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Ein Monument der Energiewende Energiebunker Wilhelmsburg

Energiebunker Wilhelmsburg

Eines der spektakulärsten Vorhaben der EFRE-Förderperiode von 2007 bis 2013 ist der Energiebunker in Wilhelmsburg. Wie bei vielen anderen Bunkern war auch hier ein Abbruch zu vertretbaren Kosten nicht zu realisieren. Eine Sprengung im Inneren des Gebäudes durch britische Truppen nach Kriegsende hatte zwar die Stockwerke zerstört, aber nicht die äußere Hülle mit bis zu drei Meter dicken Wänden. Die so entstandene bauliche Struktur bietet jedoch einen geeigneten Rahmen für ein umfassendes Konzept zur Erzeugung erneuerbarer Energien: Aus dem Flakbunker wird ein Energiebunker. Diese ungewöhnliche Projektidee im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg wurde gemeinsam mit dem städtischen Energieversorger Hamburg Energie realisiert. Der EFRE fördert die Umsetzung des innovativen energetischen Konzeptes mit insgesamt mehr als 3 Millionen Euro.

Mit einer intelligenten Verknüpfung der Energieerzeugung aus Solarenergie, Biogas, Holzhackschnitzeln und Abwärme aus einem benachbarten Industriebetrieb soll der Energiebunker zukünftig die Wärmeversorgung eines Stadtgebietes von mehr als 1,2 Quadratkilometer (120 Hektar) Größe übernehmen und gleichzeitig erneuerbaren Strom ins Stromnetz einspeisen. Im Endausbau wird der Energiebunker circa 22.500 Megawattstunden Wärme und fast 3.000 Megawattstunden Strom erzeugen. Das entspricht dem Wärmebedarf von circa 3.000 Haushalten und dem Strombedarf von etwa 1.000 Haushalten. Damit wird eine CO2-Einsparung von 95 Prozent im Vergleich zu einer konventionellen Wärmeerzeugung mit Erdgas erreicht, das sind circa 6.600 Tonnen CO2 im Jahr. Der Großpufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 2.000.000 Litern (2.000 Kubikmetern) ist dabei die zentrale Innovation des Projektes. Aufgrund der Pufferwirkung des Speichers wird eine starke Reduktion der zu installierenden thermischen Erzeugerleistung von 11 auf 6,5 Megawatt erzielt und der großmaßstäbliche Einsatz erneuerbarer Energien innerhalb des Wärmeversorgungskonzeptes erst wirtschaftlich gemacht.

Insgesamt entsteht mit dem Energiebunker ein weltweit einmaliges Konzept. Als lokales Kraftwerk ist er nicht nur ein Beispiel für die dezentrale Energieversorgung durch erneuerbare Energien. Er ermöglicht auch einen Test der Praxistauglichkeit der eingesetzten Regel- und Hydrauliktechnologien und ist damit ein echtes Modellvorhaben.