Suche nach Namen, Straßen, Bezirken etc.

Frauenbios

Ihre Suche

Gerda Freise

(29.4.1919 Düsseldorf – 11.7.2007 Göttingen)
Chemikerin, kritische Naturwissenschaftsdidaktikerin, Lehrstuhl Erziehungswissenschaften unter besonderer Berücksichtigung der Didaktik der Chemie" an der Universität Hamburg
Von-Melle-Park 8 (Wirkungsstätte)
Gerda Freise wurde 1919 als zweites von drei Kindern eines Lehrerehepaares in Düsseldorf geboren. [1] Die Eltern standen der Reformpädagogik nahe und blieben dieser auch während der NS-Zeit verpflichtet. Ihr Elternhaus war antinazistisch eingestellt und hielt Kontakt zum jüdischen und kommunistischen Freundeskreis. 1938 machte Gerda Freise ihr Abitur und entschied sich zunächst gegen ein Pädagogik-Studium, da die Eltern ihr vom Beruf einer Lehrerin unter dem NS-Regime abrieten. Stattdessen studierte sie in München die vermeintlich unpolitische Chemie bei dem Nobelpreisträger Prof. Heinrich Wieland.
Wieland war bekannt für seine antinationalsozialistische Gesinnung. So genannte Halbjuden konnten an seinem Institut noch studieren und auch Laborantenstellen wurden bevorzugt an solche vergeben, da sie beruflich nirgends eine berufliche Chance in Deutschland gehabt hätten. Gerda Freise schilderte: „Nach 1940 wurde unter uns davon gesprochen, daß manche der ‚halbjüdischen‘ Studenten keine Studienerlaubnis mehr bekamen, daß sie dann aber in den Geschäftsbüchern als ‚Gäste des Geheimrats‘ geführt und privat versichert illegal weiterstudieren und wie ordentlich eingeschriebene Studenten auch Examina ablegen konnten. Das bestandene Examen wurde von Wieland auf einem einfachen Stück Papier bescheinigt und mit der Bemerkung überreicht, man werde es ‚dann später legalisieren‘. Erst nach dem Krieg erfuhr ich außerdem von dem Fall eines Kommilitonen, der überhaupt nie zum Studium zugelassen gewesen war, der aber dennoch wie jeder andere seine Diplomprüfung ablegte, wobei außer Wieland und dem Kandidaten keiner – auch nicht die anderen Prüfer – den wahren Sachverhalt kannte.“ [2]
Gerda Freises Kommilitone, Hans Leipelt, wurde 1943 als letztes Mitglied der „Weißen Rose“ verhaftet und vor Gericht gestellt. Gerda Freise und Wieland sagten als Entlastungszeugen für Leipelt aus, ohne allerdings das ohnehin feststehende Todesurteil abwenden zu können.
Wieland betrieb seinen Widerstand gegen das NS-Regime auch mit einer gewissen Camouflage: „Wichtig war außerdem, daß Wieland mit dem Etikett ‚kriegswichtig‘ viele Studenten vor der Ferienarbeit in Rüstungsbetrieben oder vor der Wiedereinberufung nach einem Studienurlaub bewahrte. Noch heute mutet mich die Etikettierung unserer wahrhaft marginalen Diplomarbeiten als ‚kriegswichtig‘ komisch an.“ [3] Für Gerda Freise wurde Wielands Unabhängigkeit des Denkens und Urteilens zum lebenslänglichen Vorbild: „Ich denke, ich lernte zu verstehen, daß ich selbst mich jeweils neu bemühen müßte, Zusammenhänge zu erkennen und aufzuklären, um zu einem eigenen Urteil kommen zu können. Ich lernte auch, daß es möglich ist – und um der Erhaltung des eigenen Selbstverständnisses und der Selbstachtung willen auch Zivilcourage in der Zeit des Nationalsozialismus notwendig ist – Widersprüche zu ertragen und in einer andersdenkenden Mehrheit abweichende Urteile und abweichendes Verhalten zu wagen, wenn die Verhältnisse es erfordern. In was für einer Universität, in was für einem Land hätten wir studiert und gelebt, wenn mehr Professoren den Mut zu Heinrich Wielands Begriffen von Autonomie, Loyalität und Solidarität und den Mut zu seinem Verständnis von politischer und moralischer Verantwortung gehabt hätten?“ [4]
Gerda Freises Erfahrungen in der NS-Zeit motivierten sie später die Rolle der Naturwissenschaftler im Nationalsozialismus wissenschaftlich mit aufzuarbeiten. [5] Auch in der Filmdokumentation „Die Widerständigen: Also machen wir das weiter“ über die „ Weiße Rose“, der erst 2015 nach Gerda Freises Tod fertig gestellt wurde, wirkte sie als Zeitzeugin mit. [6]
Gerda Freise heiratete 1945 ihren „halbjüdischen“ Kommilitonen Valentin Freise, der mit Hans Leipelt im Volksgerichtsprozess 1944 angeklagt und zu einem Jahr Haft verurteilt worden war, und bekam drei Töchter.
Gerda Freise schloss ihr Studium 1947 mit einer Promotion ab und arbeitete wissenschaftlich als Chemikerin. Bis 1950 war sie als Assistentin an der Universität Bonn, danach als wissenschaftliche Mitarbeiterin ihres Mannes, der nach ihr promoviert hatte, am Max-Planck-Institut für physikalische Chemie in Göttingen tätig. Sie bemerkte im Laufe der Jahre allerdings, dass ihre Arbeit unbefriedigend war, „… weil ich an ihrer Planung und Gestaltung keinen Anteil hatte, sondern nur an ihrer quasi handwerklichen Durchführung. … Immer häufiger stellte ich mir jedenfalls die Frage nach dem Sinn meiner Arbeit als Chemikerin. Ich war auf die Suche nach einer selbständigen und selbstverantwortlichen Tätigkeit gegangen und hatte entdeckt, daß ich diese nicht in einem chemischen Labor finden würde.“ [7]
1960 ließ sich Gerda Freise scheiden und entschloss sich zu einem Pädagogik-Studium. Damit kehrte sie zu ihrem eigentlichen Berufswunsch nach dem Abitur zurück, aber: „Mein Entschluß hatte sicher auch mit meiner persönlichen Situation in dieser Zeit zu tun: ich hatte drei kleine Kinder, war ökonomisch und in meiner Lebensgestaltung völlig abhängig und entwickelte mehr und mehr den Willen, meine Situation zu verändern. Mein Entschluß war daher auch pragmatisch: das Studium würde wegen der vorangegangenen Studien nur 4 Semester dauern. Ich würde danach sicher eine Stelle als Lehrerin finden usw.“ [8]
Gerda Freise studierte zwei Jahre Pädagogik in Heidelberg und arbeitete vier Jahre als Volksschullehrerin. Wegen des Aufschwungs des Fachs Didaktik an den bundesdeutschen Hochschulen und mangels des Interesses und der formalen Qualifikation männlicher Bewerber erhielt Gerda Freise 1966 eine Dozentur für Chemie und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Von 1974 bis zu ihrer Emeritierung 1984 hielt sie einen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg inne.
Gerda Freise half die Fachdidaktik der Naturwissenschaften zu verbessern. Ihr Vortrag aus dem Jahr 1980 für die Zukunft der Fachdidaktiker der Chemie und Physik unter dem programmatischen Titel „ Das Leben – die Naturwissenschaften – die Schüler“ ist sicherlich ihr Hauptwerk.
Sie hielt die bisher geltende Darstellung der Naturwissenschaften in der Schule für grundlegend falsch. Wissenschaft erscheine danach als fertiges, abgeschlossenes System von Wissen in den Lehrbüchern und Lehrplänen. Sie wollte dagegen Naturwissenschaften als einen lebendigen Prozess mit stetigen Entwicklungen, der neben den fachlichen auch politischen und wirtschaftlichen Einflüssen ausgesetzt war, vermitteln. Ergebnis dieses Prozesses sei eine durch Naturwissenschaften und ihre technische Umsetzung veränderte Natur.
„Chemie ist Werkzeug in der Hand der Menschen, die mit der Natur als ihrem Objekt experimentieren ¬– dieser didaktisch bislang nicht oder kaum beachtete Gesichtspunkt ist von zentraler Bedeutung und in dieser Unterrichtskonzeption unverzichtbar. ‚Experimente mit der Natur‘ sind geplante oder ungeplante oder auch fahrlässige Veränderungen der Natur (wobei mit „Natur“ hier in einem weiten Sinn auch die Wirklichkeit der durch Jahrhunderte oder Jahrzehnte veränderten sogenannten ‚natürlichen Umwelt‘ gemeint ist). Die chemische Produktion, die Kernchemie und Genchemie, der weltweite Einsatz chlorierter Kohlenwasserstoffe, die chemisch betriebene Landwirtschaft, die Atombombenversuche im Pazifik ebenso wie die Bombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, die Entlaubung Vietnams und das Unglück von Seveso – das alles sind Beispiele, für die ganz analog gilt, was B. Ulrich bezogen auf das Waldsterben sagt: ‚Die Veränderung des „chemischen Klimas“ durch Luftverunreinigungen stellt ein hemisphärisches oder gar globales Experiment mit der Ökosphäre dar.‘ “ [9]
Schüler sollten lernen, die Veränderungen der Natur zu verstehen, und sie nicht kritiklos als Sachzwang oder Alternativlosigkeit anzuerkennen. Schüler sollten befähigt werden, aktiv an demokratischen Entscheidungen mitarbeiten zu können, die die Natur veränderten.
Dabei wandte sie sich auch gegen das „Fachchinesisch“: „Die Sonder-oder Expertensprachen sind Herrschaftsinstrumente, mit denen – so muß man annehmen – eben auch verhindert werden soll oder kann, daß die Öffentlichkeit das in ihnen ausgedrückte Wissen wirklich versteht. Es handelt sich hierbei nicht um ein Problem der Naturwissenschaften oder der Technik, sondern um das politische Problem der öffentlichen Kontrolle, das gelöst werden muß. Hauptproblem der Didaktik muß es daher sein, die entmündigende Funktion der Fachsprachen allgemein erkennen zu lassen. Das heißt: Es muß eine Erziehung zum Fragen, zum Insistieren auf Antwort stattfinden. Die Schüler müssen lernen, den Anspruch auf verstehbare Antworten geltend zu machen, um aus Sprachlosigkeit und Handlungsunfähigkeit herauszukommen.“ [10]
„Die Lehrer können in dieser Situation nicht länger die sein, die auf jede Frage ‚die richtige Antwort‘ wissen, und die Schüler können nicht länger die sein, die Lehrerantworten nur konsumieren, bis zum nächsten Test speichern, um sie dann gegen Zensuren einzutauschen und danach wieder zu vergessen.“ [11]
Gerda Freise setzte auf projektorientierten interdisziplinären Unterricht, in dem Schüler eigene Erfahrungen sammeln und so ihre Fähigkeiten zur selbständigen Problemlösung und Systematisierung des angesammelten Wissens entwickeln sollten.
„In vielen Experimentalprogrammen von Schulbuchautoren oder der Lehrmittelindustrie haben Schülerversuche nicht einmal demonstrierenden Charakter, sie sind lediglich Übungen, ohne Frage-, Handlungs- und Interpretationsspielräume – idiotensicher. Sie stehen im eklatanten Widerspruch zu der in der ungebrochenen Tradition stehenden Phrase von der naturwissenschaftlichen Erkenntnismethode und Denkschulung im Unterricht der Naturwissenschaften.“ [12]
„Ich meine, daß ganz allgemein von ‚Experimenten‘ immer dann gesprochen werden kann, wenn Schüler (ebenso wie andere Lerner und auch Wissenschaftler) nach Antworten auf ernsthafte, offene, nicht schon beantwortete Fragen oder nach Lösungen für offene, nicht schon gelöste Probleme suchen. Wenn sie bei der Suche nach Antworten oder Lösungen ‚experimentell‘ tätig werden, so schließt das alle Tätigkeiten ein, die dabei als sinnvoll erachtet werden:
- Nachdenken und Sprechen über Sachverhalte, Fragen und Probleme,
- Planen von Vorgehensweisen und Arbeitsschritten,
- Beschaffen und Auswerten von oft widersprüchlichen Informationen, Daten, Meßergebnissen, Expertenaussagen usw. (hierher gehören auch eigene chemische Versuche, Umgehen mit Chemikalien und Meßgeräten, je nach den Erfordernissen),
- Durchführen von Interviews,
- Wertung und Beurteilung von Aussagen zur Legitimation von Sachverhalten und Entscheidungen,
- Diskussion von Widersprüchen, Interessen, Machtfragen,
- Offenlegen von Prämissen, die möglichen (alternativen) Antworten und Lösungsvorschlägen zugrunde gelegt werden,
- Probehandeln in Rollen-und Entscheidungsspielen,
- Formulieren, Revidieren und Umformulieren von Antworten und Lösungsvorschlägen, die am Ende eines Unterrichtsabschnittes nicht als ‚richtig‘ oder ‚falsch‘, sondern als offen bleibend, als unter bestimmten Bedingungen akzeptabel oder als nicht akzeptabel anerkannt werden.

Mit diesem Experimentbegriff werden Aufklärung, zunehmende Klarheit, Horizonterweiterung angestrebt, wird aber nicht ‚Sicherheit‘ versprochen. Er steht damit im Gegensatz zum Experimentbegriff in der kritisierten naturwissenschaftlichen Unterrichtstradition, der im Rahmen der Disziplin-immanenten Theorien immer ‚sichere Ergebnisse‘ garantiert und gegebenenfalls von Schülern vorgelegte abweichende Ergebnisse als ‚falsch‘ und als zu sanktionierendes Versagen auffaßt.“ [13]
Gerda Freise fasste zusammen: „Es ging uns um eine radikale Veränderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts, um Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung. Wir stellten nicht nur die traditionellen Schulfächer in Frage, forderten nicht nur deren Integration, sondern versuchten, einen gesellschaftskritischen, schülerzentrierten naturwissenschaftlichen Unterricht zu konzipieren und für diesen zu werben.“ [14]
Gerda Freises Ansicht stieß bei der großen Mehrheit der Fachdidaktiker ihrer Zeit auf Ablehnung. Diese ausgebildeten Naturwissenschaftler verstanden sich als Vertreter ihres Fachs und der herkömmlichen Didaktik. „Diesen frechen Angriff einer Frau, noch dazu einer Seiteneinsteigerin in die Fachdidaktik, konnte die konservative, männliche community nicht ungestraft lassen,“ beschrieben anlässlich ihres 70. Geburtstages ihre wissenschaftlichen Mitstreiter in den 1990-er Jahren den erbitterten Kampf der etablierten Fachdidaktiker gegen Gerda Freise. [15] Gerda Freise hat dagegen „… ihre Fachsozialisation als Chemikerin eigensinnig verarbeitet und eine eigenwillige Verbindung von kritischer Erziehungswissenschaft und naturwissenschaftlicher Fachdidaktik entwickelt.“ [16]
Ihre Kurzbiographin Barbara Schenk sieht sie als Solitär: „… Gerda Freise hat keine fachdidaktische oder pädagogische ‚Schule‘ begründet. Gerda Freise beteiligt sich nicht an Machtkämpfen, sucht weder für sich noch für die, mit denen sie arbeitet, Positionen in den Zünften der Fachdidaktiker und Erziehungswissenschaftler. Sie arbeitet fördernd und lernend mit Pädagogen, die wie sie eigensinnige Wege suchen, um die nachwachsende Generation im ‚Handeln im Lernbereich Natur‘ zu unterstützen.“ [17]
Nach ihrer Emeritierung 1984 befasste sich Gerda Freise mit der „Frauenfrage“ in den Naturwissenschaften und kritisierte die „männliche Wissenschaft“. Besonders kritisch sah sie die moderne Reproduktionstechnologie, und hatte Sorge, „daß hier erneut eine Grenzüberschreitung der männlichen Omnipotenzphantasien in den Naturwissenschaften vorliege, die mit unabsehbaren Folgen für die gesamte Menschheit verbunden sein könnten.“ [18]
Gerda Freise ist am 11.07.2007 in Göttingen gestorben.
Die Proterra Project Cooperation e. V. hat 2007 den Internationalen Club Gerda Freise gegründet. Die Mitglieder arbeiten an internationalen Projekten für nachhaltige Entwicklung in Europa und Jugendkooperationen mit Afrika. [19]
Text: Ingo Böhle
Quellen:
1 Alle biographischen Angaben nach A. Kremer, F. Rieß, L. Stäudel (Hrsg.): Gerda Freise: Für einen politischen Unterricht von der Natur. Marburg 1994, S. 112-134, 162-180; Barbara Schenk: Gerda Freise: Das Leben – die Naturwissenschaften – die Schüler, in: Astrid Kaiser/Monika Oubaid (Hrsg.): Deutsche Pädagoginnen der Gegenwart. Köln 1986, S. 191-198; Falk Rieß, Lutz Stäudel: Gerda Freise – Mentorin der kritischen Naturwissenschaftsdidaktik, in PÄD EXTRA 7-8 1994, S. 60-63.
2 A. Kremer, F. Rieß, L. Stäudel (Hrsg.): Gerda Freise: Für einen politischen Unterricht von der Natur, Marburg 1994, S. 163.
3 Ebenda, S. 168.
4 Ebenda, S. 171f.
5 Gerda Freise: Autonomie und Anpassung . Das Selbstverständnis von Naturwissenschaftlern im Nationalsozialismus. In: Rainer Brämer (Hrsg.): Naturwissenschaft im NS-Staat. Marburg 1983, S. 31-58.
6 www.epd-film.de/filmkritiken/die-widerstaendigen-also-machen-wir-das-weiter.
7 A. Kremer, F. Rieß, L. Stäudel (Hrsg.): Gerda Freise: Für einen politischen Unterricht von der Natur, Marburg 1994, S. 175f.
8 Ebenda, S. 176.
9 Ebenda, S. 93.
10 Ebenda, S. 75f.
11 Ebenda, S.71.
12 Ebenda, S. 84.
13 Ebenda, S. 95.
14 A. Kremer, F. Rieß, L. Stäudel (Hrsg.): Gerda Freise: Jens Pukies. Geboren 14.12.1934, gestorben 5.1.1980. Ein Nachruf von Gerda Freise., Marburg 1994, S. 210.
15 Falk Rieß, Lutz Stäudel: Gerda Freise – Mentorin der kritischen Naturwissenschaftsdidaktik, in PÄD EXTRA 7-8 1994, S. 61.
16 Barbara Schenk: Gerda Freise: Das Leben – die Naturwissenschaften – die Schüler, in: Astrid Kaiser/Monika Oubaid (Hrsg.): Deutsche Pädagoginnen der Gegenwart. Köln 1986, S. 193.
17 Barbara Schenk: Gerda Freise: Das Leben – die Naturwissenschaften – die Schüler, in: Astrid Kaiser/Monika Oubaid (Hrsg.): Deutsche Pädagoginnen der Gegenwart. Köln 1986, S. 197.
18 Falk Rieß, Lutz Stäudel: Gerda Freise – Mentorin der kritischen Naturwissenschaftsdidaktik, in PÄD EXTRA 7-8 1994, S. 63.
19 www.proterra-project-cooperation.de/category/tags/gerda-freise.
 

Namen und Zeitepochen

Personensuche

  • (am besten nur Vor- ODER Nachname)

Historisch

 

Geografische Spuren

Meine Straße

Geografisch

 

Schlagworte und freie Suche

Thematische Suche

  • (z.B. Berufe, Gebäude, spezielle Ort)

Datenbank Hamburger Frauenbiografien

Symbol für Leichte Sprache
Leichte Sprache
Symbol für Gebärdensprache
Gebärdensprache
Vorlesen
Symbol für Drucken
Drucken
Artikel teilen
Danke für Ihr Interesse!

Ich wünsche eine Übersetzung in:

Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Juli 2020) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand August 2020: 1180 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Quiz

Ihre Mitarbeit ist gern gesehen

Haben Sie Anregungen, Neuigkeiten, Ergänzungen?
Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
Rita.Bake@hamburg.de

Zuletzt eingetragene Namen

Januar 2020: Ursula Nölle, Christa Hoffmann-Riem, Angelika Mertens, Bertha Keyser

Februar 2020: Audrey Motaung, Semra Ertan, Beate Hasenau, Elfriede Kneiphoff, Johanna Harry, Recha Lübke, Helene Flörsheim, Catharina Goldenstede, Elsa Friede, Julie Gayen

März 2020: Theodore von Axen, Betty Francken, Elisabeth Rosenkranz, Senta Dohme, Gesa Schneider, Vilma Prochownik

April 2020: Hygieia-Brunnen, Mädchenschule der israelitischen Gemeinde, Verein Heim für junge Mädchen, Siechenhaus Salem, Wohnhaus für Frauen, Witwenkommission der Exekutive des Notstandskomitees, Mädchenherberge, Häuslicher Hilfsdienst des Bundes Hamburgischer Hausfrauen, Eva Lessing, Hild Lennartz, Dörte Helm, Gertrud Weiberlen, Paula Gans, Elisabeth Schultz, Bernhardine Romberg, Johanna Christine Henriette Müller, Hökerinnen, Hamburgische Bürgerschaft, Diakonissenheim am St. Anscharplatz, Stadttheater, Gänsemarktoper, Comödienhaus, Pranger, Fronerei

Mai 2020: Dorothea Buck, Allgemeine Armenanstalt, Fürsorge für sittlich gefährdete Frauen und Mädchen, Weibliche Kriminalpolizei, Thalia Theater, Trostbrücke, Altes Rathaus, St. Jakobi Kirche, Evakatrin Sieveking, Wöchnerinnenheim in Hamburg, Toni Engel; Marion Pein, Maria Gleiss, Elke Acimovic, Elke Thomas, Irene Knickrehm, Spinnschule, Zeichenschule für Mädchen, Mädchenfortbildungsschule, Elisabeth Meyer, Mieken Rieck, Gerhild Halfmeier, Miriam Gilles-Carlebach; Grete Albrecht; Lucille Eichengreen

Juni 2020: Grete Albrecht, Charlotte Thiede Eisler-Rodewald, Hannelore Borchers, Eleonara Witonska, Cilly Levisohn, Gerda Freise

Juli 2020: Hannelore-Maria Santl

August 2020: Elisabeth von Dücker, Astrid Kirchherr

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2543 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 422, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

Danke für Ihr Interesse!

Ich wünsche eine Übersetzung in:

rechte spalte

 Teaserbild Kontakt

Ansprechpartnerin Kontakt

Haben Sie Anregungen, Neuigkeiten, Ergänzungen? Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gern Kontakt auf:
Dr. Rita Bake
rita.bake@hamburg.de

Themenübersicht auf hamburg.de

Service-Angebote im Überblick

Freie und Hansestadt Hamburg

  • Pause Pause Play Play
  • Symbol für Schließen Schließen Symbol für Menü üffnen Aktionen