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Vorläufige Bilanz des Statistikamtes-Nord für 2019 CO2-Emissionen in Hamburg

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Hamburgs CO2-Emissionen werden mittels der Verursacherbilanz vom Statistikamt Nord erfasst. Die CO2-Einsparungen der Hamburger Klimaschutzmaßnahmen werden mit der Bottom-up-Bilanz durch die Leitstelle Klima erfasst.

CO2-Emissionen in Hamburg

Die CO2-Bilanz wird vom statistischen Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein erstellt. Hamburg verfährt bei der Bilanzierung nach der Methodik des Länder-Arbeitskreises Energiebilanzen.

Wie in den meisten Bundesländern gibt es in Hamburg zu den CO2-Emissionen zwei Bilanzen, eine Quellen- und eine Verursacherbilanz. 

Die Quellenbilanz beschreibt die aus dem Primärenergieverbrauch direkt entstehenden CO2-Emissionen in Hamburg. Sie bildet insbesondere alle großen Industrie- und Energieerzeugungsanlagen ab.

Die Verursacherbilanz bezieht sich auf den Endenergieverbrauch und hat damit einen direkteren Bezug zum Verbrauchsverhalten von Wirtschaft und privaten Haushalten. Sie ist die für den Klimaschutz maßgebliche Bilanz, da sie stärker die Veranlassung - im Sinne der Verursachung - in Hamburg und damit die durch Klimaschutzmaßnahmen in Hamburg beeinflussbaren Faktoren abbildet. Die Verursacherbilanz wird als Basis der Hamburger Klimaziele herangezogen und bildet die Grundlage für die CO2-Einsparverpflichtungen der Stadt. Da die Datengrundlage insbesondere bei den Mineralöldaten noch nicht vollständig ist, handelt es sich für das Jahr 2019 noch um eine vorläufige Bilanz, die im Herbst noch einmal angepasst werden wird.


Zeitliche Entwicklung


Quellen- und Verursacherbilanz - Statistikamt Nord - Stand: Februar 2021

Aufgrund einer Ausweitung von Berichtskreisen und neuen Verbrauchserhebungen durch die Novellierung des Energiestatistikgesetzes sowie weiteren methodischen Änderungen kommt es in der Summe in den Bilanzen 2019 zu einer Erhöhung der Energieeinsätze in allen Bereichen. Diese führt zu einer eingeschränkten Vergleichbarkeit mit den Vorjahren.

CO2-Emissionen in Hamburg (2003-2019)

Die CO2-Emissionen sind nach der Verursacherbilanz von 16.321 Tsd. t in 2018 auf 15.485 Tsd. t in 2019 deutlich zurückgegangen, dahinter stehen zwei Entwicklungen.

Der größte Teil der Minderung geht auf einen Rückgang des Stromfaktors durch Verbesserung des bundesdeutschen Strommixes zurück. Ursächlich dafür wiederum sind der Ausbau der erneuerbaren Energien und eine preisbedingte Substitution von Stromerzeugung aus Kohle durch Stromerzeugung aus Gas.

Ein weiterer Einflussfaktor ist ein Rückgang des Gasverbrauchs bei privaten Haushalten und Gewerbe/Handel/Dienstleistung. Auch längerfristig ist der Gasverbrauch in diesem Sektor rückläufig. Dahinter stehen folgende Trends: 

  • Bessere Energieeffizienz im Gebäudebereich
  • Substitution von Gas durch Fernwärme
  • Bessere Energieeffizienz bei der gewerblichen Nutzung von Gas.

 

CO2-Verursacherbilanz 2019 - Statistikamt Nord - Stand: Februar 2021

CO2-Emissionen in Hamburg (1990-2019)

Die CO2-Emissionen in Hamburg sind rückläufig. Seit 1990 sind sie nach der Verursacherbilanz um 25,2 % gesunken. Dafür sind folgende Ursachen erkennbar:

  • Den wichtigsten Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen in Hamburg hat dabei der Strombereich geleistet durch die zunehmende Dekarbonisierung und den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie auch durch den geringeren Stromverbrauch.
  • Trotz eines Anstiegs der Wohnfläche um ca. 17 % sind die CO2-Emissionen im Gebäudebereich zurückgegangen. Zwei Faktoren stehen hinter dieser Entwicklung. Zum einen ging wegen besserer Dämmung der Heizenergieverbrauch zurück. Zum anderen gab es einen massiven Umstieg von Öl- auf Gasheizungen.
  • Die Reduzierung des Energieverbrauchs in der Industrie.

Im Jahr 2010 gab es einen deutlichen Anstieg der Emissionen, der ein gutes Stück weit auf Nachholeffekte in der Wirtschaft und insbesondere bei den energieintensiven Unternehmen nach der Finanzkrise zurückzuführen ist.

Der deutliche Anstieg der CO2-Emissionen nach der Quellenbilanz in den Jahren 2014 und 2015 ist auf die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Moorburg im Hamburger Staatsgebiet zurückzuführen, das in diesem Jahr im Rahmen des Kohleausstiegs stillgelegt wurde.

Struktur der Emissionen

Die in der Verursacherbilanz für das Jahr 2019 ausgewiesenen CO2-Emissionen von 15.485 Tsd. t. teilen sich auf die Sektoren wie folgt auf:

Verursacherbilanz- Statistikamt Nord - Stand: Februar 2021 

CO2-Emissionen in Hamburg (1990-2019)

Den größten Teil der Hamburger CO2-Emissionen verursacht der Sektor Haushalte und Gewerbe, Handel, Dienstleistung. In diesem Sektor sind ungefähr zur Hälfte Kleinemittenten wie kleinere Gewerbe oder Dienstleistungsunternehmen enthalten. Berücksichtigt man weiterhin den Anteil des Wirtschaftsverkehrs im Sektor Verkehr, so zeigt sich, dass wirtschaftliche Tätigkeit in Hamburg über die Hälfte der CO2-Emissionen verursacht.

Und das Fazit... ?

Zwar sind die CO2-Emissionen seit 1990 rückläufig. Mit immer noch fast 8 t CO2 pro Kopf ist es für Hamburg noch ein längerer Weg bis zu einer nachhaltigen Energienutzung.

Hamburg unterstützt die europäische Klimaschutzpolitik und die Klimaschutzpolitik des Bundes mit einem ambitionierten Klimaplan. Insgesamt ist in Hamburg inzwischen eine deutliche Entkopplung der CO2-Emissionen vom Wirtschaftswachstum gelungen. Seit 1990 hat sich die Treibhausgasintensität (CO2-Emissionen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt) mehr als halbiert.

 

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