Emissionen in Hamburg Energie-und CO2-Bilanz

Hamburg hat seit dem Jahr 2003 die CO2-Bilanzierung neu organisiert.

Energie-und CO2-Bilanz

Die CO2-Bilanz wird vom statistischen Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein erstellt. Hamburg verfährt bei der Bilanzierung nach der Methodik des Länder-Arbeitskreises Energiebilanzen.

Wie in den meisten Bundesländern gibt es in Hamburg zu den CO2-Emissionen zwei Bilanzen, eine Quellen- und eine Verursacherbilanz. 

Die Quellenbilanz beschreibt die aus dem Primärenergieverbrauch direkt entstehenden CO2-Emissionen in Hamburg. Sie bildet insbesondere alle großen Industrie- und Energieerzeugungsanlagen ab.

Die Verursacherbilanz bezieht sich auf den Endenergieverbrauch und hat damit einen direkteren Bezug zum Verbrauchsverhalten von Wirtschaft und privaten Haushalten. Sie ist die für den Klimaschutz maßgebliche Bilanz, da sie stärker die Veranlassung - im Sinne der Verursachung - und damit die durch Klimaschutzmaßnahmen in Hamburg beeinflussbaren Faktoren abbildet

1. Zeitliche Entwicklung

CO2-Emissionen in Hamburg (1990-2015)

Die CO2-Emissionen sind nach der Verursacherbilanz von 17.263 Tsd. t in 2015 auf 16.844 Tsd. t in 2016 leicht zurückgegangen. Dahinter stehen in erster Linie Veränderungen im Produktionsprogramm der Raffinerien. Ob diese Veränderung von Dauer sein wird, erweist sich erst in den nächsten Jahren. Ansonsten sind die beiden Jahre bei vergleichbaren Witterungsbedingungen relativ ähnlich.

Längerfristig sind die Emissionen rückläufig. Seit 1990 sind sie nach der Verursacherbilanz um 18,6 % gesunken. Dafür sind folgende Ursachen erkennbar:

  • Den wichtigsten Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen in Hamburg hat dabei der Strombereich durch die Dekarbonisierung und  den Ausbau der erneuerbaren Energien, wie auch durch den geringeren Stromverbrauch, geleistet.

  • Trotz eines Anstiegs der Wohnfläche um ca. 17 % sind die CO2-Emissionen im Gebäudebereich zurückgegangen. Zwei Faktoren stehen hinter dieser Entwicklung. Zwei Faktoren stehen hinter dieser Entwicklung. Zum einen ging wegen besserer Dämmung der Heizenergieverbrauch zurück. Zum anderen gab es einen massiven Umstieg von Öl- auf Gasheizungen.

  • Die Industrie hat insgesamt überproportional zur Senkung der CO2-Emissionen beigetragen, neben der Reduzierung des Stromverbrauchs auch durch die Reduzierung der übrigen Energieträger.

Im Jahr 2010 gab es einen deutlichen Anstieg der Emissionen, der ein gutes Stück weit auf Nachholeffekte in der Wirtschaft und insbesondere bei den energieintensiven Unternehmen nach der Finanzkrise zurückzuführen ist.

Der deutliche Anstieg der CO2-Emissionen nach der Quellenbilanz in den Jahren 2014 und 2015 ist auf die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Moorburg im Hamburger Staatsgebiet zurückzuführen, das aufgrund seiner Größe allerdings eine überregionale Bedeutung für die Stromversorgung hat. Die Zunahme um 4 Millionen t zwischen 2013 und 2015 macht deutlich, dass mittelfristig kein Weg an einem Ausstieg der Kohlestromerzeugung vorbeiführt.

2. Struktur der Emissionen

Die in der Verursacherbilanz für das Jahr 2016 ausgewiesenen CO2-Emissionen von 16.844 Tsd. t. teilen sich auf die Sektoren wir folgt auf:

CO2-Bilanz in Hamburg

Den größten Teil der Hamburg CO2-Emissionen verursacht der Sektor - Haushalte und Gewerbe, Handel und Dienstleistung. In diesem Sektor sind ungefähr zur Hälfte Kleinemittenten wie kleinere Gewerbe oder Dienstleistungsunternehmen enthalten. Berücksichtigt man weiterhin den Anteil des Wirtschaftsverkehrs im Sektor Verkehr, so zeigt sich, dass wirtschaftliche Tätigkeiten in Hamburg über die Hälfte der CO2-Emissionen verursacht.

Und das Fazit... ?

Zwar sind die CO2-Emissionen seit 1990 rückläufig. Mit immer noch 9,3 t pro Kopf ist es für Hamburg noch ein längerer Weg bis zu einer nachhaltigen Energienutzung. Hamburg unterstützt die europäische Klimaschutzpolitik und die Klimaschutzpolitik des Bundes mit einem ambitionierten Hamburger Klimaplan. Insgesamt ist in Hamburg inzwischen eine deutliche Entkopplung der CO2-Emissionen vom Wirtschaftswachstum gelungen. Seit 1990 hat sich die Treibhausgasintensität (CO2-Emissionen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt) mehr als halbiert.

Weitere CO2-Bilanzen

Kontakt

Stephan Seiler

Behörde für Umwelt und Energie
Raum: E 136
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg
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