, Mädchentreff Schanzenviertel, Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur, Vera Jürs, Johanna Renate Wöhlke
Juni 2019 pro familia, Celly de Rheidt
Juli 2019 Rosa Bartl

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 415, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Ihre Mitarbeit ist gern gesehen

Haben Sie Anregungen, Neuigkeiten, Ergänzungen?
Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
Rita.Bake@hamburg.de

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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