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Frauenbios

Elisabeth Rosenkranz

(6.3.1906 Kassel - ermordet 22.4.1945 KZ Neuengamme)
In Opposition zum NS-Regime
Marckmannstraße 121 , 2. Stock (Wohnadresse)
Schwanenwik 29, 4. St. (Wohnadresse)
Armgartstraße 4 (Wohnadresse) Stolperstein
,Dritten Reiches’", so der Hamburger Kunsthistoriker Hermann Hipp. Klopphaus entließ Ladewig wegen dessen "Mischehe" im Juli 1944. Zusätzlich wurde Ladewig nun auch von Behördenseite schikaniert: Obwohl er im Ersten Weltkrieg ein Bein vom Oberschenkel an verloren hatte und ihn Entzündungen und Schmerzen plagten, wurde er als "jüdisch Versippter" zur Zwangsarbeit auf dem Bau dienstverpflichtet. Seine Kinder wurden als "Mischlinge ersten Grades" ebenfalls dazu eingezogen: Annemarie musste Zwangsarbeit auf der Howaldtswerft leisten, Rudolf Karl im Freihafen Trümmer räumen.
Seine Frau Hildegard litt zunehmend unter Ängsten und "Nervenproblemen". Auf Wunsch der Familie kam sie im Sommer 1944 in die Psychiatrische und Nervenklinik (PNK) am Universitätskrankenhaus Eppendorf. Klinikleiter war Professor Hans Bürger-Prinz, der der NS-Gesundheitspolitik zumindest wohlwollend gegenüberstand. Dort starb Hildegard Ladewig am 30. November 1944 unter ungeklärten Umständen. Die Klinik nannte als Grund Suizid.
Im Laufe des Jahres hatte Rudolf Ladewig sen. sein Büro in der Wohnung von Elisabeth Rosenkranz eingerichtet. Sie war seit einiger Zeit bei ihm angestellt, galt als gleichrangige Mitarbeiterin und erhielt ein beachtliches Einkommen von 800 bis 1000 Reichsmark im Monat. Ihrer Mutter in Kassel, deren Pension zerbombt worden war, überwies sie davon seit Oktober 1943 jeden Monat 125 Reichsmark. Elisabeth und Rudolf waren unterdessen ein Paar geworden.
Wie aber kamen Elisabeth Rosenkranz und Rudolf Wilhelm Ladewig als "unbedingt zu beseitigende gefährliche Elemente" auf die Todesliste der Gestapo? Sicher ist, dass beide gegen das NS-Regime eingestellt waren. In Gesprächen mit dem Gestapospitzel Alfons Pannek machten sie kein Hehl aus ihrer Haltung. Getarnt als Antifaschist und Betreiber der Leihbücherei Wendloher Weg 13 in Eppendorf, hatte Pannek Kontakt zu Elisabeth Rosenkranz, der Bücherliebhaberin, aufgenommen. Elisabeth, voller Vertrauen, lieh ihm sogar für einige Tage eine NS-kritische Schrift, die er kopierte, um das Beweisstück seinem Führungsmann in der Gestapo, dem Kriminalsekretär und SS-Sturmbannführer Henry Helms darzubringen. Helms war Leiter des Sachgebiets IVA1 "Kommunismus" (Organisation seit 1944). So wie viele andere in den Kriegsjahren, hörten Elisabeth Rosenkranz und Rudolf Wilhelm Ladewig auch den deutschsprachigen Dienst des BBC. Diese mehr passive Gegnerschaft zum NS-System hätte jedoch wohl kaum ausgereicht, um sie auf die Liquidationsliste zu setzen.
Weiter: Aus den Vernehmungen und Zeugenaussagen in dem Verfahren gegen zwölf ehemalige Hamburger Gestapo-Beamte und deren Mitarbeiter vor dem Hamburger Landgericht/Schwurgericht (1947/49), dem sogenannten Helms-Prozess, geht eindeutig hervor, dass beide zwar gelegentlichen Kontakt zu Personen der Hamburger Widerstandsgruppe KdF ("Kampf dem Faschismus") hatten, aber nicht zu den aktiven Mitgliedern zählten. Von leitenden Personen der Gruppe, die überlebt haben, wie Carl Schultz, wurden sie nur auf Nachfrage und als ganz am Rande stehend erwähnt (Helms-Prozess, Ordner 13, Blatt 10). Es besteht kein Zweifel, dass sie für die KdF-Gruppe von wesentlich geringerer Bedeutung waren als Persönlichkeiten wie Harry Breckenfelder, Erich Mau, Karl Raetsch und einige andere, die zur Leitung der Gruppe gehörten, der Gestapo und vor allem dem V-Mann Alfons Pannek bekannt waren und trotzdem nicht auf die Liste kamen. Pannek wusste über KdF genauestens Bescheid, denn er hatte es bis in deren Führungsebene geschafft. Auf ihn ging der Name KdF zurück, der sich ironisch auf das nationalsozialistische Freizeitprogramm "Kraft durch Freude" mit der selben Abkürzung bezog, er stellte sogar Mitgliedsausweise aus.
Gegen Rudolf Wilhelm Ladewigs Kinder Annemarie und Rudolf Karl lag überhaupt nichts vor. Das bestätigte vor dem Schwurgericht Henry Helms Sekretärin, Ursula Prüssmann. Sie saß mit Helms im selben Raum, erlebte die Verhöre und Misshandlungen mit und schrieb die Protokolle (Helms, Ordner 8, Blatt 120).
Elisabeth Rosenkranz sowie Rudolf Wilhelm, Annemarie und Rudolf Karl Ladewig wurden im März 1945 wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" von Helms und dem Kriminal-Assistenten Ernst Lietzow festgenommen und als sogenannte Schutzhäftlinge in das Polizeigefängnis Fuhlsbüttel eingeliefert.
Warum aber kamen sie alle vier auf die Liquidationsliste? Es kann kaum Zweifel daran bestehen, dass in diesem wie in anderen Fällen die Verhaftung und dann die Ermordung den Weg frei machen sollte für Straftaten von Gestapo-Männern und deren Zuträgern, vor allem zwecks Ausplünderung der Wohnungen von Verhafteten. Darüber hinaus wollten sie Zeugen beseitigen, die nach dem Krieg gefährlich werden konnten. Auf diese Art wurde die Wohnung der Hamburger Widerstandskämpferin Helene Heyckendorf "freigemacht". Panneks Unter-V-Mann Heinrich Lübbers und seine Sekretärin Helene Reimers quartierten sich gleich nach Helene Heyckendorfs Verhaftung ein, dann wurde Stück für Stück ausgeräumt. Die Widerstandskämpferin Erika Etter wurde verhaftet, weil sie durchschaut hatte, dass Lübbers ein Spitzel war. Auch Helene Heyckendorf und Erika Etter gehörten zu den 13 Frauen, die in Neuengamme ermordet wurden.
Alfons Pannek, der angeblich "antifaschistische" Betreiber einer Leihbücherei (die in Wirklichkeit der Gestapo unterstand), hatte es vor allem auf die Bibliothek von Elisabeth Rosenkranz abgesehen, doch war auch der Rest der Wohnungseinrichung nicht zu verachten. Kriminal-Assistent Ernst Lietzow war ohnehin auf der Suche nach einer schönen Wohnung. Die Zuweisung durch das Wohnungsamt war für die Gestapo nie ein Problem. Aber da waren die potentiellen Zeugen: die Geschwister Ladewig. Wahrscheinlich gelangten sie deshalb auf die Liste.
Eine alte Bekannte von Elisabeth Rosenkranz, Liselotte Hinze, die ausgebombt war und die Elisabeth aus Gefälligkeit bei sich aufgenommen hatte, erwärmte sich rasch für die Geheimpolizisten, übernahm kleine Zuträgerdienste für sie wie das Notieren von Telefonanrufen für Elisabeth oder die Namen von Besuchern. Sie durfte nach Elisabeths Verhaftung in der Wohnung bleiben. Für ein paar Wochen, bis die Briten kamen, nisteten sich Lietzow und Freunde von der Gestapo bei ihr ein und genossen das Leben.
Als Elisabeths Schwester Brunhilde Rosenkranz nach dem Krieg zusammen mit Rudolf Ladewigs Schwester Lotte Müller-Spreer die wieder Gestapo-freie Wohnung betraten, waren sie entsetzt. Mehrere Kleider- und Bücherschränke waren leer geräumt, es fehlte der Schmuck, es fehlte eine Reihe anderer wertvoller Gegenstände. Das "Hab und Gut"-Verzeichnis von 1943, das erhalten war, ließ daran keine Zweifel. Verschwunden war auch Bargeld in Höhe von etwa 37.000 Reichsmark. Rudolf Ladewig – so hatte er es seiner Schwester Lotte kurz vor der Verhaftung selbst mitgeteilt – hatte den Betrag gerade als Honorar von der Deutschen Akademie für Wohnungswesen erhalten und in der Wohnung aufbewahrt. Völlig leergeräumt war auch sein Atelier. Von seinen Zeichnungen, seinen Schriften, seinen Notizen war nichts mehr übrig.
Am Freitag, dem 20. April 1945, wurden Elisabeth Rosenkranz und die drei Ladewigs zusammen mit den anderen Frauen und Männern in das Konzentrationslager Neuengamme gebracht. Das wurde gerade evakuiert. Nachdem auch die 4000 dänischen und norwegischen Gefangenen, die dort zusammengezogen worden waren, am 22. April mit den "Weißen Bussen" des Schwedischen Roten Kreuzes das Lager verlassen hatten, war der Zeitpunkt gekommen, das Massaker ohne unliebsame Zeugen durchzuziehen. Die Leitung hatte der Straflagerführer und SS-Obersturmführer Anton Thumann. Abwechselnd beteiligt waren vier Blockführer im Rang von SS-Unterführern mit einem Trupp von jeweils fünf bewaffneten Wachmännern. Mehrere Strafgefange waren zum Erhängen der Opfer befohlen, zum Abnehmen der Toten, dem Abtransport der Leichen zum Lager-Krematorium und zur wiederholten Reinigung der Mord-Stätte.
Etwa von 22 Uhr an wurden in zwei Gruppen zunächst die Frauen im Gang des Arrestbunkers stranguliert. Als nach Mitternacht die ersten 20 bis 25 Männer aus dem Gefangenen-Block 20 herbeigeschafft waren und die Morde weitergehen sollten, wehrten sich die Gefangenen mit Fäusten und Brettern aus zerlegten Zellen-Pritschen, mit einem Messer und mit der Pistole, die sie Thumann aus der Hand schlugen. Ein Schuss verletzte ihn an der Hand. Der völlig unerwartete und die Mörder schockierende Widerstand wurde nach einiger Verwirrung mit Handgranaten und Maschinenpistolen niedergemacht. Dabei wurde eine Frau entdeckt, die sich unter einer Pritsche versteckt hatte und ihrer Ermordung vorübergehend entgangen war. Über ihr Ende widersprechen sich Täter wie Zeugen. Sie sei mit einem Stein erschlagen worden, heißt es; sie sei mit einer Salve aus der Maschinenpistole erschossen worden, sagen andere. Wer diese Frau war, wissen wir nicht. In der folgenden Nacht, der Nacht vom 23. auf den 24. April, ergaben sich die verbliebenen 35 bis 40 Männer ihrem Schicksal. Thumann ließ sich einen nach dem anderen in den Flur vor den Zellen bringen und tötete ihn mit Genickschuss. Das gab er im Neuengamme Hauptprozess vor dem britischen Militärgericht am 9.4.1946 ohne Umschweife zu: "Jawohl, ich habe alle selbst erschossen."
Wir sollten nicht vergessen: Von den 71 Opfern sind uns die Namen von 13 Frauen und 20 Männern bekannt. Sie standen auf der Liquidationsliste der Referate von Henry Helms und Emil Eggers. Doch wer waren die anderen 38 Männer? Es waren, so viel ist sicher, Kriegsgefangene bzw. Zwangsarbeiter, Polen und Angehörige der Sowjetunion. Der Leiter des Referats IVE2 ("Arbeitsvernachlässigung, Betriebssabotage") Kriminalkommissar Albert Schweim hatte sie in einer separaten Liste zur Liquidation bestimmt. Wie sie hießen, warum sie ermordet wurden – wir wissen es nicht. Der Widerstand im Arrestbunker aber, das ist sicher, ist auf sie zurückzuführen.
In den britischen Militärgerichtsverfahren 1946/47 (den sogenannten Curiohaus-Prozessen) ging es ausschließlich um die Ahndung der Verbrechen an Angehörigen der Alliierten, die Verbrechen an Deutschen blieben unbeachtet. Graf Bassewitz-Behr, der die Liquidationslisten angeordnet und jene mit den deutschen Opfern abgezeichnet hatte, wurde mangels Beweises freigesprochen. Er wurde wegen seiner vorangegangenen Tätigkeit in der Ukraine an die Sowjetunion ausgeliefert und starb 1949 in einem ostsibirischen Arbeitslager. Straflagerführer Thumann und andere Täter des KZ Neuengamme wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Im Prozess vor dem Hamburger Landgericht/Schwurgericht (9. Mai 1947 bis 2. Juni 1949) erhielt Alfons Pannek die höchste Strafe von allen Angeklagten: zwölf Jahre Zuchthaus. Sein Führungsmann Henry Helms wurde für seine Verbrechen mit neun Jahren Zuchthaus bestraft. Panneks Urteil wurde aus formalen Gründen nicht rechtskräftig, das Verfahren 1951 eingestellt, er wurde entlassen. Helms kam vorzeitig frei im November 1953. Albert Schweim, der die 38 ausländischen Opfer zum Tode verurteilt hatte, war den Briten entflohen, untergetaucht und lebte unter falschem Namen und unerkannt mit seiner "Verlobten", einer Polin, in Dortmund. Er starb 1975, ohne je vor Gericht gestellt worden zu sein.
Stand: Mai 2016
Text: Johannes Grossmann
Quellen: StaH 213-11 Staatsanwaltschaft Landgericht 2694/56 Strafsachen gegen Henry Helms und Andere, 23 Bände, besonders 1 bis 5, 8, 9, 18, 21, 23 (Urteil); StaH 351-11 Amt für Wiedergutmachung 6443 (E. Rosenkranz), 300493 (R. Ladewig sen.); Hamburger Adressbücher 1929 bis 1965; Freundeskreis der Gedenkstätte Neuengamme e.V. (Hrsg.), Curiohaus-Prozess, verhandelt vor dem britischen Militärgericht in der Zeit vom 18. März bis zum 3. Mai 1946 gegen die Hauptverantwortlichen des KZ Neuengamme, Hamburg 1969, 3 Bde.; Maike Bruchmann, Annemarie Ladewig, Rudolf Karl Ladewig, in: Stolpersteine in Hamburg-Winterhude. Biographische Spurensuche, Hamburg, 2008, S. 133–138; Johannes Grossmann, Die letzten Toten des Konzentrationslagers Neuengamme, in: Hamburger Abendblatt, Magazin, 4.4.2015, online auf: www.abendblatt.de/hamburg/article205239105/Die-letzten-Toten-des-Konzentrationslagers (letzter Zugriff 27.7.2015) und in: Christliche Israelfreunde Norddeutschlands, Marsch des Lebens, http://mdl.cindev.de/die-letzten-toten-des-konzentrationslagers-neuengamme (letzter Zugriff 27.7.2015); Beate Meyer, Eine unheilige Personalunion: Gestapobeamter und Parteigenosse – Henry Helms, in: dies., "Goldfasane" und "Nazissen". Die NSDAP im ehemals "roten" Stadtteil Hamburg-Eimsbüttel, Hamburg, 2002, S. 105ff.; Ursel Hochmuth/ Gertrud Meyer, Streiflichter aus dem Hamburger Widerstand 1933–1945, Berichte und Dokumente, Frankfurt a. M., 1980; Herbert Diercks, Gedenkbuch Kola-Fu. Für die Opfer aus dem Konzentrationslager, Gestapogefängnis und KZ-Außenlager Fuhlsbüttel, Hamburg, 1987; ders., Dokumentation Stadthaus. Die Hamburger Polizei im Nationalsozialismus, hrsg. v. d. KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg, 2012; ders., Dokumentation Stadthaus. Die Hamburger Polizei im Nationalsozialismus, hrsg. v. d. KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg, 2012, S. 36; ders., Der Einsatz von V-Leuten im Sachgebiet "Kommunismus" der Hamburger Gestapo 1943 bis 1945, in: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hrsg.), Beiträge zu Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland, Heft 15, Polizei, Verfolgung und Gesellschaft im Nationalsozialismus, Bremen, 2013, S. 119–135; Karin Schawe, Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Ein Überblick über die Geschichte des Ortes u. die Arbeit der Gedenkstätte, hrsg. v. d. KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg, 2010; Hermann Hipp, Vortrag in der Katholischen Akademie Hamburg, 23. November 2006, Online-Download von: www.hamburg-domplatz.de/site/downloads/1900_32_hipp.pdf (letzter Zugriff 27.7.2015); Universitätskrankenhaus Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie: Geschichte der Klinik, online unter: www.uke.de/kliniken/psychiatrie/index_15716.php (letzter Zugriff 27.7.2015).
 

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Juni 2021) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand Juni 2021: 1241 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Zuletzt eingetragene Namen

Januar 2021: Katherina Hanen, Ingeborg Hecht

Februar 2021: Anita Horz

März 2021: Gertrud Bing, Ilse Hirschbiegel, Hilde David, Aenne Bohne-Lucko, Hildegard Stromberger, Angela Bernhardt, Emilie Rücker, Adele Will, Dora und Claudine Staack, Andrea Karsten,
wesentlich aktualisiert: Zwangsarbeiterinnen für Valvo Radioröhrenfabrik und der Hamburger Batterie-Fabrik Otto Gross, Käthe Strutz

April 2021: Adeline Gräfin von Schimmelmann
wesentliche aktualisiert: Anna Andersch-Marcus; Tatiana Ahlers-Hestermann; Marie Anne Lippert; Marienkrankenhaus; Annemarie Marks-Rocke; Katharina Mayberg; Erna Mayer; Ottilie Metzger-Lattermann; Else Mögelin; Molckenbuhr'sche Stiftung für alte weibliche Dienstboten; Erna Mros; Nanny-Jonas Stift; Martha Naujoks; Anna Maria Pyrker; Charlotte Ida Popert; Adele Reiche; Minna Rist; Martha Rauert; Vierländerin Brunnen; Rosemarie Sacke; Sophie Albrecht, Ida Eberhardt

Mai 2021: Rosa Zinner

Juni 2021: Barbara Ossenkopp

Was erwartet Sie in der Frauenbiografie-Datenbank?

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: 2694 Verkehrsflächen sind nach Männern und Jungen (8) benannt (darin enthalten: Roman-, Märchen- und Sagengestalten (72), frei gewählte männliche Vornamen (12) sowie nach Familien benannte Straßen (176). Letztere wurden zu den Männerstraßennamen zugezählt, weil hier in erster Linie die männlichen Familienangehörigen gemeint sind, die in vielen Fällen mit Namen genannt werden bzw. ihre Berufe aufgezählt werden).
Nur 442 Straßen sind nach Frauen und Mädchen (8) benannt (darin enthalten: Roman,- Märchen- und Sagengestalten (36), frei gewählte weibliche Vornamen (18) sowie nach Frauen und Männern benannte Straßen (46). Bei Letzteren handelt es sich in erster Linie um nachträglich nach Frauen mitbenannte Straßen, die ehemals nur nach den Nachnamen von bedeutenden männlichen Familienangehörigen benannt worden waren) (Stand: Mai 2021).

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

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Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Diverse Frauenbiografien sind von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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