Senatskanzlei

Auszeichnung 1826 August Otto Graf Grote (1747-1830)

August Otto Graf Grote (1747-1830)

Auszeichnung 1826

Senatsbeschluss vom 2. August 1826, Verleihung am 25. November 1826.

Begründung von 1826

Auf Empfehlung von Legationsrat Büscher anlässlich Grotes 50-jährigen Dienstjubiläums in Hamburg.

Hintergrund

August Otto Graf Grote war ein königlich-preußischer Diplomat und Minister. Er zeigte besonders während der französischen Fremdherrschaft starkes Engagement auch für hamburgische Belange.

Der in Celle 1747 geborene Sohn eines hannoverschen Generalleutnants studierte an den Akademien in Lüneburg und Straßburg sowie an der Universität Göttingen, bevor er 1768 seine öffentliche Laufbahn als Drost (= Hofamt, das einem Bezirksverwalter entsprach) in hannoverschen Diensten begann. In den folgenden Jahren machte er Karriere und erhielt 1772 mit dem hannoverschen „Kammerherrnschlüssel“ zusätzliche Funktionen. Anschließend reiste er durch Deutschland, Italien, Frankreich und England, wo er wichtige Kontakte knüpfte. Unter anderem wurde er in Berlin König Friedrich II. vorgestellt. Ab 1775 lebte Grote in Hamburg. Ein Jahr später wurde er zum kurkölnischen sowie zum bischöflich münsterischen Geheimen Rat und bevollmächtigten Minister im niedersächsischen Kreise ernannt. Nach der Säkularisierung Kölns trat er in die Dienste Preußens über, für das er ab 1804 als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister im niederdeutschen Kreise tätig war.

In der Folge erwarb sich Grote durch eine umfangreiche und geschickte Diplomatie vielerorts große Anerkennung. Nach der Besetzung Hamburgs durch die Franzosen wirkte er als akkreditierter Minister für das Herzogtum Holstein in Altona, kehrte aber nach dem Tilsiter Frieden 1807 umgehend nach Hamburg zurück. 1809 erhob der preußische König Grote in den Grafenstand. Für kurze Zeit wechselte er später nach Berlin, wirkte aber ab 1812 zusätzlich zu seinen bisherigen Funktionen als „General-Commissär“ für die damaligen Departements Elbe, Weser und Ems wieder von Hamburg aus. Kurz darauf war er als preußischer Gesandter auch für Mecklenburg zuständig. Anfang 1813 wurde er als Gesandter nach Dresden versetzt, kehrte aber kurz nach der „Befreiung“ Hamburgs durch Freiherr von Tettenborn im März jenes Jahres wieder an seinen dortigen Wohnsitz zurück. Während der erneuten Besetzung Hamburgs durch die napoleonischen Truppen begab sich Grote vorübergehend nach Rostock an den mecklenburgischen Hof. Er kam jedoch vor dem endgültigen Abzug der Franzosen Ende Mai 1814 wieder nach Hamburg zurück. Grote intervenierte damals bei den Russen erfolgreich für die Freilassung französischer Kriegsgefangener, was die Franzosen veranlasste, im Gegenzug zahlreiche Norddeutsche nicht zu bestrafen und sogar deren Vermögen zurückzugeben. Er blieb bis zu seinem Lebensende 1830 in Hamburg.

Für seine diplomatischen Verdienste während der napoleonischen Fremdherrschaft erhielt Grote das Eiserne Kreuz verliehen und wurde mit zahlreichen weiteren Ehrungen bedacht. Von seinen politischen und humanitären Vermittlungserfolgen in dieser Zeit profitierten auch die Stadt Hamburg und viele ihrer Bewohner. Nach dem Ende der Besatzung förderte Grote vor allem die politischen und Handelsbeziehungen der Hansestadt. Dieses langjährige und vielfältige Wirken Grotes zugunsten Hamburgs war der eigentliche Grund der Verleihung des Ehrenbürgerrechts 1826.