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Flüchtlingshilfe versus Corona Corona bleibt eine Herausforderung

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Die Patenschaftsgruppe von "Wir im Quartier" hilft wo sie kann.
Patenschaftliche Unterstützung ist noch immer schwierig. Auch wenn manches wieder möglich ist bleiben Corona und die damit verbundenen Einschränkungen und Risiken eine Herausforderung. 

Der Schriftzug: Refugees mit uns - Wir im Quartier Winterhude

Patenschaften - Wir im Quartier

Zur aktuellen Lage:

Für die Patenschaftsgruppe von "Wir im Quartier" gibt es durch die schrittweisen Lockerungen bisher kaum wesentliche neue Entwicklungen.

Zwar ist für die Paten in einigen Unterkünften der Zugang jetzt wieder möglich, aber an der Situation in Corona-Zeiten hat sich nur wenig geändert: nach wie vor sind die meisten Ämter nur sehr eingeschränkt direkt erreichbar, Homeoffice ist weiterhin an der Tagesordnung und weiterhin liegt ein großer Schwerpunkt der Patenschaften auf der Hilfe bei schulischer und sprachlicher Unterstützung für unsere Mentees und deren Kindern.

Schulbeginn: Auf der Wandtafel werden die Schüler der 1. Klasse begrüßt


In längerfristig angelegten Patenschaften mit Geflüchteten wie in der Patenschaftsgruppe von „Wir im Quartier“ ist die Corona-Pandemie nach wie vor eine Herausforderung.

Das gilt für viele Paten, die bezogen auf ihr Alter als Mitglieder einer Risikogruppe gelten, besonders aber auch für die Mentees, in deren Familien sich die Fragen und Probleme häufen: Behörden und Ämter bleiben geschlossen und sind häufig nur telefonisch oder per Email erreichbar.

Das Wissen um Risiken und Verhaltensweisen im Alltag baut sich erst langsam auf bzw. muss vermittelt werden. Hier ist besonders die Problematik des Schulbesuchs zu erwähnen, denn viele Mentees sind über die gegenwärtige Situation schlecht oder - noch schlimmer, durch die Fakenews in den Social Medias – falsch informiert. Sie schicken ihre Kinder oft nicht mehr in die Schule oder Kita und hier den richtigen Weg zwischen ihren Ängsten und den Anforderungen an die gesetzliche Schulpflicht zu finden ist oft sehr schwierig.

Auch Arbeit in den Unterkünften gestaltet sich komplizierter, da die Mentoren ihre Mentees nicht mehr direkt besuchen können, was sich erst jetzt hoffentlich allmählich ändern wird. Wir halten telefonisch Kontakt, manchmal auch Face-to-Face über Fenster und Balkons oder mit Abstand im Freien, wie beispielsweise bei Begleitungen zu Einschulungen.

Auch die Leitungen in den Unterkünften sind einem enormen Stress ausgeliefert, weil oft die telefonische Kommunikation mit Behörden nicht klappt. So führte beispielsweise der Übergang einer geflüchteten Familie vom Sozialamt zum Jobcenter dazu, dass es keine zuständige Krankenkasse gab und wichtige Medikamente ausblieben. Aber die Betreuung in den Unterkünften verdient unsererseits großen Respekt, die Kommunikation läuft auch unter diesen für alle erschwerten Bedingungen gut.

Junge grübelt über Aufgabe in Schule

Was aus mehreren Gründen in unserer Initiative nicht funktionierte, war unser Versuch, niedrigschwellige „Corona-Brieffreundschaften“ vorwiegend für Kinder einzurichten. Zwar fanden sich viele „Mentoren“, die spontan dazu bereit waren. Der Bedarf der Mentees und Kinder aber war zielgerichtet auf Unterstützung bei Schulaufgaben und Homeschooling ausgerichtet. Und weil oft das elterliche Handy der einzige Kontakt zur Außenwelt war, wurde es oft schwierig.

„Bleib zu Hause“. Es mag sich jeder vorstellen, was das für eine fünfköpfige Familie in zwei kleinen Zimmern in einer Wohnunterkunft bedeutet!  

Es gibt aber auch ermutigende Beispiele: Eine Mutter, die sich seit Anfang diesen Jahres auf den nachzuholenden Hauptschulabschluss vorbereitet, muss sich nun vorrangig um die Betreuung von zwei Kleinkindern kümmern, da die Kita bis auf die Notbetreuung geschlossen wurde und der Vater im Schichtdienst arbeitet. Der tägliche Präsenzunterricht wurde ausgesetzt und Material per Post nach Hause geschickt. Hilfestellung gab es punktuell nur per Handy. Seit einigen Tagen ist es nun möglich, über einen gespendeten Laptop Lernmaterial per Email zuzureichen und auch an Videogesprächen mit der Lehrerin teilzunehmen. Auch die Kita hat sich auf diese besonderen Herausforderungen eingelassen und ein Betreuungsangebot für die Kinder gemacht. Jetzt kann Unterrichtsstoff nachgeholt werden. Da bleibt nur, für die Prüfung im Herbst die Daumen drücken!

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