Maßnahmen des Senats Warum ?

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Die strengen Corona-Maßnahmen wirken: Die Infektionszahlen sind auf ein vertretbares Maß gesunken. Schritt für Schritt kehrt Hamburg in ein weitgehend normales Leben zurück. Doch das Corona-Virus ist nicht verschwunden. Ohne Schutzmaßnahmen kann die Zahl der Ansteckungen jederzeit wieder in die Höhe gehen. 

Ein Bild mit einer Person, einem Fragenzeichen und der Frage Warum?

Corona: Gründe für die Maßnahmen in Hamburg

In diesem Beitrag erläutern wir,

  • warum die Lockerungen nur Schritt für Schritt erfolgen können;
  • warum manche Bereiche mit Lockerungen noch warten müssen;
  • warum Maßnahmen zum Gesundheitsschutz weiter nötig sind;
  • warum Wirtschaft und öffentliches Leben wieder hochfahren sollen; 
  • warum Grundrechte und Infektionsschutz zusammengehören
  • und warum die strikten Einschränkungen nötig waren.

Warum die Lockerungen nur Schritt für Schritt erfolgen können

Weil sich alle gut an die Regeln gehalten haben, liegen die Neuinfektionen inzwischen bei einem vertretbaren Maß. Das Corona-Virus ist nicht verschwunden, aber die Ansteckungszahlen bewegen sich in einem stabilen Rahmen. Solange dies so bleibt, können viele Maßnahmen gelockert werden. 

Dies muss aber Schritt für Schritt geschehen. Denn wie die Zahlen sich nach den Lockerungen entwickeln, zeigt sich erst mit der Zeit. Das liegt daran, dass es bis zu 14 Tage dauern kann, bis Infizierte Symptome zeigen. Menschen können ansteckend sein, ohne dass sie es wissen. Man muss also etwa zwei Wochen abwarten, bis man weiß, ob eine Lockerung das Infektionsrisiko erhöht hat oder nicht. 

Die erhobenen Zahlen unterliegen auch gewissen Schwankungen. Es kam schon vor, dass es an einem Tag überhaupt keine Neuinfektionen gab, während an einem anderen Tagen zum Beispiel zehn neue Infektionen gemeldet wurden. Auch der R-Faktor, der aussagt, wie viele Personen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, kann bis zu einem gewissen Grad hin- und herpendeln. 
Entscheidend für die Bewertung ist der Verlauf der Zahlen in einer gewissen Zeitspanne und nicht eine einzelne Erhebung. Deshalb muss man nach Lockerungen etwa zwei Wochen warten, bis man sicher sein kann, dass das Infektionsgeschehen stabil geblieben ist und die nächste Lockerung erfolgen kann. 

Warum nicht alle Bereiche gleichermaßen gelockert werden können

Hinzu kommt, dass das Risiko in den verschiedenen Bereichen des Lebens unterschiedlich hoch ist. Besonders gefährlich ist es, wenn viele Menschen in geschlossenen Räumen eng beieinander sind.  Das liegt an der Art und Weise, wie das Virus übertragen wird.

Die meisten Menschen stecken sich über das Einatmen an: Jeder gibt beim Ausatmen, Sprechen, Niesen oder Husten kleinste Tröpfchen in die Luft ab, die andere einatmen. Ist ein Tröpfen infiziert und gelangt auf die Schleimhäute von Nase, Mund und Auge, steckt man sich an. Die Ansteckung erfolgt auch über sogenannte Aerosole: Das sind kleinste Schwebeteilchen, die beim Sprechen, Atmen oder Singen in die Luft treten und sich in geschlossenen Räumen lange halten können. 
Die Gefahr, sich über das Anfassen infizierter Gegenstände anzustecken, ist dagegen eher gering - die sogenannte Schmierinfektion macht nur etwa zehn Prozent der Ansteckungen aus.

Große Ansammlungen in geschlossenen, schlecht gelüfteten Räumen stellen ein besonders hohes Risiko dar. Deshalb können große Veranstaltungen wie Theater, Konzerte, Sportevents, aber auch größere private Feiern oder Clubnächte noch nicht wieder stattfinden. Auch Schulen, Kitas oder Universitäten werden nur unter Auflagen wieder geöffnet.  

Warum Maßnahmen zum Infektionsschutz weiter nötig sind

Weil die Maßnahmen gewirkt haben, ist das Infektionsgeschehen insgesamt gesunken. Erkrankt doch einmal jemand am Corona-Virus, ist es möglich, die Ansteckungswege nachzuverfolgen. Die Menschen, die mit dem Infizierten Kontakt hatten, können durch Quarantäne davor zu bewahrt werden, ihrerseits andere anzustecken. 

Es ist jetzt ganz entscheidend, dass wir das Ansteckungsrisiko weiterhin gering halten, indem wir beim Einkaufen, im Öffentlichen Nahverkehr, im Beruf und in der Schule genauso wie im Privaten Abstand halten und Kontakte reduzieren.

Das ist nicht immer einfach. Hamburg ist ein Ballungsraum. Je mehr Geschäfte, Schulen und Einrichtungen öffnen, desto mehr Bewegung gibt es in der Stadt und desto schwieriger kann es werden, in jedem Fall den Sicherheitsabstand von 1,50 Meter einzuhalten. 

Das allgemeine Tragen einer einfachen Mund- und Nasenbedeckung kann das Risiko einer Ansteckung senken und ist beim Einkaufen, im Öffentlichen Nahverkehr und auf vielen genehmigungspflichtigen Versammlungen vorgeschrieben.

Warum es wichtig ist, Wirtschaft und das öffentliche Leben wieder hochzufahren

Anders als in anderen europäischen Ländern, hat es in Deutschland keine Ausgangssperren und keinen vollständigen Lockdown gegeben. Trotzdem waren die Maßnahmen sehr einschneidend für die Wirtschaft wie für den Einzelnen und haben teilweise viele langfristige Folgen.

Die zum Schutz der Menschen nötigen Einschränkungen stellen eine große Belastung dar. Eltern müssen ihre Kinder teilweise selbst betreuen, beim Fern-Unterricht unterstützen und gleichzeitig arbeiten. 

Unternehmen können ihre Waren oder Dienstleistungen nicht wie gewohnt absetzen und geraten in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Beschäftigte können arbeitslos werden oder müssen Kurzarbeit in Kauf nehmen.  

Restaurants, Gastgewerbe, Friseure und viele andere Betriebe, die direkten Kontakt mit Kunden haben, mussten zeitweise schließen. Viele können auch nach den Lockerungen wegen der Abstandsregeln nicht mehr so viele Kunden oder Gäste haben wie früher – das geht teilweise mit hohen Umsatzverlusten einher.

Hamburg und die Bundesregierung bieten für die Folgen der Maßnahmen weitreichende Unterstützung an. Die fehlenden Einnahmen können aber nur zeitlich begrenzt aufgefangen werden. Je länger die Einschränkungen nötig sind, desto höher ist das Risiko, dass Betriebe und Unternehmen insolvent werden und Arbeitsplätze verloren gehen. 

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie dürfen die Bürgerrechte, den Alltag der Menschen und die wirtschaftlichen Grundlagen unserer Stadt nicht mehr einschränken als unbedingt nötig. Deshalb wurden die Maßnahmen gelockert, sobald dies gesundheitlich vertretbar war.

Warum Grundrechte und Infektionsschutz zusammengehören 

Hamburg ist eine weltoffene Stadt mit einer langen demokratischen Tradition. Dass die Bürgerinnen und Bürger ihre Grundrechte nicht nur passiv „besitzen“, sondern frei und aktiv ausüben, gehört zu unserem Selbstverständnis als Freie und Hansestadt. 

Die Grundrechte bilden die Basis unserer Demokratie, für die wir in Hamburg aus voller Überzeugung einstehen. 

Deshalb ist es wichtig, dass wir Wege finden, wie zum Beispiel das Recht auf Versammlungen im Einklang mit dem Infektionsschutz ausgeübt werden kann. 

Bei Versammlungen ist es oft schwierig, den Mindestabstand zu wahren. Wenn dann noch besonders viele Menschen zusammenkommen, kann das Ansteckungsrisiko sprunghaft nach oben gehen. 

Deshalb ist es wichtig, Kundgebungen, Demonstrationszüge und andere Versammlungen so durchzuführen, dass die Wahrung eines Abstands von 1,50 Meter möglich ist. Dafür kann man die Zahl der Teilnehmenden einschränken oder die Menschen auf einen größeren Raum verteilen. Außerdem senkt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Ansteckungsrisiko. 

Damit die Ansteckungen nicht wieder ansteigen, sind Versammlungen zurzeit nur mit Auflagen zum Infektionsschutz möglich. Die Polizei kontrolliert, ob die Auflagen eingehalten werden.
Die derzeitigen Einschränkungen der Grundrechte dienen dem Schutz von Gesundheit und Leben und sind zeitlich begrenzt. Nur deshalb sind sie zulässig und erträglich. 

Warum die weitreichenden Einschränkungen im März und April nötig waren

Für die meisten Menschen ist eine Infektion mit dem Coronavirus nicht gefährlich, sie spüren nur wenige Symptome, die denen einer Erkältung ähneln. Aber das gilt nicht für alle. Manche erkranken schwer und müssen im Krankenhaus behandelt werden, damit sie nicht sterben. Besonders gefährdet sind Ältere und Menschen mit einer Vorerkrankung, es kann aber auch Jüngere treffen.

Damit alle Menschen, die einen schweren Verlauf der Erkrankung haben, wieder gesund werden können, muss es in den Krankenhäusern ausreichend Behandlungsmöglichkeiten geben: geschultes Personal, Schutzausrüstung, Intensivplätze und Beatmungsgeräte. 

Unser Gesundheitswesen in Hamburg ist gut ausgestattet. Doch das Coronavirus ist sehr ansteckend, und kann sich schnell ausbreiten. Denn auch wer sich gesund fühlt, kann infiziert und damit ansteckend sein. Wenn die Zahl der Erkrankten in kurzer Zeit so stark steigt, dass die Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichen, drohen viele Menschen zu sterben.

Deshalb hat Hamburg die vergangenen Monate genutzt, um die Kapazitäten zur Behandlung von Corona-Erkrankten auszubauen und die Geschwindigkeit der Ausbreitung zu verlangsamen. 

Wie die Maßnahmen zum Infektionsschutz wirken 

Das wirksamste Mittel gegen eine Übertragung des Coronavirus besteht in einer guten Hygiene, einer Einschränkung der Kontakte, dem Einhalten eines Mindestabstands und dem Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Die Regeln, die Hamburg entsprechend erlassen hat, wurden von den Hamburgerinnen und Hamburgern in den vergangenen Wochen insgesamt gut befolgt. Dadurch hat sich die Ausbreitung des Virus stark verlangsamt. Kommt es doch einmal zu einer Infektion, ist es möglich, die Kontakte des Infizierten nachzuverfolgen und eine weitere Ausbreitung durch Quarantäne sofort einzudämmen.

Das ist wichtig, damit es nicht zu einem exponentiellen Wachstum der Infektionszahlen kommt, bei der die Zahl der Erkrankten sprunghaft immer weiter in Höhe geht. Arztpraxen und Krankenhäuser müssen in der Lage bleiben, alle Erkrankten zu behandeln. 

Bei der Beurteilung des Risikos spielen die Zahl der täglichen Neuinfektionen, die Zahl der positiv getesteten Personen und der sogenannte R-Faktor eine Rolle. Ein R-Faktor von 1 etwa bedeutet, dass  jeder Infizierte nicht mehr als einen einzigen anderen Menschen ansteckt. 

In Hamburg haben die seit Ende April beschlossenen Lockerungen trotz geringer Schwankungen der Zahlen bisher nicht zu einem Anstieg des Infektionsrisikos geführt. Deshalb können immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft geöffnet werden.

Warum wir weiter auf die Kontakt- und Abstandsregeln achten müssen 

Es ist uns in Hamburg gelungen, den unkontrollierten Anstieg der Infektionen einzudämmen. Solange es keine wirksamen Medikamente und keinen Impfstoff gegen eine Corona-Erkrankung gibt, ist die Pandemie aber nicht beendet. Sie kann sich jederzeit wieder ausbreiten. 
Damit die Menschen wieder mehr Freiheiten haben können und dabei die bisherigen Erfolge nicht verlorengehen, müssen alle weiterhin die Regeln des Infektionsschutzes beachten:  

  • Wer sich an öffentlichen Orten aufhält, muss zu anderen einen Mindestabstand von 1,5 Meter einhalten. 
  • Grundlegende Kontaktbeschränkungen gelten weiter: Das Beisammensein ist nur mit Personen aus dem eigenen Haushalt und den Personen eines einzigen anderen Haushalts gestattet. Bei den Treffen dürfen nicht mehr als zehn Menschen aus diesen Haushalten zusammenkommen. 
  • Achten Sie auf Hygiene: häufiges Händewaschen sowie Niesen und Husten nur in die Armbeuge. Ein benutztes Taschentuch sollte sofort entsorgt werden.
  • Im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen in Läden oder auf dem Wochenmarkt ist das Tragen einer Mund-und-Nasen-Bedeckung Pflicht. 

Danke, dass Sie weiterhin Abstand halten und ihre Kontakte reduzieren! Danke, dass Sie eine Mund- und Nasenbedeckung tragen und Rücksicht nehmen!

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