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Frauenbios

Magdalenenstift

Koppel (ehemals)
Heeskoppel 14: Heute: Abendroth-Haus für Mädchen, Frauen und Familien
Hammer Landstraße 204
Braamkoppelweg
Das 1821 von dem damaligen Leiter der Hamburger Polizeibehörde, Amandus Abendroth, gegründete Magdalenen-Stift befand sich ursprünglich an der Koppel in St. Georg. Sein Zweck war: „junge Mädchen, die das Unglück hatten, den Weg der Tugend zu verlassen, wieder auf denselben zurückzuführen. Wenn sie freiwillig Hülfe verlangen, so werden sie:
1. Während des zweijährigen Aufenthalts im Stifte von der übrigen Welt getrennt: sie sehen ausser den Vorstehern und Vorsteherinnen nur ihre Mitgenossinnen:
2. sie erhalten wöchentlich Belehrung und Unterricht von einigen Herren Predigern, die diese Mühe aus Menschenliebe übernommen haben;
3. die gewöhnlich leider ganz in der Erziehung vernachlässigten Mädchen werden zu häuslichen und Handarbeiten angehalten, um es ihnen möglich zu machen, bei ihrer Entlassung sich redlich fortzuhelfen.” (Hamburger Adress-Buch 1842).
Bis 1869 wurden 310 „Gefallene“ aufgenommen. Als „gebessert“ konnte knapp die Hälfte der Frauen bezeichnet werden.
Viele Frauen litten an Geschlechtskrankheiten, die stationär auf der Krankenstation behandelt werden mussten. Unter den Frauen waren besonders viele junge Frauen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, die sich zum ersten Mal bei einem Freier angesteckt hatten.
Zum Magdalenen-Stift gehörte auch das Weibliche Asyl. Es wurde 1869 von dem 1867 gegründeten Magdalenen-Hilfsverein errichtet.
„Das Weibliche Asyl bezweckt, noch nicht gefallenen, aber in Gefahr stehenden Mädchen eine Zuflucht zu gewähren, und gefallenen, welche anderweitig untergebracht werden sollen, eine vorläufige Unterkunft darzubieten.
Die Anstalt ist eine lutherische, steht aber Angehörigen aller Konfessionen offen. Die geistliche Unterweisung, an der alle Hausgenossen teilnehmen, ist jedoch nur lutherisch. Platz für 70 Mädchen. Aufgenommen werden Mädchen vom 14. Jahre an, auch von auswärts: sie müssen arbeitsfähig sein und dürfen nicht an Epilepsie leiden. Beschäftigung: Anfangs Handarbeit im Stricken, Nähen, Stopfen, sodann Haus- und Gartenarbeit, sowie Wäsche. Es wird für Privatleute in der Stadt gewaschen. Der Vorstand bestimmt die Zeit der Entlassung und verschafft tunlichst geeignete Dienste.” (Joachim, Hermann: Handbuch der Wohltätigkeit in Hamburg, 1909).
1929 wurde das Magdalenen-Stift in Abendroth Haus umbenannt.
Während der NS-Zeit wurden Prostituierte in das Magdalenen-Stift zwangseingewiesen.
Namensbegründung: In der Bibel ist Magdalena die Büßerin. Deshalb wurden solche Asyle/Stifte nach der biblischen Magdalena benannt.
Text: Rita Bake

Abendroth-Haus Für Mädchen, Frauen und Familien, gegründet 1821

Der Gründer des „Magdalenenstiftes“
Abraham Augustus Abendroth wurde 1727 in Scheibenberg geboren, zog nach Hamburg und erwarb das Bürgerrecht. Der angesehene Prokurist und Notar heiratete 1763 Johanna Maria Groot aus Bargteheide. Sie gebar 1765 die Tochter Concordia Katharina und am 16. Oktober 1767 Amandus Augustus Abendroth, nach dessen Geburt sie wenige Wochen später starb.
Der Witwer Abraham Augustus Abendroth heiratete erneut: Anna Maria von Borstel, eine Hamburger Kaufmannstochter, die 1768 und 1779 zwei Mädchen gebar.
Amandus Augustus Abendroth studierte in Erlangen und promovierte 1790 in Göttingen zum Doktor der Rechte. Am 06. Oktober 1792 heiratete er Johanna Magdalena von Reck, deren Vater ein in den Reichsadel aufgestiegener Handelsherr war.
Amandus Augustus Abendroth und Johanna Magdalena hatten neun Kinder. Eine Tochter verstarb früh. Abendroth engagierte sich in Hamburg in der „Patriotischen Gesellschaft von 1765“ und in der 1788 geschaffenen Allgemeinen Armenanstalt, die bereits nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ arbeitete.
Am 05. September 1800 wurde Abendroth in den Senat gewählt. 1806 besetzten die Franzosen die Stadt Hamburg. Abendroth verwaltete zu der Zeit die Prätur mit Justiz- und Polizeiaufgaben. 1807 führte er die ärztlichen Untersuchungen von Prostituierten ein. Die Bordelle wurden von der Polizei konzessioniert und die Prostituierten registriert, um damit eine Kontrolle der Bordellwirte und auf diesem Wege eine Kontrolle über die Prostituierten zu erhalten. Von den Konzessionsgebühren wurden auch die medizinischen Untersuchungen und Behandlungen der Prostituierten bezahlt. Die polizeiliche Konzessionierung brachte aber als Nebeneffekt die Prostituierten in eine noch größere Abhängigkeit von den Bordellwirten. Die Folge waren die Anfänge des Handels mit Mädchen und Frauen.
1809 wurde Abendroth Amtmann in Hamburgs Außenposten an der Elbmündung: Ritzebüttel. Ende 1810 beriefen ihn die Franzosen als Maire zurück. Nach der Befreiung der Stadt im März 1813 wurde er von Napoleon geächtet, aber kurz darauf amnestiert. Als die Franzosen Ende Mai 1813 zurückkehrten, ging er nach Kiel und Doberan ins Exil. Noch vor der Befreiung Hamburgs Ende Mai 1814 war Abendroth wieder in seinem Amt in Ritzebüttel. Hier nahm er sich des Armen- und Schulwesens an.
1821 kehrte Abendroth nach Hamburg zurück und wurde erster Polizeiherr. Sein Amtssitz war, wie auch in seiner Funktion als Maire, das Görtz-Palais am Neuen Wall. In diesem Amt gewann er, wie die Jahre zuvor in der Armenanstalt, Einblick in die sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Bevölkerung der Hafen- und Handelsmetropole Hamburg. 1821 gründete er das „Magdalenenstift“ für „verführte und gefallene Mädchen“, das seit 1929 den Namen „ Abendroth-Haus“ trägt.
1830 gründete Abendroth die erste Warteschule Hamburgs, eine Vorläuferin der Kindergärten. 1831 war er als Bürgermeister und Protoscholarch maßgeblich für das Schulwesen verantwortlich. Am 17. Dezember 1842 verstarb Abendroth. Er wurde auf dem Friedhof der Hammer Dreifaltigkeitskirche beerdigt.

1821 – 1898

Die Gründung des „Magdalenenstift“
Im 16. und 17. Jahrhundert war es in Hamburg Tradition, soziale Probleme durch private Initiativen und private Wohltätigkeit anzugehen. So entstanden in dieser Zeit ein Waisenhaus, Armenschulen, Gottesbuden und die „Allgemeine Armenanstalt“ von 1788. Die französische Besatzung und andere Faktoren ließen das Engagement jedoch eine Zeit lang erlahmen.
Mit der Gründung des Hamburger Magdalenenstiftes am 18. Dezember 1821 durch Senator Abendroth und weiteren neun Herren des gehobenen Bürgertums setzte eine neue Ära ein: Das Rauhe Haus und der Marthastift, die auch heute noch existieren, folgten neben einer Vielzahl weiterer Wohltätigkeitsvereinen und Stiftungen.
Vorbild für den Hamburger „Magdalenenstift“ war der Londoner „Magdalenenstift“, der 1758 gegründet wurde und in den ersten 40 Jahren seines Bestehens 3.188 Mädchen aufgenommen hatte. Zwei Drittel dieser Mädchen in London konnten sich mit ihren Verwandten wieder versöhnen, heirateten oder kamen als Dienstbotinnen unter.
Der Name war an Maria Magdalena gelehnt, die als Sünderin galt, durch Jesus aber von ihren Sünden geheilt wurde und sich daraufhin zum Kreis der Jüngerinnen und Jünger zählen konnte.
Der Magdalenenstift sollte sich prostituierenden Mädchen helfen, ins bürgerliche Leben zurückzukehren. Ein neues Obdach war dabei notwendig, denn die Mädchen hatten, wenn sie ein Bordell verließen, weder Wohnung noch Lebensunterhalt. Durch hauswirtschaftliche Fähigkeiten sollten diese Mädchen befähigt werden, sich nach ihrer Entlassung auf „ehrbarem Wege“ den Lebensunterhalt zu verdienen.

Der Vorstand und die Finanzen
Das Stiftungskomitee bestand aus einer reinen Männerriege: Abendroth, von Beseler, de Dobbeler, von Faber, Hasperg, Kreep, Ross, Schlingemann, Schuback und Pastor Amsinck. Bis 1855 gehörte der Erste Polizeiherr (der Senator, der die Polizeibehörde leitete) laut einer Regelung immer zum Vorstand. Auch wenn er schon pensioniert war. Seit den 1830er Jahren gehörte oft der Hausarzt dem Vorstand an.
In den Statuten von 1885 wurde ausdrücklich vermerkt, dass sich der Vorstand nicht nur aus männlichen Mitgliedern zusammensetzen solle. Und so wurden zwei bis vier Damen damit betraut, die Leiterin des Hauses in ihrer Arbeit zu unterstützen und Aufsicht über die „innere Leitung der Anstalt“ zu führen. Sie behielten auch die entlassenen Mädchen und Frauen „unter ihrer Aufsicht und Pflege“. Die männlichen Vorstandsmitglieder befassten sich dagegen mit dem Kassenwesen und den Rechtsangelegenheiten der Stiftung.
Die Finanzlage der Stiftung war permanent schwierig. Jedoch waren die verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen zum Großbürgertum und zum Senat von Vorteil. Der Vorstand sammelte Gelder: zur Einrichtung des Stiftes, regelmäßige Beiträge oder Einzelgaben. In den Anfängen konnten von dem Geld ein Haus angemietet, eine „Hausmutter“ und eine Gehilfin bezahlt sowie 12 „unglückliche Geschöpfe“ aufgenommen werden (1822).
Als Dr. von Heß 10.000 Mk dem Magdalenenstift mit der Auflage vermachte, davon ein Haus zu kaufen, wurde ein Grundstück in St. Georg gekauft. Es erstreckte sich zwischen den Straßen Koppel und An der Alster. Zur Koppel hin war das Grundstück mit einem größeren Wohnhaus bebaut, zur Außenalster hin mit einem Gartenhaus, welches vermietet wurde. Allerdings deckte die Summe nur zwei Drittel des Kaufpreises. Die Stiftung verschuldete sich und fürchtete 1830 um ihren Bestand. In einem Spendenaufruf des Jahres wird auf die Erfolge verwiesen: Im Laufe der ersten acht Jahre habe man 44 Mädchen aus dem Stift entlassen, und von 23 wisse man mit einiger Sicherheit, dass sie ein „dauerhaft gebessertes Leben führten“.
Das Aus wäre für die Stiftung wegen zurückgehenden Spendengeldern längst Wirklichkeit geworden, wenn die Polizeibehörde nicht jährlich eine größere Summe aus der Kasse, in die u.a. die Konzessionsgebühren der Bordellwirte flossen, beigesteuert hätte.
Bei den Bemühungen um Spenden hielten die Vorsteherinnen und Vorsteher an dem Grundsatz fest, dass die Arbeit im Stift im Stillen vor sich zu gehen habe. Damit den entlassenen Mädchen nach ihrer Entlassung kein Stigma anhaften sollte, wurde strikte Anonymität, auch gegenüber den Herrschaften, bei denen die Mädchen arbeiteten, gewahrt. Das erschwerte es natürlich, die Erfolge der Stiftung an Hand realer Lebensgeschichten zu dokumentieren.
1855 wird ein weiteres finanzielles Defizit erwartet und sich um Lösungen bemüht. Außerdem begann man aus dem Umkreis des Vereins für Innere Mission gegen die „staatlich geduldete und polizeilich begünstigte Prostitution in Hamburg“ vorzugehen.
Im November 1855 beschließt der Senat, den Antrag des Magdalenenstifts auf staatliche Unterstützung abzuweisen und degradiert den Stift zu einer „gewiß lobenswerten, aber doch auch etwas verschrobenen Privatanstalt“. Damit gab der Senat diese Einrichtung dem Untergang preis. Die Hamburger Staatsmänner sorgten sich, aber nicht um die sich prostituierenden Mädchen und Frauen, die aus Hamburg einfach ausgewiesen wurden oder zur Zwangsarbeit in das Werk- und Armenhaus eingewiesen wurden, sondern um die Gesundheit der Freier.
Nach diesem niederschmetternden Beschluss veranlasste Hudtwalcker den Vorstand, einen erneuten Antrag zu stellen, mit dem er, zusammen mit einer gut getroffenen Rede, am 04. Dezember 1856 dem Senat einen positiven Beschluss abringen konnte.
1865 erwarb das Magdalenenstift in Hamm, damals Heerstraße, Haus und Garten. Dieses Domizil mit der späteren Adresse Hammer Landstraße 204 bewohnte das Magdalenenstift bis 1943.
1868 gab es erneut eine größere Spendenaktion.
Im Oktober 1874 vereinigte sich das Magdalenenstift mit dem Magdalenen-Hilfsverein „Weibliches Asyl“, ansässig am Valentinskamp. Das „Weibliche Asyl“ leistete eine ähnliche Arbeit. Jedoch sank hier die Zahl der Mädchen und Frauen, die aus einem Bordell kamen, und die Zahl derer nahm zu, die aus anderen Gründen Aufnahme bedürften (wegen Verwahrlosung, Herumtreibung, Diebstahl).

Das Leben der „Stiftsgenossen“, „Zöglinge“ und „Pfleglinge“
Von 1822 bis 1859 (in 37 Jahren) wurden 231, von 1875 bis 1880 (in sechs Jahren) wurden 100 Mädchen aufgenommen.
Begann die Stiftung die Arbeit 1822 mit 12 „unglücklichen Geschöpfen“, so lebten im Oktober 1855 elf, 1874 fünf „Pfleglinge“ im Stift. Ende 1876 bewohnten das Stift 29 Mädchen und Frauen.
Der überwiegende Teil der Mädchen kam durch die „Vermittlung“ der Polizei ins Magdalenenstift: Das sittenpolizeiliche Register stand im Eingang und im Ausgang des Bordells, die Polizeiärzte untersuchten den Gesundheitszustand der Prostituierten und wiesen gegebenenfalls in Krankenhaus ein. Die Polizei entschied aber auch über die Ausweisung aus Hamburg, die Einweisung ins Werk- und Armenhaus oder genehmigte die Aufnahme im Magdalenenstift. Andere Mädchen kamen auf Bitte ihrer Eltern, auf behördliche Anweisung oder auf eigenen Wunsch in den Stift.
Aus dem Rechenschaftsbericht von 1826 lässt sich entnehmen, dass die Mädchen und Frauen das Haus nicht verlassen durften, um äußeren Einflüssen vorzubeugen. Alle „unnützen Gespräche“ waren verboten. Morgens und abends wurde gebetet und einmal wöchentlich gab es eine gemeinschaftliche Andachtsstunde, an der auch die Vorsteherinnen teilnahmen. Am Tage wurde Hausarbeit verrichtet: alles, was anfiel (kochen und reinigen), aber auch stricken, nähen, waschen, plätten. Später kam dazu die Arbeit im Garten (in Hamm und später wieder in Sasel).
Zum Werk- und Armenhaus zeigten sich einige wichtige Unterschiede: Die Arbeiten dienten den Mädchen dazu, sich für ihren künftigen Beruf als Dienstmädchen zu qualifizieren bzw. sie auf die Aufgaben einer Ehefrau vorzubereiten. Die textilen Handarbeiten besserten in geringem Maße das Budget des Stiftes auf.
Die Pädagogik war religiös motiviert. Voraussetzung für eine Aufnahme war, dass die Mädchen und Frauen fest entschlossen waren, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen.
Die Wirkung der Religion wurde als heilsam, der christliche Glauben als Wertorientierung und innerer Halt erachtet. Von vornherein war an einem längeren Aufenthalt der Mädchen und Frauen im Stift gedacht. Die ersten Monate betrachtete man als Probezeit. Das Verlassen des Stiftes wurde während der ersten zwei bis vier Monate respektiert. Auch wurden Mädchen in dieser Phase wegen „schlechter Aufführung der Polizei zurückgegeben“. Nach der Probezeit blieben die Mädchen dann ein bis maximal zwei Jahre im Stift. Entlassen wurde, bei welcher die Vorsteherinnen und die Leiterin den Eindruck hatten, dass man sie als Dienstmädchen unterbringen konnte, ohne Klagen der Herrschaft befürchten zu müssen. Rückfälle wurden, als Misserfolge betrachtet, in den damaligen Rechenschaftsberichten ebenso erwähnt wie Fluchtversuche.
Zwischen 1840 und 1850 waren 61 Mädchen aufgenommen worden, von denen sieben als „heimlich entwichen“ und 22 als „zurückgefallen“ bezeichnet wurden.
1849/50 hatte der Vorstand Kontakt zum „Asyl für verirrte Mädchen“ in der niederländischen Provinz Geldern, das eine freizügigere Methode verfolgte. Die Mädchen dort konnten das Haus auch verlassen, wenn sie wollten.
Der Bildungsauftrag wurde nach 1850 bewusster reflektiert. Vorlesungen, Gespräche und Gesang sollen den Horizont der Mädchen erweitern. Der Individualität wurde mit Einzelzimmern, statt gemeinschaftlichem Schlafsaal Rechnung getragen. 1855 wird Religion, Lesen und Schreiben gelehrt. Gefordert werden weiterhin „pünktlicher Gehorsam, Arbeit, strenge Sauberkeit und Ordnung sowie Gottesfurcht“.
Nach 1874 nahm die Anzahl der Mädchen zu, die aus dem Magdalenenstift flüchteten. Aber mehrere kamen auch zurück, und wurden ein zweites oder drittes Mal aufgenommen.
Im Oktober 1880 konnten 91 Mädchen das Haus verlassen. 23 von ihnen wurden von den Eltern in den Dienst gebracht oder von den Eltern oder Verwandten erneut aufgenommen. 25 weitere wurden vom Stift in Dienststellen vermittelt. Und zwar vornehmlich auf dem Lande: „bei Predigern, Schullehrern, kleinen Gutsbesitzern, Pächtern …“.

Die Leiterinnen
Der größte Teil der Erziehung oblag der Leiterin und einer Gehilfin.
Frau Danzel, Professorengattin, und Frau Richter, Lehrerwitwe, bauten den Stift mit auf. Von 1826 bis 1841 leitete Frau Grüning das Haus. 1841 folgten Frau Dr. Schwarz und anschließend Frau Busse.
1842 übernahm die unverheiratete „Fräulein“ C. Schwarz die Leitung und 1848 folgte Frau Schaurig. Frau. Dr. Juel, geb. von Cossel, leitete von 1854 bis 1857 das Stift.
1855 schrieb John „Wir haben immer das Glück gehabt, ein gebildetes Frauenzimmer aus den höheren Ständen für unser Stift zu gewinnen.“
Ab 1857 übernahm ein Ehepaar, und damit erstmals auch ein Mann, die Leitung: Stadtmissionar J.N. Spitzer und dessen Frau. Beide waren als Lehrende an Armenschulen tätig gewesen und man sah sie befähigt, die Mädchen neben den „weiblichen Arbeiten“ auch in biblischer Geschichte, in Lesen, Schreiben und Rechnen sowie im Singen zu unterweisen.
J.N. Spitzer starb 1873 und nach ihm wurden wieder ausschließlich Frauen mit der Leitung betraut.
Bei der Vereinigung mit dem „Weiblichen Asyl“ 1874 übernahm Oberin Alwine Biermann die Leitung und Susanne Dietz stand dem Stift von 1883 bis 1898 vor.
Ab 1898 stellte die Diakonissenanstalt Bethlehem die Leiterin und einige Schwestern. Diakonissen waren damals die professionellen Kräfte der weiblichen Sozialarbeit.

1902 – 1928

1902 lebten insgesamt 97 Mädchen im Stift. Zum Jahresende hatten hiervon 55 das Haus verlassen: davon 26 vorzeitig (12 aus eigenen oder elterlichen Wunsch und 9 heimlich).
Von den 1902 im Stift lebenden Mädchen waren 70% wegen „Unsittlichkeit“ eingewiesen worden. Für die anderen wurde „Unehrlichkeit, Trotz, Ungehorsam, allgemeine Zuchtlosigkeit oder Trunksucht“ angegeben.
1903 scheint die Regelung getroffen worden zu sein, dass der Vorsitz einem Pastor der Dreifaltigkeitskirche in Hamm zufallen sollte, denn Johannes Lehfeldt, einer der vier Pastoren der Dreifaltigkeitskirche in Hamm, übernahm den Vorstandsvorsitz vom Magdalenenstift.

Die Zustände in Hamburg
1901 war in Preußen ein Fürsorgeerziehungsgesetz in Kraft getreten, auf dessen Grundlage die Überweisungen in Einrichtungen zur Fürsorgeerziehung erfolgten und zunahmen. Wurden zwischen 1902 und 1907 in ganz Preußen jährlich bereits 6.200 bis 7.000 Mädchen und Frauen zur Fürsorgeerziehung eingewiesen, waren es 1913 mehr als 10.000. Wobei etwa ein Viertel von diesen 10.000 weiblichen „Fürsorgezöglingen“ Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren waren.
1871 wurden per Reichsstrafgesetzbuch Bordelle verboten und die Hamburger Bordelle per Bundesratsbeschluss offiziell aufgehoben. Die Prostitution fand illegal weiter statt, die Bordelle wurden einfach zu Herbergen deklariert. Die Zahl der sich prostituierenden, eingeschriebenen Frauen nahm jedoch bis zum I. Weltkrieg ab und stieg während und nach dem Krieg wieder an. Die sich prostituierenden Mädchen und Frauen durften sich nur in bestimmten Straßen des Neustädter Gängeviertels, in St. Pauli und um den Hauptbahnhof aufhalten. Die Hälfte von ihnen arbeitete und lebte in den 114 „öffentlichen Häusern“.
Anfang des Jahrhunderts debattierte man(n) in gewohnter Doppelmoral darüber, wie man die rasante Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten verhindern könnte. 1904 wurde seitens des kaiserlichen Gesundheitsamtes eine groß angelegte Kampagne zur Gesundheitsaufklärung gestartet, die sich vor allem an Militärangehörige, Studenten und Kaufleute wandte. Währenddessen (die Sittenpolizei gehörte zur Abteilung Kriminalpolizei) erwog die Hamburger Polizeibehörde, ob es rechtlich möglich sei, geschlechtskranke „Frauenzimmer“ zwangsweise zur Behandlung ins Krankenhaus einzuweisen.
1908 nahm die Zahl der Gelegenheitsprostituierten zu: Fabrikarbeiterinnen, Verkäuferinnen, Maschinenschreiberinnen, Animierkellnerinnen, Barmädchen, Artistinnen, stellungslose Wäscherinnen, Plätterinnen, Tagmädchen und Minderjährige. 1908 wurden 1.508 „heimliche Prostituierte“ zur Polizeibehörde gebracht. Von ihnen waren 28 Prozent geschlechtskrank. Dazu kamen im gleichen Jahr 185 minderjährige Mädchen, die Hälfte von ihnen infiziert.

Veränderte Bedingungen im Magdalenenstift
1908 wurde das bisherige Haus des Magdalenenstifts um - und ausgebaut. Jedes Mädchen sollte ein eigenes Zimmer bewohnen können. Die Schlafkammern, mit Zentralheizung und Belüftungssystem ausgestattet, wurden allerdings nachts und in den Ruhezeiten verschlossen.
Vier Familienzimmer standen zur Verfügung „in denen die Zöglinge unter der Leitung je einer Schwester und Gehilfin in den Abendstunden beschäftigt und unterhalten werden.“
Zwischen 1908 und 1912 gingen 342 Mädchen durch die Anstalt. 1917 lebte die Hälfte dieser entlassenen Mädchen in „geordneten Verhältnissen“ und 22 Prozent waren sogar verheiratet.
1913 wurde ein weiterer Anbau vorgenommen. Die Krankenabteilung wurde auf vier Stationen vergrößert.
1920 kamen fast alle der 111 Mädchen aus Schleswig-Holstein, Kiel und Lübeck.
Das regelmäßig ein Psychiater zu Rate gezogen wurde, ist seit 1921 überliefert. Seit wann eine Heilpädagogin und eine Turnlehrerin stundenweise pro Woche beschäftigt werden, ist nicht genau bekannt, aber für 1926 ist dies belegt.

Die Zusammenarbeit mit dem Pflegeamt hat Folgen
1922 wurde ein Abkommen zwischen dem Vorstand des Magdalenenstiftes und der Polizeibehörde getroffen. Und der Stift passte sich fortgesetzt den Bedürfnissen der Behörde an.
1922 wurde das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz verabschiedet Und erstmalig lässt sich belegen, dass auch Hamburger Behörden Mädchen in den Magdalenenstift einwiesen.
So listete im September 1922 Jugendpflegerin J. Hoedtke 26 Mädchen auf. 16 dieser Mädchen waren, „um 14-17jährige Mädchen, die dem Elternhause entlaufen“ waren.
Die beginnende Zusammenarbeit mit dem Jugendamt veränderte das pädagogische Konzept, wonach die Mädchen zwei Jahre im Stift verbleiben sollten. Die „Heilung körperlicher Leiden“ sollte demnach eine Voraussetzung für die eigentliche Erziehungsarbeit darstellen. Nun bedurfte jedoch der Aufenthalt über den Zeitpunkt der Genesung hinaus einer besonderen Genehmigung. Außerdem sollten die überwiesenen Mädchen als „festgenommene Personen betrachtet werden, falls nicht auf dem Überweisungsschein steht, dass sie freie Kranke sind“. Die Mädchen wurden von einem Polizeibeamten „zugeführt“ und durften nur mit Einwilligung von Wohlfahrtspolizei/Pflegeamt oder seitens der Kripo/Sittenpolizei entlassen werden. Wobei sie wiederum einem Polizeibeamten übergeben wurden. Die ohnehin strengen Besuchsregeln wurden noch einmal verschärft. Ein weiteres Disziplinarmittel „Widerspenstige Kranke werden auf Antrag der Verwaltung [des Magdalenenstifts] abgeholt und dem Krankenhaus Barmbeck überwiesen“.
Das Jugendamt war zuständig für Jugendliche bis zu 17 Jahren.
Das Wohlfahrts- bzw. Pflegeamt nahm sich der 18jährigen und darüber (bis zur Volljährigkeit) an und begann ebenfalls auf das Magdalenenstift zurückzugreifen.
Nach langen Debatten wurde 1922 die „Kasernierung der Prostitution“ durch Bordelle aufgehoben, nicht jedoch die Prostitution an sich. Die erfuhr, bedingt durch die wirtschaftliche Not, eine Ausweitung. Um dem entgegenzuwirken entwickelte der Staat seinerseits fürsorgerische Konzepte. So unterhielt das Pflegeamt seit 1921 in der Martinistraße ein Durchgangsheim für obdachlose und gefährdete Mädchen, dessen Konzept sehr der Arbeitsweise des Magdalenenstifts und dem „Weiblichen Asyl“ ähnelte. Nur dass diese bereits ein halbes Jahrhundert auf diesem Gebiet arbeiteten.

„Psychopathenheim“ und „Mütterheim“
Mitte der zwanziger Jahre hielt der Gedanke in der Sozialarbeit Einzug, dass nicht nur das soziale Umfeld zu einer sittlichen Gefährdung und zu Verwahrlosung beitrugen, sondern dass Gründe in der Persönlichkeit, angeborene psychische „Defekte“ überhaupt Voraussetzung für so eine Entwicklung waren. Diese neue Theorie machte sich auch Pastor Lehfeldt, Vorstandsvorsitzender des Magdalenenstiftes und Pastor, zu Eigen. Sozial Schwache und „Psychopathen“ wurden in einem Atemzug genannt, wobei mit „Psychopathen“ eben auch Schwererziehbare, Lernbehinderte, Verhaltensauffällige usw. gemeint wurden.
1925/1926 wurden zeitweise mehr als zehn „psychopathische“ Mädchen auf einer eigenen Station im Magdalenenstift untergebracht. Ihr Psychiater war Dr. Rautenberg. Dr. Rautenberg war nach 1933 mit seinen Kollegen Kreyenberg und Holm als Gutachter und Beisitzer im so genannten „Erbgesundheitsgericht“ an den Entmündigungen und Zwangssterilisationen von Mädchen und Frauen beteiligt.
Als Pastor Lehfeldt 1926 um eine finanzielle Zuwendung oder zumindest um ein Darlehen ersucht, damit die Stiftung ein Grundstück mit Villa kaufen kann, um ein geplantes „Psychopathenheim“ zu errichten, argumentiert er: „Auf diesem Wege [d.h. durch so ein Heim] könnten manche junge Mädchen davor bewahrt werden, der Prostitution zu verfallen, auch solche, die wegen irgendwelcher geistiger Minderwertigkeit dazu verurteilt sind, als eine Last für Staat und Gesellschaft im Elend zu verkommen, noch zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft herangebildet werden. Welche Summe dadurch dem Staate erspart würden, die, falls die jungen Menschen verwahrlosen, für Unterbringung in Irrenhäusern, Gefängnissen und sonstigen Asylen aufgewandt werden müssten, ist dem Kundigen leicht zu ermessen.“
Der Senat stellte jedoch der Inneren Mission staatliche Mittel für ein Landheim für gefährdete Mädchen zu Verfügung.
Der Staat selbst sah sich nicht in der Lage, die von ihm mittlerweile als notwendig erachteten Einrichtungen im gebotenen Umfang und in gebotener Eile aus eigenen Mitteln zu schaffen. Und so kam der Magdalenenstift dank staatlicher Darlehen auch zu seiner neuen Immobilie: die Kaiser’sche Villa samt Grundstück Hammer Landstraße 207-209 bis Horner Weg 60-70.
1927/1928 wurde in den unteren Villenräumen eine Station für „psychopathische“ Mädchen eingerichtet.
Ein Mütterheim, ganz neu errichtet, nahm im Februar 1928 seinen Betrieb auf. Es bot 24 Einzel- und drei Zweibettzimmer, zwei Operationssäle, ein Untersuchungszimmer, die erforderlichen Wirtschaftsräume sowie einen Andachtsraum mit Kanzel, Altar, Taufstein und Harmonium.
Schwangere Fürsorgezöglinge sollten ihr Kind im Magdalenenenstift zur Welt bringen können: „Als dritte Spezialarbeit hat sich uns durch die Verhältnisse die erzieherische Beeinflussung der ledigen werdenden Mutter aufgedrängt“ formuliert Pastor Lehfeldt in seiner Ansprache zur Weihe des Mütterheims. Der Aufenthalt im Mütterheim soll ungefähr ein halbes Jahr betragen. Nach der „Niederkunft“ soll die Zeit durch den Besuch einer Kochschule genutzt werden. Aufgenommen wurden auch ledige Mütter, die nicht der Fürsorgebehörde unterstanden.
1928 wurde beschlossen, auch die ehemals Kaiser’sche Villa umzubauen, um dort noch einmal 15 Betten zur Verfügung zu haben.
1927 wurde das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten verabschiedet, und damit stieg auch der Bedarf des Wohlfahrtsamtes an Betten in der Krankenabteilung. Das Magdalenenstift wurde zunehmend mit Geschlechtskranken belegt: 1928 = 65 Kranke und 41 „Zöglinge“, 1929 = 66-102 Kranke.
Von den 1927 wegen Geschlechtskrankheiten im Magdalenenstift behandelten 29 Mädchen kamen fünf aus Hamburg, je zwei aus Bergedorf, Schiffbek und Kiel und die restlichen aus Städten zwischen Köln und Leningrad. Sechs der Mädchen waren 16 oder 17 Jahre alt, die Mehrzahl der Mädchen war 18 bis 21 Jahre alt.
1928 ging man davon ab, die Mädchen des Nachts und zu den Ruhezeiten einzuschließen. Eine von der Berufsschulbehörde entsandte Lehrerin erteilte „Fortbildungsunterricht“ und die Mädchen der Krankenabteilung wurden aus pädagogischen Gründen zur Hausarbeit herangezogen. Der Verkauf der Handarbeiten sollte den Mädchen selbst erarbeitetes Geld ermöglichen. Im Mütterheim wurde neben Küchen- und Hausarbeit Säuglingspflege gelernt. Die ledigen Mütter wurden weiterhin im allgemeinen Wissen und in Lebenshaltung und Lebenskunde unterwiesen.
1928 arbeiteten zehn Diakonissen und 13 Erzieherinnen im Magdalenenstift sowie fünf Diakonissen und drei Erzieherinnen im Mütterheim.
1928 wurden 72 Mädchen wegen Geschlechtskrankheiten ins Magdalenenstift eingewiesen: 35 durch die Polizei, 20 durch das Mädchenheim Alstertwiete und die restlichen durch das Jugend- bzw. Gesundheitsamt. Nur ein Mädchen war freiwillig auf der Krankenstation des Magdalenenstifts.
1928 stellten Pastor Lehfeldt und Rechtsanwalt Spiegelberg einen Antrag auf Namensänderung. Sie begründeten diesen vor dem Vorstand mit den Worten: „Seitdem zu Anfang dieses Jahres auch ein Mütterheim zur Aufnahme lediger Mütter eingerichtet ist, entspricht der Name Magdalenenstift in noch geringerem Maße den Zwecken, denen das Haus jetzt dient und ist für manche, die sich in dem Hause aufhalten resp[ektive] deren Angehörigen anstößig, so dass uns eine Änderung des Namens dringend geboten erscheint. Dafür wäre nach unserem Empfinden in Erinnerung an den Stifter die Benennung Abendroth-Haus wohl angebracht …“
Der Antrag auf Namensänderung wurde am 25. Januar 1929 vom Senat genehmigt. Pastor Lehfeldt starb im gleichen Monat.

1929 bis 1947

Das Abendroth-Haus, Das Mütterheim
Anfang 1929 schlug das Jugendamt vor, die Plätze im Mütterheim für Mädchen zwischen 15 und 18 Jahren zu reservieren. Die Mädchen sollten im siebenten Schwangerschaftsmonat eingewiesen werden und sechs Wochen nach der Entbindung im Mütterheim bleiben. Die Kosten übernahm die Wohlfahrtsbehörde, der das Abendroth-Haus Mitteilung zu machen hatte. 1930 wurde allseitig festgestellt, dass es wünschenswert wäre, wenn die jugendlichen Mütter auch anschließend mit ihrem Kind zusammen bleiben könnten. Aus Gründen der Kostentransparenz gingen die Behörden schnell dazu über, bei der Geburt eines Kindes Waisenpflege zu beantragen. Dafür wurde das Kind nun grundsätzlich ein Vierteljahr bei der Mutter im Abendroth-Haus gelassen. Dieses Verfahren entsprach mit dem Absichten bei der Errichtung des Mütterheims, denn junge Mütter sollen befähigt werden, mit ihrem Kind allein zu leben. Ende 1932 baten drei Mütter darum, ihre Kinder im Mütterheim lassen zu dürfen: zwei der Mütter waren im Dienst und ein drittes Kind war als Frühgeburt ohnehin im Hause. Ein Gesuch bezüglich der Einrichtung einer Abteilung für Pflegekinder wurde zwar von der Jugendbehörde abgelehnt, jedoch wurden einige Einzelfälle positiv beschieden.
Von 1930 bis April 1931 lebten insgesamt 149 Zöglinge vor und nach der Entbindung sowie insgesamt 210 ledige Mütter der offenen Fürsorge im Mütterheim. 1930 führte die Statistik 167 und 1931 204 Entbindungen auf.
Ab April 1930 übernahmen Schwestern des Diakonissen- und Krankenhauses Bethesda die Arbeit im Mütterheim, da das Diakonissenhaus Bethlehem wünschte, von der Betreuung des Mütterheims befreit zu werden. Leitende Schwester des Mütterheims wurde Else Simon. Das alte Abendroth-Haus leitete weiter Lina Schröder. 1932 übernahmen jedoch die Diakonissen des Bethesda auch die Krankenhausabteilungen und die pädagogische Arbeit.
Zunehmend und drastisch machte sich jedoch bald die Finanznot des Hamburgischen Staates bemerkbar. Den Verlust an Pflegegeldern machte das Abendroth-Haus dadurch wett, dass es vermehrt private Patientinnen aufnahm. Die neue Mutter-Kind-Abteilung war im März 1934 fertig gestellt. Im August 1934 wurde die Abendroth-Klinik eingeweiht: als Entbindungsheim und Frauenklinik plus chirurgischer Abteilung.

Ausbau der Krankenstationen
Infolge des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten nahm die Arbeit auf den Krankenstationen immer mehr Raum ein, so dass bis 1932 praktisch gar keine reinen Fürsorgezöglinge mehr im Hause waren.
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten erfolgte in Hamburg im März 1933. Pastor Bernhard Heinrich Forck bemühte sich in verschiedenen Verhandlungen um eine Zukunft des Abendroth-Hauses. Und die Stiftung sollte nun als eine Art „Durchgangsheim“ fungieren: als eine Station zwischen dem offenen Heim in der Martinistraße und dem Versorgungsheim Farmsen.

Balanceakt zwischen Amtskirche und NS – Staat
Es wurde versucht, den neuen Machthabern die althergebrachten Erziehungsprinzipien in einem Memorandum mit „zeitgemäßen“ Versatzstücken nationalsozialistischer Terminologie schmackhaft zu machen. Die Angebote, die sie den Heiminsassen machten, Vorträge zur Weckung des Heimatbewusstseins als Aspekt zur nationalen Erziehung, Rundfunkgeräte in allen Zimmern, waren sicherlich im nationalsozialistischen Sinne. Aber durch die Ablehnung besonders angesetzter Unterrichtsstunden zur vertiefenden Behandlung der Angebote spricht wahrhaftig kein Eifer für den Nationalsozialismus.
Pastor Forck ging davon aus, seinen seelsorgerischen Dienst im Zusammenwirken mit einem Arzt und Schwestern, nur mit der Überzeugungskraft der heiligen, dienenden Liebe zu leisten. Ob diese Prinzipien nach 1933/34 noch den Geist des Hauses prägten, ist eine Frage, die nie schlüssig beantwortet werden konnte. Sicher ist, dass Forck um sichtbare Distanz zur NSDAP und ihren Untergliederungen bemüht war. Es wurde darüber Beschwerde geführt, dass von Seiten des Abendroth-Hauses immer nur die Summe von RM 2,-- bis RM 3,-- an den Sammler ausgehändigt wurde. Der Landesbischof hielt diese Summe für zu gering und bat außerdem, die Unstimmigkeiten zwischen der Verwaltung des Abendroth-Hauses und der Kreisleitung Süd-Hamm zu bereinigen.
Während der Landesbischof sich eilfertig zum Werkzeug der Gauleitung machte, trat Forck in Eigeninitiative und selbstständiger Verhandlungsführung für den Bestand des Hauses ein.
Ende 1934 bzw. Anfang 1935 kam es zwischen dem Hamburgischen Staat und dem Abendroth-Haus zu einem Vertragsabschluss der festlegte, dass das Fürsorgewesen das Abendroth-Haus als Durchgangsheim und als Bewahrheim belegte. Die Arbeit des Abendroth-Hauses sollte im engsten Einvernehmen mit der Gesundheits- und Fürsorgebehörde geschehen. Mit diesem Vertrag wurde das Abendroth-Haus in das Hamburger System zur „Behandlung“ von Prostituierten“ und „asozialen Frauen“ integriert, in dem das Pflegeamt seit 1933 als zentrale Schaltstelle fungierte.
Dieses System fußte zunächst auf dem wieder belebten Gedanken der Besserung durch Arbeitszwang, der im 17. Jahrhundert zur Gründung des Werk- und Zuchthauses in Hamburg geführt hatte, im 18. Jahrhundert stark humanisiert worden war und im 19. Jahrhundert die vorherrschende staatliche Antwort auf den Wunsch von Prostituierten, aus ihrem bisherigen Leben „auszusteigen“, war.
Eine Prostituierte konnte sich bei Ergreifen einer Haftstrafe entziehen, wenn sie sich freiwillig unter die Schutzaufsicht des Pflegeamtes stellte und in ein Arbeitshaus einweisen ließ, welches auf dem Gelände des Versorgungsheimes Farmsen eingerichtet wurde.
1935 hieß es in einem Fürsorgebericht, dass die Behandlung der Prostituierten eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt.

Die Insassinnen zur Arbeit erziehen und für das freie Erwerbsleben brauchbar machen
Vor diesem Hintergrund ist der § 4 des Vertrages zwischen dem Abendroth-Haus und der Gesundheits- und Fürsorgebehörde zu sehen, die Insassinnen des Abendroth-Hauses zur Arbeit zu erziehen. In der Praxis vor 1933 ist die Mitarbeit der Mädchen im Hause freiwillig, es lässt sich also für diese Zeit noch keineswegs von Arbeitszwang sprechen.
Dem Pflegeamt war die Arbeitserziehung nicht genug, so dass es im Dezember 1936 zu Verhandlungen kam, um den Wünschen des Fürsorgewesens zu entsprechen. Dem Elan der neuen Pflegeamtsleiterin widersetzte sich Forck mit einigen staunenswerten Fakten. Wenn die Mädchen arbeiten müssten, würde sich ihr Genesungsaufenthalt derart verlängern, was den Forderungen der Behörde widerspräche, die auf eine möglichst schnelle Behandlung der geschlechtskranken Mädchen dringe. Um eine juristisch „verlässliche“ Grundlage für das „Bewahren“, was Einsperren meinte, zu schaffen, es aber kein Bewahrungsgesetz gab, wurde es ersatzweise von Seiten der Wohlfahrtsbehörde mit dem Mittel der Entmündigung konstruiert. Die Hamburger Gerichte bejahten in großer Anzahl eine Geistesschwäche, wenn moralischer Schwachsinn nachgewiesen werden konnte.

Sammelvormundschaft
Der Absicht der Entmündigung folgend, nämlich im großen Stil eine dauerhafte Anstaltsunterbringung zu ermögliche, wurde 1934 eine Sammelvormundschaft eingeführt und für alle Entmündigten ein „Sammelvormund“ bestellt. Logischerweise handelte es sich dabei für die weiblichen Entmündigten um die Leiterin des Pflegeamtes - seit 1936 war das die Juristin (nicht etwa Fürsorgerin) Dr. Käthe Petersen. Sie schrieb 1936 in einem Merkblatt: „Zur Durchführung der Sammelvormundschaft sind in fast jedem Einzelfall Zwangsmaßnahmen, insbesondere zwangsweise Anstaltsunterbringungen erforderlich.“
Um „asoziale Frauen“ unter Verschluss zu bringen, wurde die Sammelvormundschaft eingeführt, die wiederum die Anstaltsunterbringung der entmündigten erforderlich machte. Denn die Entmündigung erforderte ein psychiatrisches Gutachten, das - wie die Oberinspektorin des Pflegeamts Dunkel 1933 feststellte - am günstigsten zu erstellen sei, wenn sich die betreffende Frau in einer Anstalt befand.
Schon im April 1934 waren auf dieser Grundlage 115 Frauen in die Bewahranstalt Farmsen eingeliefert worden von denen etwa ein halbes Jahr später rund die Hälfte an die Bewahrabteilung des Abendroth-Hauses abgegeben wurden. Für das Entmündigungsverfahren wurden die Erziehungsberichte bzw. Beurteilungen aus dem Abendroth-Haus mit herangezogen, die ein Arzt des Fürsorgewesens erstattete.
Von den „freiwilligen Bewahrfällen“ in Hamburg befanden sich ebenfalls ein Viertel im Abendroth-Haus. Die Freiwilligkeit konnte dabei vom Pflegeamt erzwungen werden, indem man Erziehungsberechtigten, die ihre Einwilligung verweigerten, das Sorgerecht entzog und die Jugendlichen unter Sammelpflegschaft stellte.

Einrichtung von Sammelpflegschaften zur Durchführung von Zwangssterilisationen
Es gab noch einen weiteren Bereich, in dem Sammelpflegschaften eingesetzt wurden, nämlich zur Durchführung von Zwangssterilisation aufgrund des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ (14.7.1933).
Hier spielte nicht nur geringe Schulbildung, das Verhalten am Arbeitsplatz und Umgang mit Männern eine Rolle, sondern auch Beurteilungskategorien wie „liederlich, unordentlich, schmutzig, verlogen, diebisch, querulantisch“ usw.
Ob sich die gutachterliche Praxis im Abendroth-Haus von den sonst üblichen unterschied, wird sich erst herausfinden lassen, wenn die betreffenden Akten in vollem Umfang zugänglich sein werden. Dass Mädchen und Frauen aus der Bewahrabteilung des Abendroth-Hauses zwangsweise unfruchtbar gemacht wurden, ist sicher. Wie viele Frauen sich diesem Eingriff unterziehen mussten, ist nicht bekannt. Die Eingriffe wurden nicht in der Krankenabteilung des Abendroth-Hauses vorgenommen, sie wurden zu diesem Zwecke in ein Krankenhaus verlegt.
Wusste der Vorstand des Abendroth-Hauses, worauf er sich bei den Verhandlungen 1934 einließ? In seinem Memorandum vom Sept. 1934 ist jedenfalls nur von „Bewahrung“ die Rede – nicht von Entmündigung, noch von Sterilisation. Dass jugendliche Zwangsbewahrte psychiatrisch begutachtet wurden, um sie bei ihrer Volljährigkeit zu entmündigen, und auch die Anwendung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ war wenigstens der Heimleitung bekannt.

Personalprobleme durch unterdurchschnittliche Bezahlung
Die Arbeitsbelastung war hoch. Die Arbeitszeit betrug 1939/40 120 Std. in 2 Wochen. Die Mitarbeiterinnen waren verpflichtet, an drei Tagen pro Woche Abenddienst zu leisten. Die Entlohnung war unterdurchschnittlich, so dass es 1940 schwierig wurde, neue Kräfte zu gewinnen.
Im April stellte Forck gegenüber Martine (Sozialverwaltung) fest, dass die Vakanzen (Freiwerden einer Stelle) nicht mehr zu verantworten sei. Man sei kurz davor, eine Station zu schließen, was zum finanziellen Kollaps der gesamten Einrichtung führen könnte. Damit sei die Rückzahlung der Kredite an die Kämmerei und an die Hamburger Sparkasse von 1827 nicht mehr gewährleistet.
1943 gab es zwei Einschnitte. Der erste bestand in einem Leitungswechsel. Als Heimleiterin wurde Schwester Maria Genähr eingestellt. In ihr gewann Forck eine überaus engagierte Heimleiterin in einer überaus schwierigen Zeit.
Denn – dies der zweite Einschnitt – bei den schweren Bombenangriffen auf Hamburg im Juli/August 1943 wurden die Häuser Hammer Landstr. 204 zu 90% zerstört.
Das Abendroth-Haus, Durchgangsheim und Bewahrabteilung, zogen im Januar 1944 in zwei Häuser in der Gurlittstr. 22/24, die nur leichte Kriegsschäden aufwiesen. Gleichwohl waren diese Häuser für ihren Zweck ungeeignet. Unübersichtlich, ohne Einzel- und Nebenräume, ohne Gartenland, verkommen, zum Teil baufällig und dazu in einer Gegend Hamburgs, in der es an Schlupfwinkeln bei etwaigen Entweichungen nicht fehlt.
Obendrein gab es zu wenig Raum, um die wachsende Zahl von Mädchen unterzubringen, die es – kriegsbedingt – aufzunehmen galt, so dass die Schlafräume mit Etagenbetten ausgestattet wurden und dann mit 18 Mädchen belegt wurden.
Für die Zeit von 1943 bis 1948 gibt es einen aufschlussreichen Bericht aus dem Abendroth-Haus, der nicht nur über die eingewiesenen Mädchen und Frauen aussagt, sondern auch über die Zusammenarbeit mit den Behörden, die Erziehungsprobleme und den „Geist“ des Hauses.
Der größte Teil der Mädchen war über 18 Jahre alt und kam aus der Bewahranstalt Farmsen, wo sie meist schon mehrere Jahre als „Bewahrfälle“ eingesperrt waren. Zwei Drittel von ihnen waren entmündigt und standen unter der Sammelvormundschaft Käthe Petersen. Sie galten von Seiten der Behörde als letztes Aufgebot, denn sie waren vorher als „nicht einsatzfähig“ eingestuft, wurden nun aber in Kriegszeiten dringend als Arbeitskräfte in „schweren männlichen Berufen“ eingesetzt.
Die Charakterisierung im Bericht des Abendroth-Hauses sprach von einem immer ungünstigeren und verwahrlosteren Eindruck der Mädchen.
In der Rückschau des Jahres 1949 berichtet die Oberin Genähr. Die „Bedingungslosigkeit dieser Jugend“, die „ungescheut“ die Brücke zum Elternhaus abbrach, sei „bedrückend.“ „Die Lebenslust der meisten dieser Insassinnen war erfüllt von der Suche nach dem Mann als Partner, zum Teil im schlimmsten Sinn des Wortes.“ Vereinzelt stellten sich auch lesbische Neigungen heraus, was zur baldigen Entlassung aus dem Heim führte. Der „Gefahr einer Verseuchung (!) mußte so zeitig wie möglich begegnet werden.“
Mit dem nahenden Kriegsende wurde das Abendroth-Haus konfrontiert mit Entwurzelung, Trennung von den Angehörigen, zweifelhafte Gesellschaft und Jugendkriminalität. Durch die beengten Räumlichkeiten zwangen sich große Unzulänglichkeiten in der pädagogischen Arbeit auf. Im Vordergrund stand immer noch, die Mädchen in Arbeitsstellen zu vermitteln, wobei jetzt allerdings mittlerweile Gewerbebetriebe und Gaststätten überwogen.
Von den Turbulenzen, die das Abendroth-Haus während der Nachkriegszeit im Innern wie Äußern erfassten, spiegelt der Bericht wenig. Die Bemühungen, in ein geeigneteres Quartier umzuziehen, scheiterten trotz Unterstützung der Behörden. Die wirtschaftliche Lage der Stiftung war katastrophal, zumal man nun mittelbar nach Kriegsende keinen genauen Überblick über die Finanzlage besaß, da der Wirtschaftsprüfer, der wichtige Unterlagen in Verwahrung hatte, nicht aus dem Krieg heimgekehrt war. Auch kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Pastor Forck und dem Vorstand. Forck hatte offenbar nicht nur das Abendroth-Haus recht autokratisch geführt, sondern obendrein die Verwaltung und Finanzen der beiden Häuser, Bethesda-Krankenhaus und Abendroth-Haus, nicht sorgfältig getrennt.

Beendigung der Ära Forck im gegenseitigen Einvernehmen
Durch Unregelmäßigkeiten und nicht offen gelegten Finanzen und unzulänglich geführte Lohnbücher von Seiten Forcks gab es Auseinandersetzungen, die am
22. März 1947 zu einer Beendigung der Ära Forck im gegenseitigen Einvernehmen führte. Er schied aus dem Vorstand aus, den Vorsitz übernahm nun offiziell Dr. Mau. Im November wurde Pastor Erwin Körper hinzugewählt, der zugleich die Aufgabe des Seelsorgers im Hause übernahm.
Nach dem Ausscheiden Forcks wurde die Arbeit nicht ruhiger. Ein Ausweg, um aus der Enge des Hauses in der Gurlittstraße zu kommen, wäre das Haus in derselben Straße gewesen, wenn es gelungen wäre, gegen die dortigen Bewohner eine Räumungsklage durchzusetzen. Stattdessen erhielt 1948/49 die Senatskanzlei zwei Beschwerdeschriften von den Anwohnern der Gurlittstraße. Der „Abtransport von hochschwangeren Mädchen zur Entbindung“ errege das Aufsehen der Passanten und habe eine „bedenkliche moralische Wirkung auf die spielenden Kinder“, außerdem hätten sie unter dem ohrenbetäubenden Lärm der Mädchen während ihres Aufenthaltes im Hof zu leiden.
Die Behörden standen nicht nur auf Seiten des Abendroth-Hauses, sondern hielten dessen Arbeit für unabdingbar, auch wenn sie sich eine günstigere Unterbringung vorstellen könnte.
Um nach jahrelangen Auseinandersetzungen aus der chaotischen Finanzkrise und den unrühmlichen Bedingungen herauszukommen, schien der Umzug in das
„Mutter-Lange-Haus“ und das „Karl-Ninck-Haus“, die dem Anscharwerk in der Tarpenbekstraße gehörten, ein passabler Ausweg. Am 1. Aug. 1951 zog das Abendroth-Haus mit knapp 60 Zöglingen in die beiden Häuser auf der Anscharhöhe ein.

Veränderungen
Schon vor dem Umzug hatte sich die innere Struktur des Hauses wesentlich verändert. Nach anderthalb Jahrzehnten strikter „Bewahrung“ konzentrierte man sich jetzt auf die pädagogische Arbeit, damit setzte sich das Abendroth-Haus von der Vergangenheit ab. Nach einigen Wochen strikter Trennung von der Außenwelt in der Aufnahmestation im Interesse eines intensiven erzieherischen Prozesses, war danach die Oberstufe zwar immer noch ein „geschlossenes Heim“, bot aber größere Freizügigkeit. Danach im Übergangsheim wurden die Mädchen außerhalb des Hauses in Arbeit vermittelt und genossen je nach persönlicher Entwicklung eine Balance aus Normalität des Alltags und Lenkung durch das Heim. Lohn geht zwar an die Mädchen, um sie beim Arbeitgeber nicht bloßzustellen, wird aber im Heim sofort abgerechnet. Abendurlaub gibt es nur bei Bewährung. Gemeinsame Spaziergänge und Kinobesuche bringen Abwechslung.
Dieses „progressive Erziehungssystem“ scheint in Hamburg einzigartig gewesen zu sein.

Mütterheim
Der Umzug auf die Anscharhöhe bot die Chance, nach langer Zeit wieder ein Mütterheim für ledige Mütter zu eröffnen und damit an die Struktur von 1928 anzuknüpfen. Im Karl-Ninck-Haus wurde Raum geschaffen für etwa 12 Mütter und deren Kinder. Ein Jahr später wurde ein viertes Säuglingszimmer eingerichtet, weil ein Teil der Mütter weiterhin im Wohnheim lebte, um neben der Arbeit in enger Verbindung mit dem Kind zu bleiben.
Die Arbeits- und Lebensbedingungen waren auch in diesem Quartier weit davon entfernt, ideal zu sein.
Die Mädchen wurden in der Hauswirtschaft , in der Nähstube und Wäscherei beschäftigt, wobei die Arbeit in der Näherei monatlich immerhin 200-300 DM einbrachte, d. h. die Beschäftigung erfüllte nicht nur pädagogische, sondern auch wirtschaftliche Zwecke.
Das Mutter-Lange-Haus konnte nicht ausreichend beheizt werden, so dass die Räume im Winter feucht und kühl waren. Als das Anscharwerk aus finanzieller Bedrängnis den Mietvertrag kündigte, um Mieterhöhungen zu erreichen, war klar, dass das Abendroth-Haus auch hier nicht sehr viel länger wird bleiben können.
1953 beschließt der Vorstand, ein Areal in Sasel zu kaufen, um dort ein eigenes Haus zu bauen. Ende Februar 1956 zog das Abendroth-Haus in den Saselbergweg (später Bramkoppelweg) und feierte am 17. April unter der publizistischen Beteiligung der gesamten Hamburger Tagespresse die Einweihung. Die Aufnahmestation befand sich im Dachgeschoss, die Oberstufe, das Übergangsheim und das Mütterheim in der zweiten Etage und im Erdgeschoss. Diese Binnenstruktur gab es bereits 1928, je „schwieriger“ der Zögling, desto höher das Stockwerk.
Zu jeder Station gehörten ein Aufenthaltsraum sowie eigene Badezimmer, Teeküche und Abstellräume. Die Schlafräume umfassten vier Betten, in der Aufnahmestation wurde den Mädchen Einzelzimmer zugewiesen. „Da ist kein Luxus“ äußerte sich Oberin Genähr. „Diese Mädchen waren vorher so gut wie nie allein. Es ist nötig, daß sie zur Ruhe kommen und sich sammeln.“
Trotz aller Veränderungen blieb die Pädagogik den Prinzipien von Disziplin, Ordnung und Sauberkeit verpflichtet. Es galten immer noch strenge Richtlinien für die Außenkontakte. In der Aufnahmestation trugen alle Mädchen noch immer dieselbe „schmucklose Tracht“. Die Post stand unter Zensur der Heimleitung. Der Tagesablauf war genau geregelt. Jeden Tag darf eine Zigarette geraucht werden, sonntags zwei. Die Mädchen wurden als Personen respektiert und nicht mehr als Erziehungsprojekte, sondern als Individuen mit eigenen Bedürfnissen, Problemen, Wünschen und Fragen. An Diskussionsabenden gibt es Meckermöglichkeiten und Aussprachen. Es gab 1967 noch allmorgendlich eine Andacht und Wochenschlussgottesdienste, deren Besuch den Mädchen aber freigestellt war.
Schwerwiegende Vorwürfe wurden 1959 von einigen Müttern über die Säuglingspflege auf der Kinderstation erhoben. Der Vorfall machte deutlich, dass die Station personell stark unterbesetzt war. Die vom Jugendamt geforderte Mindestausstattung wurde 1961 erfüllt. Man tat aus pädagogischen Gründen noch ein Übriges und gab den auswärts arbeitenden Jugendlichen, insbesondere den ledigen Müttern, ein Einzelzimmer im Erdgeschoss.

Finanzielle Schwierigkeiten
Mit dem Haus in Sasel waren die beengten Wohnverhältnisse der Nachkriegszeit behoben. Doch von einem „Wirtschaftswunder“ war man weit entfernt. Tatsächlich war man 1956 einem Konkurs näher als dem Weiterbestehen der Stiftung. Von Seiten der Landeskirche einschließlich der Inneren Mission war man bereit die beantragten Gelder und Beihilfen beschleunigt zur Verfügung zu stellen. Vorübergehend wurde ein Treuhänder zur Klärung der finanziellen Verhältnisse eingesetzt, um eine „Katastrophenentscheidung“ zu verhindern. Die Lage blieb weiter angespannt, spitzte sich anlässlich der Haushaltsberatung im März 1958 noch zu. Es ist dem Bemühen des Vorstandes Erwin Krohn als Verdienst anzurechnen, trotz des vorgelegten Haushaltsplanes, den er als Katastrophe erklärte, diese misslichen Zustände einigermaßen zu regeln.
Dagegen mutet es fast tragisch an, dass Maria Genähr aus Gründen der Gesundheit diese Entwicklung nicht mehr miterlebte. Sie wurde im Juli 1958 65 Jahre alt. Die geplante Abschiedsfeier musste aber krankheitshalber ausfallen. Bei dieser Frau kann man von einer aufopferungsvollen Tätigkeit sprechen, die für das Abendroth-Haus in einer schwierigen Zeit sehr viel getan hat.
Ihre Nachfolgerin wurde Magdalene Lücking, sie blieb nur 3 Jahre. 1961 trat Ingeborg Wirth an ihre Stelle, die mit Zuversicht an ihre neue Aufgabe heranging.
Wohl kaum konnte auch jetzt nicht gesagt werden, dass alles gut ist. In einem Bericht von 1961 wurde der bauliche Zustand des Hauses bemängelt und das schöne Gelände musste leider wegen des geplanten Hochbahnbaues erheblich verkleinert werden. Auch Neuanfänge tragen Zeitbedingtes mit sich, das sich irgendwann als Altlast erweist.

Von Sasel nach Bramfeld
Schritte auf dem Weg zum Jugendhilfe-Zentrum 1961-1996
Bis sich ein traditionell geführtes Mädchenheim zu einem zeitgemäßen Jugendhilfe-Zentrum wandelte, vergingen Jahre. Durch die Veränderungen der Gesellschaft der BRD veränderten sich auch die Vorstellungen der Jugendhilfe. Man verabschiedete sich zusehends vom Gedanken des Bewahrens und der materiellen Versorgung.
1972 befanden sich 3 Gruppen im Haus mit je 14 Mädchen. Einige wurden im Haus beschäftigt, andere gingen nach draußen zur Arbeit. Angeschlossen war eine Säuglings- und Krabbelkinderstation mit 18 Betten.
Die Einweisungsgründe waren meist sittliche Verwahrlosung, Schulschwänzerei, Obdachlosigkeit und Schwangerschaft. Der durchschnittliche Aufenthalt war ½ Jahr im geschlossenen Heim, anschließend Wohnheimunterbringung, auf Wunsch bis zur Volljährigkeit.
Von 1974 an vollzog sich ein großer Strukturwandel. Das Abendroth-Haus bot nun eine offene Unterbringung an. Die Zeit, in der nachts die Türen verriegelt wurden, war vorbei. Die Säuglingsstation wurde aufgelöst. Die Altersgrenze der Aufnahme wurde herabgesetzt jetzt von 14 bis 16 Jahre. Im Haus wurde für sie Nachhilfeunterricht eingerichtet. Die Gruppeneinteilung differenzierte vier Stufen: „Intensivpädagogik“, „Stabilisierungsunterricht“, „Übergangsphase“ und „Ablösephase“.
Diese Umstellung genügte keineswegs. Ende der siebziger Jahre wurde das Haus umgebaut, um 4 separate Etagen für je 12 bis 14 Mädchen zu schaffen. Eine fünfte Gruppe für junge Frauen kam später hinzu, die einer geringen Betreuung bedurften. Die Mädchen hatten je nach Wunsch allein oder zu zweit ein Zimmer. Die Gruppen waren je mit einem großen Wohnzimmer, Küche und Essbereich ausgestattet.
Anstaltskleidung gab es nicht mehr. Die Leitung nahm die neuen methodischen Erfahrungen in Anspruch. Als pädagogische Ziele nannte Ingeborg Wirth: „Achtung der Persönlichkeit und Schaffung eines Vertrauensverhältnisses. Einübung von Übernahme kleinerer Pflichten, regelmäßiger Schulbesuch, soziales Verhalten, realistische Lebensplanung, Kritikfähigkeit.“
Dieser pädagogische Stil wurde in der Zeit von Iris Sadek – Leiterin von 1981 – beibehalten. Sie thematisierte in ihrer Arbeit besonders das Problem des sexuellen Missbrauchs – ein gesellschaftlich bisher völlig tabuisierter Aspekt – und dessen Folgen für die Entwicklung der Jugendlichen. Die Mehrzahl der Betreuten hatte sexuellen Missbrauch erfahren.
Das neue Kinder- und Jugendhilfegesetz verlangte andere Formen. Sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene waren durch den 8. Jugendbericht der Bundesregierung und den Überlegungen zum KJHG Diskussionen entstanden, die weitergingen.
Im Einzelfall fand das Abendroth-Haus unkonventionelle und fortschrittliche Lösungen. Es konnte schon einmal eine Wohnung für eine junge Frau angemietet werden, wenn dies aus pädagogischen Gründen geboten schien.
Was sollte aus dem Heim in Sasel werden? Der Vorstand nahm Abschied von einer langen Geschichte der Heimbetreuung. Darum Verkauf des Heimes, verkleinerte Wohngruppen und Umzug in Wohnungen oder Einzelhäuser in verschiedenen Stadtteilen. Die Mädchen sollten eigenständig leben lernen. Das hieß für die Mitarbeiterinnen Umstellung auf ein neues Betreuungskonzept.
1990 stand das erste Einfamilienhaus zum Einzug bereit für acht Mädchen. Weitere Häuser wurden gekauft. In zwei Häusern konnten wieder junge schwangere und allein erziehende Frauen mit Kleinkindern einziehen.
Die Mädchen, die von den sozialen Diensten, den Jugendämtern und der Unterbringungsberatung der Bezirke vermittelt werden, haben erschütternde Situationen erfahren müssen. Viele von ihnen wurden sexuell missbraucht und sind körperlich misshandelt worden. Einige kommen von überforderten, auch von alkoholabhängigen Eltern oder von Eltern, die sich trennten und neue Beziehungen eingingen. Wie kann ein junges Mädchen damit fertig werden? Es braucht nicht nur Schutz vor Gewalt, es benötigt Hilfe, verständige, parteiliche Zuwendung, um aus den Irritationen, Unsicherheiten, Aggressionen, Verletzungen herauszufinden und langsam fähig zu werden, eigenständig leben zu können.
1993 wurde die Verwaltung nach Bramfeld verlegt. Unter den völlig veränderten Bedingungen der Zusammenarbeit von staatlicher Jugendhilfepolitik und privaten Einrichtungen entwickelte die neue Leitung unter Gabriele Pape (seit 1990) eine Öffentlichkeitsarbeit und die Bereitschaft, sich für die Mädchen und jungen Frauen in Gremien und Verbänden einzusetzen.
Quelle: „Gefährdete Mädchen. 175 Jahre soziale Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen im Abendroth-Haus“, Vorstand Stiftung Abendroth-Haus (Hrsg.), Münster 1997.
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: November 2019) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand November 2019: 1123 Kurzprofile von Frauen und 389 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Ihre Mitarbeit ist gern gesehen

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Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
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Zuletzt eingetragene Namen

Januar 2019: Erika Woisin, Christine Färber, Aracy Moebius de Carvalho, Charlotte Tauterat, Caroline Umlauff, Elvira Unglaube, Schwestern-Verein der Hamburgischen Staatskrankenanstalten, Clara Goldschmidt, Elsa Hopf,
Dora Wenneker-Iven

Februar 2019: Demoiselle Conradi, Christine Reinhard, Erna Martens

März 2019: Klara Laser, Frieda Cordes, Johanne Günther, Eliza Wille

April 2019: Liselotte Strelow, Ruth Held

Mai 2019: Sozialverband VdK, Mädchentreff Schanzenviertel, Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur, Vera Jürs, Johanna Renate Wöhlke

Juni 2019: pro familia, Celly de Rheidt

Juli 2019: Rosa Bartl

September 2019: Mabel Wulff

Oktober 2019: Annelinde Töpel

November 2019: Betty Heine, geb. Goldschmidt

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 422, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

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Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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