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Preis für Städtebau, Architektur und Landschaftsplanung Fritz-Schumacher-Preis 2016

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Die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Dr. Dorothee Stapelfeldt, hat heute gemeinsam mit Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter dem Architekten Prof. Bernhard Winking den Fritz-Schumacher-Preis des Hamburger Senats überreicht. Die Auszeichnung wird alle drei Jahre vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg an Architekten und Stadtplaner vergeben und erinnert an die überragende Bedeutung des ehemaligen Oberbaudirektors Fritz Schumacher (1869-1947) für Hamburgs Baukultur und Stadtentwicklung.

Fritz-Schumacher-Preis

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Der Name Fritz Schumacher ist in Hamburg untrennbar mit den geradezu identitätsstiftenden Backsteinbauten rings um Elbe und Alster verbunden. Prof. Bernhard Winking hat die Tradition der Fassadengestaltung mit Backstein in seinen Bauten auf einzigartige Weise fortgesetzt und darüber hinaus mit seinen Brückenbauten und städtebaulichen Projekten maßgeblich dazu beigetragen, das Schumacher‘sche Erbe in eine neue Zeit zu führen.“

Prof. Jörn Walter, Oberbaudirektor: „Die noble und vornehme Haltung, mit der Professor Bernhard Winking in den letzten 50 Jahren Hamburg und viele andere Städte als Architekt und Hochschullehrer geprägt hat, hebt ihn aus dem Kreis vieler Kollegen heraus und macht ihn zu einem würdigen Träger des Fritz Schumacher gewidmeten Preises. Handwerkskunst, Baugesinnung und Gestaltungskraft sind ihm zu eigen wie dem Namensgeber. Im In- und Ausland ist er ein Botschafter hanseatischer Qualität, auf die Hamburg mehr als stolz sein kann.“

Prof. Volkwin Marg, Architekt und Laudator: „Die Bauten von Prof. Bernhard Winking demonstrieren eine beharrliche, bodenständige und baumeisterliche Qualität und Gesinnung, die Fritz Schumacher erfreut hätte. Wie Schumacher ist auch Prof. Winking Brückenbauer; nicht nur im direkten, sondern auch im übertragenen Sinne das Prinzip der Formfindung des Ingenieurs mit dem Prinzip der Formsetzung des Architekten verschmelzend. Brücken im Sinne hanseatischer Tradition hat Prof. Bernhard Winking auch in China gebaut. Es ist geradezu verblüffend, mit welcher Selbstverständlichkeit dort ein kleinmaßstäbliches Wohnquartier oder eine riesige Bücherstadt entstanden sind, die auch dort, fest in Backstein gemauert, Beständigkeit und Würde des Alterns ausstrahlen.“

Mit der Auszeichnung wird Prof. Bernhard Winking für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet des Städtebaus und der Architektur gewürdigt. Der gebürtige Westfale absolvierte nach einer Maurerlehre zunächst ein Ingenieurstudium an der Fachhochschule in Münster. Nach drei Jahren im Büro des Architekten Gerhard Graubner in Aachen und Hannover folgte ein Architekturstudium an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, an der er 1978 zum Professor für Bauplanung berufen wurde. Daneben war Winking seit Ende seiner Ausbildung als freier Architekt tätig; seit 1993 im Büro Professor Bernhard Winking Architekten BDA mit Standorten in Hamburg und Berlin. Durch seine langjährige Tätigkeit in China wurde Winking 2008 als Gastprofessor an die Zhejiang University Hangzhou berufen.

Prof. Winking hat im In- und Ausland mehr als 300 Bauten realisiert. In Norddeutschland hat er sich vor allem durch seine Bauten in hanseatischer Backsteinbauweise einen Namen gemacht, darunter Gebäude wie der Fleethof in der Hamburger Neustadt, die Erweiterungen der Jarrestadt in Winterhude und der Davidwache an der Reeperbahn, das Hauptzollamt in der HafenCity oder das Husumer Rathaus. Internationale Anerkennung erhielt er u.a. durch den Bau des Palais am Pariser Platz in Berlin, des Bankgebäudes am Platz der Republik in Prag sowie durch zahlreiche Wohnquartiere in China. Seit den 1980er Jahren war Prof. Winking auch als „Brückenbauer“ aktiv. Er entwarf die Mittellandkanalbrücke über die Elbe bei Magdeburg, die größte Schiffsbrücke der Welt, und die Rethebrücke im Hamburger Hafen, die größte Klappbrücke Europas.

Neben Prof. Winking wurden Valentina Forsch und Emlyn Étienne Goronczy mit Nachwuchspreisen ausgezeichnet und erhalten für ihre beispielhaften, fachübergreifenden Leistungen Reisestipendien in Höhe von jeweils 2.500 Euro.

Hintergrund

Die Geschichte der Auszeichnung geht bis in das Jahr 1949 zurück. Absicht der Stiftung des Mäzens Alfred Toepfer war es nach dem Krieg, Anreize für ein neues Bewusstsein für Bauqualität zu schaffen. Nachdem der Preis durch die Töpferstiftung an die Universität nach Hannover verlagert wurde, gab es bis in die 1980er Jahre zwei Schumacher-Preise: Den einen verlieh die Töpfer Stiftung, den anderen der Hamburger Senat. Danach ruhte der Preis. Seit 2007 wird er durch den Hamburger Senat wieder regelmäßig vergeben. Preisträger seitdem: Prof. Joachim Schürmann (2007), Prof. Peter P. Schweger (2010), Prof. Thomas Sieverts (2013), Prof. Bernhard Winking (2016).

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