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Endgültige Bilanz des Statistikamtes-Nord für 2020 CO2-Emissionen in Hamburg

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Hamburgs CO2-Emissionen werden mittels der Verursacherbilanz vom Statistikamt Nord erfasst. Die CO2-Einsparungen der Hamburger Klimaschutzmaßnahmen werden mit der Bottom-up-Bilanz durch die Leitstelle Klima erfasst.

CO2-Emissionen in Hamburg

Die CO2-Bilanz wird vom statistischen Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein erstellt. Hamburg verfährt bei der Bilanzierung nach der Methodik des Länder-Arbeitskreises Energiebilanzen.

Wie in den meisten Bundesländern gibt es in Hamburg zu den CO2-Emissionen zwei Bilanzen, eine Quellen- und eine Verursacherbilanz. 

Die Quellenbilanz beschreibt die aus dem Primärenergieverbrauch direkt entstehenden CO2-Emissionen in Hamburg. Sie bildet insbesondere alle großen Industrie- und Energieerzeugungsanlagen ab.

Die Verursacherbilanz bezieht sich auf den Endenergieverbrauch und hat damit einen direkteren Bezug zum Verbrauchsverhalten von Wirtschaft und privaten Haushalten. Sie ist die für den Klimaschutz maßgebliche Bilanz, da sie stärker die Veranlassung - im Sinne der Verursachung - in Hamburg und damit die durch Klimaschutzmaßnahmen in Hamburg beeinflussbaren Faktoren abbildet.


Zeitliche Entwicklung

CO2-Verursacherbilanz 2020 - Statistikamt Nord - Stand: September 2022

CO2-Emissionen Hamburgs von 1990 bis 2020


Im längerfristigen Vergleich sind die Emissionen ebenfalls rückläufig. Seit 1990 sind sie nach der Verursacherbilanz um 34,7 % gesunken. Dafür sind folgende Ursachen erkennbar:

  • Den wichtigsten Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen in Hamburg hat dabei der Strombereich geleistet. Durch die Dekarbonisierung und den Ausbau der erneuerbaren Energien wie auch durch den geringeren Stromverbrauch.
  • Trotz eines Anstiegs der Wohnfläche um knapp 20% sind die CO2-Emissionen im Gebäudebereich zurückgegangen. Zwei Faktoren stehen hinter dieser Entwicklung. Zum einen ging wegen besserer Dämmung der Heizenergieverbrauch zurück. Zum anderen gab es einen starken Umstieg von Öl- auf Gasheizungen.
  • Die Reduzierung des Energieverbrauchs in der Industrie.

Im Jahr 2010 gab es einen deutlichen Anstieg der Emissionen, der zum Teil  auf Nachholeffekte in der Wirtschaft (und insbesondere bei den energieintensiven Unternehmen) nach der Finanzkrise zurückzuführen ist. Im Jahr 2018 gab es technische Anpassungen infolge der Novellierung des Energiestatistikgesetzes.

Der deutliche Anstieg der CO2-Emissionen nach der Quellenbilanz in den Jahren 2014 und 2015 ist auf die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Moorburg im Hamburger Staatsgebiet zurückzuführen. Seit 2021 ist das Kraftwerk Moorburg außer Betrieb.


Die CO2-Emissionen sind nach der vorläufigen Verursacherbilanz von 15.088 Tsd. t in 2019 auf 13.515 Tsd. t in 2020 deutlich zurückgegangen. Dies entspricht einem Rückgang um 10,4% in einem Jahr. Dahinter stehen folgende Entwicklungen, die teilweise auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind:

  • Die CO2-Emissionen aus dem Flugverkehr sind fast um 60% zurückgegangen.
  • Auch beim Straßenverkehr gab es einen deutlichen Rückgang.
  • Weniger Emissionen aus der Stromnutzung wegen eines höheren Anteils erneuerbarer Energien in der deutschen Stromerzeugung.


Struktur der CO2-Emissionen

Die in der Verursacherbilanz für das Jahr 2020 ausgewiesenen CO2-Emissionen von 13.515 Tsd. t. teilen sich auf die Sektoren wie folgt auf:

Verursacherbilanz 2020 - Statistikamt Nord

Hamburger CO2-Emissionen 2020 nach der Verursacherbilanz


Den größten Teil der Hamburger CO2-Emissionen verursacht der Sektor Private Haushalte und Gewerbe, Handel, Dienstleistung. In diesem Sektor sind ungefähr zur Hälfte die Emissionen von Kleinemittenten wie kleinere Gewerbe oder Dienstleistungsunternehmen enthalten. Berücksichtigt man weiterhin den Anteil des Wirtschaftsverkehrs im Sektor Verkehr, so zeigt sich, dass wirtschaftliche Tätigkeit in Hamburg mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen verursacht. 


Fazit

Die CO2-Emissionen sind seit 1990 rückläufig. Mit einer Reduktion der CO2-Emissionen um knapp 35% im Vergleich zu 1990 und jährlich noch Emissionen von über 7 t CO2 pro Kopf ist es für Hamburg noch ein anspruchsvoller Weg bis zur Klimaneutralität. Die Geschwindigkeit der Emissionsminderung muss deutlich zunehmen.

Hamburg unterstützt die europäische Klimaschutzpolitik und die Klimaschutzpolitik des Bundes mit einem ambitionierten Klimaplan. Insgesamt ist in Hamburg inzwischen eine deutliche Entkopplung der CO2-Emissionen vom Wirtschaftswachstum gelungen. Seit 1990 hat sich die Treibhausgasintensität (CO2-Emissionen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt) mehr als halbiert.

 

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