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Bilanz des Statistikamtes Nord für 2021 CO2-Emissionen in Hamburg

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Die endgültige Verursacherbilanz des Statistikamt Nord für das Jahr 2021 wurde veröffentlicht: die CO2-Emissionen sind in 2021 gegenüber 2020 um 5,4 Prozent angestiegen. Gegenüber dem Basisjahr 1990 haben sie sich jedoch um 32,6 Prozent reduziert. Zur Erreichung der Klimaziele der Stadt Hamburg von 70 Prozent CO2-Reduktion bis 2030 (gegenüber 1990) besteht somit ein Reduktionsbedarf von weiteren 37,4 Prozent bis 2030.

CO2-Emissionen exklusive internationaler Flugverkehr

CO2-Emissionen in Hamburg

Langfristiger Minderungstrend der CO2-Emissionen Hamburgs

Hamburg verzeichnet einen ähnlichen Wiederanstieg der CO2-Emissionen wie Deutschland. Trotz Wiederanstieg bleibt die Menge an CO2-Emissionen jedoch unter dem Wert von 2019. Damit setzt Hamburg den Minderungstrend der vergangenen Jahre fort, wenn man das durch die Corona-Pandemie stark geprägte Jahr 2020 außen vorlässt. 2021 haben unter anderem die Normalisierung des öffentlichen Lebens sowie ein Wiederanstieg des nationalen Luftverkehrs zu einem Anstieg der CO2-Emissionen geführt.

Bundesstrommix – Einfluss auf CO2-Emissionen in Hamburg

Den mit Abstand größten Einfluss auf die gestiegenen CO2-Emissionen hat die bundesweite Zusammensetzung des Stromangebots. Der Emissionsfaktor ist aufgrund eines gestiegenen Anteils an verstromter Kohle stark gestiegen:

  • 2019: 391 g CO2/kWh
  • 2020: 348 g CO2/kWh
  • 2021: 388 g CO2/kWh

Damit stieg der Emissionsfaktor des Bundesstrommix beinah auf Vor-Pandemie-Niveau. Die Gründe dafür sind:

  • reduzierte Verstromung von Gas (anbahnende Ukrainekrise),
  • reduzierte Erzeugung aus Windenergie (schwaches Windjahr 2021)
  • gestiegene Stromnachfrage

Darüber hinaus führten die vergleichsweise kalten Wintermonate in 2021 zu einem erhöhten Verbrauch fossiler Brennstoffe und damit zu einem Anstieg der CO2-Emissionen.

Die Zunahme der CO2-Emissionen ist zu einem signifikanten Teil auf die beschriebenen Entwicklungen auf internationaler und Bundesebene, nicht aber auf strukturelle Effekte im Wirkungsbereich von Hamburg zurückzuführen. In Summe lässt sich festhalten, dass es insbesondere durch die angestiegenen Emissionswerte des Jahres 2021, künftig besonders notwendig ist, die Anstrengungen im Klimaschutz zu steigern.

CO2-Emissionen in Hamburg nach Sektoren

Die erfassten CO2-Emissionen werden in der Verursacherbilanz den Endenergieverbrauchssektoren (Sektoren) zugeordnet:

  • Privathaushalte (PHH)
  • Gewerbe / Handel / Dienstleistung (GHD)
  • Industrie
  • Verkehr

Die vier Sektoren verursachten in 2021 zwischen 22 und 28 Prozent der Gesamtemissionen.

Verteilung der CO2-Emissionen Hamburgs im Jahr 2021 auf die vier Sektoren in Prozent und Tausend Tonnen

Verursacherbilanz – Hamburger Klimaziele

Die Erfassung und Auswertung der Hamburger CO2-Bilanz erfolgt durch das Statistikamt Nord gemäß der zwischen den Ländern abgestimmten Bilanzierungsmethodik des Länderarbeitskreises Energiebilanzen (LAK). Sie erfasst die aus der energetischen Verwendung von Brenn- und Kraftstoffen resultierenden energiebedingten CO2-Emissionen.

Hamburg orientiert sich bei seinen derzeit geltenden Klimazielen an der Verursacherbilanz. Die Verursacherbilanz stellt die CO2-Emissionen anhand des Endenergieverbrauchs dar und hat somit einen direkten Bezug zum Verbrauchsverhalten. Damit werden die durch die Klimaschutzmaßnahmen in Hamburg beeinflussbaren Faktoren abgebildet.

In die Berechnung der Verursacherbilanz fließen ein:

  • Primärenergieträger (z.B. Kohle und Erdgas)
  • Sekundärenergieträger (z.B. Wärme und Strom)

Der internationale Luftverkehr wird analog dem Verfahren des Bundes und anderer Länder nicht mehr in die Hamburger Bilanzen eingerechnet. Im Sektor Verkehr sind daher in den Berechnungen nur noch die CO2-Emissionen des nationalen Luftverkehrs inbegriffen.

Quellenbilanz – Einfluss der Industrie und Energieerzeugung

Die Quellenbilanz beschreibt die direkt aus dem Primärenergieverbrauch entstehenden CO2-Emissionen und wird besonders durch große Industrie- und Energieerzeugungsanlagen geprägt.

Für Hamburg ist der starke Anstieg der CO2-Emissionen nach der Quellenbilanz für 2014 bis 2019 durch den Betrieb des Kohlekraftwerks in Moorburg zu erklären. Dieses wurde zwar erst 2021 vollständig abgeschaltet, der hauptsächliche Betrieb erzeugte allerdings nur von 2014 bis 2019 in der Quellenbilanz erkennbare Emissionen.

Quellenbilanz Hamburgs (ohne internationalen Luftverkehr)

​​​​​​​Die Bilanzen für das Jahr 2021 sowie für die Vorjahre finden Sie beim Statistikamt Nord. Die vorläufige Bilanz für das Jahr 2022 wird voraussichtlich im Frühjahr 2024 veröffentlicht.

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