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Coronavirus Anforderungen an Schutzkonzepte

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Anforderungen an Schutzkonzepte

Was muss grundsätzlich beachtet werden?

Die in Corona Zeiten zu beachtenden Hygienevorschriften und Schutzkonzepte aus der aktuellen Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in der Freien und Hansestadt Hamburg (HmbSARS-​CoV-​2-EindämmungsVO) wirken in der Regel in zwei Richtungen:

  1. im Verhältnis Einrichtung/Angebot – Kunde/Nutzer (Bevölkerungs-/Infektionsschutz)
  2. im Verhältnis Arbeitgeber – Arbeitnehmer (Arbeitsschutz)

Beide Aspekte sollten vom Schutzkonzept integriert durchdacht bzw. berücksichtigt werden. Die aktuelle Hamburgische SARS-​CoV-​2-Eindämmungsverordnung konkretisiert spezielle Anforderungen an ein solches Schutzkonzept bereits für einzelne Wirkungsbereiche. Neben den in der Verordnung klar genannten Aspekten, sollte dem Arbeitsschutz in den Hygienekonzepten ein Kapitel gewidmet werden. Folgende Aspekte, die im Papier "SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales weiter ausgeführt sind, sind dazu mindestens zu betrachten: 

  • Der Abstand von mindestens 1,5 m zwischen Personen muss in jeder Situation eingehalten werden, z. B. durch eine geregelte Wegeführung sowie eine verminderte Raumbelegung und Bestuhlung. Wo das nicht möglich ist, müssen Abtrennungen verwendet oder von beiden Personen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Damit sich die Beschäftigten möglichst wenig begegnen, bieten sich neben Homeoffice z.B. versetzte Pausenzeiten und versetzte Arbeitszeiten an. 
  • Umfassende Information und Unterweisung der Beschäftigten über die aktuellen Hygienevorgaben.  
  • Umsetzung guter Händehygiene sowie der Husten- und Nieshygiene im Betrieb und Vermeiden körperlicher Kontakte wie Händeschütteln. Hierzu gehört, ausreichend Seife und Handtuchspender zur Verfügung zu stellen. 
  • Sicherstellen, dass Beschäftigte mit Anzeichen für akute Atemwegserkrankungen nicht zu Arbeit kommen. 
  • Ausreichende Reinigung und Hygiene im Betrieb. Hierbei sind insbesondere Sanitäreinrichtungen und Gemeinschaftsräume, insbesondere die mehrfach tägliche Reinigung von mit Händen berührte Flächen wie Türklinken u. ä. zu berücksichtigen. (Hinweis: Dafür reichen im Allgemeinen - solange kein Erkrankungsfall bekannt ist - die üblichen Reinigungsmittel, denn Coronaviren reagieren als behüllte Viren empfindlich auf fettlösende Substanzen.) 
  • Ausreichende Belüftung der Arbeitsräume (möglichst alle ein bis zwei Stunden intensiv stoßlüften, d. h. wenn möglich quer lüften mit geöffneten, nicht nur gekippten Fenstern)
  • Da nach derzeitigem Wissen die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von SARS-CoV-2 über Lüftungsanlagen (Raumlufttechnische Anlagen, RLTA) als sehr gering eingeschätzt wird, sollen vorhandene RLTA nicht abgeschaltet werden. Um einen erhöhten Luftwechsel zu erreichen, sollten die entsprechenden Volumenströme nach Möglichkeit angepasst und bei RLTA mit Außenluftanteil das Außenluftvolumen gesteigert werden. Wartung und Instandhaltung sind regelmäßig gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik durchzuführen.

Im Rahmen der Arbeitgeberfürsorge sind die Belange der Beschäftigten, die aufgrund Ihres Alters oder der Vorerkrankungen zu Risikopersonen gehören, zusätzlich zu betrachten. Hierbei sind die Verhältnisse vor Ort entscheidend. Individuelle Risiken einzelner Beschäftigten sind gesondert zu betrachten und bedürfen der ärztlichen Abklärung.

Sobald der zuständige Unfallversicherungsträger (UVT) eine branchenspezifische Hilfestellung erarbeitet hat, ist auch diese heranzuziehen (Infoseite der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung).

Wer berät mich? An wen kann ich mich wenden? Muss ich mein Schutzkonzept einreichen?

Die Verantwortung zur Erstellung der Hygiene- /Schutzkonzepte und Umsetzung des Arbeitsschutzes liegt jeweils beim einzelnen Betrieb/ Unternehmen/ Dienstleister/ Geschäft/ Einrichtung/ Verein/ Gemeinde/ Gastwirt etc. Diese sind bei Rückfragen und Beratungsbedarfen gebeten, sich branchenspezifisch mit Ihren Verbänden bzw. Interessensvertretungen zu den Anforderungen an Hygiene- und Schutzkonzepte auszutauschen. Es wird dazu geraten, möglichst branchenweite Konzepte aufzustellen bzw. sich an den branchenweit aufgestellten Konzepten zu orientieren.

Es ist laut der HmbSARS-CoV-2-EindämmungsVO nicht notwendig, das Schutzkonzept durch die zuständige Behörden freigeben oder proaktiv prüfen zu lassen. Das Schutzkonzept ist auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen und die zuständige Behörde kann weitergehende Anordnungen zum Infektionsschutz treffen.  

Zur Beratung der Verbände und branchenspezifischen Interessensvertretungen stehen die jeweiligen Fachbehörden als Ansprechpartner zur Verfügung, sofern branchenweite Hygiene-/ Schutzkonzepte vorgelegt werden. Konzepte von Einzelunternehmen ohne vorherige Verbandsabstimmung bzw. Beratung durch die jeweilige Interessensvertretung können leider nicht berücksichtigt werden.

Beratung von Pflegeeinrichtungen, -diensten und Krankenhäusern werden durch das Institut für Hygiene und Umwelt vorgenommen.

Zu konkreten Fragen zum Arbeitsschutz wenden Sie sich bitte an folgende E-Mail-Adresse: arbeitnehmerschutz@bgv.hamburg.de.

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