Was passiert am Diebsteich? Vorbereitende Untersuchungen

Die Ansiedlung eines Fern- und Regionalbahnanschlusses am Diebsteich setzt auch einen nachhaltigen Impuls für eine langfristige Veränderung des dortigen Stadtraums. Um die Chancen für eine Neuordnung und Nachverdichtung der städtebaulichen Strukturen sowie eine optimale verkehrliche Einbindung im gesamtstädtischen Interesse zu nutzen, ist eine übergeordnete Steuerung der Entwicklung durch die Freie und Hansestadt Hamburg notwendig.

Vorbereitende Untersuchungen


Über die vorbereitenden Untersuchungen

Der Hamburger Senat hat im Februar 2017 die Durchführung vorbereitender Untersuchungen nach § 165 Absatz 4 Baugesetzbuch im Umfeld des künftigen Fern- und Regionalbahnhofs Hamburg-Altona beschlossen, um die Entwicklung am Diebsteich planerisch steuern zu können. Ziel des Senats ist es, das Gebiet zu einem modernen und urbanen Stadtquartier zu entwickeln, das durch Arbeitsstätten und produzierendes Gewerbe geprägt ist und bestehende und künftige Nutzungen in Einklang bringt.

Im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen werden eigentumsrechtliche, soziale, strukturelle sowie städtebauliche Verhältnisse und Zusammenhänge des Untersuchungsgebiets umfassend analysiert. Vorbereitende Untersuchungen und die parallel zu erarbeitende Rahmenplanung sollen sowohl die Chancen als auch mögliche nachteilige Auswirkungen einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme nach § 165 BauGB ermitteln.

Voraussetzungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme

Ob eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme förmlich festgesetzt wird, hängt davon ab, ob deren rechtliche Voraussetzungen vorliegen und ob sie tatsächlich erforderlich ist. Sie ist ein städtebauliches Instrument mit weitreichenden Entscheidungs- und Handlungsspielräumen für die Stadt – auch im Hinblick auf Eingriffe in privates Eigentum. Aus diesem Grund gilt es vorrangig zu prüfen, ob die aus den vorbereitenden Untersuchungen und der Rahmenplanung gewonnenen städtebaulichen Entwicklungsziele im Einvernehmen mit den betroffenen Eigentümern umgesetzt werden können. 

Wenn die Eigentümer sich bereit erklären, die Ziele umzusetzen, die die Stadt mit einer möglichen Entwicklungsmaßname erreichen will, wird dies in einer sogenannten Abwendungsvereinbarung (städtebaulicher Vertrag) fixiert. Nur falls die Vertragsverhandlungen scheitern sollten, kann die Stadt einen städtebaulichen Entwicklungsbereich förmlich festlegen und Maßnahmen zur Realisierung der städtebaulichen Entwicklungsziele selbst umsetzen.

Durchführung des Verfahrens

Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen ist verantwortlich für die formale und inhaltliche Steuerung der vorbereitenden Untersuchungen und der Rahmenplanung. Die Bezirke Altona und Eimsbüttel sowie weitere Fachbehörden und Dienststellen sind auch am Verfahren beteiligt.

Zur Durchführung wurde im März 2018 die Arbeitsgemeinschaft „VU Diebsteich“ beauftragt, die aus folgenden fünf Planungsbüros besteht:

  • arbos Freiraumplanung, Hamburg
  • ARGUS Stadt und Verkehr, Hamburg
  • ASTOC Architects and Planners, Köln
  • Evers & Küssner, Hamburg
  • steg Hamburg mbh, Hamburg


In Zusammenarbeit mit der Behörde für Stadtentwicklung erfolgte zunächst eine Bestandsaufnahme im Untersuchungsgebiet sowie Gespräche mit Eigentümern/innen und Betroffenen.

Nach Abschluss der Bestandsaufnahme im Jahr 2018 wird die Rahmenplanung 2019 weiter konkretisiert. Ziel ist es Anfang 2020 ein Handlungskonzept für die Neuordnung des Planungsraums zu erhalten, das anschließend zeitnah umgesetzt werden kann.

Die Öffentlichkeit wird seit Beginn der vorbereitenden Untersuchungen beteiligt und Bürgerinnern und Bürger haben über verschiedene Formate und Veranstaltungen die Möglichkeit Anregungen und Ideen ins Verfahren einzubringen.


Die Verfahrensschritte im Überblick

Auftaktphase
März bis Juni 2018

begleitende Beteiligung 

Start der vorbereitenden Untersuchungen

Auftakt mit den beteiligten Behörden, Bezirken und Planungsbüros

25. April 2018:
Auftaktveranstaltung mit
Eigentümern, anschließend Start Eigentümergespräche

7. Mai 2018:
Auftaktveranstaltung mit direkt Betroffenen und Öffentlichkeit

19. Juni 2018:
Fokusgruppe Sport & Landschaftsachse

Analysephase
Juni bis Dezember 2018
begleitende Beteiligung 

Bestandserhebung und Auswertung

Erarbeitung erster Vorüberlegungen und städtebaulicher Leitideen für die Rahmenplanung

22. Juni bis 15. August 2018:
Online-Beteiligung

24. November 2018:
öffentliche Ideenwerkstatt

Entwurfsphase
Januar bis Juni 2019

begleitende Beteiligung 

Prüfung  der Anregungen  aus Online-Beteiligung und der Ideenwerkstatt

Erarbeitung erster städtebaulicher Ziele und Konzepte für den Rahmenplanentwurf

06. Juni 2019:
Eigentümerwerkstatt zur
Vorstellung und Diskussion des Rahmenplanentwurfs

22. Juni 2019:
Dialogwerkstatt zur Vorstellung
und Diskussion des Rahmen-
planentwurfs

24. Juni bis 16. August:
Auslegung des Entwurfs im der Behörde und im Internet

Finalisierungsphase
Juli bis Dezember 2019
begleitende Beteiligung 
Arbeit am Abschlussbericht der vorbereitenden Untersuchungen

Finalisierung des Rahmenplans

Prüfung der Anregungen aus den Werkstätten und der Auslegung
Erörterung des Rahmenplans
mit Trägern öffentlicher Belange,
Politik, EigentümerInnen
und der Öffentlichkeit



Abschlussphase
Anfang 2020

begleitende Beteiligung
Fertigstellung des Abschlussberichts der vorbereitenden Untersuchungen

Entscheidung über förmliche Festlegung: 

Durchführung der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme

oder

Umsetzung der städtebaulichen Ziele ohne Entwicklungsmaßnahme
Vorstellung des finalen Rahmen-
plans und der Ergebnisse
der vorbereitenden
Untersuchungen 









Rahmenplan


Beteiligung


Service