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Bilanz des Statistikamtes-Nord für 2018 CO2-Emissionen in Hamburg

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Hamburgs CO2-Emissionen werden mittels der Verursacherbilanz vom Statistikamt Nord erfasst. Die CO2-Einsparungen der Hamburger Klimaschutzmaßnahmen werden mit der Bottom-up-Bilanz durch die Leitstelle Klima erfasst.

CO2-Emissionen in Hamburg

Die CO2-Bilanz wird vom statistischen Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein erstellt. Hamburg verfährt bei der Bilanzierung nach der Methodik der Länder-Arbeitskreises Energiebilanzen.

Wie in den meisten Bundesländern gibt es in Hamburg zu den CO2-Emissionen zwei Bilanzen, eine Quellen- und eine Verursacherbilanz. 

Die Quellenbilanz beschreibt die aus dem Primärenergieverbrauch direkt entstehenden CO2-Emissionen in Hamburg. Sie bildet insbesondere alle großen Industrie- und Energieerzeugungsanlagen ab.

Die Verursacherbilanz bezieht sich auf den Endenergieverbrauch und hat damit einen direkteren Bezug zum Verbrauchsverhalten von Wirtschaft und privaten Haushalten. Sie ist die für den Klimaschutz maßgebliche Bilanz, da sie stärker die Veranlassung - im Sinne der Verursachung - in Hamburg und damit die durch Klimaschutzmaßnahmen in Hamburg beeinflussbaren Faktoren abbildet. Sie wird zur Definition der Hamburger Klimaziele herangezogen und bildet die Grundlage für die Einsparverpflichtungen der Stadt.

Quellen- und Verursacherbilanz für Hamburg - Statistikamt Nord - Stand: Oktober 2020

CO2-Emissionen in Hamburg (2003-2018)

Die CO2-Emissionen sind nach der Verursacherbilanz von 16.398 Tsd. t in 2017 auf 16.321 Tsd. t in 2018 leicht zurückgegangen. Die CO2-Emissionen aus dem Stromverbrauch sind über alle Sektoren hinweg um mehr als eine halbe Million Tonnen zurückgegangen. Dahinter stehen zum einen Verbrauchsminderungen bei der Industrie und im Sektor Private Haushalte/Gewerbe, Handel, Dienstleistung. Zu einem größeren Teil wurde die Minderung außerdem durch einen verbesserten Stromfaktor und damit durch bundesweit gesunkenen Emissionen verursacht. 

CO2-Verursacherbilanz 2018 - Statistikamt Nord - Stand: Oktober 2020

CO2-Emissionen in Hamburg (1990-2018)


Methodische Änderungen 

Methodische Änderungen haben zu einem Anstieg der ausgewiesenen CO2-Emissionen um mehrere 100.000 Tonnen geführt. Dahinter steht eine Änderung des Energiestatistikgesetzes im Jahr 2017, mit der die Datenqualität verbessert wurde. Gleichzeitig hatte der Länderarbeitskreis Energiebilanzen Änderungen an der Methodik beschlossen, insbesondere eine genauere Berechnung der Wärmeerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung, die in Hamburg ebenfalls zu einer Erhöhung der ausgewiesenen Emissionen geführt hat. In der Summe kommt es in beiden Bilanzen 2018 zu einer Erhöhung der Energieeinsätze in allen Bereichen. Dies führt zu einer eingeschränkten Vergleichbarkeit mit den Vorjahren. 

Struktur der Emissionen

Den größten Teil der Hamburg CO2-Emissionen verursacht der Sektor - Haushalte und Gewerbe, Handel, Dienstleistung. In diesem Sektor sind ungefähr zur Hälfte Kleinemittenten wie kleinere Gewerbe oder Dienstleistungsunternehmen enthalten. Berücksichtigt man weiterhin den Anteil des Wirtschaftsverkehrs im Sektor Verkehr, so zeigt sich, dass wirtschaftliche Tätigkeit in Hamburg über die Hälfte der CO2-Emissionen verursacht.

Seit 1990 sind die CO2-Emissionen nach der Verursacherbilanz um 21,2 % gesunken. Dies liegt vor allem an drei Entwicklungen:

  • Den wichtigsten Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen in Hamburg hat bisher der Strombereich geleistet - durch die Dekarbonisierung und den Ausbau der erneuerbaren Energien, aber auch durch einen geringeren Stromverbrauch.
  • Trotz eines Anstiegs der Wohnfläche um ca. 17 % sind die CO2-Emissionen im Gebäudebereich zurückgegangen. Zwei Faktoren stehen hinter dieser Entwicklung. Zum einen ging wegen besserer Dämmung der Heizenergieverbrauch zurück. Zum anderen gab es einen massiven Umstieg von Öl- auf Gasheizungen.
  • Im Sektor Industrie konnten gute Energieeinsparungen erzielt werden.

Im Jahr 2010 gab es einen deutlichen Anstieg der Emissionen, der ein gutes Stück weit auf Nachholeffekte in der Wirtschaft und insbesondere bei den energieintensiven Unternehmen nach der Finanzkrise zurückzuführen ist.

Der deutliche Anstieg der CO2-Emissionen nach der Quellenbilanz in den Jahren 2014 und 2015 ist auf die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Moorburg im Hamburger Staatsgebiet zurückzuführen, das aufgrund seiner Größe allerdings eine überregionale Bedeutung für die Stromversorgung hat. Die Zunahme um über 4 Millionen Tonnen seit 2013 macht deutlich, dass kein Weg an einem Ausstieg aus der Kohleverstromung vorbei führt.

Entkoppelung der CO2-Emissionen vom Wirtschaftswachstum

Insgesamt ist in Hamburg inzwischen eine deutliche Entkopplung der CO2-Emissionen vom Wirtschaftswachstum gelungen. Seit 1990 hat sich die Treibhausgasintensität (CO2-Emissionen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt) mehr als halbiert.

Treibhausgasintensität - Statistikamt Nord - Stand: Oktober 2020 

CO2-Emissionen in Hamburg (1990-2018)


CO2-Emissionen pro Kopf

Zwar sind die CO2-Emissionen seit 1990 rückläufig. Mit immer noch fast 9 t CO2 pro Kopf - und auch unter Berücksichtigung der beschriebenen methodischen Änderung - ist es für Hamburg noch ein weiter Weg bis zur klimaneutralen Stadt.

Hamburger CO2-Emissionen pro Kopf - Statistikamt Nord - Stand: Oktober 2020

CO2-Emissionen in Hamburg (2003-2018)


Und das Fazit... ?

Hamburg unterstützt die europäische Klimaschutzpolitik und die Klimaschutzpolitik des Bundes mit einem ambitionierten Klimaplan. Insgesamt ist in Hamburg inzwischen eine deutliche Entkopplung der CO2-Emissionen vom Wirtschaftswachstum gelungen. Seit 1990 hat sich die Treibhausgasintensität (CO2-Emissionen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt) mehr als halbiert.


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