Senatskanzlei

Auszeichnung 1813 Gebhard Leberecht Fürst von Blücher-Wahlstatt (1742-1819)

Gebhard Leberecht Fürst von Blücher-Wahlstatt (1742-1819)

Auszeichnung 1816 

Senatsbeschluss vom 20. September 1816, Übergabe der Urkunde Anfang 1817.

Begründung von 1816

Für den maßgeblichen Anteil am Sieg über Napoleon in der Schlacht bei Waterloo 1815 und weil „es ihm bey der besonderen Vorliebe, die er für unsere Vaterstadt hege, sehr lieb sein werde, auch mit dem Hamburgischen Bürgerrecht beschenkt zu werden“.

Hintergrund

Gebhard Leberecht von Blücher war ein Generalfeldmarschall und Oberbefehlshaber der preußischen Armee. Er trug maßgeblich zum endgültigen Sieg über Napoleon bei und sicherte damit auch die Befreiung Hamburgs von der französischen Fremdherrschaft ab.

Der 1742 in Rostock geborene Blücher war der Sohn eines ehemaligen Rittmeisters im Dienste des Landgrafen von Hessen-Kassel. Als 15-Jähriger trat er freiwillig in ein schwedisches Regiment ein und kämpfte gegen Preußen. Nach Gefangennahme und Übertritt in preußische Dienste 1760 rückte er bei den Belling-Husaren bis zum Stabsrittmeister auf. Weitere Beförderungen blieben dem abenteuerlustigen und mitunter eigenwillig agierenden Blücher aber zunächst versagt. Auf eigenen Wunsch schied er – wenig ehrenvoll – aus der Armee aus, heiratete und zog sich 1773 auf sein Rittergut Groß Raddow in Hinterpommern zurück. Erst nach dem Tod Friedrichs II. nahm König Friedrich Wilhelm II. Blücher 1887 wieder in das Heer auf und beförderte ihn zum Major. Nun begann seine eigentliche militärische Karriere. Rasch stieg er in den Generalsrang auf und befehligte ein Husaren-Regiment. Blücher gehörte zu den entschiedenen Befürwortern des Befreiungskrieges gegen die Franzosen. Wegen dieser Haltung musste er 1812 aus dem aktiven Militärdienst ausscheiden.

Erst als Preußen den Krieg mit Frankreich 1813 wieder aufnahm, kehrte Blücher in den aktiven Dienst zurück und erhielt den Oberbefehl über die Schlesische Armee. In den Kämpfen gegen die napoleonische Fremdherrschaft avancierte Blücher dann durch mehrere spektakuläre Siege, unter anderem. in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813, zum legendären Kriegshelden. Mit Blick auf sein Temperament und seine Angriffslust prägten die verbündeten Russen seinen Spitznamen „Marschall Vorwärts“. Blücher war beteiligt am Einmarsch in Paris 1814, wo am 30. Mai der Friedensvertrag unterzeichnet und Napoleon zur Abdankung gezwungen wurde. König Friedrich Wilhelm III. ernannte Blücher kurz darauf zum Fürsten von Wahlstatt. Nach der Rückkehr Napoleons aus dem Exil und erneut einsetzender Gefechte stellte ihn der König an die Spitze der preußischen Truppen. Gemeinsam mit der englischen Armee unter General Wellington besiegten Blüchers Einheiten Napoleon in der Schlacht bei Waterloo 1815 endgültig.

Blücher erhielt für seine militärischen Verdienste zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen im In- und Ausland. Er nahm in diesem Zusammenhang 1816 die Einladung des hamburgischen Senats zum Besuch der Hansestadt an. Blücher hatte Hamburg kennen und schätzen gelernt, als er dort 1806/07 mehrere Monate als „Gefangener auf Ehrenwort“ der Franzosen logierte. 1819 starb er auf seinem Gut im schlesischen Krieblowitz.

Das Andenken an Blücher wird bis heute international lebendig gehalten, besonders in seiner Geburtsstadt Rostock und in England. Dem hamburgischen Senat war es 1816 offenkundig ein Bedürfnis, den Kriegshelden vielfältig zu ehren; auch die Bewohner der Hansestadt bereiteten ihm einen jubelnden Empfang. Bürgermeister Christian Matthias Schröder nahm damals bereitwillig Blüchers Hinweis auf, dass man ihm wie zuvor in London, Oxford, Cambridge und Frankfurt auch in Hamburg mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts eine besondere Freude machen könne.