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Auszeichnung 2009 Prof. Hannelore „Loki“ Schmidt (1919-2010)

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Hamburgs Ehrenbürgerin Loki Schmidt. Hamburgs Ehrenbürgerin Loki Schmidt.

Prof. Hannelore „Loki“ Schmidt (1919-2010)

Auszeichnung 2009

Senatsantrag vom 9. Dezember 2008 (Drs. 19/1755), Bürgerschaftsbeschluss vom 11. Februar 2009, Verleihung am 12. Februar 2009.

Begründung von 2009

Für „ihre herausragenden Verdienste um den Naturschutz“ in Hamburg und Deutschland.

Hintergrund

Loki Schmidt war Pädagogin, Naturschützerin und Stifterin. Die Frau des Bundeskanzler a.D., Helmut Schmidt, erwarb sich wegen ihres vielfältigen und dauerhaften ehrenamtlichen Engagements den Ruf einer Pionierin auf dem Gebiet des Naturschutzes.

Schmidt, 1919 in Hamburg als Tochter des Elektrikers Hermann Glaser geboren und schon als kleines Kind „Loki“ gerufen, wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Ab 1925 besuchte sie die reformorientierte Schule Bugenhagen. Vier Jahre später wechselte sie auf die ähnlich orientierte Lichtwark-Schule, wo sie ihrem Klassenkameraden und späteren Ehemann Helmut Schmidt begegnete. Da die Koedukation von den Nationalsoziliasten aufgehoben wurde, legte Loki Schmidt ihr Abitur an der Hamburger Klosterschule ab. 1937 wurde sie vorübergehend zum Reichsarbeitsdienst herangezogen. Aus finanziellen Erwägungen studierte sie danach nicht ihr Wunschfach Biologie, sondern absolvierte eine viersemestrige Ausbildung für das Lehramt an Volksschulen. Danach arbeitete sie bis 1972 als Volks-, Grund- und Realschullehrerin.

1942 heiratete sie Helmut Schmidt. Als dieser nach dem Zweiten Weltkrieg studierte, sorgte sie allein für den Lebensunterhalt der Familie. Als ihr Mann 1974 das Amt des Bundeskanzlers übernahm, engagierte sich Loki nicht nur professionell gemäß ihrer protokollarischen Aufgaben als Frau des Bundeskanzlers und in Wahlkämpfen für die Partei ihres Mannes, sondern vor allem auch für den Pflanzen- und Naturschutz. Sie gründete 1976 das Kuratorium zum Schutze gefährdeter Pflanzen, das 1979 in eine Stiftung überführt wurde. Diese Stiftung fusionierte 1985/86 mit der Stiftung Naturschutz Hamburg zur jenen Institution, die heute kurz Loki Schmidt Stiftung genannt wird. Diese fördert Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen, die sich in besonderem Maße um den Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen verdient gemacht haben. Seit 1980 versucht die Stiftung durch Präsentation einer „Blume des Jahres“, die Öffentlichkeit für die Bedeutung der heimischen Flora zu sensibilisieren.

In der Folgezeit verbreitete Schmidt die Idee des Naturschutzes bundesweit und erwarb sich dabei auch internationale Anerkennung. Mit rund 20 ausgiebigen Expeditionsreisen, die sie unter anderem auf die Galapagos-Inseln und in die Arktis führten, intensivierte sie nach Ausscheiden ihres Mannes aus dem Kanzleramt 1982 ihre Betätigung als Naturforscherin. Meist begleitete sie auf eigene Kosten Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft auf deren Forschungsreisen.

Seit den 1970er Jahren setzte sich Schmidt für den Botanischen Garten in Hamburg und dessen Beitrag zur Erforschung und zum Erhaltung biologischer Vielfalt ein. Der Garten ist seit 2012 nach ihr benannt. Im Rahmen ihres Engagements für Botanische Gärten initiierte sie 1986 den internationalen Gärtnertausch, der zunächst von der Loki Schmidt Stiftung getragen und später in einer gleichnamigen Stiftung eigenständig institutionalisiert wurde. Viele Jahre prägte Schmidt die Arbeit der Hamburger Umweltbehörde mit, zunächst in der Deputation und später im Naturschutzrat der Behörde. Loki Schmidt erhielt zahlreiche Ehrungen für ihr langjähriges und innovatives Naturschutzengagement, unter anderem verlieh ihr die Russische Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg 1997 die Ehrendoktorwürde für ihre Initiative des internationalen Gärtnertausches. Der hamburgische Senat würdigte sie zwei Jahre später mit dem Titel „Professor“. Loki Schmidt starb 2010 in Hamburg.

Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Freien und Hansestadt Hamburg fand anlässlich ihres 90. Geburtstages statt. Die Entscheidung, Loki Schmidt 26 Jahre nach ihrem Mann ebenfalls die höchste Ehrung der Stadt zukommen zu lassen, fand einstimmige Zustimmung. Allseits lobte man sie, dem Naturschutz in Deutschland herausragende Impulse gegeben zu haben.

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