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Marion Krauthamer

(18.4.1924 Harburg – deportiert von Hamburg nach Lodz am 25.10.1941)
Opfer des Nationalsozialismus
Wilsdorfer Straße 51 (Wohnadresse)
Stolperstein vor dem Wohnhaus Wilstorfer Straße 51 (Harburg, Harburg)
Marion-Krauthamer-Weg, Neugraben-Fischbek, seit 2020
Als Chaim und Paja Krautham(m)er, geb. Bartfeld, am Ende des 19. Jahrhunderts in zwei jüdischen Elternhäusern in Galizien zur Welt kamen, gehörte dieser Teil Europas noch zur Donaumonarchie Österreich-Ungarn. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden ihre Geburtsorte polnisch, und heute weht dort die ukrainische Flagge. Weite Strecken des weiteren Lebensweges dieser beiden Menschen – und ihrer Kinder – liegen im Dunkeln und werden es wohl auch für immer bleiben.
Die beiden jungen Leute waren nicht die einzigen, die am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihre ostgalizische Heimat verließen und in der preußischen Industriestadt Harburg a. Elbe ein neues Zuhause fanden. Bereits Pajas jüngere Schwester Rosa erblickte am 4. Oktober 1901 in der neuen Heimat das Licht der Welt. Sieben Jahre später eröffnete ihr Vater Israel Bartfeld in der Wilstorfer Straße, Ecke Feldstraße (heute: Kalischerstraße) ein Geschäft für Textilwaren und Möbel, das er 1925 nach Wilhelmsburg verlegte.
Wann Chaim Krautham(m)er nach Harburg gelangte, und wie es ihm im Ersten Weltkrieg erging, lässt sich nicht so genau sagen. Fest steht allerdings, dass sein beruflicher Lebensweg mit einer kaufmännischen Ausbildung begann und dass er als Kaufmann und junger Ehemann in der turbulenten Zeit des politischen Umbruchs nach dem Sturz der Monarchie mit seiner Frau Paja laut Harburger Adressbuch viele Jahre lang in der Wilstorfer Straße 51 wohnte.
Hier wuchsen auch die beiden Kinder Manfred und Marion Krautham(m)er, wohlbehütet von ihren Eltern, auf. Ihrer Großmutter Jetti Bartfeld, geb. Krug, war es nicht vergönnt, mehr als die ersten Jahre der Entwicklung ihrer Enkelkinder miterleben zu dürfen. Sie starb am 13. April 1929 und wurde auf dem Harburger Jüdischen Friedhof auf dem Schwarzenberg begraben.
Dass Chaim Krautha(m)mer zusammen mit seinem Schwiegervater Israel Bartfeld in Harburg in den Jahren der Weltwirtschaftskrise ein Textil- und Manufakturwarengeschäft in der Albersstraße (heute: Knoopstraße) in unmittelbarer Nähe der örtlichen Synagoge in einer Zeit eröffnete, als viele andere Geschäftsleute ihre Existenz verloren, verdient sicherlich besondere Beachtung. Mit seinen Rabattpreisen und günstigen Zahlungsbedingungen war das Textilhaus "Bartfeld & Krauthammer" für viele alte und neue Kunden eine gefragte Adresse.
Das Blatt wendete sich, als Hitler im Januar 1933 Reichskanzler wurde. Auch das Textilgeschäft Chaim Krautham(m)ers und seines Schwiegervaters stand auf der Liste der jüdischen Unternehmen, vor denen am 1. April 1933 Harburger SA-Männer mit Schildern standen, die alle Passanten dazu aufriefen, nur bei "Deutschen" zu kaufen. Für viele große und kleine Geschäftsleute war dieser "Abwehr-Boykott" der Anfang vom Ende.
Er blieb auch für die Familie Krautham(m)er nicht ohne Folgen. Einige Monate später sah Chaim Krautham(m)ers Schwiegervater sich gezwungen, sein Manufakturwarengeschäft in der Kirchenallee 34 in Wilhelmsburg aufzugeben. Einem Neustart mit einem Wäsche- und Wollwarenhandel in Harburg war ebenfalls kein Erfolg beschieden. Er scheiterte nach kurzer Dauer. Im Dezember 1934 wanderte Paja Krautham(m)ers ältere Schwester Golda Bartfeld mit ihrem Mann Fritz nach Palästina aus.
Auch mit dem Textilhaus in Harburg ging es langsam bergab und war eines Tages Schluss. Im Jahre 1936 verlegte die Familie Krautham(m)er ihren Wohnsitz – vermutlich nicht freiwillig – nach Hamburg. Sie bezog im Februar zunächst eine Wohnung am Grindelhof 64 und fünf Monate später eine andere am Gindelberg 5. Gleichzeitig wurden die Eltern und ihre Kinder Mitglieder der Hamburger Deutsch-Israelitischen Gemeinde.
Die Gründe für diesen Wohnungswechsel sind unbekannt. Doch von anderen ehemaligen Harburger Jüdinnen und Juden wissen wir, dass sie sich in der eher kleinstädtischen, antijüdischen Atmosphäre ihres Umfelds nicht mehr sehr wohlfühlten, dass nicht-jüdische Vermieter ihnen in zunehmendem Maße Schwierigkeiten bereiteten und dass ihre christlichen Nachbarn immer stärker zu ihnen auf Distanz gingen. Im Hamburger Grindelviertel waren sie weniger bekannt und konnten sie – nicht ganz unbegründet – auf mehr Solidarität hoffen.
Doch diese Hoffnungen, wenn sie sie gehegt haben sollten, erfüllten sich nicht. Die Bedrohung wuchs. Am 28. Oktober 1938 wurden Paja Krautham(m)ers Vater sowie ihre Schwester Rosa mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in einer Nacht-und-Nebel-Aktion (Polen-Aktion) zusammen mit ca. 1.000 anderen polnisch-stämmigen Jüdinnen und Juden von Hamburg in Richtung Osten nach Neu-Bentschen verschleppt und dort über die Reichsgrenze in das östliche Nachbarland getrieben. Knapp zwei Wochen später brannten in unzähligen deutschen Städten die Synagogen, gingen die Fensterscheiben jüdischer Geschäfte zu Bruch und schlossen sich in allen Teilen des Deutschen Reiches die Gefängnistore hinter vielen jüdischen Männern, die ohne richterlichen Haftbefehl festgenommen worden waren.
Auch wenn Chaim und Paja Krautham(m)er aus sicherlich nachvollziehbaren Gründen nicht von Anfang an daran gedacht haben mögen, noch einmal alles, was sie mühsam erworben hatten, so einfach stehen und liegen zu lassen, um sich wieder mit leeren Händen auf den Weg in ein fremdes Land und eine ungewisse Zukunft zu begeben, so gab es für sie nach den Ereignissen des Jahres 1938 trotz aller politischen und finanziellen Hürden keinen Grund mehr zum weiteren Verbleib in Deutschland. Anfang 1939 stellte Chaim Krautham(m)er einen Antrag auf Auswanderung nach Argentinien. Die folgenden Nachforschungen des Finanzamts ergaben, dass von dem Vermögen des Antragsstellers nichts mehr übrig geblieben war. Einen Teil der Kosten für die Überfahrt wollte der Jüdische Hilfsverein übernehmen. Warum die legalen Ausreisepläne nicht realisiert wurden, ist heute nicht mehr zu klären.
Den Akten der Hamburger Jüdischen Gemeinde ist zu entnehmen, dass Chaim Krautham(m)er im Juli 1939 nicht mehr in Hamburg, sondern im "Ausland" war. Wir wissen heute, dass er sich mit seiner Frau Paja nach Belgien durchgeschlagen hatte. Die näheren Umstände ihrer Flucht aus Deutschland liegen im Dunkeln. Die Entscheidung zu diesem Schritt muss sehr plötzlich und aller Wahrscheinlichkeit nach in höchster Not gefallen sein, denn die beiden minderjährigen Kinder blieben in Hamburg zurück. Warum die Eltern sie nicht mitnahmen – oder mitnehmen konnten, – und wie ihre weiteren Überlegungen aussahen, sofern die Zukunft ihnen dazu überhaupt noch Spielraum ließ, bleibt offen.
Die zurückgelassenen Kinder Marion und Manfred Krautham(m)er wandten sich in ihrer Verzweiflung schutzsuchend an den Direktor der Talmud Tora Schule, Arthur Spier, der umgehend das zuständige Polizeipräsidium informierte. Marion wurde daraufhin im Paulinenstift, Laufgraben 37, einem jüdischen Waisenhaus für Mädchen, und Manfred im jüdischen Waisenhaus für Jungen am Papendamm 3 untergebracht.
Auch in den beiden letzten jüdischen Waisenhäusern Hamburgs herrschte große Not. Immer mehr Kinder fanden hier auf engstem Raum Zuflucht, viele waren Waisen oder Halbwaisen, andere befanden sich in derselben Lage wie Marion und Manfred Krautham(m)er. Hinzu kamen Schulkinder aus allen Teilen des Reiches, die die beiden jüdischen Schulen Hamburgs besuchten, nachdem sie nicht mehr am Unterricht staatlicher Schulen teilnehmen durften. Außerdem mussten die beiden jüdischen Waisenhäuser in zunehmendem Maße Räume für alte Menschen zur Verfügung stellen.
Als die Deportationen aus Hamburg begannen, blieb auch das Paulinenstift nicht davon verschont. Unter denen, die einen "Evakuierungsbefehl" für den 25. Oktober 1941 erhielten, war auch die siebzehnjährige Marion Krautham(m)er. Der Transport mit 1.034 jüdischen Männern, Frauen und Kindern traf einen Tag später im Lodz ein, wo die Neuankömmlinge in das bereits errichtete Getto der Stadt getrieben wurden. Hier wurden sie in primitive, ungeheizte Notunterkünfte ohne Wasser- und Abwasserleitungen eingewiesen. Der Hunger hörte nie auf. Die Arbeitsfähigen leisteten in zahlreichen Produktionsstätten Zwangsarbeit für die deutsche Wehrmacht und die deutsche Textilindustrie. Hunger, Kälte und Seuchen forderten bereits in den ersten Wochen tausende Todesopfer. Noch größer war die Zahl derjenigen, die "ausgesiedelt" wurden und für immer verschwanden. Ihr Leben endete im Tötungslager Chelmno/Kulmhof, das unter maßgeblicher Mitwirkung des Harburger Kaffeegroßhändlers und Höheren Polizei- und SS-Führers für den "Warthegau", Wilhelm Koppe, 1941 entstanden war, oder nicht selten auch im Vernichtungslager Auschwitz. Marion Krautham(m)er war am Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr am Leben.
Am 11. Juli 1942 wurden die letzten Zöglinge des Knabenwaisenhauses am Papendamm zusammen mit ihren Betreuerinnen und Betreuern und der Leiterin des Hauses, Hildegard Cohen, in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Für den vierzehnjährigen Manfred Krautham(m)er war es eine Reise in den Tod.
Der Weg ins belgische Exil verschaffte Chaim und Paja Krautham(m)er nur eine kurze Atempause auf der Flucht vor ihren Verfolgern. Als das Land im Mai 1940 von deutschen Truppen besetzt wurde, befanden sich die beiden Flüchtlinge – und viele Ihresgleichen – wieder im Machtbereich des NS-Regimes. Schritt für Schritt, jedoch in wesentlich schnellerer Folge, wurde auch hier – wie in allen anderen besetzten Ländern – die anti-jüdische Gesetzgebung übernommen. Chaim Krautham(m)er musste zunächst für die Organisation Todt in Nordfrankreich Zwangsarbeit leisten, bevor er am 31. Oktober 1942 ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurde.
Der Zug war drei Tage lang unterwegs und traf am 3. November 1942 am Bestimmungsort ein. Von den 1696 Männern, Frauen und Kindern wurden nach der anschließenden Selektion 919 Menschen sofort in die Gaskammern geschickt. Die anderen wurden mit Nummern versehen und in das Lager eingewiesen. Chaim Krautham(m)er überlebte den Holocaust nicht.
Seine Frau wurde fast zwei Jahre später – am 31. Juli 1944 - vom belgischen Sammel- und Durchgangslager Mechelen ebenfalls nach Auschwitz deportiert. Es war der letzte Transport belgischer bzw. in Belgien lebender Juden in dieses Vernichtungslager. Der Zug traf am 2. August 1944 am Zielort ein. Nach der Selektion wurden 365 Deportierte in das Lager übernommen, während 202 Männer, Frauen und Kinder auf direktem Wege in die Gaskammern getrieben wurden. Auch Paja Krautham(m)er kehrte nicht zurück.
Das erhoffte und ersehnte Wiedersehen dieser vier ehemaligen Mitglieder der Harburger Jüdischen Gemeinde blieb für die Eltern und ihre beiden Kindern ein Traum. Vier Gedenkblätter, hinterlegt von Verwandten, die überlebten, erinnern heute in der zentralen israelischen Gedenkstätte Yad Vashem an den gewaltsamen Tod dieser vier Menschen. Marion und Manfred Krautham(m)ers Namen sind auch auf zwei weiteren Stolpersteinen zu lesen, die vor den beiden ehemaligen jüdischen Waisenhäusern am Laufgraben 37 und am Papendamm 3 (heute: Martin-Luther-King-Platz) in Hamburg-Eimsbüttel liegen.
Zu den Opfern des Holocaust zählen auch ihr Großvater Israel Bartfeld und seine zweite Frau Sara Bartfeld, geb. Fleischmann, die zu den 753 Menschen gehörten, die am 6.12.1941von Hamburg nach Riga deportiert worden waren, und ihre Tante Rosa Bartfeld mit ihrem Mann Max und den gemeinsamen Kindern Jutta und Benni, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zunächst bei Verwandten in Mosciska bei Lemberg untergekommen und von dort am 12. Oktober 1942 vermutlich ins Vernichtungslager Belzec deportiert worden waren.
Stand Dezember 2014
Text: Klaus Möller, aus: www.stolpersteine-hamburg.de
Quellen:
Hamburger jüdische Opfer des Nationalsozialismus, bearbeitet von Jürgen Sielemann unter Mitarbeit von Paul Flamme, Hamburg 1995, S. 221 f..
Gedenkbuch für die Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, 4 Bände, Bundesarchiv Koblenz (Hrsg.), S. 781, Koblenz 2006.
Yad Vashem, The Central Database of Shoa Victims´ Names: www.yadvashem.org.
Harburger Opfer des Nationalsozialismus, Bezirksamt Harburg (Hrsg.), Harburg 2003, S. 8. Staatsarchiv Hamburg 522-1, Jüdische Gemeinden.
Staatsarchiv Hamburg 992b, Kultussteuerkarteikarte der Deutsch-Israelitischen Gemeinde, Hamburg.
Staatsarchiv Hamburg 314-15, Akten des Oberfinanzpräsidenten, F Vg 7621.
Staatsarchiv Hamburg 430-5 Magistrat der Stadt Harburg-Wilhelmsburg.
Staatsarchiv Hamburg TT 73, Spier an das Polizeipräsidium am 28.8.1939.
Jüdisches Deportations- und Widerstandsmuseum Mechelen (Malines), www.cicb.be.
Barbara Günther, Margret Markert, Hans-Joachim Meyer, Klaus Möller: Stolpersteine in Hamburg-Harburg und Hamburg-Wilhelmsburg, Landeszentale für politische Bildung (Hrsg.). Hamburg 2012, S. 290 ff..
Hildegard Thevs: Stolpersteine in Billstedt-Horn-Borgfelde, Landeszentale für politische Bildung (Hrsg.). Hamburg 2011, S. 62 ff..
Eberhard Kändler, Gil Hüttenmeister: Der jüdische Friedhof Harburg, Hamburg 2004, S. 236. Harburger Anzeigen und Nachrichten vom 1.4.1931.
Harburger Adressbücher.
Johann-Hinrich Möller: Erinnerung an die von den Nationalsozialisten ermordeten Kinder, Betreuerinnen und Erzieher der ehemaligen Hamburger Waisenhäuser Papendamm 3 und Laufgraben 37. Hamburg 2006.
Reiner Lehberger, Hans-Peter de Lorent (Hrsg.): Die Fahne hoch. Schulpolitik und Schulalltag in Hamburg unterm Hakenkreuz, Hamburg 1986, S. 325 ff..
Danuta Czech: Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz- Birkenau 1939–1945, Reinbek 1989, S. 332, S. 839.
Hanno Loewy, Gerhard Schoenberner: Unser einziger Weg ist Arbeit. Das Getto Lodz 1940–1944. Frankfurt 1990.
Mathias Heyl: Vielleicht steht die Synagoge noch. Jüdisches Leben in Harburg 1933–1945. Norderstedt 2009.
Beate Meyer: Die Verfolgung und Ermordung der Hamburger Juden 1933–1945. Geschichte. Zeugnis. Erinnerung. Hamburg 2006.
 

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Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

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