Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Corona-Arbeitsmarktprogramm Welche Impulse werden gesetzt?

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Insgesamt 20 Millionen Euro stellt der Hamburger Senat bereit, um mit dem aktuellen Arbeitsmarktprogramm die Corona-bedingten Auswirkungen für Beschäftigte, Menschen ohne Arbeit und Unternehmen abzufedern. Die Schwerpunkte des Programms werden hier erläutert.

Corona-Arbeitsmarktprogramm: Welche Impulse werden gesetzt?

Die Krise als Qualifizierungschance

Tacho und Turm aus Münzen

„Dass die Krise eine Chance sein kann, klingt zunächst nicht besonders ermutigend, wenn man gerade den eigenen Job verloren hat“, so Arbeitssenatorin Dr. Melanie Leonhard. „Aus der schwierigen aktuellen Lage wollen wir dennoch das Beste machen. Deswegen investieren wir in die Hamburgerinnen und Hamburger, die diese Zeit nutzen wollen, um sich für die kommenden Jahre fit zu machen, und gern noch etwas dazulernen wollen. Je besser Menschen qualifiziert sind, desto besser können sie auch in schwierigen Zeiten erfolgreich sein, und desto geringer ist das Risiko, dass sie auf staatliche Leistungen angewiesen sein werden!“

Fünf Schwerpunkte des Arbeitsmarktprogramms 2021/2022

Hamburg ergänzt mit dem Corona-Arbeitsmarktprogramm die arbeitsmarktpolitischen Angebote des Bundes. Alle Maßnahmen wurden im Hamburger Fachkräftenetzwerk abgestimmt. Folgende fünf Schwerpunkte setzt das Arbeitsmarktprogramm für die Jahre 2021 und 2022:

1. Qualifizierung für den Arbeitsmarkt

Menschen ohne Berufsausbildung, die als Un- und Angelernte arbeiten, müssen im Fall einer Krise als erste mit einer Kündigung rechnen. Das zeigen konjunkturelle Entwicklungen des Arbeitsmarktes seit vielen Jahren. Für sie ist es auch schwerer, einen neunen Arbeitsplatz zu finden.

Mehrere Angebote des Arbeitsmarktprogramms zielen darauf ab, Interessierte dieser Gruppe zu Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung zu beraten und Erziehende in passgenaue Weiterbildungsangebote zu vermitteln. Dabei stehen Kurse für die Verbesserung von Deutschkenntnissen und den Erwerb von digitalen Kompetenzen zur Wahl. Die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen mit Berufsbildungsabschluss wird teilweise mit Zuschüssen gefördert.

2. Unterstützung von Unternehmen, Beschäftigten und Soloselbständigen durch Weiterbildung

Das Corona-Arbeitsmarktprogramm setzt auf die berufliche Weiterbildung als Mittel der Fachkräftesicherung. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie ihre Beschäftigten, die von der Pandemie betroffen sind, können sich bei der Agentur für Arbeit zum Thema berufliche Weiterbildung beraten lassen. Soloelbständige, die Arbeitslosengeld II erhalten und sich bis zur Wiederaufnahme der selbständigen Tätigkeit sinnvoll weiterbilden wollen, erhalten hierzu beim Jobcenter Informationen und Beratung.

Für die Finanzierung der infrage kommenden Kurse werden die Mittel aus dem Qualifizierungschancengesetz des Bundes oder der Hamburger Weiterbildungsbonus eingesetzt und durch Gelder des Corona-Arbeitsmarktprogramms ergänzt.

3. Bindung und Erhalt von Fachkräften

Viele qualifizierte Fachkräfte sind durch die Pandemie in Kurzarbeit, stehen vor der Kündigung oder haben diese bereits erhalten. Bei ihrer beruflichen Neuorientierung werden sie durch ein kostenloses Coachingangebot unterstützt.

Das Angebot kann auch von Soloselbständigen, älteren Beschäftigten sowie gut qualifizierten, aktuell nicht berufstätigen Frauen in Anspruch genommen werden.

Beschäftigte mit Zuwanderungsgeschichte können die arbeitsreduzierte Zeit mit bezuschussten weiterführenden Deutschkursen überbrücken.

4. Unterstützung von Ausbildung

Junge Menschen, die ihren Ausbildungsstart in dem Programm „Berufliche Qualifizierung“ des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung begonnen haben oder an einer Einstiegsqualifizierung teilnehmen, sollen bis zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss unterstützt werden. Betriebe erhalten eine Ausbildungsprämie, wenn sie Jugendlichen mit diesem Werdegang spätestens nach einem Jahr in betriebliche Ausbildung übernehmen. Jugendlichen, die keinen Ausbildungsbetrieb gefunden haben, wird eine außerbetriebliche Ausbildung durch qualifizierte Träger ermöglicht.

Jugendbildung Hamburg bietet Auszubildenden aus dem Hotel- und Gaststättenbereich fachpraktische Qualifizierungsmodule an, um im Lockdown verpasstes Praxiswissen nachzuholen.

5. Flankierende Angebote

Damit keinem Unternehmen aufgrund sprachlicher Barrieren Krisenhilfe verwehrt bleibt, stehen gerade Unternehmen, die von Personen mit Migrationshintergrund geführt werden, Beratungsangebote zu Corona-spezifischen Themen zur Verfügung.

In ausgewählten Jobcenter-Standorten erhalten Kundinnen und Kunden durch eine individuelle Beratung zusätzliche Unterstützung bei ihrer Lebensplanung sowie der Bewältigung ihrer alltagspraktischen Probleme. Die unabhängige Sozialberatung wird durch externe Beraterinnen und Berater umgesetzt.

Die Kapazitäten der Schuldnerberatung werden ausgeweitet und dafür weiteres Personal geschult. Zudem können Personen, die keinen Anspruch auf eine Kostenübernahme haben, einen Zuschuss zu den Beratungskosten der Schuldnerberatung erhalten.

Unten finden Sie eine thematisch gegliederte Übersicht der Angebote.

Angebote

Themenübersicht auf hamburg.de

Anzeige
Branchenbuch