Senatskanzlei

Auszeichnung 1843 Conrad Daniel Graf von Blücher-Altona (1764-1845)

Conrad Daniel Graf von Blücher-Altona (1764-1845)

Auszeichnung 1843

Senatsbeschluss vom 15. Juli 1843, Verleihung am 15. Juli 1843

Begründung von 1843

„Anerkennung der besonderen Hilfe nach dem großen Hamburger Brand“ 1842

Hintergrund

Conrad Daniel von Blücher-Altona war dänischer Oberpräsident in Altona. Er leistete in dieser Funktion Hamburg während der französischen Fremdherrschaft und nach dem Großen Hamburger Brand wiederholt unmittelbare und praktische Nachbarschaftshilfe.

Blücher, ein Neffe des Marshalls Gebhard Leberecht von Blücher, kam 1764 im mecklenburgischen Penzlin zur Welt. Er studierte in Kopenhagen an der Landkadettenakademie und begann seine berufliche Laufbahn als Page der damaligen Prinzessin Louise Auguste, der späteren Herzogin von Augustenburg. 1785 wurde Blücher Kammerjunker, 1794 Kammerherr und Hofmarschall. Er zeichnete sich danach durch entschlossenes Handeln bei militärischen Einsätzen aus. 1802 erhielt der Aufsicht über die Ämter Lügumkloster und Apenrade. 1808 kam er als Oberpräsident nach Altona.

Während der französischen Besatzung Hamburgs, besonders während der zeitweiligen Befreiung und Wiederbesetzung 1813/14, bewahrte Blücher durch seine Politik und durch persönlichen Einsatz Altona vor nennenswerter Zerstörung durch die Franzosen. Er hielt seine Stadt auch von der zeitweilig drohenden Besatzung durch russische und schwedische Truppen frei und nahm vertriebene Hamburger auf. Bereits zu dieser Zeit erhielt er mehrere Auszeichnungen, 1817 wurde er in den Grafenstand erhoben. Blücher galt als entschlossener Vertreter der Politik Dänemarks, der gleichwohl diplomatisch klug agierte. Eine Haltung, die auch den spannungsreichen Diskussionen zwischen Altona und Hamburg über Hafen- und Zollfragen zugutekam. Als Oberpräsident lehnte Blücher die von Preußen vorangetriebene Gewerbefreiheit ab und erwies sich als Fürsprecher der Zünfte. Er förderte die Freimaurerloge, deren Mitglied er seit 1813 war.

Bereits während des Großen Hamburger Brands vom 5. bis 8. Mai 1842 zeigte er spontane Hilfsbereitschaft. Die Altonaer Feuerwehr half bei der Brandbekämpfung, und Altona teilte auf seine Anweisung hin an die Hamburger Opfer der Katastrophe 14 Tage lang 3000 Essensportionen aus. Blücher erhielt im Laufe seiner Verwaltungstätigkeit zahlreiche weitere Ehrungen, darunter 1839 die seltene Auszeichnung mit dem dänischen Elephanten-Orden. Seinen 80. Geburtstag und die Goldene Hochzeit am 1. Mai 1844 feierte er unter reger Beteiligung der Altonaer Bevölkerung. Blücher starb 1845. Ein posthum errichtetes Denkmal
(heute in den Grünanlagen westlich des Rathauses platziert) erinnert bis heute an den früheren Oberpräsidenten.

Blücher ist aufgrund seines nachhaltigen Wirkens der wohl bekannteste der Altonaer Oberpräsidenten. Hamburg verlieh ihm das Ehrenbürgerrecht anlässlich der entschlossenen Hilfe während des Großen Hamburger Brandes, wo er sich ein weiteres Mal als verlässlicher Partner der Hansestadt bewährte.